#EM2016: Man muss dem ARD-Experten Mehmet Scholl für die Kritik an der DFB-Elf dankbar sein!

Mehmet Scholl (li.) bei der Arbeit. Quelle: Wikipedia, Foto: Adrian Zawislak, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Mehmet Scholl (li.) bei der Arbeit. Quelle: Wikipedia, Foto: Adrian Zawislak, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Viertelfinalspiele bei der Fußball-EM in Frankreich liegen inzwischen bekanntlich hinter uns. Portugal gegen Wales und Frankreich gegen Deutschland, so lauten die beiden Halbfinalspiele, welche ab Mittwoch ausgespielt werden. Dass Deutschland es über die hohe Viertelfinalhürde ‘Italien’ geschafft hat, das verdankt das Team einer großen Portion Glück in einem wirklich denkwürdigen Elfmeterschießen, welches erst nach insgesamt 18 (!!!) Versuchen beendet werden konnte.

Zwischendurch stand die Löw-Elf bereits mehrfach kurz vor dem ‚Aus‘. Am Ende trauerten aber die Italiener, waren die Unglücklicheren an diesem Abend, nach der knappsten aller denkbaren Entscheidungen im modernen Fußball. Und trotzdem wurde im Nachgang der Partie vom Samstag in erster Linie über die Kritik von Mehmet Scholl diskutiert, welche er, vom Zeitpunkt her etwas überraschend, direkt nach dem Weiterkommen der DFB-Mannschaft öffentlich äußerte.

Scholl kritisierte u.a. , dass Trainer Joachim Löw die Taktik im Italien Spiel etwas überraschend umstellte, statt mit einer Viererkette in der Abwehr, hinten lieber mit einer Dreierkette agierte, somit Julian Draxler etwas überraschend, nach seiner starken Leistung im Achtelfinale gegen die Slowakei, wieder auf die Bank setzte, sein Team damit den Italienern ‚anpasste‘, statt als amtierender Weltmeister selbstbewusst zu versuchen das Spiel mit der in den Paarungen zuvor erfolgreich eingesetzten Taktik und Aufstellung aus einer Position des selbstbewusstseins heraus selber offensiv möglichst zu dominieren.

Kann man sicherlich so sehen. Jedoch war der Zeitpunkt, so unmittelbar nach dem Spiel, als jubelnde Spieler interviewt wurden, das halbe Land zu feiern schien, natürlich ziemlich unglücklich, zumindest aber ungewöhnlich.

Scholl erwischte mit seinen Bedenken also unbestritten einen selten schlechten Zeitpunkt. Aber mit dem was er sagte, hatte er durchaus Recht. Es war schließlich genau dieses Vorgehen, welches Löw zuletzt schon bei anderen Turnieren vorgeworfen wurde. Nur, diesmal ist es eben soeben noch gutgegangen. Zumindest mit dem notwendigen Glück des Elfmeterschießens.

Das reguläre Spiel zuvor, und da konnte man Scholls Gedanken durchaus entwickeln, war jedoch über die 120 Minuten samt Verlängerung keineswegs wirklich überzeugend. Wenig Offensivkraft, wenig Kreativität im Spiel der Deutschen.

Und was wäre passiert, wenn das Elfmeterschießen an Italien gegangen wäre? Vermutlich hätte man Scholl in großem Maße öffentlich zugestimmt. Jogi Löw wäre für seine vorsichtige Taktikumstellung von fast allen kritisiert worden.

Nun steht plötzlich Scholl im Gegenwind, muss sich von vielen Fachleuten für sein Verhalten und seine Aussagen öffentlich kritisieren lassen.

Es ehrt ihn jedoch, dass er seine berechtigten Gedanken auch geäußert hat, jetzt wo der Zeitpunkt eigentlich eher ungeeignet war.

Dass er als ‚Experte‘ seine Meinung jedoch eben nicht vom Ausgang eines Elfmeterschießens abhängig macht, das wünscht man sich doch von einem unabhängigen, kritisch denkenden Fachmann. Eigentlich müssten Mehmet Scholl nun alle sogar dafür dankbar sein, dass er sich nicht wie ein Fähnchen im Wind dreht, dass er zu seinen Überzeugungen steht. Das muss man im Detail natürlich nicht immer 100%ig selber so nachvollziehen können, macht seine Beiträge aber durchaus nachdenkenswert und auch irgendwie sympathisch.

Man würde sich diese Eigenschaften doch grundsätzlich auch bei mehr Fernsehexperten wünschen, denn dann wären die Diskussionen und Berichte rund um dieses Spiel nicht immer ganz so ‚flach‘.

Es ist ja auch irgendwie bezeichnend, dass Teammanager Oliver Bierhoff seine Gegenrede ausgerechnet beim verbandseigenen, völlig unkritischen DFB-TV gab…. Bohrende, unangenehme Fragen über die Leistungen und Entscheidungen von Trainer und Mannschaft wird man dort wohl kaum einmal finden…. Also, ein kräftiges ‚Danke!‘ Mehmet Scholl für diese offenen Worte, auch wenn sie aktuell, in Zeiten des sportlichen Erfolges, offenbar nicht so viele hören wollen!

