Ein Fußball-Länderspiel zur Feier der Freiheit

Das Stadion in Hannover. Quelle: Wikipedia, Lizenz: Tim Rademacher, Lizenz: CC-BY-SA 4.0
Das Stadion in Hannover. Quelle: Wikipedia, Foto: Tim Rademacher, Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Sportlich wird das Fußballländerspiel Deutschland gegen die Niederlande am morgigen Dienstag in Hannover keine große Aussagekraft haben. Das war bereits vor Wochen klar. Die Nachfrage nach Tickets war im Vorfeld auch eher gering. Noch in der Vorwoche beklagte auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff das relativ geringe Zuschauerinteresse.

Bierhoff sinnierte damals noch über einen möglichen Zusammenhang mit der DFB-Krise, welche seit Wochen die Fußballfans im Lande beschäftigt. Andere Beobachter machten die zunehmende Kommerzialisierung, in Form der hohen Kosten für die Eintrittskarten, für das relativ geringe Interesse an diesem ‚Klassiker‘ verantwortlich. Doch seit den Anschlägen von Paris am Freitag, nach denen die Austragung des Spiels zwischendurch sogar über Stunden komplett infrage stand, erhält das Spiel nun eine neue, zuvor noch völlig ungeahnte Brisanz abseits des Rasens. Aus dem eher unbedeutenden Freundschaftskick ist nun eine Feier der Freiheit, eine bedeutende Demonstration geworden, in der unsere Gesellschaft zeigen soll, dass sie durch solch feige Terrorakte nicht in die Knie zu zwingen ist.


Manch einem Zuschauer wird sicherlich am Dienstag mulmig zumute sein, wenn er sich auf den Weg in die Arena begibt. Mit extrem verstärkten Sicherheitskontrollen ist in Hannover zu rechnen, auch wenn nach allen bisherigen Erkenntnissen keine besondere Bedrohungslage gegen das Spiel bekannt ist. Aber der Kopf lässt sich halt nicht so einfach ausschalten. Seit Freitag sieht die Welt dann doch ganz anders aus. Das beeinflusst natürlich auch den Fortgang der Sportwelt.

In die Diskussion geraten ist in diesem Zusammenhang über das letzte Wochenende nicht nur die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich im Jahre 2016, welche von einigen bereits vollständig in Zweifel gezogen wurde, sondern auch die Sicherheit bei allen Großveranstaltungen grundsätzlich.
Doch wenn man mal gamz ehrlich ist, dann gab es solche Ängste ja schon zuvor. Gut in Erinnerung sind da so einige Diskussionen in den letzten Jahren. Immer dann, wenn die Welt von Anschlägen erschüttert wurde, dann wuchsen die Ängste von Millionen. Mal mehr, mal weniger begründet. Fakt ist aber natürlich, dass es eine 100%ige Sicherheit ohnehin nicht geben kann. Nicht beim Besuch von Sportveranstaltungen und Konzerten, natürlich auch nicht im sonstigen Alltag.

Schalke Boss Clemens Tönnies betonte im Umfeld des Abschiedsspiels von Gerald Asamoah auf Schalke am Wochenende z.B., dass der FC Schalke 04 in Sicherheitsfragen schon gut sei, aber nun natürlich noch einmal diskutieren will, wie man evtl. noch besser werden könne. Das klingt gut und ist sicherlich auch sinnvoll. Doch sollte das ja eigentlich eh Standard sein.

Wird man sich gegen jeden denkbaren Angriff von Selbstmördern schützen können? Nein, niemals! Das gehört, so mulmig einem beim Gedanken daran auch werden mag, bis zu einem gewissen Grade zum unvermeidlichen Risiko des Alltags. Platt gesagt: Gegen Irre und deren Anschläge kann man sich nicht immer und überall schützen.

Es kann hier nur darum gehen die Sicherheit aller bestmöglich zu gewährleisten. Und natürlich ist es richtig morgen zu spielen. Eine Absage wäre, da aktuell offenbar keine konkrete Bedrohung bekannt ist, ein katastrophales Zeichen gewesen. Bundestrainer Joachim Löw fasste dies heute Mittag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sehr griffig in dem Satz „Wenn das Spiel stattfindet, dann haben wir unabhängig vom Ergebnis gewonnen!“ zusammen.

