Endlich wieder Eiszeit!

Die Düsseldorfer EG zu Gast am Essener Westbahnhof. Dies ist kein Archivbild aus den 90er Jahren. (Foto: Simon Ilger)
Die Düsseldorfer EG zu Gast am Essener Westbahnhof. Dies ist kein Archivbild aus den 90er Jahren. (Foto: Simon Ilger)

Auch wenn es die letzten Tage vermuten ließen, es ist noch kein Herbst und der strahlende Sommersonntag machte am Nachmittag bei 30°C und blauen Himmel noch nicht recht Lust auf Eishockey. Nichts desto trotz wurde der glatte Grund in der Eissporthalle am Essener Westbahnhof bespielt: Niemand geringeres als das DEL-Topteam der Düsseldorfer EG gastierte im Rahmen der Saisonvorbereitung in Essen. Dies sorgte für das ein oder andere feuchte Auge in beiden Fanlagern, welche wehmütig an spektakuläre Duelle in den 90ern und zu Beginn der 2000er Jahre zurückdachten. Beide Teams kreuzen wieder die Schläger, obwohl sie mittlerweile zwei Spielklassen trennen, da sich in den letzten Jahren eine erfolgreiche Kooperation zwischen beiden Clubs zur Förderung junger, talentierter Spieler entwickelt hat.

Nahezu mit seinem kompletten Kader reiste DEG-Coach Christof Kreutzer ins Ruhrgebiet und so durfte das Essener Publikum DEL-Topscorer Daniel Kreutzer, Nationaltorhüter Matthias Niederberger und andere illustre Namen wie Tim Conboy oder Chris Minard auf dem Eis bewundern. Selbstverständlich sollten die Rheinstädter als haushoher Favorit ins Rennen gehen und wurden dieser Rolle bereits in der 1. Minute durch Daniel Kreutzer gerecht. Der frühe Rückstand sollte den Oberligisten jedoch nicht verunsichern. Basierend auf einer stabilen Defensive kam das Team von Frank Gentges immer besser ins Spiel und die Unsicherheiten im Offensivspiel wichen immer mehr sehr ansehnlichen Kombinationen. Im Verlauf des ersten Drittels entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe an dessen Ende es nach zwei unglücklichen Aktionen von Matthias Niederberger im Tor der DEG plötzlich mit einer 2:1-Führung für die Stechmücken in die erste Pause ging.

Zu Beginn des zweiten Drittels konnten die Moskitos ihre Führung sogar auf 3:1 ausbauen. Auf Anhieb war nicht festzustellen, welches Team in der letzten Saison in den Play-offs um die Deutsche Meisterschaft mitspielte und welches eben jene Play-offs in der Oberliga knapp verpasste. In der dreißigsten Minuten wechselte die DEG jedoch ihren Goalie und besann sich auf ihre Favoritenrolle. Innerhalb weniger Minuten wurde aus einem 3:1 ein 3:4. Nichts desto trotz tauchten die Essener immer wieder gefährlich vor dem Düsseldorfer Tor auf.

Im letzten Drittel zeigte sich, dass die Saisonvorbereitung gerade erst begonnen hat. Beiden Teams fehlte die Kraft um das Tempo aus den vorangegangenen Abschnitten weitergehen zu können. Die logische Konsequenz war, dass die qualitativ deutlich besser aufgestellte DEG ihren Stiefel locker runterspielen, die Führung Mitte des Schlussabschnittes auf 3:5 ausbauen und der aufopferungsvoll kämpfende Oberligist für keine weitere Sensation mehr sorgen konnte.

Die gut 1700 Zuschauer – darunter sicherlich ein Drittel Rheinländer – sahen zumindest in den ersten beiden Dritteln ein attraktives Eishockeyspiel. Insbesondere wenn man bedenkt, dass die Vorbereitung gerade erst begonnen hat. Dass Essen einem Top-Team der DEL für zwei Drittel Paroli bieten kann und man sogar eine Sensation auf dem Schläger hat, hätte vor dem Spiel kaum jemand für möglich gehalten. Es zeigt wie viel Potention im Team von Frank Gentges steckt. Insbesondere Sebastian Staudt im Tor, die beiden Top-Scorer der vergangen Saison Velecky und Hildebrand, sowie der Neuzugang Petr Gulda wussten aus der geschlossen sehr starken Mannschaftsleistung noch herauszustechen.

Für die Steckmücken geht es am 17. August beim DNL-Team der Düsseldorfer Erzrivalen aus Köln weiter in Sachen Saisonvorbereitung und auch die anderen Ruhrgebietsclubs beginnen nun ihre Testspielphase: Die Füchse aus Duisburg testen erstmalig am 27. August bei den Hannover Indians, der Herner EV ebenfalls, jedoch erst am 2. September. Die Dortmunder Eisadler haben noch keine Vorbereitungsspiele terminiert, laden jedoch am 21. August zur Saisonseröffungsfeier ins heimische Eisstadion an der Strobelallee.

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