34 Kommentare

Robin,
-sh.letzter Satz-

Meine uneingeschränkte Zustimmung.

Es geht nicht darum, ob "man" mit dem Inhalt der Kritik von Scholl einverstanden ist, sondern darum, daß Scholl hier wieder einmal zeigt, daß er zu den ganz, ganz Wenigen gehört, die stets fähig und willens sind, sich "im öffentlich-rechtlichen Fernsehen" kritisch zu äußern, jenseits all dessen und wider alldem , was offenkundig gewünscht und erwartet wird, nicht von allen Zuschauern, nicht von allen Fußballfans, aber von dem mafiösen Klüngel im Profi-Fußball zwischen den großen Vereinen, dem DFB, den Fernsehsendern, der Werbewirtschaft, den Sponsoren und n den meisten Medien, aktuell dann, wenn es um die DFB-Auswahl und die EM geht. Bierhoff ist der Prototyp für diese Strukturen und für das Denken aller in diese Strukturen eingebundenen Akteure -arrogant, machtbewußt, intransparent, jegliche Kritik als "Majestätsbeleidigung" empfindend.
Hoffentlich macht Scholl, so wie er ist, weiter und fügte sich nicht dem umschriebenen mafiösen Machtkartell.

Sollte DIE MANNSCHAFT es am Ende dann doch nicht schaffen, wird sich der Wind auch wieder in die andere Richtung drehen. Der Sieger hat viele Freunde.

Die Frage ist m.E. doch nicht, ob Scholl recht hat oder nicht, sondern brauchen wir ihn und andere "Experten"?

@Thomas: Mir persönlich würden bei ARD und ZDF die reinen Spielübertragungen von Anpfiff bis Schlusspfiff und nur mir reiner Stadionatmosphäre reichen 😉 Aber ich verstehe natürlich auch, dass man dort ein recht umfangreiches Rahmenprogramm um die Spiele 'herum baut'. Und dann sind mir kritische Experten doch lieber als reine unkritische 'Hofberichterstattung' a la DFB-TV….

Mir gefällt der Artikel von Robin Patzwald vor allem deshalb, weil er diese eigentümliche deutsche Überheblichkeit dämpft und zurecht von einem sehr glücklichen Sieg der deutschem Mannschaft spricht. Trauma überwunden, klar die bessere Mannschaft gewesen, Italien nicht ins Spiel kommen lassen etc. Das ist Gelaber und hat mit diesem absolut ausgeglichenen und fantastischen Fußballspiel nichts zu tun.

Für mich war der Mann des Tages Gigi Buffon, der direkt im Anschluss an den millimeterknappen Siegeselfer von Hector (Buffon war mit dem Unterarm dran am Ball) als erstes dem Gegner zum Sieg gratulierte, bevor ihm die Tränen kamen und er das Spielfeld schnell verließ. Einfach groß.

Zu Mehmet Scholls Taktikkritik. Nach meinem Eindruck hat Scholl ja nicht die taktische Version der 3er- bzw. 5er-Reihe an sich kritisiert, sondern darauf hingewiesen, dass die Mannschaft sich dadurch ihre große Offensivkraft selbst genommen hat. Das hat man gerade in der ersten Hälfte gut sehen können, als Kroos, Özil und Müller kaum ins Spiel kamen. Das deutsche Umschaltspiel nach vorn war viel zu behäbig – und das war eben der Preis für die hohe Defensivstabilität, die allein den Zweck hatte, das schnelle und überfallartige Offensivspiel aus dem defensiven italienischen MF auf die beiden Spitzen zu unterbinden.

Löw hat offenbar nicht daran geglaubt, dass man Italiens Superabwehr schlagen kann durch schnelles Spiel über die Außen und Flanken in die Mitte. Konnte man auch bei vielen Eckstößen sehen, die meist nicht hoch in den gegnerischen Strafraum kamen, sondern flach angespielt wurden. Anders gesagt: Löw hat nicht auf Gomez als Stoßstürmer bzw. kopfballstarken Knipser im gegnerischen Strafraum vertraut, sondern auf das Kombinationsspiel durch die Mitte, das in der ersten Halbzeit überhaupt nicht funktionierte. Zur Pause musste man konstatieren, dass Deutschland auf diese Weise das Spiel vermutlich nicht gewinnen kann – und hier ist Mehmet Scholls Bemerkung einzuordnen.

Auch die zweite Halbzeit sah zunächst nicht besser aus, bis Deutschland durch einen Zufallstreffer in Führung ging und Italien seine kompakte Defensive lockern musste. Eigentlich aber wurde das deutsche Spiel erst wirklich besser, nachdem Gomez raus, Draxler drin und Özil endlich der Gestalter in der Mitte war. In der Verlängerung lag der deutsche Siegestreffer zwar durchaus in der Luft, aber es brauchte dann doch das glückliche Elfmeterschießen, um zu gewinnen. Ein Sieg gegen die neben Deutschland beste Mannschaft des Turniers, wie ich finde. Von wegen Nummer eins in dieser Welt.

