Gelsenkirchen: Geht er im kommenden Sommer? – Das irre ‚Geschacher‘ um den Schalker Leroy Sané

Leroy Sané ist aktuell unglaublich begehrt. Quelle: Wikipedia, Foto: Thomas Rodenbücher, Lizenz: CC BY 2.0
Leroy Sané ist aktuell offenbar unglaublich begehrt. Quelle: Wikipedia, Foto: Thomas Rodenbücher, Lizenz: CC BY 2.0

Leroy Sané ist ein großes Fußballtalent. Daran gibt es gar keinerlei Zweifel. Sensationell auch, wie schnell sich der 20-Jährige in den Blickpunkt einer großen Öffentlichkeit gespielt hat. Ende 2015 gab er, nach erst relativ wenigen Auftritten in der Fußball-Bundesliga, auch bereits sein Debut in der A-Nationalmannschaft von Jogi Löw.

Aus seiner Sicht war es dabei allerdings bedauerlich, dass dies ausgerechnet bei diesem traurigen Länderspiel in Paris geschah, welches durch die unglaublichen Anschläge vom 13. November am Ende sportlich endgültig völlig entwertet wurde. Aber sei es drum. Seiner von eigentlich allen erwarteten großen Karriere im Profifußball dürfte vermutlich am Ende nichts entgegenstehen.

Der Sohn des Ex-Profis Souleymane Sané, welcher in Wattenscheid, unweit des berühmten Lohrheide Stadions aufwuchs, dürfte aktuell tatsächlich eines der größten Talente im deutschen Fußball sein. Dass sich dort rasch Wechselgerüchte ausbreiten verwundert in diesen schnelllebigen Zeiten, wo gerade auch im medialen Bereich ein Wechselgerücht auf das Nächste folgt, nicht wirklich. Doch was da diesbezüglich gerade rund um Leroy Sané abläuft, das ist dann schon noch einmal eine ganz besondere Kategorie.

Da kursieren aktuell angeblich gebotene Summen, welche jenseits aller Vernunft zu sein scheinen. Ein 50 Mio. Euro-Angebot, eine inzwischen vom Verein dementierte angeblich vorhandene Ausstiegsklausel im aktuellen Arbeitspapier von 37 Mio. Euro? Alles ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass der junge Sané gerade einmal gute 30 Ligaspiele im Profibereich vorzuweisen hat, dass ihn vor rund einem Jahr noch vergleichsweise niemand kannte.

Erst im Juli 2015, also vor ca. einem halben Jahr, verlängerte Manager Horst Heldt den Vertrag mit dem damals noch 19-Jährigen auf schalke relativ unbemerkt bis zum Jahre 2019. Und plötzlich soll es ein wahres Wettbieten um den Shootingstar der Bundesligahinrunde geben?
Klar, nach Abschluss ihres neuen TV-Vertrages, schwimmt die englische Premier League bekanntlich im Geld, werden selbst für eher durchschnittliche Kicker enorme Summen bezahlt, machen die von dort angebotenen Ablösesummen in den Augen vieler Bundesligamanager nicht mehr wirklich Sinn, ist ihnen kaum zu widerstehen.

Doch rund 50 Mio. Euro für einen Nachwuchskicker der nicht einmal eine komplette Bundesligasaison auf Top-Niveau vorzuweisen hat?

Ob da ein verantwortungsvoll handelnder Clubmanager auf Dauer wirklich wird wiederstehen könnte? Und wäre es wirklich vernünftig einem solchen Angebot zu widerstehen? Was passiert, wenn sich der Kicker nicht so wie erhofft weiterentwickeln sollte? Wäre es da noch fahrlässig ein solches Angebot nicht anzunehmen? Zumal, wenn der eigene Club finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet ist? Kaum zu glauben.

Auch wenn es diese Ausstiegsklausel, wie der Club heute betonte, nicht geben soll, am Ende wäre auch ein Abgang von Leroy Sané wohl auch nur eine Frage der gebotenen Ablösesumme.
Und mal ganz ehrlich, wenn für einen bereits recht erfahrenen Nationalspieler wie Kevin De Bruyne kürzlich rund 75 Mio. Euro geboten wurden, dann dürfte die vorhandene Schmerzgrenze bei einem 20-Jährigen Talent vermutlich schon deutlich darunter liegen.
Nicht unwahrscheinlich also, dass der Ex-Wattenscheider in Kürze in seine vorerst letzte Rückrunde auf Schalke gehen wird. Zumal, wenn er (und sein Berater) den aktuell auf der Insel aufgerufenen Gehaltssummen auch nicht länger wiederstehen will.

Ob das Ganze dann am Ende allerdings auch wirklich sinnvoll wäre, das ist aus der Sicht aller Beteiligten dann doch eher zu bezweifeln. Nur fragt da im Regelfall in diesen Zeiten eben leider kaum noch jemand nach…

12 Kommentare

Leroy Sané ist ein fantastischer Fußballer. Seine Sturmläufe sind ein Genuss, den man fast regelmäßig in der Schalke Arena in den vergangenen Monaten hatte. Der absolute Lichtblick in einem bisher eher noch ins Mittelmaß abkippenden Team.

Es wäre allerdings nett gewesen, wenigstens mit einem Satz zu erwähnen, dass dieser junge Kerl, der jetzt schon große Coolness ausströmt, auf Schalke groß wurde, dass er in der hervorragenden Knappenschmiede seine Fußballkunst wenn schon nicht erlernte, so doch in den Schalker Jugendmannschaften und unter einem Riesenjugendtrainer zur Reife bringen konnte.

