FC Schalke 04: Vier Spiele, vier Niederlagen – Ich glaube es geht schon wieder los!

Beim Stand von 0:0 war die Welt auf Schalke noch halbwegs in Ordnung. Foto: Michael Kamps
Beim Stand von 0:0 war die Welt auf Schalke noch halbwegs in Ordnung. Foto: Michael Kamps

OK, eigentlich sollte man ja erst nach rund 10 Spieltagen ein erstes Fazit über die aktuelle Tabellensituation in der Fußball-Bundesliga ziehen. Dass der FC Schalke 04 nun aber, nach der vierten Bundesliga-Niederlage in Folge, noch immer gänzlich punktelos dasteht, nun auch bereits sein zweites Heimspiel gegen den 1. FC Köln am gestrigen Abend recht sang und klanglos mit 1:3 (1:1) verlor, und nach dem schlechtesten Start der Vereinsgeschichte mit Werder Bremen ganz unten am Tabellenende klebt,  das sollte uns dann ja vielleicht doch schon einmal eine kurze Diskussion wert sein.

Die Hoffnungen auf einen Neuanfang, auf ruhigere und erfolgreichere Zeiten, unter Manager Christian Heidel und Trainer Markus Weinzierl waren bei Saisonbeginn riesig. Zwei unbestrittene Fachleute frisch am Werk. Dazu eine für Schalker Verhältnisse ungewöhnlich gutmütige Grundstimmung in und um Gelsenkirchen. Das sollte doch wohl klappen.

Nun, offenbar ist das Ganze dann doch nicht ganz so einfach umzusetzen, wie von vielen Freunden des Vereins angedacht. Erst ein eigenes Tor in vier Liga-Spielen, dagegen schon acht Gegentreffer und noch immer unglaubliche 0 Zähler auf dem Konto. Und das nach den durchaus machbar erscheinenden Gegnern Frankfurt, Berlin und Köln. Die Bayernniederlage mag man ja durchaus einkalkuliert haben. Aber viel schlechter hätte es in der Bundesliga für die Königsblauen wahrlich nicht losgehen können.

Erklärungsversuche mussten bereits vor der neuerlichen pleite gegen die Rheinländer einige gefunden werden. Nach dem abermaligen Rückschlag dürfte es nun noch deutlich unruhiger um den Club werden, denn der erwartete Befreiungsschlag, der Pflichtsieg, gelang nicht nur nicht, die Leistung und auch die Aufstellung warfen sogar deutlich mehr Fragen auf.

Dass der Umbau des Kaders dauern könnte, gerade nachdem viele Transfers erst so kurz vor Ende des Transferfensters realisiert werden konnten, das ist natürlich zunächst einmal eine logische Erklärung für die Probleme in Gelsenkirchen. Zumindest auf den ersten Blick.

So wirklich überzeugend ist es allerdings bei näherer Betrachtung auch nicht. Dass es nämlich auch anders gehen kann, das beweist aktuell ausgerechnet der ungeliebte Nachbar aus Dortmund. Beim BVB war der Kaderumbruch im Sommer nämlich nicht minder dramatisch, eher im Gegenteil. Und der BVB liegt im oberen Drittel der Tabelle. Trotz aller Kaderfindungsprobleme dort. Und auch dort war die Saisobvorbereitung alles andere als geordnet bzw. ideal verlaufen.

Auch die Schwarzgelben mussten mehr als ein halbes Dutzend Neuzugänge integrieren, nach dem Abgang nicht weniger Leistungsträger ein neues Spielsystem entwickeln. Zudem stiegen diverse Spieler zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten in das Mannschaftstraining ein. Auch hier ging man davon aus, dass das Alles daher entsprechend dauern könnte, bis der Spielfluss wieder stabil und berechenbar wie gewünscht da ist. Und das dürfte es wohl auch noch immer, bis die Mannschaft erneut stabil und halbwegs verlässlich agiert.

Doch im Gegensatz zu den Schalkern haben die Tuchel-Jungs schon mehrfach begeisternden Fußball gezeigt, ihr großes Potential teilweise mehr als angedeutet.