Ich denke, die Kritik an Scholl richtet sich weniger dagegen, dass er es gewagt hat, trotz des Sieges Löws Entscheidungen zu hinterfragen, sondern eher gegen die etwas despektierliche Form, mit der ein ehemaliger kurzfristiger Regionalligatrainer dem Weltmeistertrainer unterstellt, keine Ahnung zu haben und sich von seinen Assistenten Unsinn aufschwatzen zu lassen. Abweichende Meinungen über Löws Aufstellungen und Kritik an der Spielerauswahl kommt dagegen regelmäßig vor, auch in diesem Turnier nicht zum ersten Mal, ohne dass das zu einem Skandal wird. (Stichworte: Mitnahme von Podolski, Höwedes als Außenverteidiger, Götze als Mittelstürmer, Schürrle,…)

Letztendlich werden wir nie erfahren, ob Deutschland im herkömmlichen 4-2-3-1 Italien 3:0 weggehauen hätte, oder ob im Gegenteil Italien weitergekommen wäre, oder ob es überhaupt einen nennenswerten Unterschied gemacht hätte.

Was mich allerdings an der ganzen Diskussion etwas nervt, ist die verkürzte Form dieser Kritik, die jetzt allenthalben durch die Stammtische zieht, Löw hätte einen offensiven Spieler (Draxler) durch einen defensiven (Höwedes) ersetzt, und das sei doch total feige. Dabei wird völlig ignoriert, dass sich durch so eine Systemveränderung auch die Rollen der anderen Spieler verändern.

Keiner wird leugnen, dass Italien über zwei recht gefährliche "echte" Stürmer verfügt, die bspw. Spaniens Viererkette auseinandergenommen haben. Gegen die heutzutage üblichen Systeme mit einem Mittelstürmer ist es vollkommen ausreichend, zwei Innenverteidiger zu haben, aber gegen zwei Stürmer steht man dann hinten eins gegen eins, und das ist relativ riskant. Die Folge ist, dass die Außenverteidiger relativ stark defensiv gebunden werden, um jederzeit Überzahl in der letzten Linie zu erhalten. Das wollte Löw aber nicht.

Dieselben Leute, die jetzt Löws "Feigheit" anprangern, waren doch diejenigen, die im ersten Spiel Höwedes als Rechtsverteidiger krtisiert und später die offensive Belebung durch Kimmich gefeiert haben. Und um Kimmich weiterhin genau diese Freiräume nach vorne zu gewähren, die Italien ihm sonst vermutlich nicht so zugestanden hätte, wie doch eher limitierte Mannschaften á la Slowakei, hat Löw ihm eben Höwedes als Absicherung hintendran gestellt.

Klar hätte es, wie von Scholl angesprochen, auch die Möglichkeit eines "abkippenden Sechsers" gegeben, der bei Bedarf in die Kette zurückzieht. Aber wer sollte diese Rolle denn bitte spielen? Einen Bender o.ä. hat Löw nicht im Kader. Kroos ist einerseits defensiv doch nicht immer so sattelfest und wird andererseits weiter vorne für den Spielaufbau benötigt. Auch Khedira, Schweinsteiger oder Weigl kann ich mir nur schwer als "Aushilfsinnenverteidiger" vorstellen. Insofern finde ich die Aufstellung von Löw durchaus nachvollziehbar.

Wie schon erwähnt, kann man darüber natürlich unterschiedlicher Meinung sein, und niemand kann mit Sicherheit sagen, ob diese taktische Maßnahme eher das Spiel verbessert oder zu Verunsicherung und einer Schwächung der Offensive geführt hat, da wir keinen Zugang zu alternativen Universen haben.

Generell muss man aber sagen, dass in der Summe Deutschland die bessere Mannschaft mit der größeren Anzahl Chancen war. (Müller frei vor Tor, Gomez' Hackentrick, Müllers Distanzschuss akrobatisch mit der Hacke abgewehrt,…) Von Italien ist mir dagegen bloß eine Großchance in der ersten Halbzeit in Erinnerung. Hinzu kommt, dass Deutschland beim Testspiel vor ein paar Wochen mit einer Dreierkette Italien 4:1 weggehauen hat. Die Idee hat also keineswegs Urs Siegenthaler in der Nacht vorher erträumt.

Und dass Boateng beim Versuch, keinen Elfmeter zu verursachen, einen Elfmeter verursacht, war nun nicht durch irgendwelche taktischen Aspekte beeinflusst. Ohne diese Slapstick-Einlage, wäre das Spiel aber nach 90 Minuten zu Ende gewesen.

#6: "Generell muss man aber sagen, dass in der Summe Deutschland die bessere Mannschaft mit der größeren Anzahl Chancen war. Von Italien ist mir dagegen bloß eine Großchance in der ersten Halbzeit in Erinnerung."

