Geschichte eines Steuerhinterziehers

Foto. Flickr.com / aguno

In diesem Tagen wird wieder viel geschimpft über Leute, die ihr Geld in die Schweiz, Liechtenstein oder auf die Kanalinseln bringen. Allesamt Steuerparadise, die einen runden Euro mit dem steuerversteckenden Geldtransfer aus dem Ausland verdienen. Doch was sind das für Leute, die ihr Geld über die Grenze schaffen? Einen kenne ich. Er hat mir seine Geschichte erzählt.

Es versteht sich von selbst, dass er nicht namentlich genannt werden will. Nur soviel über die Person: männlich, 45 Jahre alt, lebt in einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen. Auch kann der Mann nicht für die breite Masse gelten – er ist halt nur einer von vielen Steuerflüchtigen.

Der Mann, ich gebe ihm mal den Namen Michael, hat es zu Wohlstand gebracht. Sein Vater hat nach seinem Rauswurf bei einer großen Handelskette eine Geschäft für Inneneinrichtung eröffnet. Schon bald nach Eröffnung stieg der Sohn mit ein, auch wenn er erst 20 Jahre alt war. Durch harte, gemeinsame Arbeit haben sie das Geschäft nach vorne gebracht. Kaum ein Tag hatte weniger als zwölf, vierzehn Stunden. Wenn das Geschäft geschlossen wurde, sind Vater und Sohn zu den Kaufinteressenten nach Hause gefahren, haben sie dort beraten. Auch mal Gegenstände mitgebracht, damit die Kunden sehen konnten, wie diese in ihren vier Wänden wirken.

Die Plackerei hat sich gelohnt, das Geschäft läuft rund. Michael konnte sich zehn Jahre nach dem Einstieg in die väterliche Firma eine Wohnung kaufen.

Foto. Flickr.com / aguno

In diesem Tagen wird wieder viel geschimpft über Leute, die ihr Geld in die Schweiz, Liechtenstein oder auf die Kanalinseln bringen. Allesamt Steuerparadise, die einen runden Euro mit dem steuerversteckenden Geldtransfer aus dem Ausland verdienen. Doch was sind das für Leute, die ihr Geld über die Grenze schaffen? Einen kenne ich. Er hat mir seine Geschichte erzählt.

Es versteht sich von selbst, dass er nicht namentlich genannt werden will. Nur soviel über die Person: männlich, 45 Jahre alt, lebt in einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen. Auch kann der Mann nicht für die breite Masse gelten – er ist halt nur einer von vielen Steuerflüchtigen.

Der Mann, ich gebe ihm mal den Namen Michael, hat es zu Wohlstand gebracht. Sein Vater hat nach seinem Rauswurf bei einer großen Handelskette eine Geschäft für Inneneinrichtung eröffnet. Schon bald nach Eröffnung stieg der Sohn mit ein, auch wenn er erst 20 Jahre alt war. Durch harte, gemeinsame Arbeit haben sie das Geschäft nach vorne gebracht. Kaum ein Tag hatte weniger als zwölf, vierzehn Stunden. Wenn das Geschäft geschlossen wurde, sind Vater und Sohn zu den Kaufinteressenten nach Hause gefahren, haben sie dort beraten. Auch mal Gegenstände mitgebracht, damit die Kunden sehen konnten, wie diese in ihren vier Wänden wirken.

Die Plackerei hat sich gelohnt, das Geschäft läuft rund. Michael konnte sich zehn Jahre nach dem Einstieg in die väterliche Firma eine Wohnung kaufen. Drei Zimmer, geschmackvoll aber ohne Luxus eingerichtet. Einen Kredit musste er dafür nicht aufnehmen. Auch nicht für den Sportwagen vor der Tür. Ein Japaner und kein Porsche.

Michael führt ein normales Leben für seine Nachbarn. Michael hat aber eine andere Seite. Eben jene als Steuerhinterzieher. Über Jahre hinweg tut er dies, auch heute noch. Die Höhe der Summe kenne ich nicht. Ich vermute, er selbst kennt sie nicht. Aufzeichnungen oder ein Kassenbuch führt er nicht. Er weiß, Papier ist gefährlich, sollte einmal die Steuerfahndung bei ihm auf der Matte stehen.

Michael ist sich bewusst, dass er da was illegales macht. Aber er kann es vor sich rechtfertigen. Die vielen Arbeitsstunden, die Entbehrungen im privaten Bereich. Er hat das Geld durch harte Arbeit verdient, denkt er sich. Ein schlechtes Gewissen bekommt Michael nur, wenn er auf dem Weg in die Schweiz ist. Dort hat er ein Konto. Bei einer Bank, die keine Kontokarten ausgibt, wo junge Kunden nicht über den Knax-Club angeworben werden.

Die Bank von Michael hat einen diskreten Eingang. Die Tür öffnet sich erst auf Anforderung. Ist der Geschäftsmann drin, stellt man ihm nur eine Frage. Die nach seiner Kontonummer. Papier ist nicht nötig. Die Nummer hat Michael im Kopf. Wie das Geld in die Schweiz gekommen ist, sagt Michael nicht. Das Thema sei heikel, sagt er. Oft fährt Michael nicht in die Schweiz. Wenn es einmal im Jahr ist, dann ist das viel.

Einmal musste er einen Rücktransfer machen. Er und sein Vater haben expandiert. Gebaut wurde ein neuer Verkaufsraum, ein größeres Lager. Dafür brauchten sie viel Geld. Um die unversteuerte Kohle aus der Schweiz zu holen, hat Michael eine Privatmaschine samt Pilot gemietet. Das hat zwar einige Tausend Euro gekostet, aber das Risiko an der Grenze geschnappt zu werden, ist in der Luft deutlich geringer als am Boden. Im Koffer hatte er einige Millionen von seinem Schweizer Konto.

Das Geld steckt nun in den neuen Gebäuden. Immerhin ein sinnvoller Zweck, hat er doch neue Mitarbeiter im Zuge der Expansion eingestellt.

3 Kommentare

Ich kenne keinen Menschen, der sich selbst gerne als Betrüger sieht. Ist also nicht verwunderlich, dass das alles mit ganz viel Arbeit und einem guten Zweck verbrämt wird. Aber andere müssen für ihr Geld auch ne Menge Stunden ihres Lebens opfern und würden es,wenn sie weniger Steuern bezahlen müssten, auch für eine sinnvolle Sache investieren, können oder wollen solche Nummernkonten jedoch nicht benutzen. Sie sind die eigentlich Betrogenen, nicht der Staat.

Das viel größere Problem dieser Nummerkonten ist aber, dass sie auch denen perfekt dienen, die weder ernsthaft arbeiten noch für alle nützlich investieren sondern massenhaft pures Raubgeld deponieren das zu nichts anderem als ihrem privaten Vergnügen verbraten (werden)wird. Und dass sich daran die Schweizer und Lichtensteiner Banken bzw. ihre Aktionäre und Manager dumm und dusselig verdienen.

Wieso hat der Gott der Geographie diese Länder eigentlich mit so einer herrlichen Landschaft belohnt. Zu dieser Art von Geld(er)pressern passt doch eher eine riesige Asphaltfläche mit einem ebenso riesigen Betonbunker drauf .

wenn die deutschen steuerbehörden sich mal an anderen Ländern ein Beispiel nehmen würden dann hätten wir auch mehr Steuerzahler.

Kommentar verfassen