Fridays for Future: Klassentreffen der Mittelschicht im Olympiastadion Berlin

Olympiastadion Berlin Foto: Thomas Wolf, www.foto-tw.de Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Man kann nun endlich die Welt verändern – für einen Preis von nur 29,95 €. Bei einem ganz tollen Event, zumindest sagen das die Veranstalter. Indem man gemeinsam Petitionen unterschreibt – im Olympiastadion Berlin, wo die Nazis ihre Olympiade veranstalteten. Von unserem Gastautor Trevor Rhûnparth.

Wieder sollen an diesem historischen Ort Leute begeistert werden. Beworben wird es unter anderem mit diesem Werbevideo mit Prominenten, dass etwas ganz Großes suggeriert:

Wenn einem allerdings wie in dem Video so penetrant die Aufbruchsstimmung zur Weltrettung vor die Füße gekotzt wird, sollte man statt begeistert skeptisch werden.

Wie kam es denn zu der Idee? Das Unternehmen Einhorn (bekannt weil sie die ersten veganen Kondome massenfähig machten) startete eine Onlinepetition zur Absenkung der Mehrwertsteuer auf Menstruationsprodukte. Sie wurde angenommen und der Steuersatz wurde gesenkt. Eine gute Sache. Allerdings scheint dieser Erfolg ihnen jetzt zu Kopf gestiegen zu sein, sodass sie sich nun als Transformatoren der Gesellschaft sehen wollen, die sie ja auch mit ihrer Firma gerne wären: Einhorn Kondome kommt ganz ohne Chefs aus und produziert vegane, faire und nachhaltige Kondome. Klingt wie eine der Firmen, die dem Kapitalismus endlich ethisches Handeln beibringen wollen. Das Problem ist nur: Sie haben völlig übersehen, dass sie damit auch nur eine Nische am Markt bedienen und eben durch ihr Spartenangebot wirtschaftlich erfolgreich sind. Sie stehen nicht außerhalb des Systems, sondern sie sind ein Teil davon und bedienen auch nur ihre Zielgruppe mit ihren Produkten:

“Die Logik des Marktes ist mit der Vorstellung von „ethischem Konsum“ vollkommen inkompatibel: Ohne Gewinnaussicht keine Investoren; ohne Investoren keine Arbeitsplätze; ohne Arbeitsplätze keine Bio-Fairtrade-Konsumenten. Der Mehrwert lässt sich nicht ausschalten, denn er steht ganz oben.”

Ebenfalls dabei: Luisa Neubauer, die Sprecherin von FFF, die zwar heute Idealismus ausstrahlt, ihr gesammeltes Know-How in ein paar Jahren am Arbeitsmarkt jedoch gut vermarkten können wird. Besser als jedes Praktikum in einer angesehenen PR Agentur. Nur muss sie bis dahin ihre “die Welt hat nur auf mich gewartet”- Attitüde ablegen. Wie schön, wenn Engagement auch für den Lebenslauf nützlich ist und man nebenbei lernt sich richtig zu verkaufen. Interessant übrigens: Sie behauptet man solle der Veranstaltung nicht kritiklos gegenüberstehen, taucht dann aber in den Werbevideo auf und feiert das Event ab. Eine Charlotte Roche, die ein modernes Spießertum, so verkörpert dass bei der eigenen Zielgruppe als solches nicht erkannt wird, darf da natürlich auch nicht fehlen.

Das zunächst als Einleitung zu den prominenten Unterstützern der Veranstaltung, deren naive Herangehensweise schon offensichtlich geworden sein sollte, wobei man bei Einhorn nicht sicher ist, ob es nicht einfach wirklich perfide PR ist. In dem Falle sollte aber mal die eigene ach so kapitalismuskritische Klientel auch hinterfragen, was sie vom politischen Engagement des Wirtschaftsunternehmens denkt und nicht mit einem “Ja, aber das sind doch Guten” reagieren.