Bedrohungen gegen Großveranstaltungen sind kein neues Phänomen. Auch vor den letzten großen Fußballturnieren war immer ausführlich über mögliche Sicherheitsrisiken diskutiert worden. Auch nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde intensiv über die Sicherheit bei Flügen diskutiert worden. Trotzdem wird auch heute noch per Flugzeug gereist. Ähnlich wird es sich mit dem Besuch bei Fußballspielen und Konzerten verhalten. Der Alltag soll und muss weitergehen. Natürlich abermals frisch ‘aufgeschreckt’ und erst einmal deutlich wachsamer als zuvor. Doch nachgegeben darf in dieser Frage nicht werden.

Das Fest der Freiheit morgen in Hannover soll und wird stattfinden. Und das ist gut so!

33 Kommentare

Ich weiß nicht so recht, was dieser Freundschafts-Kick denn nun demonstrieren soll – eimerweise noch mehr Betroffenheitsfloskeln oder "nur" ein paar mehr Zuschauer und TV-Quoten? Wenn man das Spiel einfach stattfinden lässt und keinen Riesen-Bohei drum macht, wäre dem Zweck, den Terroristen unsere unbeeindruckte Entschlossenheit zur Freiheit zu demonstrieren, wohl am besten Genüge getan, oder?

Stimmt schon, Klaus. Dass das aktuell auch seitens der Politik so 'aufgeblasen' wird ist weniger prickelnd. Aber das gespielt werden soll ist meiner Meinung nach alternativlos. Wem würde eine Absage auch nutzen? Nur dem Terror.

Mich interessieren die Spiele der Nationalelf nur sehr selten. Die Qualis sind Selbstläufer, da die Teilnehmerfelder aufgebläht wurden und die Gegner zu schwach sind.
Fußball spielt sich in den Ligen und in den Europacups ab. Die Spiele jenseits von WM, EM lassen doch alle nur zittern, weil sie Angst, dass sich ein Star des eigenen Vereins verletzen könnte. Wieso soll man dafür noch Geld ausgeben? Ich werde das Spiel auch nicht im Fernsehen schauen.

Dass sich jetzt die Politik noch präsentieren muss, ist überflüssig. Es gibt wirklich dringendere Sachen zu erledigen. Aber vielleicht sprechen die Minister wenigstens dann mal miteinander. Im Stadion haben sie ja Zeit.

Unverantwortlich in der derzeitigen Situation das Spiel durchführen zu wollen, weil man irrtümlich glaubt, es sei ein Signal der Stärke. Tatsächlich ist es eine unausgewogene und nicht angemessene Trotzreaktion, von der potenzielle Täter sich nicht beindrucken lassen. Wer trägt die Verantwortung, falls etwas passieren sollte?

@4: Die Verantwortung tragen wir alle, die wir in Freiheit leben wollen.
Sollen wir uns alle in den Wäldern verstecken?

Robin, eine andere Variante, die ich grad beim Lesen sehr gut fand, wäre die Absage des Hannover-Spiels und die Teilnahme der hollandse und deutschen Teams als einfache Zuschauer beim Freundschaftsspiel England gegen Frankreich im Wembley-Stadion gewesen. Zwar geht es "nur" um Fußball, aber eine europäische Geschlossenheit gegenüber dem IS demonstriert man nicht, indem jeder seine eigenen Events weiterpflegt.

http://www.spiegel.de/sport/fussball/terrorserie-in-paris-nationalmannschaft-haette-spiel-gegen-holland-absagen-sollen-a-1063065.html

@Fragensteller: Wenn man das jetzt abgesagt hätte, ab wann hätte man wieder spielen sollen/können/dürfen? Ich bin fest davon überzeugt, dass es das Beste ist sofort möglichst unbeeindruckt weiter zu machen. Ein risikofreies Leben gibt es eh nicht.

Kleines Beispiel: Ich bin kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001 in die USA geflogen. Auch damals hatte ich ein ungutes Gefühl dabei, hätte den Flug gerne verschoben. Doch im Nachhinein war es gut, dass ich nicht abgesagt habe. Natürlich war ich auf dem Flug sehr nervös. Aber sein Leben unbeeindruckt möglichst normal fortzusetzen ist sicher die beste Möglichkeit. Auch für den eigenen Kopf. Inzwischen fliege ich wieder weitestgehend 'angstfrei', auch wenn auch das natürlich nie wirklich ungefährlich ist.

@7: Erst wenn mehr über die Hintergründe der Anschläge und die Attentäter bekannt sein wird, die Opfer bestattet sind und die unreflektierte und unselige "jetzt erst recht" Phase überwunden ist, wird man zur Normalität zurückkehren können. Als Veranstaltungen zur Verteidigung der Freiheit hochstilisiere Fußballländerspiele wird die Täter von Paris und ihre Hintermänner nicht beeindrucken.
Im übrigen sei darauf aufmerksam gemacht, dass derzeit Bands und Musikgrupppen national und international Auftritte aus Sicherheitsgründen und/oder Anteilnahme absagen, ohne dafür kritisiert zu werden; vielmehr ist für diese Entscheidungen viel Verständnis zu spüren.

