Essen: Nichts dazugelernt?

Die Stadt Essen will 123 Millionen Euro in die Messe stecken damit die wieder Wettbewerbsfähig wird. Wieder Wettbewerbsfähig?  Seit den 90er Jahren steckt die Messe fast ohne Pause in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Um attraktiv zu werden, sollte Essen das Geld eher in Schulen investieren – oder Schulden abbauen, denn die Stadt ist pleite. Drollig wird es, wenn Unperfekt-Haus Chef Reinhard Wiesemann argumentiert, die Freie Szene könnte stärker als bisher von der Messe profitieren wenn sie den Messebesuchern entsprechende Angebote macht: Bobbycar-Rennen, Cross-Bocchia oder “Parallel zur nächsten Fahrradmesse wird in der ganzen Stadt Rad gefahren!”. Eine Messe zu besuchen ist Arbeit – harte Arbeit. Danach geht man mit Geschäftspartnern essen und vielleicht noch was trinken. Niemand wird sich auf ein Bobby-Car setzen, ausser er weiß, es wird ihm einen Auftrag mehr einbringen.  Am Wochenende entscheiden die Bürger on 123 Millionen für die Messe ausgegeben werden oder nicht.

 

7 Kommentare

” Eine Messe zu besuchen ist Arbeit – harte Arbeit. ”
Das stimmt, trotzdem lassen sich auswärtige Aussteller gerne abends einladen.
Vor allem, wenn es was zu essen gibt. Die normalen Besucher sind dann aber schon weg und die Aussteller unter sich.

@Helmut Junge: Klar – die gehen dann essen oder trinken was. aber nur sehr wenige werden Bobby-Car fahren 🙂

Stefan, mit Anzug und Krawatte sieht das Bobby-fahren auch nicht gut aus.
Nee, die bleiben am Stand desjenigen Einladers stehen, an dem es kostenloses Essen oder Trinken gibt. Da kommt so schnell keiner weg.
War auch von mir nur eine Bemerkung am Rande, nicht wirklich ernst gemeint.

Im Großraum Rhein-Ruhr gibt es einige Messestandorte.

Wann lernen die Städte endlich, dass viel teuere Mittelklasse wenig Erfolg bringt (z.B. Messe, Oper, Konzerthaus, Zoo…).

Warum setzen die Städte nicht auf Alleinstellungsmerkmale und Spitzenniveau?

Warum die Städte das nicht machen? Weil die Bürger das vielleicht auch gar nicht wollen…

es gibt in Herne-Eickel nen poppligen Mini-Zoo, der vielleicht so 15-20 Autominuten und 30 Fahrradminuten vom Gelsenkirchener Zoom-Park (oder wie der Zoo heißt) entfernt ist.
Gutachten empfahlen der Stadt diesen Mini-Zoo zu schließen, weil der recht teuer ist (besteht aus paar Ziegen, Eseln, kleinen Nagetieren, Hühnern… Eintritt frei)…
Wollte die Politik unmsetzen, Bürger vor Ort protestieren, Politiker machten nen Rückzieher.

Diese Blockade im Kopf, die Zusammenarbeit verhindert, ist also nicht nur im Kopf der Politiker, auch bei vielen Bürgern des Ruhrgebiets. So hat das Ruhrgebiet die höchste Museumsdichte, sicher auch mit die höchste Dichte an (staatlichen) kulturellen Einrichtungen, trotzdem werden immer mehr gebaut…

ich bin sehr gespannt, ob bei der Messe Essen diese Spirale des Bauens zwecks Verarbeitung von Minderwertigkeitskomplexen (meine Vermutung) durchbrochen wird und man vorher mal überlegt, ob sowas sinnvoll ist und man mit anderen Ruhrgebietskommunen kooperieren könnte.

Manchmal kommt mir das aber auch vor wie Verzweiflung – In dem Wissen, dass alle Ruhrgebietskommunen Pleite sind, will jeder noch ein Stückchen abhaben, bevor es nichts mehr zu verteilen gibt. So verstehe ich zumindest den Beitrag von Wiesemann mit seiner merkwürdigen Begründung

#TuxDerPinguin

Sie sollten sich einmal die Zeit nehmen und “unter der Woche” in einen dieser für Sie “popeligen” “Minizoos” gehen, da gibt es ja auch noch den Kaisergarten in Oberhausen und. Sie werden feststellen, dass dort viele viele Mütter mit Kinderwagen und Kleinkindern unterwegs sind. Mütter ohne Geländewagen (die Parkplätze sind überweigend leer) zu Fuß oder mit öfftl. Nahverkehr gekommen. Diese kostenfreien “Minizoos”, mit ihren Spielgelegenheiten, Streichelmöglichkeiten, Wiesen und Botanikpfaden haben eine ganz erhebliche soziale Funktion, auch und gerade weil Sie sehr “nahe” liegen und weil sie kostenlos sind.
Sie sind mit zoologischen Gärten in keiner Weise zu vergleichen.
Es handelt sich für mich zweifelfrei um eine Blockade in Ihrem Kopf, dass Sie anderes nicht denken können und völlig kenntnisbefreit hier mit einem Beispiel kommen, das völlig ungeeignet ist, ihre Argumentation zu stützen, dafür aber ausgesprochen schädlich, da diese Tiergehege immer und immer wieder “zum Abschuss” frei gegeben werden sollen, weil sie Kosten verursachen.
Sie sind für zahlreiche Menschen mit kleinstem Budget eine der wenigen Möglichkeiten, mit ihren Kindern Ausflüge zu machen, alltäglich “ins Grüne” zu kommen und heimische Tiere zu sehen.

Sie hätten beispielhaft sicher vieles Andere anführen können, dass Sie sich der Tiergehege annehmen ist mir unerträglich.

Ja, Frau Müller, das sehe ich ähnlich wie Sie. Wir sind mit den Kindern häufig durch den Kaisergarten gegangen ubd fast nie durch den Zoo in Duisburg.

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