Aber es geht noch weiter: Das ganze Event ist durch und durch klassistisch, denn was all diese Leute eint: Sie stammen aus Mittelschichtsfamilien, wo sie die Sorgen, Nöte und Interessen prekärer Milieus nie kennen gelernt haben, sich jetzt aber einbilden für alle sprechen zu können. Sie wollen die Welt verändern, weil sie glauben zu wissen, was für alle richtig ist. Zur selben Zeit wird das Event so beworben, dass sich ohnehin nur die eigene Klientel angesprochen fühlt: Hippe Mittelschichtsleute machen hippe Mittelschichtssachen für die hippe Mittelschicht, während man zur selben Zeit versucht genau diesen Eindruck durch Gratistickets und Ticketspenden zu verschleiern. Völlig ignorant ist man auch der Tatsache Gegenüber, dass man den Luxus haben muss es sich leisten zu können auch dorthin auf den Weg zu machen – wer nicht in Berlin wohnt muss anreisen, sich ein Hotel nehmen, Urlaubstage verbrauchen, eventuell die eigenen Kinder unterbringen usw. Somit ist die gleichberechtigte Teilhabemöglichkeit für alle nicht im Ansatz ermöglicht. Es bleibt bei der Illusion dieser.

Spätestens wenn in dem Video (1:25) gesagt wird: Wir holen unsere Handys raus und unterschreiben eine Petition nach der anderen, dann haben die Leute wohl selber nicht bemerkt, wie sie sich selbst entlarvt haben. Denn es gibt noch immer Milieus, in denen ein Smartphone immer noch als Luxusgegenstand gilt und nicht selbstverständlich ist, wie in dem Video getan wird.

Dass übrigens Onlinepetitionen nichts bringen, wenn sie nicht dem Petitionsausschuss vorgelegt werden wäre der nächste Punkt. Denn die Veranstalter machten bislang ihre Petitionen über Change org. Dies ist rechtlich in keiner Weise bindend – fraglich, ob das den Veranstaltern klar ist. Petitionen finden nur dann garantiert den Weg in das Parlament (den Petitionsausschuss), wenn sie auf der bundestagseigenen Petitionsseite gezeichnet werden und mindestens 50. 000 Unterschriften erhalten. Bei Petitionen anderer Plattformen gibt es lediglich eine kann-Bestimmung, die Abgeordneten sind nicht verpflichtet die Themen zu behandeln.

Und selbst wenn sie durchkämen: Was passiert, wenn die Petitionen abgelehnt werden? Sei es weil es nicht machbar ist oder juristisch nicht umsetzbar – oder aufgrund von anderen Interessenkonflikten? Die Anhängerschaft wird dann beleidigt sein und sich einreden, dass die Politik nicht auf sie hören würde. Und das nur weil ihre Interessen mit anderen abgewogen werden müssen. Eine neue Generation Wutbürger züchtet man so heran, inklusive Opfernarrativ über die da oben.

Transparenz lässt sich ebenso vermissen, denn nirgendwo steht, welche Petitionen eigentlich gestartet werden sollen. Und wie wird darüber entschieden, welche Petitionen auf den Weg gebracht werden sollen? Nicht zu vergessen, dass ja versprochen wird die Gewinne für einen guten Zweck zu spenden. Was dieser gute Zweck sein soll, ist ebenso wenig erwähnt. Ob man mitbestimmen darf für welchen guten Zweck es gespendet wird ebenso wenig.

Desweiteren wird ein Ziel von 2,x Mio € angegeben, was könnte man damit alles machen? In direkte Hilfe investieren anstatt damit lediglich das Parlament zu beschäftigen die daraufhin erst einmal Arbeitskreise, Projektgruppen, Gutachten etc einholen müssen. Zum Beispiel wieviele Bäume, ÖPNV-Finanzierung, GratisBahnTickets o.ä. es für die Summe gäbe. Damit wäre der Umwelt schneller und mittelbarer geholfen als mit der Showveranstaltung.

Abgesehen davon: Wenn die AfD ein ähnliches Event veranstaltet und dann mit Petitionen den Bundestag beschäftigt und deswegen seinem Tagesgeschäft nicht nachgehen kann, dann werden genau jene, die für so eine Sache dann Vorbild waren dann plärren und nicht verstehen, warum sie Mitschuld an sowas sind.