@8: Es gab von Madonna eine ziemliche eindrucksvolle Rede, in der sie begründet hatte, warum sie ihr Konzert nicht abgesagt hatte. War es PR? Ich glaube nicht, die Aussagen waren authentisch und sie passten zu ihrer Gesamtdarstellung.

Was würde sich ändern, wenn man sein Leben ändert?
Gar nichts!
Eine Veranstaltung kann man halbwegs absichern. London hat dies bspw. während Olympia gemacht. Der Aufwand ist immens. Der Rest des Lebens ist immer angreifbar.

Im Endeffekt muss jeder selber entscheiden, was er macht.

"Was würde sich ändern, wenn man sein Leben ändert?
Gar nichts!"

Doch, das finde ich schon. Man würde der Angst mehr Platz einräumen als nötig. Und genau das war das Ziel der Anschläge.

Natürlich muss das letztendlich jeder für sich selber entscheiden. Und ich finde es auch durchaus respektabel erst einmal aus Respekt gegenüber den Opfern einzelne Veranstaltungen in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den Anschlägen abzusagen, wenn einem danach ist.

Grundsätzlich sollte man sein Leben aber nicht der sich ausbreitenden Angst unterordnen. Und genau deshalb sollte heute gespielt werden, auch wenn das Spiel sportlich nun natürlich völlig wertlos ist.

Abgesehen davon dürfte ein Anschlag heute (bei den extremen Sicherheitsmassnahmen) extrem unwahrscheinlich sein. Da dürfte ein Weihnachtsmarktbesuch in einer der nächsten Wochen gefährlicher sein, fürchte ich.

@kE Eine kleine Anmerkung zu London. Damals hatte die innenpolitische Sprecherin der Linkpartei (Jelpke glaube ich) die Sicherheitsmaßnahmen im Namen ihrer Partei heftig kritisiert.

@10: Warum ist das Spiel Belgien gegen Spanien abgesagt worden? Aus Angst oder aufgrund einer rationalen Risikoabwägung?
Wer Angst hat geht bei der derzeitigen Sicherheitslage sowieso nicht zu einer solchen Veranstaltung. Wieso ist die Freiheit und Sicherheit gefährdet, wenn wir nach einer solchen Tat erst innehalten und abwarten. Unüberlegte, unausgewogene und emotionale Spontanreaktionen sind der falsche Weg, wie die Menschheitsgeschichte viel zu oft gezeigt hat.
Den laien-und biertischhaften Vergleich " Da dürfte ein Weihnachtsmarktbesuch in einer der nächsten Wochen gefährlicher sein" sollte man in Anbetracht der derzeitigen Sicherheitslage besser lassen und nicht auf vermeintlich extreme Sicherheitsmaßnahmen setzen.
Wollen wir mal sehen, ob die Spiele in Hannover und London stattfinden.

@Fragensteller: Wenn die belgische Regierung ihre Terrorwarnstufe auf Stufe 3 (von 4) erhöht und den belgischen Fußballverband bittet, das Spiel deshalb abzusagen, dann in erster Linie aus extremer Vorsicht gegenüber den evt. noch in Belgien sich versteckenden Attentätern und/oder deren Hintermännern. Das ist z.Zt. aber – außer auf Frankreich – auf kein anderes EU-Land 1:1 übertragbar.

Der Schalker Kapitän Höwedes will übrigens, obwohl gerade verletzt, extra nach Hannover reisen und sich das Spiel der Nationalmannschaft vor Ort angucken, um ein Zeichen zu setzen, dass 'wir' nicht aus Angst weichen sollten.

Veröffentlichung aus Der Tagesspiegel:
12:17 Uhr – Ilkay Gündogan schildert Zweifel des Teams: Nationalspieler Ilkay Gündogan hat sich in einem Beitrag auf DFB TV zu den Gedanken der Mannschaft über das Spiel gegen Holland geäußert. „Wir Spieler haben uns darüber unterhalten und gesagt, dass es schwierig sein wird, wenn das Spiel stattfindet", sagte der Dortmunder. "Wir haben uns als Mannschaft auch dagegen ausgesprochen, um ehrlich zu sein, weil wir keine Maschinen, sondern auch Menschen sind.“ Die Mannschaft habe sich aber überzeugen lassen von der Bedeutung der Partie. „Wir sind letztlich einverstanden, um ein Statement abzugeben, ohne viel zu sagen, mit dem was wir machen“, betonte Gündogan.
Angeblich haben sich die Spieler überzeugen lassen, doch zu spielen.