Auf Schalke ist das anders. Wilde Kaderumstellungen, so wie auch gestern, als der zuvor gänzlich verschmähte Johannes Geis sich plötzlich ebenso wie Sascha Riether plötzlich sogar in der Startelf wiederfand, führten hier nicht zu mehr Erfolg. Die Neuzugänge, darunter auch der 20 Mio-Euro-Transfer Breel Embolo, floppten bisher völlig.

Was also tun? Markus Weinzierl bietet aktuell keinen wirklichen Ausweg an, operiert mit den üblichen Durchhalteparolen eines Trainers bei dessen Team es nicht läuft.

Es hilft allen Beteiligten aktuell wohl nur Geduld.

Diese zu zeigen, das wird vielen auf Schalke aktuell einmal wieder gewohnt schwerfallen. Bereits in den letzten Tagen konnte man quasi dabei zusehen, wie die Unruhe schon wieder deutlich größer wurde.

Was dann heute und in den nächsten Tagen passieren wird, das kann man sich erfahrungsgemäß dann auch schon wieder recht gut vorstellen. Sieht ganz so aus, als könnten Heidel und Weinzierl nun einen ersten richtigen Eindruck davon bekommen, auf was sie sich da eigentlich eingelassen haben. Da die Tabellenspitze nun schon ein ganz gehöriges Stück entfernt liegt, hilft den ‚Knappen‘ aktuell bereits nur noch eine mittlere Siegesserie, wenn man die Saisonziele nicht frühzeitig aus den Augen verlieren will.

Und damit fängt man wohl am besten schon direkt am Wochenende bei 1899 Hoffenheim an. Aber das Gleiche galt ja auch bereits für das gestrige Heimspiel gegen Köln. Das Ergebnis kennen wir jetzt. Schalke ist schon eine besonders spannende Angelegenheit. Das stellt man als Beobachter immer wieder mit Erstaunen fest.

17 Kommentare

Erklärungsversuche, Befreiungsschlag, Geduld… (siehe Text oben)

Ein Seufzer!

"Steht auf, wenn ihr Schalker seid!"
Und weiter geht's … (ans Tabellenende, in eine andere Liga ODER: Wieder aufwärts!!!)

Immerhin ist die Torflaute beendet!!! Ist ja schon mal was. Wie sagte doch mal Max Merkel: " Das Schönste an Gelsenkirchen ist die Autobahn nach München." Ob die Herren Heidel und Weinzierl in Bezug auf Mainz und Augsburg demnächst oder schon so denken?

Markus Weinzierl wirkte heute beim Training auf Schalke jedenfalls sehr nachdenklich und introvertiert, Thomas. Man konnte förmlich sehen wie sehr das Ganze an ihm nagt…

Baba und Bentaleb als völlig gefloppt zu bezeichnen, zeugt von mangelndem Sachverstand. Geis hat dazu in der Bundesliga 163 von 360 Minuten – völlig verschmäht ist auch anders. Wenn Du also mal wieder gegen Schalke schreibst, mach das doch bitte mit Fakten.

btw, letztes Jahr hatte Schalke den besten Saisonstart nach zig Jahren – hat im Endeffekt aber auch nicht viel gebracht. Wie sagte Lewis Holtby schon: Am Ende ist der Pimmel dick.

@Tobias: Geis fand in Berlin keinerlei Berücksichtigung, wurde dort also tatsächlich gänzlich verschmäht, so wie von mir geschrieben. Und die Meinungen über die Leistungen der Neuzugänge gehen offenbar auseinander. Wenn Du damit so zufrieden bist, dann sei dir das natürlich unbenommen. 😉

Wimre wurde auch von Dir schonmal das schalker Schwarz-Weiß-Denken kritisiert, das entweder alles super gut oder super scheisse sei. Das so der Verein sich beruhigen würde.
Jetzt so zu tun als gäbe es nur völlig gefloppt oder total eingeschlagen, zeugt doch sehr von Doppelmoral.

Das "zuvor gänzlich" natürlich auf mehr hindeutet als nur das letzte Spiel – geschenkt.

Robin,
ich begreife nicht, warum S0 4 nach 4 Spielen mit 0 Punkten dasteht. Mir fehlen dazu -als BVBer- ganz einfach die Worte, was bekanntermaßen bei mir sehr selten vorkommt.