So kann man sich irren. Die statistischen Daten Deutschland-Italien:
BALLBESITZ: 60:40 Prozent. ECKEN: 7:5. TORSCHÜSSE: 12:12.

Das Spiel hätte zu jeder Zeit und bis ins Elfmeterschießen hinein auch mit einem Sieg Italiens enden können.

Die einzig interessanten Fragen sind doch: was hat Scholli für ein Problemchen mit Urs Siegenthaler? Oder warum kommt ihm dessen Name bei seinem egozentrischen Meckeranfall nach dem Spiel wie ein Furz quer ins Gehirn?? Musste er sein "Millionengehalt" als "Experte" rechtfertigen oder ist er immer noch sauer auf Wurst-Uli, weil der ihm mal den ARD-Job untersagte (http://www.sueddeutsche.de/sport/praesident-gegen-tv-experte-uli-hoeness-verbietet-scholl-ard-vertragsverlaengerung-1.1425221)?;-)

Wir haben gegen Italien häufig genug deshalb verloren, weil die – nicht nur gegen uns – in solchen Turnieren einfach die *erfolgreichere* (nicht unbedingt "schönere", "bessere") Taktik gefahren sind. Jetzt haben sich beide Teams taktisch neutralisiert und meinswegen hätte man schon spätestens in der Halbzeit SchnickSchnackSchnuck um den Sieg spielen können – oder halt Elferschießen (ich hatte 1:1 nach regulärer Spielzeit getippt). Und ehrlich gesagt hab ich mich bei Mehmets "Schmähkritik" gegen Siegenthaler und Löw schon irgendwie im völlig falschen Film gefühlt.

@ Klaus Lohmann #8

"… und meinswegen hätte man schon spätestens in der Halbzeit SchnickSchnackSchnuck um den Sieg spielen können – oder halt Elferschießen …"

hatte die selbe Idee …

man könnte aber auch schon vor Anpfiff mit dem Münzwurf …

Wie auch immer.

Im Halbfinale gegen Frankreich wird Löw aller Voraussicht nach wieder mit 4er-Reihe hinten spielen lassen – mit Boateng und Höwedes in der Innenverteidigung. Frankreichs Giroud ist nicht der allerbeste Balltechniker, aber einer der besten Strafraumstürmer mit bemerkenswerter Kopfballstärke, die von den schnellen Außen (Griezmann!, Payet, Coman …) mit langen Bällen bedient werden wird. Also muss die deutsche Mannschaft auch auf den Außen defensiv besonders gut stehen.

Außerdem wird der längst noch nicht fitte Schweinsteiger auf der defensiven 6er-Position gegen das kombinationsschnelle Mittelfeld der Franzosen stehen müssen, da Khedira verletzt ist, was ich für eine Schwächung der deutschen Mannschaft halte.

Frankreichs Schwächen liegen in der Defensive, so dass sich das schnelle Spiel über die Außen – (Draxler, vielleicht auch mal Sane) – anders als gegen Italien – geradezu aufdrängt. Özil wird hoffentlich dann in der Mitte hinter Müller spielen, auf seiner Lieblingsposition.

Für Deutschland spricht die größere Erfahrung und das reifere Team, für Frankreich die riesige Leidenschaft der vielen jungen Ballkünstler vor heimischem Publikum ausgerechnet in Marseille.
Deutschland hat das äußerst schwere und lange Spiel gegen Italien in den Knochen, so dass ein Leistungsabfall denkbar ist. Frankreich hat nur das eher leichte Spiel gegen die Wikinger hinter sich.

Vor der WM wäre Deutschland für mich klarer Favorit gewesen, jetzt nicht mehr.

Wenn Mehmet Scholl kommentiert schalte ich in der Regel den Ton ab. Der Mann nervt, egal was er sagt.

Es ist ja nicht so, dass Kritik an Jogi und seinen Buben was NEUES ist, wir haben uns hier ja vor 2 Jahren die Finger wundgetippt in Sachen für und wider Jogi.
Was das Spiel am Samstag angeht, war die "epische Bedeutung" dieser Auseinandersetzung dem bedauerlichen Aussetzer Boatengs geschuldet, wie es @ otzenpunk#6 richtigerweise feststellt.
Nun können wir hoffen, dass die lange, aber viel zu wenig beachtete Erfolgsserie des DFB gegen Veranstalter anhält, die 72 mit einem 2:1 gegen Belgien begann, drei weitere Halbfinals gegen EM-Gastgeber folgten, auch vier WM-Veranstalter erlitten seit 82, damals erstmals mit Spanien, Niederlagen. Niederlagen gegen Gastgeber gab es nur 58 und 66, jeweils unter nicht unbeträchtlicher Mithilfe für die Heimmannschaften durch die Schiris.