Klingt wenig überzeugend, man habe sich überzeugen lassen. Der gleiche Eindruck drängte sich auch schon beim Bundestrainer auf. Man muß sich auch fragen, warum der DFB glaubt, sich über die tiefe Betroffenheit der Spieler, die möglicherweise sogar psychologische Betreuung benötigen, hinwegsetzen zu müssen? Eine Spielabsage mit der tiefen Betroffenheit der Spieler, die aufgrund glücklicher Umstände in Paris nicht Opfer geworden sind, zu begründen, wäre eine authentischere Solidaritätsadresse gegenüber den Opfern, ihren Angehörigen und den Franzosen als der abgehobene und im Ergebnis abstrakte politische Aktionismus, Freiheit und Demokratie verteidigen zu zu müssen.
Geht es dem DFB vielleicht auch darum, den eigenen ramponierten Ruf zu verbessern?

@Fragensteller: Manchmal ändert aber auch ein wenig zeitliche Distanz die Einstellung. Hat Löw ja auch so ähnlich geschildert. Erst ist man schockiert, hat auch noch Angst, doch dann überdenkt man die Situation, ändert ggf. seine Meinung, nimmt andere Meinungen auf, beruhigt sich auch innerlich vielleicht wieder etwas.

@16: Was Gündogan geäußert hat, spricht nicht für Angst, sondern für eine Traumatisierung. Seine Aussage, die Spieler seien keine Maschinen sondern Menschen und man sei letztlich einverstanden, um ein Statement abzugeben, ohne viel zu sagen, mit dem was wir machen, deutet darauf hin, dass Druck auf die Spieler ausgeübt wurde. Die Folgen für die Spieler und auch für den Bundestrainer einem solchen Druck nicht nachzugeben, kann man sich leicht ausmalen.
Was wird das nun für eine Veranstaltung heute werden in Hannover mit Akteuren, die gesagt haben, eigentlich fühlen wir uns mental nicht in der Lage zu spielen weil wir Menschen und keine Maschinen sind, aber da andere das so wollen, machen wir notgedrungen mit.

@Fragensteller: Wir werden im Verlauf des Abends noch sehr viele Interviews mit größtenteils gegenteiligen Aussagen von allen Seiten zu hören bekommen, also was soll's? Für Küchenpsychologie ist weder Zeit noch Platz.

Davon ab hat aber auch Oliver Bierhoff gestern schon von einer vorgesehenen psychologischen Betreuung der Beteiligten durch den DFB gesprochen. Erscheint ja auch nachvollziehbar. Jeder reagiert anders, und natürlich sollte man niemand zwingen heute dabei zu sein. Aber ausweichen kann man dem 'Problem' dauerhaft ohnehin nicht. Denn am Wochenende geht ja auch der Ligabetrieb weiter. Auch in Frankreich übrigens…

Was ist nur mit unseren Sicherheitsbehörden los?
Es geht um den Sicherheit in einem abgeschlossenen Bereich. Es gab eine Vorbereitungszeit. Für die Stadien etc. muss es doch Sicherungspläne geben.

Oder geht man davon aus, dass mögliche Terroristen schwere Waffen/Kampfmittel haben?

Die aktuelle Situation ist beängstigend. Die Behörden scheinen die Kontrolle komplett verloren zu haben.

SSNHD berichtet gerade von Spezialeinheiten der Polizei die aktuell in das Stadioninnere kommen. Die Zuschauer wurden evakuiert bzw. aus dem Inneren hinausgebeten. Auch der SSNHD-Reporter übrigens, der sogar seine Fernseh-Kamera zurücklassen musste und nun 'Hörfunk' macht…

Das ist doch alles Mache der Behörden, um die Bevölkerung zu täuschen, gelle? Wetten, dass die entsprechenden Blogs in diesem Sinne ziemlich heiß laufen werden? Zu mal diese heute einen schweren Schlag verkraften mussten als Putins seine syrischen Einheiten anwies, die Franzosen als Verbündete zu betrachten.

Angeblich wurde ein Rettungswagen voller Sprengstoff in der Nähe des Stadions gefunden…. In wenigen Minuten soll es eine PK vor Ort geben.

@26: Was ist wirklich gewonnen, wenn es ernste Hinweise gab, aber nichts gefunden wurde. Es gab keine Festnahmen.
Das bedeutet doch, dass die Gefahr noch da ist.

