Für den Frieden im Fußball: Scheißt die Bayern zu!

Das Maß ist voll. Wir müssen den Fußball vor den Bayern retten. Das Schöne an dieser Sportart, als ich sie noch gelernt habe, war, dass man vorher nicht wissen konnte, wie ein Spiel ausgeht. Um das weiter sicher zu stellen, sind ein paar konkrete Maßnahmen erforderlich.

1. Zu Beginn einer Saison werden alle Titel im vorhinein dem FC Bayern München zuerkannt, damit er sich mit Selbstlob beschäftigt und uns in Ruhe Fußball spielen lässt.
2. Die Bayern sind automatisch qualifiziert für die Weltoperettenliga bestehend aus VFL Wolfsburg, Bayer Leverkusen, TSG Hoffenheim, Real Madrid, Manchester City, PSG, Zenith St. Petersburg, ZSKA Moskau, Anschi Machatschkala, Corinthians Sao Paulo, den Lieblingsvereinen der Drogenmafias von Kolumbien und Mexiko, irgendwas aus Shanghai sowie allen Mannschaften unseres Waffenkunden Qatar. Die Milliardenverdienstmöglichkeiten einer solchen Liga wären unendlich, sie würde Rupert Murdoch ausnehmen wie eine Weihnachtsgans, das wäre eine wunderbarer zusätzlicher guter Zweck und hier ist Eile geboten in seinem Alter. Die Bayern wären mit Geldzählen ausgelastet und wir könnten in Ruhe Fußball spielen.
3. Jede Saison wählen wir die besten 10 Fußballer des Westens. Diese Spieler werden dann automatisch und kostenlos an den FC Bayern München transferiert. So haben alle was davon: die Spieler haben ausgesorgt, die Bayern gewinnen jedes Jahr ihre Operettenliga und wir können in Ruhe weiter Fußball spielen.
4. Die Bayern werden dann immer noch nicht zufrieden sein. Darum scheißen wir sie mit unserem Steuergeld zu, damit sie global konkurrenzfähig bleiben. Sie bekommen gesetzlich das Eigenkapital der Stadt München komplett überschrieben, die Kommunalwahl dort wird abgeschafft und durch eine Volksversammlung in der Arena in Fröttmaning ersetzt. Automatisch wird jährlich der gesamte Sportetat der Bundesregierung Merkel auf das Festgeldkonto des FC Bayern überwiesen, damit sie uns in Ruhe Fußball spielen lassen.
Das soll hier nur ein Anfang sein. Es gibt sicher noch mehr geeignete Vorschläge. Sollen wirs noch auf Basketball und Frauenfußball ausdehnen?

11 Kommentare

Ich hätte da noch eine andere Idee. Wie wär es dann mal mit anständigen Dopingtests ohne Vorankündigung direkt vor einem Spiel. Vielleicht in Barcelona. Ach ja und man könnte einfach mal ein paar Steuerfahnder zu den Bayern schicken, vielleicht welche aus NRW die sich die Bücher mal genauer anschauen und vielleicht gibt es da ja auch die Hoeneß-Steuerspartaktik.

Ansonsten bin ich mit dem obigen Vorschlag einverstanden. Nur sollten wir die Meisterschale und den Pokal auch gleich in Bayern festschrauben.

Für die echten Fußballer machen wir dann neue.

Ach ja und der DFB sollte in den FC Bayern-München übergehen. Für die echten Fußballer kann man dann einen neuen Fußballbund mit wirklich unparteiischen Schiedsrichtern schaffen.

Großartige Idee!
Ich würde noch vorschlagen, dem FC Bayern und seinen Funktionären das Attribut “moralisch unfehlbar” für die Ewigkeit zu verleihen.

@Simone: Wer sind denn diese Billig und Primitiv? Aufgrund der Großschreibung tippe ich auf Orte oder Personen. Liege ich da richtig? Eine kurze Erläuterung wäre hilfreich.

Mir als Dortmund-Bewohner ist Fußball wirklich egal – so egal wie mensch die permanente Belästigung/Behelligung durch Massenhysterie und -psychose und dessen Auswüchse im Alltag finden kann.