@Thomas: Ich bin in Sachen Nationalelf eigentlich ziemlich unparteiisch, um ehrlich zu sein. Mir ist eigentlich auch fast egal wer Europameister wird. Ich bin halt mehr ein Anhänger des Vereinsfußballs, wie hier im Blog bereits mehrfach erwähnt. Von daher bilde ich mir auch ein da schon einigermaßen objektiv draufblicken zu können. Und da bietet Löw, bei allen sportlichen Erfolgen der letzten Zeit, ja tatsächlich trotzdem so einiges an Angriffsfläche. Sollte sich auch das Glück demnächst mal wieder von der DFB-Elf abwenden, dann wird das auch garantiert wieder rasch in größerem Rahmen diskutiert werden. Nur Sekunden nach einem emotionalen Sieg, so wie Scholl es da jüngst gemacht hat, da findet man halt kaum Gehör mit so etwas. Oder man wird halt kurz und schmerzlos als 'Nestbeschmutzer' gebrandmarkt…. An seinen Gedanken ist aber durchaus mehr dran als man zunächst meinen könnte.

Arnold,
ich habe mich hier bei den Ruhrbaronen schon 'mal dahingehend geäußert, auf den gesamten Quatsch mit den sog. Moderatoren -vor dem Spiel, in der Halbzeit, und sofort danach- völlig zu verzichten, egal, ob es sich um ernannte oder selbsternannte, um Experten oder nur um vermeintliches handelt.
Dem kann man sich gänzlich durch "Abschalten des Tons" entziehen, zumindest teilweise, wenn der eine oder der andere nervt.
Mir scheint zudem, dass wir Fans unterschiedlicher Meinung sind, wer von den Moderatoren in der Rangliste der "Nervenden" einen Spitzenplatz bekleidet.

Aber darum ging es mir in meinem Beitrag -1- ganz und gar nicht.

PS
"Bewertung" der Leistungen der DFB-Elf gegen Italien?
Selbstverständlich gibt es dazu unter den Fußball-Fans unterschiedliche Meinungen -in Deutschland, in Italien, in Europa, weltweit. Selbstverständlich gibt es unter den Fans unterschiedliche Meinungen darüber, ob die von Löw Nominierten in der Startaufstellung "alternativlos" waren, ob die von Löw -oder seinem Trainerstab oder von Urs Siegenthale(?)- bestimmte Taktik die zweckmäßigste war. Ich denke, "ein richtig oder ein falsch" sollte man dabei lassen, schon gar nicht mit einem Absolutheitsanspruch.
"Ich meine, dieses und jenes……..", so formuliert kann jeder mit jedem streiten!

Ich meine z. B., daß "wir" und nicht Italien dieses mal Glück gehabt haben, um` nach einem 1:1 nach 12o Minuten, dann erst im Elfmeterschießen nach 18 (!!)Elfmeter den Einzug ins Halbfinale geschafft zu haben. Von einem "verdienten Sieg" und folglich von einer "verdienten Niederlage" zu sprechen,erscheint mir zumindest fragwürdig.
Von einem "großartigen Spiel" zu sprechen erscheint mir ebenfalls zumindest fragwürdig.
Das Spiel war spannend bis zum letzten Elfmeter, "fußballerisch" hat es mich nicht begeistert.

Ich glaube auch nicht, daß man in 2o Jahren von diese Mannschaft noch als eine der"großen deutsche Mannschaften" sprechen wird.
Dazu fehlt es m.E. an "Einigem"; das gilt für die einzelnen Spieler, das gilt für die Mannschaft in Gänze.

Aber….
Alles das gibt nur meine sehr, sehr individuelle Wahrnehmung wieder, und die ist selbstverständlich geprägt durch ein Leben, das über ca. 7o Jahre zunächst von einem aktiven Fußballer-dasein (mit-)bestimmt wurde und zugleich -und später nur noch- vom Dasein als Fußball-Fan. Aus dieser relativ langen Zeit hat man einige großartige Spiele und einige großartige Spieler "im Kopf" -in den Vereinen -national wie international- und in den Nationalmannschaften- und neigt -bewußt oder unbewußt -stets zum Vergleich mit dem Heutigen/mit den Heutigen. Und das mag problematisch sein, weil……..

@Walter: "Das Spiel war spannend bis zum letzten Elfmeter, "fußballerisch" hat es mich nicht begeistert."

Das ging mir und vielen anderen sicherlich auch so. Und da darf man die Taktik dann schon einmal kritisch beleuchten. Nur wird das eben aktuell nicht so gerne gehört, wie man ja an Scholl aktuell sieht. Auch wenn er natürlich auch einige durchaus völlig übertrieben anmutende Formulierungen in Richtung der Scouts rausgehauen hat.

Robin,
ich "mag" Menschen -im Sport, in der Politik, in allen gesellschaftlichen Bereichen, aber auch im Privaten, die dann und wann 'mal einen "rauszuhauen", auch wenn es mir nicht paßt oder wenn ich mich dadurch herausgefordert fühle, selbst einen "rauszuhauen".
Ich möchte jedenfalls alle die nicht missen, die mich bewußt oder unbewußt provoziert haben, indem sie 'mal etwas "rausgehauen" haben, was sich in Form und Inhalt auffallend abhob von dem "Angepaßten". vom mainstream, von dem, was Konsens zu schein schien.
Langeweiler und Angepaßte gab es und gibt es unzählige und in allen gesellschaftlichen Bereichen.
Und die werden sehr, sehr schnell vergessen; was mich freut.