Dass S0 4 nach 4 Spielen (!!) schon 12 Punkte hinter dem FCB und 9 hinter dem BVB rangiert, mag ja noch "irgendwie" hinnehmen, aber der jetzt schon große Abstand zu Köln pp…..???

Unfassbar.

leoluca
Würde mich freuen, von Dir Erklärendes zu erfahren.

@Tobias: Da interpretierst Du deutlich mehr rein als dort im Text steht. Und es ist doch auch logisch, wie ich finde, dass man, wenn man pro Spieltag hier ein Thema aus der gesamten Bundesliga auswählt, zu den Themen neigt, wo es bei Clubs entweder besonders gut oder eben auffällig schlecht läuft, wenn man hier denn anschließend auch DIskussionen über das Thema führen möchte.

Robin -9-,
dass Gegenstand Deines Kommentars S04 ist, muß doch nicht erklärt oder gar gerechtfertigt werden. Das lag doch mehr als nahe. Darüber wird nicht nur bundesweit, sondern, wie Nachfragen bei mir zeigen, europaweit, z.B. unter den Fußball-Fans in den Niederlanden und in England diskutiert.
Und das wir bei den R u h r -Baronen an S04 nicht vorbeikommen, ist doch selbstverständlich, ganz besonders in der jetzt für mich unbegreiflichen Situation.

Wie unter -8- bereits angemerkt: "Ich begreife es nicht".
Deshalb bringt es auch nichts, wenn ich mich an der Diskussion über mögliche Gründe oder gar an der Diskussion über momentane Stärken oder Schwächen einzelner Spieler von SO4 beteiligen würde.

@Walter: Der ‚Vorwurf‘ war ja ein angeblich vorherrschendes ‚Schwarz-Weiss-Denken‘ bei mir in Bezug auf S04. Das ist definitiv nicht der Fall. Auch über den BVB haben wir ja schon häufig diskutiert wenn es nicht lief, haben die Zustände hinterfragt und kritisiert. So ist das eben auch in diesem Fall. Und dafür dass S04 in letzter Zeit häufiger enttäuscht als die Dortmunder, dafür kann ich halt nichts. ?

Zur Sache: Mich überrascht das doch genauso wie Dich, Walter! Ich war fest davon überzeugt, dass Heidel und Weinzierl das schon hinkriegen würden. Habe ich hier im Blog über den Sommer ja auch mehrfach drüber geschrieben. Wenn die es nicht schaffen, wer dann? Schalke hatte in den letzten Jahren noch nie so gute Karten, und trotzdem nun dieser schlechte Start. Wahrlich bedenklich das Ganze.

Wenn Schalke am Sonntag wieder verliert, wird Weinzierl wohl den Ratschlag von Max Merkel folgen müssen und den Bahnumsatz steigern. Möglicherweise wird der Zug noch voller werden, wenn wieder bis hinunter zum Platzwart und Mannschaftsarzt alles ausgetauscht wird. Über diesen Verein kann man eigentlich nur noch Witze machen. Dortmund ist das genaue Gegenteil, Nach der Beinahe-Insolvenz unter Gerd Niebaum, der anfangs ein durchaus guter Vereinspräsident war, hat der Verein ein bemerkenswertes Comeback geschafft und auch heuer den Verlust mehrer hochkarätiger Stammspieler erstaunlich gut verkraftet.

@ Walter Stach Dass der BVB 9 Punkte vor Schalke steht, ist bestenfalls milde überraschend, aber dass die SGE 9 Punkte vor Schalke steht, das ist der Hammer.

Schalke hat einen Kader dessen Kosten auf CL-Niveau liegen, man spielt aber die zweite Saison in Folge nur in der Europe League. Ich gehe davon aus das von Anfang an ein gewaltiger Druck auf Heidel und Weinzierl lastete am Ende der Saison mindestens auf Platz 4 einzulaufen. Gelingt das nicht könnte dies den Verein erneut Finanzprobleme beschweren. Dazu kommt dass man wohl nicht nur im Fall Embolo "auf Pump" eingekauft hat. So ein Druck kann durchaus auch lähmen.

