Element of Crime: Das Album „Lieblingsfarben und Tiere” geht (leider) auf Nummer sicher


Sven Regener und Kollegen, besser bekannt als ‚Element of Crime‘ veröffentlichen am Freitag (26.09.14) ihr inzwischen 13. Album seit 1985. Es wurde „Lieblingsfarben und Tiere” betitelt.

Ich hatte in dieser Woche bereits die Gelegenheit das neue Werk, auf welches ich mich im Vorfeld seit Wochen sehr gefreut hatte, schon einmal etwas näher kennenzulernen. Nach einigen Durchläufen in den letzten Tagen muss ich aber leider feststellen, dass ein Überraschungseffekt darauf völlig ausgeblieben ist.

Man hat eigentlich nicht das Gefühl wirklich etwas Neues in den Händen zu halten. Zu vertraut sind einem inzwischen Regeners Gesang und die einem mehr und mehr bekannt erscheinende, markante Instrumentalisierung durch den Gitarristen Jakob Ilja, den Bassisten und Produzenten David Young sowie durch Drummer Richard Pappik.

Ein typisches ‚Element of Crime‘-Album also, welches einem da in den Gehörgang dringt. Und das ist Vor- und Nachteil zugleich. Nennenswerte Weiterentwicklungen sucht man hier leider vergeblich. Alle Lieder kommen einem bereits beim ersten Anhören seltsam vertraut vor.

Nichts Neues auch seitens der traditionell hochwertigen Texte, die fast schon an Gedichte erinnern. Die vorgelegten Kompositionen unterscheiden sich wenig bis gar nicht von Vorherigem.  Überraschungseffekte bleiben aus. Man könnte, negativ formuliert, fast sagen das Album ist etwas langweilig geraten. Allerdings, und das mag einen als Zuhörer trösten, auf gewohnt hohem Niveau.

Die Band steht mit ihren Texten im deutschsprachigen Pop, und das ist das noch immer Positive daran, weitgehend allein auf weiter Flur. Das bleibt ihnen auch mit „Lieblingsfarben und Tiere”  zum Glück unbenommen. Etwas mehr Weiterentwicklung und Abwechslung hätte ich mir allerdings beim ersten Studioalbum der Combo seit 2009 schon gewünscht.

Aus Sicht der Band erscheint das Vorgehen durchaus sinnvoll. Auch das neue Werk dürfte kommerziell ein Erfolg werden, wie auch schon die Alben zuletzt.

Wer ‚Element of Crime‘ mag, der kann auch bei ‚Lieblingsfarben und Tiere‘ bedenkenlos zugreifen. Er wird nicht enttäuscht werden. Künstlerisch erscheint der Höhepunkt der Band inzwischen allerdings bereits überschritten, was ich als langjähriger ‚Fan‘ sehr bedaure…

3 Kommentare

Robin, weil wir ja häufig schon einen ähnlichen Musikgeschmack festgestellt haben, erlaube ich mir, wieder mal meinen Senf dazuzugeben, obwohl ich wenig Musik höre.
Seit die bei einem großen Verlag sind, bin ich immer enttäuscht worden. Ich habe die früheren englischen CD`s, z.B. “try to be mensch” gut gefunden, und als echt gutes deutsches Stück “weißes Papier”. Letzteres höre ich heute noch gern. Danach waren sie bekannt und haben ein breiteres Publikum bedient. Mich leider aber nicht mehr.

Ja, Helmut, ‘weißes Papier’ war damals mein erstes Album von denen, welches ich mir zugelegt habe. Das war wirklich klasse. Bin der Band dann bis in die Gegenwart treu geblieben. An die Klasse der frühen Alben kommenm sie heute leider nicht mehr ganz ran. Es hat ein gewisser Abnutzungseffekt eingesetzt. Aber schöne Musik ist es immer noch. Zumindest für gewisse Stimmungen…

Regeners Texte sind so herrlich melancholisch, dass sie selbst einen suizidgefährdeten Klippenspringer von der Klippe holen würden. Bei mir im Plattenschrank stehen nur die beiden Scheiben Weißes Papier und sein Vorgänger Damals hinterm Mond. Mehr Scheiben braucht man vermutlich gar nicht. Dafür lohnt es immer wieder, sich von den Jungs live einlullen zu lassen. Nächste Möglichkeit ist der 4. März 2015 in der Jahrhunderthalle Bochum.

Hey, wo sind eigentlich eure Konzerthinweise geblieben? Da waren immer mal wieder ein paar schöne Sachen bei.

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