Deshalb (!) auch mein Beitrag -1- zu M. Scholl.

Mehmed stand während seiner aktiven Zeit immer im Schatten srärkerer Spielerpersönlichkeiten.

Thomas Weigle -12-
"….Mithilfe für die Heimmannschaften durch die Schiris."

Ist das schon der vorweggenommene Kommentar nach der Niederlage gegen Frankreich?

PS
"Im Ernst":
Ich sehe mich nicht in der Lage, einigermaßen sachlich begründet darauf zu wetten, wer das Halbfinale gewinnen wird.
Ich kann nur hoffen, daß das Spiel mir "fußballerisch" mehr bieten wird als das Spiel der DFB-Auswahl gegen Italien, möglichst von beiden Mannschaften, so daß wir uns nachher nicht nur über ein spannendes Spiel zu unterhalten haben .
Und ich kann zudem nur hoffen, daß es einen Sieger gibt ohne Elfmeterschießen , obwohl das Elfmeterschießen nicht nur zum Spiel dazu gehört und nicht etwa "spielfremd" ist, sondern es – sh.Deutschland-Italien-oftmals das Interessantes, das Spannendste in den 12o Minuten plus X war.

Für mich ist jedoch ein Sieg oder eine Niederlage im Elfmeterschießen immer unbefriedigend. vor allem weil das für den Unterlegen schmerzhafter ist als eine Niederlage über 90 oder 120 Minuten.
Aber….
Auch das Spiel gegen Frankreich kann möglicherweise erst einen Sieger im Elfmeterschießen finden.
Und hoffentlich auch im Elfmeterschießen ohne Mithilfe des Schiris zugunsten der Heimmannschaften -sh. Thomas Weigle -12-

@#15 Robin: Wann war nochmal dieses eine spielerisch und taktisch überragende, explosive, torreiche und nervenzerfetzende Spiel gegen Italien? 1948? 😉

@Klaus: Na ja, so ganz unbegründet ist Scholls Kritik ja wohl nicht. Auch wenn es natürlich im Nachhinein immer recht müßig ist darüber zu spekulieren wie ein Spiel mit anderer Aufstellung/Taktik wohl verlaufen wäre. Fest steht aber: Mit Löws Taktik war es am Samstag recht zäh und äußerst glücklich, dass man überhaupt am Ende gewonnen hat. Und das lag natürlich auch an fehlender Durchschlagskraft in der Offensive.

Aber Robin, machen wir uns doch nichts vor – die Italiener sind uns in taktischer Team-Disziplin, vor allem im Defensivverhalten, trotz aller Boatengs und Hummelse immer noch meilenweit überlegen. Dagegen sieht eigentlich keine Mannschaft im Angriff "gut" aus. Wenn Scholli unbedingt einen Kantersieg herbeilabern will, soll er uns andere Italiener, evt. deren U17 oder San Marino, besorgen;-)

Ja, Klaus, aber jetzt komme ich dann wieder auf den Ausgangspunkt zurück: Ich finde es trotzdem gut, dass es noch immer so unbequeme Experten wie ihn gibt. Ansonsten hätten wir ja bald nur noch 'Hofberichterstatter'. Ist doch schön, dass wir über die Aussagen von Scholl noch immer diskutieren, während die 120 Minuten des Spiels längst schon wieder so gut wie vergessen sind. Ich wünschte mir mehr so Querdenker in der Profi-Fußball-Szene. Davon gibt es inzwischen nicht mehr wirklich viele.

Wobei ich dann Scholli liebend gern auf einer Trainerbank ab Liga 3 aufwärts als Teamchef sehen möchte, wie er all seine wohlfeilen Revoluzzer-Ansätze auf dem Platz verwirklicht. *Danach* kann er – wie seinerzeit Kloppo – ja gern den Mikrofon-August im Ersten geben.

@Walter Stach Ein Italiener pfeift, ein heißblütiges Publikum, die Ingredienzien sind also vorhanden. Noch ein Wort zu Scholl, frei nach Zeigler: "Scholl hat viel mitgemacht, seine Hörer aber auch."

Thomas Weigle -24-
"….ein Italiener pfeift….."
Wenn wir Verschwörungstheoretiker wären……………..

Vermutlich läßt sich ja aus Statistiken ablesen, wie die Spiele der DFB-Auswahl ausgegangen sind, die von einem italienischen Schiri gepfiffen wurden.
Schon bemerkenswert, wie vor einem EM-Halbfinale bei der EM mit deutscher Beteiligung das Interesse für den Fußball plötzlich erstaunliche Dimensionen erreicht und selbst bei denen das Halbfinale gegen Frankreich d a s Gesprächsthema ist, die ansonsten mit Fußball " nichts am Hut haben"; einschließlich der Diskussion über den "richtigen Schiri".