Nur beim Bayern-Hassen wirds mir dann doch zu bunt, steht alles sehr schön hier beschrieben: http://www.prodomo-online.org/ausgabe-1/archiv/artikel/n/was-fuer-eltern-muss-man-haben.html

“Denn dort pflegt man keine Proletenromantik, kein Blut-Schweiß-und-Tränen-Ideal und keine volksgemeinschaftliche, biergeschwängerte Vereinsheimidylle, wie es die meisten deutschen Fußballfreunde tun, die “ehrliche” Spieler und einen “sauberen” Sport sehen wollen, frei von Kommerzialisierung und anderem kapitalistischen Unbill. Man träumt – ganz romantizistisch und reaktionär, also deutsch – von den guten alten Zeiten, in denen die Kicker noch für lau unterwegs waren, in Nibelungentreue zu ihrem Verein standen und in der Region des Klubs Wurzeln geschlagen hatten.”

Oder wir basteln uns eine Alternativ-Tabelle zusammen, indem wir bei allen Spieltagen die Bayernspiele einfach rausrechnen und benennen den Spitzenreiter dann “Meister des Fan-Fußballs”.

Echt, das schlimmste an der Bayern-Rekordmeister-Dominanz ist ja die extreme Langeweile: Das ist so öde, dass man sich nicht mal anständig drüber aufregen kann. Ein Club, dessen Super-GAU anscheinend darin besteht, in einer Saison mal nicht in die Champions-League zu kommen, weckt jedenfalls bei mir hauptsächlich Gleichgültigkeit. Ich las mal irgendwo den schönen Satz, dass Bayern keine Fans habe sondern nur Zuschauer, weil die emotionale Achterbahn wenn überhaupt nur auf Luxusebene vorkommt. Ich finde das sehr treffend beobachtet.

@Robin: Ja, genau, weil der 5-Minuten-Meisterschaft von Schalke damals ein langes Auf und Ab vorausging. So ähnlich wie wenn Mainz in den frühen Klopp-Jahren auf den letzten Metern am Aufstieg vorbeischrammt und ein paar Saisons später eine hervorragende Erstliga-Hinrunde hinlegt. Oder wenn der traditionsschwere HSV um einen Abstieg bangen muss. Dieses Maß an emotionalem Einsatz (= Herz) gibt’s bei Bayern nicht. Nur Langeweile. *schulterzuck*

@Eule: Da stimme ich Dir zu. Selbst beim 4:0 von München gegen Barcelona war die Stimmung im Stadion dort nur ein Bruchteil dessen, was dann am Mittwoch in Dortmund los war. Fußball ist hier im Ruhrgebiet halt etwas ganz Besonderes. Und auch Titel sind und bleiben hier immer etwas Spezielles. Wenn das eigene Lieblingsteam jedes (oder so gut wioe jedes) Jahr Titel einspielt, dann stumpft man ganz offenbar ab. Ein Kumpel von mir ist Nürnberg-Fan. Was meinst Du was der gefeiert hat, als der Club vor ein paar Jahren mal DFB-Pokalsieger wurde. Es war der erste Titel des Clubs in seinem Fan-Leben, und da war er schon fast 40 Jahre alt. Das sind Erinnerungen, die vergisst man dann nie. 🙂

Billig und Primitiv würde ich es nicht nennen. Eher eine aus Machtlosigkeit entstandene Provokation. Auf jeden Fall aber was die Anzahl der FB Likes angeht, populär!

Diese Vorschläge (1 bis 4) gehen in die richtige Richtung.
Zu Punkt 2: Hoffenheim erledigt sich am Ende der Saison hoffentlich endlich selbst! Aus Italien können die Berlusconi-Truppe aus Mailand und der Skandal-Verein Lazio die Bayern-Liga noch auffüllen.

Was mich nachdenklich stimmt und entsetzt: Da zeigt sich dieser selbsternannte Gutmensch selbst an, weiß also dass er eine Straftat
begangen hat und dennoch gelingt es ihm, als Opfer zu erscheinen. Das jedenfalls ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE: 37 Prozent der 1.040 Befragten beklagen eine Vorverurteilung, bei den Jungen (18 bis 24 Jahre) sogar 47 Prozent.
Gibt es denn tatsächlich 37 bzw. 47 Prozent Bayern-Fans in unserem Land? Die nehmen dann wohl die Anregungen aus Punkt 4 vollkommen ernst.

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