Unterm Strich bleibt es bei einer Beschäftigungstherapie für privilegierte, die sich mal politisch aktiv fühlen wollen, jeden Aufwand für ein solches Engagement aber scheuen. Man sollte es ignorieren und hoffen, dass die angestrebten Ticketverkäufe nicht erreicht werden, damit man zukünftig von so etwas verschont bleibt.

13 Kommentare

Mimimi.
RB und die Autorenwahl macht mich langsam traurig.
Meckern kann ich auch. Aber wo ist die konstruktive Kritik? Stimme Dir ja im Einzelnen zu (Petition via change.org), aber insgesamt fehlt mir außer „dagegen!“ und Herabwürdigung div. Personen ein vernünftiger Inhalt.
Ein Smartphone als Luxusgegenstand? Bullshit. iPhone vielleicht. Ein Smartphone ist ab 70€ zu haben. Da hat mein Nokia 5110 ein Vielfaches gekostet.
Mittelstand? Okay. Und?
Als ob Klimabewusstsein und Einsatz per se zu Lasten der Ärmeren geht.
Gut gemacht stimmt das einfach nicht. Leider ist das Klimaschutzpaket des Bundes kein Beispiel für „gut gemacht“. Da werden überproportional ärmere Haushalte belastet. Aber es ist ein Anfang. Und es geht darum, Bewusstsein zu schaffen für die größte Herausforderung unserer Zeit.
Du wirfst der Veranstaltung vor, dass sie in Berlin ist und man als Nichtberliner anreisen muss. Seriously?
Was hat Dein postuliertes „Spießertum“ der C. R. mit Umweltbewusstsein zu tun?
Möchte nicht mit den „weißen alten Männern“ anfangen, aber genau danach hört es sich an.

#2

"Möchte nicht mit den „weißen alten Männern“ anfangen, …"

Sollten Sie aber.

Sachargumente wird man auf diesem Blog – so es um den Klimawandel geht – vergeblich suchen. Mir fällt ein diffuser Widerstand wider der Generation Greta auf, den hier verschiedene Autoren pflegen. Oft habe ich das Gefühl, dass eine Altherrenriege gegen die eigene Bedeutungslosigkeit anschreibt. Niemals konkret. Lieber verliert man sich in länglichen belanglosen Texten.

Wo sind die konstruktiven Vorschläge von FFF? Im Gegensatz zu Landwirten sollen die Wohlstandskinder die Orte ihrer Demonstrationen vermüllt zurücklassen. Und ja, Klimabewusstsein und Einsatz geht per se zu Lasten der Ärmeren, wer wie Langstrecken-Luisa eine reiche Familie hat, der kann sich etwas höhere Preise für Mobilität, Lebensmittel und Energie zur Beruhigung seines Gewissens leitsten, ohne seinen hohen Lebensstandard einschränken zu müssen.

@Michael: Der "alte Mann" der den Artikel geschrieben hat ist unter 30 und Student. Aber mach mal, Boomer 😀

@3 Michael:
Fangen wir mit konkret an.
Was sind die konkreten Vorschläge der FFF Bewegung?

Dass insbesondere Menschen mit Lebenserfahrung ein "Ihr habt meine Träume und meine Kindheit gestohlen" nicht beeindruckt sollte klar sein. Das gilt insbesondere dann , wenn der Ausspruch von einer Jugendlichen kommt, die in einem der Top-Länder der Welt aufgewachsen ist und nie mit den Problemen anderer Jugendlicher der Gegenwart wie Armut, Krieg, … konfrontiert war. Das Aufwachsen in einem totalitären Staat oder mit dem Angst vor einem Weltkrieg kennt meine Generation. Die Generation meiner Eltern hat die Erlebnisse während und direkt nach dem 2. WK auch nicht verarbeitet.

In diesem Block gab es genügend konkrete Ideen und Einwände. Bei der FFF Bewegung habe ich sie bisher nicht wahrgenommen.

