Fußball: Der BVB hat Robert Lewandowskis Bezüge mehr als verdreifacht! Warum eigentlich?

Robert Lewandowski. Foto: BVB
Robert Lewandowski. Foto: BVB

Wie man heute u.a. bei Kicker.de lesen kann, hat Borussia Dortmunds Star-Stürmer Robert Lewandowski, dessen gewünschter Vereinswechsel in diesem Sommer nicht zustande kam, am Freitag eine Übereinkunft mit der Borussia erzielt, welche ihm den Rest der in der Vorwoche gestarteten Spielzeit mit einem Salär von nun 5 Millionen, anstatt der bisherigen Jahreszahlung von ‚nur‘ 1,5 Millionen Euro, versüßen soll. Und ich frage mich: Warum?

“Es stimmt, wir haben mit dem BVB eine Basis gefunden, um auch die letzten Monate professionell zusammen zu arbeiten”, wird Lewandowski-Berater Maik Barthel zitiert. Doch eine professionelle Zusammenarbeit mit dem BVB wäre doch eigentlich auch schon aufgrund des alten Arbeitspapieres, welches Lewandowski ja nicht vorzeitig beim BVB verlängern wollte, eine Selbstverständlichkeit gewesen, oder?

Seit Monaten schon ärgere ich mich, wie wohl viele andere Fußballfreunde hier im Ruhrgebiet auch, über die Stänkereien aus dem Umfeld von Robert Lewandowski und seiner Berater.

Seit März 2012 (!!!) lese ich nun immer wieder über den Vertrag des Polen beim BVB. Erst sollte verlängert werden, dann wurde gepokert, am Ende sickerte immer häufiger durch, dass der 24-jährige wohl wechseln wird. Seit einigen Wochen weiß man auch wohin, nämlich zum FC Bayern.

Wie viele Stunden ich mich bereits mit dem Thema beschäftigen musste, ich weiß es inzwischen gar nicht mehr.

Dabei verkannten Lewandowski und seine Berater stets die Situation: Der Stürmer hat einen Vertrag beim BVB ohne Ausstiegsklausel bis zum Sommer 2014. Ohne das Einverständnis der Borussia kann er nicht wechseln. Bis dahin hat er für den BVB zu stürmen. Eigentlich ganz einfach.

Als Verantwortlicher der Schwarzgelben hätte ich ihn allerdings bereits vor Wochen ziehen lassen, denn mit Spielern die sich nicht (mehr) mit ihrem Verein identifizieren möchten, hätte ich nichts zu tun haben wollen, wenn mit ihnen eine nette Ablösesumme einzustreichen gewesen wäre. Im Falle Lewandowski traf genau dies zu.

Sich da nun von Vereinsseite aus aber auf Biegen und Brechen durchzusetzen fand ich persönlich deutlich zu riskant. Es droht Unruhe vom Umfeld her und natürlich auch vom Spieler und seinen Beratern. Beides war in Ansätzen zuletzt auch schon zu verzeichnen. Und die Spielzeit, welche Lewandowskis Letzte in Dortmund sein dürfte, hatte noch nicht einmal richtig begonnen.

Ihm nun ‚zur Belohnung‘ für die unangemessene Unruhen der letzten Monate auch noch die Bezüge zu verdreifachen, das wäre mir dabei nun wirklich nicht in den Sinn gekommen.

Das ist für mich in etwa so, als würde man als Eltern einem ständig quengelnden Kind zur Belohnung für seine zukünftige Folgsamkeit auch noch eine extra große Belohnung kaufen.

Ich hoffe die Verantwortlichen vom BVB haben sich gut überlegt was sie da gerade tun… Ich bleibe skeptisch!

14 Kommentare

Boarch… ich kann gar nicht mehr sagen, wie sehr mich der Typ und seine Berater Entourage aufregen… unglaublich…

@ Patzwald
Sehr gute Frage…könnte ja sein das wir noch die ein oder andere Überraschung im Fall des Robert L. erleben….die Bayern haben nie bestätigt das es einen Vertrag gibt….

Luiz Gustavo nimmt in Wolfsburg acht Millionen per anno. Lewandowksi ist also für fünfe geradezu ein Schnapp. Irgendwo muss meine auf den Cent genau 50 Prozent teuere Dauerkarte innerhalb von sechs Jahren auch einen Sinn machen.
Statt 320 Ocken jetzt 480. BeKLOPPT.

Die Frage nach dem “warum” lässt sich ganz einfach beantworten:

Die Verantwortlichen haben die Situation mit 5 Mio. Gehalt für einen dann weitgehend motivierend spielenden Lewandowski höher eingeschätzt, als einen unmotivierten Lewandowski für 1,5 Mio. im Kader zu haben.