Bei den meisten anderen Bundesliga-Clubs dürften die Planungen für die aktuelle Spielzeit bereits Mitte letzter Saison begonnen haben. In Gelsenkirchen allerdings standen Heidel und vor allem Weinzierl erst sehr spät zur Verfügung, Dies führte dazu dass wie im Artikel beschrieben die Kaderzusammenstellung erst sehr spät abgeschlossen war. Zudem war man darauf angewiesen mit den Spielern Vorlieb zu nehmen die noch verfügbar waren. Andere Vereine wie der BVB zum Beispiel hingegen haben schon zu einem sehr viel früheren Zeitpunkt Nägel mit Köpfen gemacht. Schalke hingegen konnte auf dem Transfermarkt nur noch "die Reste einsammeln".

Entscheidenden Anteil an der Niederlagenserie hat für mich das Spiel in Frankfurt. Wenn man weiß dass in der zweiten Partie der Saison Bayern München der Gast ist dann muss man um so mehr bemüht sein in der ersten Begegnung zu punkten. Trotzdem trabte die Schalker Mannschaft in der ersten Halbzeit der Begegnung in Frankfurt wie eine Truppe von Hobby-Kickern auf dem Platz herum. Folgerichtig ging man als Verlierer vom Platz. Und seitdem reiht sich Niederlage an Niederlage.

Die Frage ist was passiert wenn der Knoten nicht im nächsten oder übernächsten Spiel platzt? Noch wackelt der Stuhl des Trainers nicht, aber dies könnte sich in den nächsten beiden Wochen durchaus ändern.

@Robin
Der Vorwurf war nicht, dass Du schwarz-weiß-denken würdest, sondern dass Du übertrieben schwarzmalst, wobei du vormals wimre auch schon die Schalker Fans für ihr Schwarz-Weiß-Denken kritisierst. Weiterhin mahnst du Geduld an, heizt mit Deinen übertrieben unsachlichen Formulierungen die Situation aber weiter an. Beispiel "völlig gefloppte" Neuzugänge. Baba hat in der Europa League das Tor geschossen. Die Mannschaft zeigte dabei auch ein gutes Spiel. Gegen Bayern war's auch gut, da sah man auch wie Bentaleb das schalker Spiel belebt. Schalke hat momentan zwei sehr große Probleme, das erste davon ist die Abstimmung zwischen Defensive und Mittelfeld. Das Stellungsspiel der beiden Teile stimmt noch nicht. Es braucht aber Zeit, um das zu Entwickeln, um die Spieler aufeinander einzuspielen. Dann natürlich noch der letzte Pass. Schalke kann Dominanz am gegnerischen Strafraum erzeugen, wie ein Handballteam. Das reicht aber nicht. Die Tore müssen kommen. Meyer spielt unter seinen Möglichkeiten, hoffentlich kommt er wieder in die Spur, so wie bei Olympia.

Ich frage mich mittlerweile, welcher Trainer dort noch irgendetwas mit Perspektive bewegen und entwickeln will, nachdem sich in kurzer Zeit mit Keller, RdM und Breitenreiter ja schon unterschiedliche Typen die Zähne an der Mannschaft (und dem Umfeld) ausgebissen haben.

Vielleicht funktionieren dort wirklich nur noch Huub oder Pedda Neururer als Retter und man muss die schon häufiger für die Mannschaft geäußerte Charakterbeschreibung "Untrainierbar" langsam als gegeben annehmen. Stuttgart taucht als Gespenst auf…

Trainer Weinzierl sagte nach der verheerenden Niederlage gegen Köln: "Ich habe vor den Spiel gesagt »Spielt, wie Ihr noch nie gespielt habt« und nicht »Spielt, als ob Ihr noch nie gespielt habt« !" grinsen

Scheinbar erreicht dieser Trainer die Spieler überhaupt nicht! Warum er die komplette Verteidung ausfiel und er sie nicht ausgewechselt hat verstehe ich nicht. Warum kommen die Spieler aus der A-Jugend nicht zum Einsatz? Die können es sicherlich besser als die Profis, die ohne Ehrgeiz spielen und lediglich Sicherheitspässe über 5m hinbekommen 😉

Also, Profis raus und die A-Jugend bringen grinsen

Schalke unter Schock: Heidel: „Viel schlimmer geht es nicht“ – Dattelner Morgenpost – Lesen Sie mehr auf:
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