Mein' ja nur.

@leoluca: Diese Leistung sei Schalke, auch wenn ich es nicht ausdrücklich extra noch einmal erwähnt hatte, natürlich unbenommen 😉 Da hast Du grundsätzlich Recht. Spannend fand ich in diesem Zusammenhang aber auch die Tatsache, dass auf SSNHD gestern doch tatsächlich der Satz fiel, dass bei einem drohenden Abgang des Jungspundes Schalke vor dem Verlust der letzten wirklichen Identifikationsfigur des Clubs stünde. Das fand ich dann gegenüber Höwedes und Huntelaar fast schon extrem frech 😉

leoluca -1-
Zustimmung!
Und gerade deshalb muß es doch jeden SO4 Fans ärgern, wenn San'e weggeht. Nur ändert Fan-Ärger nichts an einem solchen Weggang. Als BVB weiß ich wie die Geschäfte laufen und wie wenig es letztendlich interessiert, was der abgebenden Verein für den Spieler, für seine Karriere getan hat.
Ist es dann tröstlich zu erfahren, was der betr.Spieler schon Großartiges geleistet hat oder fördert das den Frust über seinen Weggang? Vermutlich kann Beides gegeben sein.

"Sane unterschreibt mit Wirkung zum 1.6.2o16 einen 6 Jahresvertrag bei Barca"
melden so eben diverse Medien!

Den Wechsel von Leroy Sané zu Barca im Sommer meldet diesmal zuerst "L'Equipe" – das ist weder die Blöd noch irgendein transfermarkt.de.

Dabei hat Horst Heldt noch vor wenigen Tagen behauptet, der Vertrag mit Sané enthalte keine Ausstiegsklausel. Gleichzeitig zeichnet sich zum Sommer der Verkauf des besten Schalker Defensivmannes, Joel Matip, Richtung Liverpool ab. Also ablösefrei!

Unfassbar, was dieser Manager alles noch anrichten darf, bevor er endlich gehen muss.

Heldt möchte auf diese Art wohl schnell noch seine monetäre Transferbilanz verbessern, damit ein möglicher nächster Arbeitgeber ihm seine restlichen Nicht-Fähigkeiten verzeiht. Aber *dass* er das überhaupt noch darf, obwohl sein Stuhl praktisch schon an einen Anderen verkauft wurde, ist mal wieder eine Tönnies-"Glanzleistung".

Ja, selbst der ansonsten recht 'schalkefreundliche' Dirk große Schlarmann hat seine Zuschauer in seinem heutigen Bericht aus dem Trainingslager der Königsblauen auf mehrere bevorstehende Abgänge im Sommer vorbereitet. Von Aufbruchstimmung scheint da aktuell nicht viel zu spüren zu sein. Da würde es mal Zeit für eine Positivmeldung. Seit dem Draxler-Abgang gab es zuletzt da ja nichts zu vermelden. Und wenn jetzt auch noch Sane, Matip & Co. gehen, dann wird es schwer die Tendenz umzukehren. Obwohl dann ja wohl genug Geld vorhanden wäre. Denn die Einnahmen würde man ja wohl nicht komplett in den Schuldenabbau stecken wollen/müssen.

Es ist Pokern auf hohem Niveau. Wenn die Vereine ein "Händchen" haben, sind die Verantwortlichen Helden, sonst haben sie ein Problem. Gibt es den Manager, der überwiegend gute Spieler für wenig Geld überzeugt und sie im Wert entwickelt? Ist es Glück?

Und für Auba sind wirklich "nur" ca. 60 Mio im Gespräch?

Bei den meisten Fußball-Verträgen sieht es aus meiner Sicht aktuell so aus, dass recht einfach verhandelt wird.
Sicherheit durch einen langfristigen Vertrag. Bei guter Leistung kommen Gerüchte auf, die dann im Regelfall zu besseren Konditionen verhelfen. Es ist Sache der Vertragspartner und ihrer Berater hier das optimale Ergebnis zu erzielen.

Ich bin neugierig, wie Frau Schwesig demnächst solche Verhandlungen regulieren will. Müssen alle Gehälter offen gelegt werden? Müssen andere Angebote vorgelegt werden, die endverhandelt sind?

@ke: Eben. 60 Mio. für Auba, 50 Mio. für Sane? Da würde dann doch etwas nicht passen. Aber so ist das eben. Bei manchen Angeboten kann man nicht mehr nein sagen. Der BVB wird Auba aber für 60 sicher nicht gehen lassen. Die Negativerfahrung mit Lewandowski ist noch zu nah. Wer sollte ihn ersetzen? Da helfen dann auch 60 Mio. u.U. nicht weiter…

leoluca

Ab sofort muss doch für S04 Fans die Hauptsorge auf den Verlauf der Rückrunde gerichtet sein.

Wie wird der Weggang von Sane zum 1.6.2o16, den jetzt wohl jeder Spieler, der Trainer, die Fans als feststehend registriert haben, die Leistung der Mannschaft beeinflussen? Und ein kritisches Nachdenken darüber korrespondiert mit der erneute Verletzung von Höwedes!

Eine sehr problematisches Situation, zumal der derzeitige Tabellenplatz den Optimismus nicht befördern dürfte.

Freude für einen BVBe wie mich?

Nein!

Gemessen an den Sorgen von S04 sind die des BVB derzeit Lappalien.

" Trost ( seitens eines BVBer Richtung S04 ehe fragwürdig) :
Im letzten Jahr sah es für uns wesentlich (!!)besch…aus.

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