Ich glaube auch nicht, dass die Suche nach einem reichen Sponsor, um mit Spitzen-Segelbooten über den Atlantik zu kommen, ein aktuelles Problem ist. Die meisten Kinder kommen kaum aus ihrem Dorf bzw. ihrer Stadt.

"Wieder sollen an diesem historischen Ort Leute begeistert werden". Nö, das versuchen DFB und Hertha BSC seit den 60ern fast wöchentlich und dabei geilt sich Niemand aus politischer Abstrusität an der Location auf.

Bezeichnend, wie hier zwar vermeintlich tolle Argumente gegen @Michaels Kommentar und FFF gefunden werden, aber eben keine zu @Lee O's Beitrag. Trotzdem hat auch @Michael sehr recht und sowohl die Kritik des Beitrags als auch der Kommentare ist schlicht borniert und ziemlich substanzlos.

Die ganze Aktion mag eine Mittelschichtsveranstaltung sein. Und jetzt? Es gibt Menschen, die das Privileg haben Zeit und Geld in solche Aktivitäten investieren zu können. Andere nicht. Das ist ein Problem, aber eben ein anderes. Diese ganze Kritik à la @Gerd – wow, Kinder sollen [sic!] Müll zurücklassen; übrigens: die Landwirte tuckern einzeln mit tausenden Traktoren durch's Land – ist für mein Empfinden einfach zu billig.

Ja, FFF macht kaum Vorschläge sondern stellt Forderungen. Diese Forderungen in konkrete Politik umzusetzen obliegt aber nun einmal nicht den FFF – obwohl diese Forderungen ja eben nicht nur ein paar Millionen Wohlstandskinder, sondern auch deren spießige Eltern und sogar einige, quatsch: praktisch alle in diesem Feld relevanten Wissenschaftler*innen unterstützen. Das Klimaproblem zu lösen ist eben an denen, die die Macht dazu haben. Macht in Form großer nationaler Haushalte, hunderttausender Regierungsmitarbeiter*innen und dutzender Forschungsinstitute. (Letztere sind ja, wie gesagt, eh schon dafür). Nur haben die Mächtigen diese Macht ja bisher nicht genutzt; im Gegenteil. Frau Merkel zum Beispiel hat schon vor über zehn Jahren viel von Klimaschutz geredet hat. Aber eben auch nur geredet. Im Handeln haben wir die Streichung der Solarsubventionen (hat ca. 80 Tsd Jobs gekostet) und die weitere milliardenschwere Kohlesubentionierung (rettet 20 Tsd. Jobs und wirft die nationalen Klimaziele über Bord) bekommen.

Dass es konkreter politischer Rahmenbedingungen bedarf, ist wohl für jeden offentsichtlich. Niemand wird alleine die Welt retten und bloße Verzichtsrhetorik hilft da auch nicht weiter. Trotzdem sind Eure messerscharfe Beobachtungen, wie dass nicht jeder mit dem Boot den Atlantik überqueren kann und sogar Menschen, die sich bei FFF engagieren, mal ein Flugzeug besteigen haben, sicher willkommene aber schwache Argumente warum man selbst und überhaupt alle natürlich gar nichts tun oder ändern müssen und man sich weiter den Formfleischschinken aufs Brot legen oder zum Brötchenholen mit dem Auto fahren kann. Diese Art Borniertheit ist – @Stephan Laurin hat das in seinem Kommentar ja dankenswerterweise nochmal hervorgehoben – keine Frage des Alters.

Sorry, die Welt ändert sich nicht, wenn auf einem Super-Event Petitionen im Minuten Takt per Smartphone verabschiedet werden und sich alle dabei toll finden. Ich gönne den Menschen gerne das Erlebnis, und wenn die Veranstaltung gelingt, gibt es sicher auch viele Medienberichte darüber. Aber die gibt es zu Zeit sowieso jeden Tag auf allen Kanälen., während sich praktisch nur sehr, sehr wenig ändert. Es kommt mir vor, als würde der mediale Hype geradezu im umgekehrten Verhältnis zu dem stehen, was wirklich passiert.