Solange hier alle zwei Tage und in anderen Medien mindestens jeden Tag irgendein BVB-Artikel erscheint, ist die Frage nach dem “Warum” so was von obsolet, dass es fast schon weh tut. Das schreibt ein BVB-Fan, der auch die zweite Liga in Realitas und von innen kennt…

Nur um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Ich glaube schon zu wissen warum die Verantwortlichen beim BVB das so machen bzw. offenbar gemacht haben. Ich habe nur meine Zweifel daran ob das so wirklich sinnvoll bzw. der ‚richtige Weg‘ ist.

@Robin: Wenn es kurzfristig auf diese Art viel billiger ist, als sich auf dem Markt um einen gleichwertigen Ersatz zu bemühen (der momentan auch nicht im Angebot ist), dann macht es Sinn.

@Klaus: Das ist schon soweit richtig. Ich hoffe nur, dass demnächst nicht noch mehr Spieler und Berater auf solche ‘Ideen’ kommen. Die Vereine sollten generell zukünftig vermehrt darauf achten, dass sie nicht zum Spielball von Angestellten und ihren Beratern werden. Nicht ungefährlich, dieser Weg, aus meiner Sicht.
Ich hoffe zudem, dass die Borussia das Jahr jetzt nutzt um rechtzeitig einen wirklichen Top-Ersatz im Sturm zum nächsten Sommer zu verpflichten. Was wohl auch einfacher wäre, wenn man für Lewandowski noch die Ablöse kassiert hätte.

@Robin, ich halte Watzke nicht für einen Naivling und ich glaube, dass er, Zorc und Klopp in puncto Eindämmung unverschämter Spielerberater hier den richtigen Weg laufen. Die verdienen nämlich als Makler ihre Kohle mit lukrativen Transfers und nicht mit Gehaltssteigerungen in laufenden Verträgen.

Solange es also keinen neuen Vertrag mit dem alten oder einem neuen Verein gibt, verdient nur Lewa und seine “Entourage” guckt beim BvB in die Röhre – keine Erfolgs-Werbung für den Spielerberater-Job;-))

@Robin, wem die Gehälter beim BvB zu hoch sind, der darf sich die Spiele beim MSV anschauen. Dort bieten sich auch Spieler mit geringen Gehaltvorstellungen an, damit sie überhaupt auf dem Markt sind.

Wer aber, wie der BvB, mit Lewandowski einen neuen Vertrag möchte, der mus im Vorfeld etwas drauf legen. Entscheidend ist nicht der Spielerberater. Entscheidend ist Spieler. Er unterschreibt.

Insgesamt ärgert mich aber etwas anders. Ob im Ruhrgebiet, oder im Rheinland, ohne Dauerkarten gibt es kaum noch eine Möglichkeit, Bundesligafußball zu schauen.

Ich finde es ganz grundsätzlich richtig und zielführend, wenn Vereine häufiger auf Vertragserfüllung bestehen und den Forderungen von Spielern und Beratern nicht beim kleinsten Pups nachgeben. Es gilt schließlich, Nachahmungs”täter” abzuschrecken. Außerdem: Wie wahrscheinlich ist es denn, dass Spieler bewusst auf (erfolgreiche) Matchpraxis in der aktuellen Saison verzichtet, indem er absichtlich schlechter oder weniger spielt, als er eigentlich könnte? Damit würde er doch auch seinen Marktwert kaputt machen.

Die klare Kante des BvB gegenüber Lewandowski fand ich demenstprechend korrekt und äußerst respektabel. Die beschriebene Gehaltserhöhung verstehe ich hingegen nicht. Stimmen denn die genannten Zahlen? Sind sie überhaupt vergleichbar? Oder sind die 1,5 Mio. evtl. das Festgehalt, das noch durch Prämien gesteigert werden kann, während die 5 Mio.-Vereinbarung darüber hinaus gehende Prämien ausschließt?

Ich bin kein Freund von Watzke & Co., aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Lewandowski einfach mal so 3,5 Mio. als Motivationshilfe schenken, um Unlust des Spielers weniger wahrscheinlich zu machen.

Dass Watzke und Co. ohne Not ins Portemonnaie greifen, ist meines Erachtens erstens ein kleiner Hinweis darauf, dass es tatsächlich diese von Lewandowski behauptete mündliche Absprache gibt. Dadurch wird wenigstens zum Teil der finanzielle Verlust Lewandowskis durch den nicht zustande gekommenen Wechsel erträglicher gemacht. Zweitens glaube ich nicht, dass man die Gehaltserhöhung als Motivationshilfe sehen darf. Lewa müsste sich ohnehin den Allerwertesten aufreißen, damit die Bayern ihn zum Saisonende noch wollen. Es ist einfach Schweigegeld: Die medialen Querschüsse des Spielers und seiner Berater werden jetzt ein Ende haben.

Kommentar verfassen