Eishockey Oberliga: Meisterrunde für die Topteams

Christoph Schubert, hier noch im NHL-Dress. Am Sonntag im Rahmen der Meisterrunde der Oberliga Nord zusammen mit seinen Crocodiles Hamburg am Herner Gysenberg zu Gast. (Foto: Robin Patzwaldt)

Die Hauptrunde in der Oberliga Nord ist am letzten Wochenende beendet worden und heute geht es direkt weiter für die drei Top-Teams aus dem Ruhrgebiet. Und das jeweils mit einem Kracher: die Moskitos aus Essen gastieren in der Wedau bei den Duisburger Füchsen und der Ligenprimus aus Herne stellt sich in Tilburg dem Duell mit dem Vorjahresmeister. Damit wären auch die beiden Topspiele des Spieltages aufgezählt, obgleich Moskitos-Coach Frank Gentges vorausschauend auf die Meisterrunde sagte, dass nun nur noch Topspiele anstünden.

Ganz unrecht hat er damit nicht. Die 16 Teams der Oberliga Nord wurden nach den 30 Spieltagen der Hauptrunde unter Mitnahme der Punkte in zwei Gruppen aufgeteilt. Der Modus ist jedoch etwas kompliziert: Die ersten acht Mannschaften spielen in einer Einfachrunde, der so genannten Meisterrunde, die Platzierungen für die Play-Offs aus, Platz neun bis 16 spielt ebenfalls eine Einfachrunde ,Qualifikationsrunde genannt, um den Einzug in die Pre-Play-Offs und den Klassenerhalt. So weit, so klar. Platz eins bis sechs der Meisterrunde sind für die Play-Offs gesetzt, Platz sieben und acht, sowie Platz eins und zwei der Qualifikationsrunde spielen eine Pre-Play-Off-Runde, um die zwei vakanten Play-Off-Plätze. Die am Ende der Qualifikationsrunde siebt- und achtplatzierten Teams spielen dann eine Relegationsrunde mit der Regionalliga, um den Einzug bzw. den Verbleib in der Oberliga.

Für die drei Ruhrgebietsclubs wird es also in der Meisterrunde ernst. Neben dem Herner EV als unangefochtener Spitzenreiter mit zehn Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierten Tilburg Trappers konnten sich auch die Duisburger Füchse als Dritter und die Moskitos aus Essen als Fünfter problemlos für die Meisterrunde qualifizieren. Insgesamt gehörten die drei Clubs zu den dominierenden der Hauptrunde, insbesonderer das Team vom Herner Gysenberg legte eine furiose Serie hin und verzeichnet nur vier Niederlagen und lediglich eine davon nach 60 Minuten, also komplett ohne Punktgewinn.

Der EV Duisburg erneut als eigentlicher Top-Favorit in die Saison gestartet hatte im Verlauf einige Punktverluste zu beklagen, u.a. wurden die Spiele in Rostock und gegen Timmendorf aufgrund von Formfehlern bei der Spielerlizensierung gegen die Füchse gewertet. An der Wedau raufte man sich jedoch zusammen und konnte dann seiner Favoritenrolle gerecht werden. Ohne diese unnötigen Punktverluste stünde der EVD gemeinsam mit den Hernen an der Tabellenspitze.

Für Außenstehende etwas überraschend mischten die Moskitos aus Essen eine Zeit lang ganz oben an der Tabellenspitze mit und waren zur Mitte der Hauptrunde mehrere Spieltage lang Spitzenreiter. Die sehr gute Arbeit von Frank Gentges zeigte sich bereits in der letzten Spielzeit, als man die Play-offs nur um Haaresbreite verpasste. Mit gezielten Verstärkungen war für diese Saison auch das Ziel Play-offs ausgegeben worden, aber bereits nach einigen Spielen zeigte sich, dass die Essener durchaus als Geheimfavorit gehandelt werden müssen. Nach einigen personellen Veränderungen und eine kurzen Durststrecke konnte sich der ESC aber wieder fangen und einen sehr guten fünften Platz belegen.

Frank Gentges hat mit seiner These, dass es nun nur noch Topspiele geben würde insofern recht, als das in der Meisterrunde jeder jeden schlagen kann, die Herner und die Tilburger werden jedoch das Maß der Dinge sein. Je nach dem wie gut die Duisburger Füchse in die Meisterrunde starten, dürfte es für Essen das Ziel sein, Platz vier zu erreichen, um sich für die erste Play-off-Runde das Heimrecht zu sichern. Dagegen haben die Crocodiles aus Hamburg jedoch etwas einzuwenden. Der aktuelle Tabellenvierte um den ehemaligen NHL-Crack Christoph Schubert mit einem Punkt Vorsprung auf die Essener will dieses Privileg ungern aus der Hand geben. Die anderen Teilnehmer der Meisterunde aus Halle, Leipzig und die Wedemark Scorpions haben sieben, neun bzw. 14 Punkte Rückstand auf die Essener und werden warscheinlich die Plätze sechs bis acht unter sich ausmachen.

Erfreulich zu beobachten ist die Entwicklung der Oberliga. Im Vergleich zu den Spielzeiten vor einigen Jahren hat die Qualität des dargebotenen Eishockeys erheblich zugenommen, es ist eine deutliche Steigerung der Professionalität zu verzeichnen und selbst für gestandene DEL-Spieler wie z.B. Björn Barta in Duisburg und Christoph Schubert in Hamburg ist die Oberliga attraktiv. Nicht zuletzt die drei Ruhrgebietsclubs tragen mit ihrem schnellen, technisch sehr hochwertigen Eishockey erheblich dazu bei. In der Hauptrunde besuchten im Schnitt 1079 Zuschauer die Spiele in der Oberliga. Der HEV und der EVD liegen mit einem Schnitt von 1442 bzw 1286 Zuschauern darüber, der ESC mit 912 etwas darunter. Auch an der Entwicklung der Zuschauerzahl im arg gebeutelten und durchaus mit alternativen Sportarten und Eishockeystandorten (Krefeld, Düsseldorf, Köln, Iserlohn) konfrontierten Ruhrgebietseishockey erkennt man die positive Entwicklung.

Erstes Bully beim Gastspiel der Essener in Duisburg ist heute Abend um 19:30Uhr in der Scania-Arena im Sportpark Wedau. Eintrittskarten gibt es ab 10€.
Die Tilburg Trappers empfangen den Herner EV um 20Uhr.
Am Sonntag gastieren am Essener Westbahnhof die Saale Bulls aus Halle, der EV Duisburg spielt in Mellendorf bei den Wedemark Scorpions und der Herner EV empfängt die Crocodiles Hamburg. Alle Spiele beginnen jeweils um 18:30Uhr. In Essen kostet der Eintritt ab 10€, in Herne ab 12€.

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