Ansonsten weiß ich selbst, wie lange es bei mir gedauert hat, bis ich meine ganz persönlichen Verkehrswende realisiert habe, weil ich schon vor gute 40 Jahren damit angefangen habe, statt Auto viel Fahhrad und Bahn zu fahren. Wenn man das durchhalten will, dann muss man nämlich nicht nur das Fahrzeug, sondern auch seinen Wohnstandort ändern, sprich nahe an einen möglichst zentralen Bahnhof ziehen. Und je zentraler man wohnt, desto teurer ist die Wohnung.

Dazu kommen in den letzten Jahrzehnten ständig steigende Preise für den Nahverkehr, bei gleichzeitigem Abbau des Angebots. Auch auf die Pendlerpauschale für Radfahrer musste ich lange warten, bis sie denn endlich politisch durchgesetzt war. Immerhin gibt es heute viel mehr Radwege, die meine Sicherheit, aber nur zum Teil erhöht haben, weil die meisten einfach schlecht geplant und schlecht gebaut wurden. Die problemlose Fahrradmitnahme im Zug hat auch lange auf sich warten lassen und ist in Schnellzügen ist bis heute noch nicht gut gelöst.

"praktisch alle in diesem Feld relevanten Wissenschaftler*innen unterstützen."

Was nur stimmt, wenn man die 2/3 der Wissenschaftler raus rechnet, die sich nicht eindeutig fest gelegt haben. Oder war das eine Anspielung auf die Liste der 11.000, wo u.a. Micky Mouse und Albus Dumbeldore unterschrieben hatten? Eine Prüfung der Unterschriften aus Deutschland hat jedenfalls ergeben, dass die Masse keine Wissenschaftler sind.

"Ja, FFF macht kaum Vorschläge sondern stellt Forderungen. Diese Forderungen in konkrete Politik umzusetzen obliegt aber nun einmal nicht den FFF – obwohl diese Forderungen ja eben nicht nur ein paar Millionen Wohlstandskinder, sondern auch deren spießige Eltern und sogar einige, quatsch: praktisch alle in diesem Feld relevanten Wissenschaftler*innen unterstützen."
Definiere Relevanz!
Die führenden Klimatologen Chinas und Indiens stehen dem antropogenen Klimawandel offen ablehnend (China) oder ambivalent (Indien) gegenüber. Die Klimatologen der USA sind z.Z. politisch irrelevant. Damit sind Klimatologen in den Staaten, die für 3/4 der CO2 Emissionen verantwortlich sind, irrelevant.
Potsdam spricht gewissermaßen für 2% Emission. Nur im Zusammenspiel mit anderen nationalen Instituten kann dort relativ relevantes formuliert werden.

Außerdem brauchen wir uns als Exportweltmeister nicht allzusehr auf die eigenen Schultern klopfen – für unsere nur 2%: Haben wir doch, wie gerade Umweltverbände z.Z. ganz richtig feststellen, auch die Masse unserer Emissionen durch Produktionsverlagerung bloß exportiert. Ein Umstand, den damals die Gegner schärferer Grenzwerte als Gegenargument vorgebracht haben. Der eine oder andere durch diese "Exportpolitik" seinerzeit arbeitslos gewordene, könnte sich noch daran erinnern und wenig Begeisterung zeigen, wenn die selbe Strategie wiedereinmal die Welt retten soll.
Aber das sind wahrscheinlich die dummen Nichtakademiker, die das Problem nicht verstanden haben (SZ).

Zum Event selbst hat Lauer schon fast alles wichtige geschrieben (ggfs. hunderte km anreisen um eine Online-Petition gegen Luftverschmutzung zu zeichnen – das ist Realsatire at his best). Wieso aber gerade das Berliner Stadion das Problem sein soll, erscheint mir nur begrenzt nachvollziehbar. Es ist nicht die Regierung, die die Teilnehmer eingestellt. Soll ich mich freuen, daß Bochum damals beim Pokal gescheitert ist, weil sie an einem Ort der Schande triumphiert hätten. Das Argument scheint mir Goodwins-Law zu genügen.

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