Gründe für dieses "massenhafte Interesse" an einem Fußballspiel ?
Oder ist das schon "Massenwahn"?

PS
Ich sehe in alldem nicht a priori etwas Negatives, etwas Schlechtes.
Nur wundere ich mich, wenn ich "auf der Straße" angesprochen werden ("…Was meinst Du denn? Wie geht das Spiel wohl aus? Und ein Italiener pfeift, ob das "gut geht"? Was meinst Du, wen Löw aufstellen wird, wenn…..), und zwar angesprochen werde von Bekannten, mit denen ich ansonsten über alles mögliche rede, aber über den Fußball. Dabei begegne ich dann speziell bei diesen Bekannten absolutes Unverständnis, wenn ich u.a. erkläre, daß ich mir zunächst einmal ein hochklassiges Spiel erhoffe, vor allem seitens der DFB-Auswahl, und dann durchaus auch mit einer Niederlage leben könne -das geht gar nicht!!!.

Tja, Walter, genau diese Entwicklungen sind es auch, die mir einen Teil des Spaßes an diesem Turnier verleiden. Beim BVB haben sie heute erstmals wieder richtig trainiert, und am Freitag gastiert man dann zum ersten Test der neuen Saison nebenan in Erkenschwick zum Testspiel. Und spätestens dort ist das Interesse am Spiel dann auch wieder auf ein 'Normalmaß' geschrumpft… 😉

Walter Stach Das ist doch immer so, ein möglicher Titel hat viele Zaungäste. Ist doch auch nicht schlimm. Stell Dir doch mal vor, was für eine Begeisterung in England erst herrschen würde, kämen die mal wieder in ein Halbfinale. Was den Schiri angeht, hat da nicht ein Italiener das verlorene WM-Finale 2002 geschiedsrichtert? War das nicht sogar der, der heuer für die Ansetzungen bei der EM zuständig ist? Viel Raum also für viele Verschwörungstheorien, hehe.

Nation, Nationalismus und Nationalmannschaft können einen äußerst unangenehmen Deiklang bilden, müssen sie aber nicht. 🙂

@Arnold Bei der, hm, "farblichen Zusammensetzung" von LA MANNSCHAFT sehe ich diesen Dreiklang eher nicht, siehe auch die dämliche NPD-Parole von 2006 "Weiß ist mehr als eine Farbe." Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass bei einer Niederlage von Jogis Buben franz. Touristen bei uns um die Unversehrtheit ihrer Autos, besonders der Reifen, fürchten müssen. Das war 1958 nach der Niederlage gegen den WM-Gastgeber Schweden leider anders, da tobte sich der nationalistische Volkszorn an schwedischen Autos aus.

-28- Arnold,
so ist es.

Und da jedermann zahlreiche böse Folgen "ausartenden Nationalismus" vor, während und nach diversen Länderspielen kennt -in allen Ländern dieser Welt, also nicht nur in Deutschland, dort aber auch-, versuche ich, möglichst Begrifflichkeiten wie Nationalmannschaft, Nationaltrikot, Nationaltrainer zu vermeiden und muß -unvermeidlich- immer mit einem gewissen Unbehagen (er-)leben, wenn vor den Länderspielen die Nationalhymnen gespielt (gesungen) wird, wenn manche Mannschaften im Trikot mit den Nationalfarben auflaufen und die Reporter, die Kommentatoren, die Moderatoren eines Länderspieles immer wieder meinen, Floskeln verwenden zu müssen wie: Nationale Tugenden, Nationalstolz, typisch für die Nation der……

Aber…
das sind nun 'mal Traditionen, die für viele Menschen dazu gehören -zu einem Fußballspie (!!), wenn sich Mannschaften aus zwei Ländern gegenüberstehen, und das akzeptiere ich.

Nachträge:
a.)
Wie immer bei einer solchen Diskussion, die ja auch bei den Ruhrbaronen schon mehrfach geführt wurde, frage ich mich u.a. nach dem Warum dieser Tradition und nach dem Warum dieser offenkundig mit Begeisterung von den Fußball-Fans gepflegten Tradition und danach, ob und welche Konsequenzen diese Traditionspflege hat -über den Tag hinaus, über EM und WM hinaus-; im positiven, im negativem, wohlwissend das es strittig sein dürfte , was denn ggfls. dem Negativen und was dem Positiven zuzuordnen wäre.
b.)
Nationalhymne(n)……
Emotional bin ich allerdings "sehr angetan" von Musik und Text so mancher Nationalhymne , besonders der deutschen, der französischen, der italienische, der russischen. Insofern freue ich mich auch deshalb auf die Eröffnung des Länderspieles Frankreich-Deutschland morgen gegen 21.oo Uhr. Nur ist das letztendlich für mich absolut nebensächlich. "Entscheidend ist auf'm Platz", und dabei ist für mich wesentlich, ob es morgen ein "hochklassiges Spiel" geben wird oder nicht und ob ich im nachhinein werde sagen können, daß es einen "letztendlich" verdienten Sieger gegeben hat.
Wenn das dann die DFB-Auswahl ist……….

