„Freefall ist wie nach Hause kommen“

Macaba Foto:Nadja Schlung
Macaba Foto:Nadja Schlung

Letztes Wochenende war Moers wieder im Ausnahmezustand. Viele am Bahnhof und in den Bussen, so gut wie Niemand in der Innenstadt. Die hauptsächlich jüngeren Menschen aus Moers und Umgebung zieht es zum Freefall-Festvial, was sich seit 2006 einen Namen als Startrampe für kleinere Bands gemacht hat. 

Das Festivalgelände ist umzäunt mit Zäunen. Wer hinein will, muss eine Taschenkontrolle über sich ergehen lassen und alle Getränke abgeben. Das ist vielleicht der Grund warum gegen 19 Uhr gefühlt fast genauso viele Menschen vor dem Festivalgelände im Stadtpark sind wie auf dem Festivalgelände. Viele mit Getränken in der Hand, vereinzelt wird auch gegrillt. Es dauert nicht lange bis man Leute trifft, die man kennt, oder neue Personen kennen lernt. 

Der Eintritt zum Festival ist umsonst. Mit einem Festivalbändchen kann man aber das Festival unterstützen und den Fortbestand vom Freefall sichern. Auf dem Festivalgelände gibt es alles, was man benötigt: Essen, Getränke und einen Merch-Stand. Zwar ist das Essen und die Getränke relativ teuer, aber da das Festival an sich kostenlos ist, ist das noch zu verschmerzen. Auch eine BMX-Bahn befindet sich direkt vor dem Eingang des Freefalls.

Das Freefall ist ein Highlight im Festivalsommer in der Umgebung.  Der Standort wechselte seit 2006, früher war das Freefall noch auf dem Hof des CVJM, heute im Stadtpark beim Solimare, doch die Grundausrichtung ist gleich geblieben. Es treten jedes Jahr ein paar bekannte Bands, oft Bands, die nicht aus der Umgebung kommen, auf. Gleichzeitig wird vielen unbekannteren Nachwuchsbands aus der Region aber auch die Chance geboten, auf dem selben Festival wie zum Beispiel Dirty Honkers, Liedfett und Any Given Day spielen zu können

benzin

Auftritt von „Benzin“ auf dem Freefall

Eine Band, die nun schon zum vierten Mal dabei ist, ist „Benzin“.

Wie die aus Ulm stammende Band auf das Festival gekommen ist erklärt mir Schlagzeuger Marcus Huttenlocher so:

„wir haben uns mal beworben für das Festival im Jahr 2006 und dann am Schluss war noch ein Bandslot frei, das ist aber ne` Legende die uns auch immer nur erzählt wird wer weiß ob die stimmt, und da hatten die Veranstalter die Wahl zwischen einer Band namens Benzin, also uns, und einer Band namens Öl. Da haben die sich für uns entschieden und seitdem ist es eine Liebesgeschichte in inzwischen unzähligen Akten.“

Die Band schätzt am Freefall Festival den familiären Umgang. Im Backstage kamen immer wieder Helfer vom Freefall zu der Band, begrüßten sie, redeten kurz mit einzelnen Mitgliedern der Band, setzten sich zum Interview und hörten zu. Man kennt sich. „Man fühlt sich als Band selten so willkommen wie hier.“, fasst Marcus Huttenlocher, zusammen.

„Freefall ist wie nach Hause kommen“, wird während des Interviews von Marcus Huttenlocher und Sänger Sebastian Schwaigert, mehrfach klargestellt. Man merkt ihnen die Verbundenheit an.

Sie sehen das Freefall als Startrampe für Nachwuchsbands und betonen die tollen Akts aus den letzten Jahren wie Turbostaat, Montreal und Egotronic. Für kleinere Bands sei es eine tolle Referenz, mit so bekannten Bands auf einem Festival spielen zu dürfen.

Eine Band, die vom der Nachwuchsförderung des Freefalls profitiert hat, ist „Macaba“.

Schlagzeuger Bastian Stroh sieht, wie auch Benzin, das Freefall als eine Startrampe für kleinere Bands. Der Auftritt seiner Band beim Freefall 2011 gehörte noch zu den ersten zehn Auftritten der jungen Bandgeschichte.

„Ich denke das Freefall fungiert in dem Falle als Startrampe, da man als Band das erste mal mit so einer großen Bühne und Publikum konfrontiert wird. Es ist natürlich auch ein bisschen Werbung für die band und es ist einfacher danach an neue Gigs ranzukommen.“

Als Glücksbringer haben sie seit dem Auftritt auf dem Freefall 2011 das Festivalbändchen am Schlagzeug hängen. Nun, 2014, hängt ein weiteres Bändchen am Schlagzeug. Macaba hat wieder auf dem Freefall gespielt. Routinierter und erfahrener als früher.

Das Freefall hat sich zurecht in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Nicht nur größere Bands kommen, sondern auch kleiner Bands kriegen die Chance, sich zu beweisen. Trotz allen Anstrengungen bleibt es kostenlos.

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