Das Orakeln des MInisters hilft auch nicht. Wir kennen alle Serien/Filme, Dokus über Anschläge und haben ein Kopfkino mit den entsprechenden Szenarien.

@#27:
Es ist offiziell, wie es Pistorius offiziell sagt: *Bis jetzt* ist nix gefunden und Keiner verhaftet worden. Außerdem hat er explizit die Existenz dieses ominösen RTW "voller Sprengstoff" dementiert. Was soll daran bitte "Orakel" sein, wenn hunderte Beamte eben *nix* finden??

Man kann sich mit zuviel Medienkonsum das Leben aber auch selbst zur Angsthölle machen…

@28:
Wieso "Angsthölle"?
Es gibt doch nur 2 Möglichkeiten.
1) Nicht gefunden, weil es eine Fehlwarnung war.
2) Nichts gefunden, weil die Gefahr woanders lauert.

Was jetzt Polizeiaktionen waren, die in Richtung Bedrohung gingen und was evtl. Verschleierungen waren, um bspw. die Quellen zu schützen, können wir nicht beurteilen.

Was wurde durch die Absage erreicht, wenn nicht explizit eine Gefahr ausgeschaltet wurde?
Eigentlich wenig, denn die Gefahr ist dann noch da.

@#29: Die Warnung (anscheinend vom französischen Geheimdienst) betraf eine Bombenwarnung fürs Niedersachsen-Stadion: ""Wir haben konkrete Hinweise gehabt, dass jemand im Stadion einen Sprengsatz zünden wollte", sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe." Punkt. Deshalb wurde geräumt, deshalb wurde fieberhaft nach der Bombe gesucht, deshalb wurden wahrscheinlich von den Medien wieder Unsinnsmeldungen verbreitet – und gefunden wurde nix.

Und die Gefahr ist da draußen selbstverständlich *immer* da – durch besoffene Autofahrer, Sturmschäden, Herzinfarkte etc. pp., das ganze Programm.

@Klaus: Stimme Dir zu. Wobei die Äußerungen des Innen- und Sportministers schon sehr unkonkret war und so eigentlich noch mehr zur Verunsicherung als zur Aufklärung beitrug. Dass er keine Details zur Bedrohung nennen wollte, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern, das finde ich schon heikel.

@30:
Wie viele Drohung gab es wohl gegen Wembley? Dass England noch die Erfahrungen der Olympischen Spiele hat, ist klar.

Das Stadion ist eine Betonschüssel, für die seit der WM 2006 auch Sicherheitskonzepte vorliegen werden. Wenn die Sicherheitsbehörden ihre Aufgabe richtig gemacht haben, sollte dort keine Bombe sein. Wie soll man eine Bombe in den Sicherheitsbereich hineinbringen?
Dass es ein Risiko gibt, wussten alle, auch die Zuschauer. Viele berichteten, dass sie explizit ein Zeichen setzen wollten. Insgesamt hinterlässt das Ereignis für mich kein gutes Bild für die Qualität unserer Sicherheitsbehörden und Entscheider.
German Angst?
Die Zuschauer wollten sich ihr widersetzen. Denn das Risiko gibt es immer. Bald ist Bundesliga. Was will man dort machen?

@32: "Bald ist Bundesliga. Was will man dort machen?" Genau das frage ich mich seit dem Abend auch.

Der BVB spielt schon am Freitagabend in Hamburg. Und mal am Rande angemerkt: Da werden dann u.a. mit den BVB-Nationalspielern Hummels, Ginter und Gündogan Spieler beteiligt sein, die schon in Paris und Hannover unmittelbar von den Ereignissen betroffen waren. Da kann man sich nur wünschen, dass die das im Kopf geregelt kriegen.

Gestern wurde ja auch mal kurz über eine Absage des kompletten Spieltags diskutiert. Offenbar hat man sich erneut dafür entschieden sich dem Terror nicht zu beugen. Ob es in der Kürze der Zeit nun aber Sicherheitskonzepte geben kann/wird, die in der Lage sind zeitgleich gleich diverse Fußballspiele zu schützen? Das beschäftigt mich aktuell sehr, ehrlich gesagt. Die Entscheidung von Dienstag, so vernünftig sie auch gewesen sein mag, wird Spuren hinterlassen. Müssig nun darüber zu spekulieren ob die Behörden 'eingeknickt' sind, solange wir die Bedrohungslage von Hannover nicht wirklich einschätzen können, keine Details kennen, wie ich finde.

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