Und wenn heute Wales gegen…spielt?
Dann hätte man ja "eigentlich (?)-Anlaß, über Begriffe wie Nation und Staat nachzudenken.
Wales, eine Nation, weil…….?
Waliser Nationalisten -gibt es die?
Wales, kein Staat im völkerrechtlichen Sinne……?
Wales und das Vereinigte Königreich (!?)
Wales und seine Nationalsprache?
Wales und seine Nationalhymne?
Wales und Vergleiche mit….Katalonien (oder Bayern?)
Da ich als Fußball-Fan ganz und gar auf das jeweilige Spiel fixiert bin -egal wer da gegen wen spielt-, interessieren mich jedoch all diese "politischen Fragen" kur vor, während, und kurz nach dem Spiel nicht, ansonsten, wenn "König Fußball zurückgedrängt ist", sehr wohl.

Robin -26-
"Zum Entsetzen" vieler meiner Bekannter habe ich denen eröffnet, daß mich das morgige Spiel Deutschland-Frankreich emotional weit weniger beschäftigt als mich z.B. seinerzeit das Champ.lig-Endspiel des BVB gegen den FCB beschäftigt hat oder vor kurzem das deutsche Pokalendspiel. Das hat wohl 'was mit emotionaler Nähe zu tun -hier zum BVB, dort zur DFB-Auswahl.

Thomas Weigle -29-
Volkszorn nach dem WM Spiel Schweden-Deutschland 1958….
Ja, da gab es einen solchen Ausbruch "von Volkszorn" in Deutschland, aber eben auch während des Spiel im Stadion in Schweden eine nationalistisch aufgeheizte, ja im Stadion selbst aufgehetzte Stimmung des schwedischen Publikums gegen die DFB-Auswahl.
Das ist nur ein Beispiel unter vielen, welches unter die Rubrik "unangenehmer Dreiklang" -sh.Arnold Voss -28- einzuordnen wäre, und zwar weltweit.

@Walter: In meinem Umfeld bevorzugen viele Leute den Vereinsfußball. Nur sind die im Moment wohl vergleichsweise ruhig. Ich meine auch erkannt zu haben, dass viele von denen die aktuell so sehr für die Nationalmannschaften die Daumen drücken, sonst eher weniger mit Fußball am Hut haben.

Fußball ist eine von tausenden Sportarten, ist langweiliger als Boxen, aber wird mittlerweile so spät übertragen, daß ich nach einer Halbzeit müde bin. Beim Boxen halte ich mich allerdings meist wach. Klappt aber nicht immer. Einige Nationalhymnen finde ich melodisch schön. Die Deutsche hat nie dazugehört. Da fand ich die Becherhymne ansprechender, und auch weniger belastet sowieso. Bei der Marseillaise find ich die Melodie schön, aber den Text grausam und kriegslüstern. Das hat die musikalisch langweilige Deutsche Nationalhymne immerhin nicht aufzuweisen. Mein Vorschlag: Nationalhymne weglassen, erste Halbzeit weglassen und solange spielen, bis die älteren Spieler ermüden, und dann erst Elfmeterschießen.
Halt!
Keine Aufregung jetzt. Das wird nie durchkommen.
Immerhin habe ich mal meine Meinung gesagt.
Das wird man in Deutschland doch wohl noch sagen dürfen. Oder?

@Walter Stach Also wenn zu den Waffen gerufen wird oder man bereit für den Tod ist, wie es bei Franzosen und Italienern heißt, finde ich das ganz schön heftig, zumal beide Nationen auch ziemlich viel Unheil in Afrika und Indochina angerichtet haben. Die Melodien sind aber schön, bei den Italienern klingt es wunderbar nach Rummelplatz, passt m.E. so gar nicht zum nationalschwülstigen Text.
Die Vorfälle damals in Göteborger Stadion waren sicher ebenfalls mehr als unschön, das hast Du richtigerweise ergänzt. Und der Schiri war doch ein Ungar….

Ich wünsche mir ein Endspiel mit Wales als Sieger, auch im Falle eines Falles gegen den DFB, so wie ich es 92 auch eher mit den Dänen hielt und 96 mit den Tschechen. Das ändert aber nichts daran, dass ich die Turniertradition der DFB-Mannschaften durchaus staunenswert gut finde.

Thomas Weigle -33-

Der Wunsch, der auch meiner war, , daß Wales das Endspiel erreicht, hat sich leider nicht erfüllt.
Ich meine, Portugal war die "bessere Mannschaft" und hat "verdient" das Endspiel erreicht.

So nebenbei wurde mir gestern bewußt, welche Qualität Real Madrid nicht zuletzt deshalb hat, weil dort Ronaldo und Bales spielen!

Nach der Vorrunde war Portugal für mich kein Kandidat für das Endspiel.
Und nun?
Portugal ist für mich nicht -nicht mehr- der Außenseiter im Endspiel, egal ob gegen Frankreich oder gegen die DFB-Auswahl.

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