Fußball: Bochum versagt erneut gegen Aue

Logo_VfL_BochumDer VfL Bochum geht endgültig ganz schweren Zeiten in der zweiten Bundesliga entgegen. Das heutige ‚Abstiegsendspiel‘ gegen den Mit-Abstiegskandidaten Erzgebirge Aue, im Vorfeld  allgemein auch gerne und häufig schon als sogenanntes ‚6-Punkte-Spiel‘ betitelt, ging für den VfL gerade jedenfalls sang und klanglos mit 0:3 verloren. So stand es, erschreckender Weise, auch schon zur Halbzeit.

Gegen die Erzgebirgler ließen die Bochumer, wie bereits im peinlichen Hinspiel, welches gar mit 1:6 verloren wurde, alle zuvor öffentlich angekündigten Tugenden, wie Kampf und Leidenschaft, völlig vermissen.

Gewinnt Dynamo Dresden sein Heim-Spiel am morgigen Samstag gegen den FC St. Pauli, dann rutsch der VfL sogar zurück auf den ungeliebten Relegationsplatz 16. Auch Sandhausen kann mit einem Sieg in Duisburg am Sonntag punktemäßig noch zu Bochum in der Tabelle aufschließen. Und diesmal geht es für die Blau-Weißen dann eben nicht um die Relegation nach ‚Oben‘, für die man sich in Bochum vor Saisonstart traditionell sicher deutlich eher in Betracht kommen sah, sondern es geht um die drohende Relegation ‚nach unten‘, in Liga 3. Traurig, was innerhalb so kurzer Zeit aus der vermeintlichen  ‚dritten Kraft‘ im Revierfußball geworden ist.

Große Teile der Fans scheinen derzeit von ihrem Team schon sehr weit abgerückt zu sein, gingen zu hunderten bereits weit vor Spielende enttäuscht und entsetzt aus dem Stadion. Der Rest der anwesenden Anhänger des Revierclubs schaute überwiegend geschockt und entgeistert in das sich im Spielverlauf weiter leerende Rund. Die Stimmung im Stadion schien für Außenstehende fast schon etwas unheimlich zu sein.

Auch befremdlich, die erschreckend leeren Worthülsen von Sport-Vorstand Jens Todt, nach der Begegnung, der gegenüber den Fragen der Journalisten vor laufenden Kameras  unglaublich planlos und sehr, sehr passiv wirkte. Eine Trainerdiskussion stünde nun nicht an, meinte Todt, stattdessen wolle man sich nun erst einmal wieder beruhigen und dann ab Morgen die Situation analysieren um dann weiter hart an den Dingen zu arbeiten.

Das Problem ist nur: Dem VfL droht die Zeit davon zu laufen. Nur noch 6 Spiele bis zum Saisonende. Ob Jens Todt das so schon ernsthaft realisiert hat? So viel Zeit zum Arbeiten bleibt gar nicht mehr. Und wenn die Bochumer nicht höllisch aufpassen, dann spielen sie ab Herbst vielleicht schon in Liga 3. Eigentlich fast unvorstellbar. Eigentlich…

9 Kommentare

@ Robin: Lieber Dritte Liga als Borusse! Für die Wiederauferstehung braucht es erstmal einen Tod!

@Stefan: Genau das habe ich ja mit ‘…Eine Trainerdiskussion stünde nun nicht an, meinte Todt, stattdessen wolle man sich nun erst einmal wieder beruhigen und dann ab Morgen die Situation analysieren um dann weiter hart an den Dingen zu arbeiten….’ gemeint. Der Trott scheint bei Todt auch nach diesem niederschmetternden Ereignis noch immer irgendwie einfach so wie gehabt weiter laufen zu sollen. Sehr bedenklich… Wenn ich noch etwas verändern will, dann doch jetzt. Und nicht erst, wenn es ‘zu spät’ ist. Und eigentlich sollte die Kehrtwende doch bereits das gestrige Spiel sein. Hatte ich zumindest im Vorfeld so verstanden.

@Stefan: Es ist sogar noch schlimmer. Bochum hat schon 28 Spiele absolviert. Folgen also nur noch 6!

Wenn man noch planvoll handeln bzw. etwas gezielt und ohne die ganz große Hektik verändern will, dann wird die Zeit schon knapp.

Hmmm, habe mir den restlichen Spielplan für den VfL gerade mal angesehen:

Heimspiele gegen: St. Pauli, Köln, Union Berlin
Auswärtsspiele in: Cottbus, Sandhausen, Frankfurt

Schon mal ein leichteres Restprogramm gesehen…

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