Ein blauer Brief an die Ultras Wuppertal

Der DFB-Pokal. Für den Wuppertaler SV unerreichbar. (Foto: Robin Patzwaldt)

Hey Ultras Wuppertal,

ich kann schon verstehen, dass ihr ganz doll aufgeregt seid, weil die Möglichkeit besteht, dass Euer Herzensverein, der in der Bedeutungslosigkeit herumdümpelt, die Chance hat in der ersten Runde des DFB-Pokals rauszufliegen. Ihr seid bestimmt fast so aufgeregt wie die Tage, als der Lehrer plötzlich auf die geheime Raucherecke auf dem Schulhof zusteuerte und Euch beinahe erwischt hat.

Zum Glück konntet ihr die Kippe in letzter Sekunde wegschmeißen, sonst hätte es wieder einen Anruf bei Mama gegeben. Einen Anruf bei Mama hättet ihr eigentlich auch ob Eurer peinlichen Ergüsse anlässlich des Pokalspieles gegen Rot-Weiss Essen verdient. Ja, ich weiß, dass ihr coole Macker seid, ihr geht ja schließlich heimlich auf dem Schulhof rauchen – sogar in der Fünf-Minuten-Pause und im Stadion seid ihr die tollsten Hengste. Weiß jeder.

Nur leider ist das was ihr da von Euch gebt, weder cool, noch hart oder fly oder was auch sonst gerade die passende Terminologie ist. Solche Aufrufe und die dahintersteckende Einstellung sind unter andrem Grund, warum diese ganze „Ultra-Bewegung“ zu einem einzigen bemitleidenswerten Häufchen purer Peinlichkeit und Hass verkommen ist. Wenn ihr Spackos nicht ständig Ärger machen würdet, wäre es nur noch zum totlachen.

Eurer Verein – ein Viertligist ohne Aufstiegsambitionen – hat die reelle Chance auf den DFB-Pokal und ihr arbeitet Euch an den „Hurensöhnen“ aus Essen ab. Euer Team ist bestimmt megamäßig motiviert, wenn ihr Dienstag die Essener mit allerhand Beleidigungen und Hass überzieht. Die freuen sich so richtig in einem Stadion zu spielen, wo mehrere Dutzend Pappköppe auf beiden Seiten ihr Feindbild pflegen und 90 Minuten oder vielleicht auch 120 Minuten damit beschäftigt sind „die anderen“ mit möglichst vulgären Gesängen zu bedenken.

Braucht kein vernünftiger Fußballfan – denkt bei der nächsten Kippe mal drüber nach. Aber lasst Euch nicht erwischen, sonst wird Mutti wirklich stinkig.

6 Kommentare

Es trieft durch jede Zeile, dass der Autor die Ultras im Allgemeinen nicht mag. Das finde ich immer ein bisschen peinlich für Journalisten, die es nicht schaffen, sachlich über eine Sache zu berichten. Dass der Text der Ultras Wuppertal ein einziges Armutszeugnis ist, ist aber eine klare Sache.

Ich gratuliere dem Autor, zu diesem ebenso peinlichen Artikel wie dem Aufruf von UW. Da hilft es auch nicht, dass man sprachlich und orthographisch so fly ist. Mal ernsthaft, der Aufruf von Wuppertal war zum fremdschämen, aber das auf die gesamte Ultraszene, die in Deutschland so unterschiedlich ist, zu beziehen ist ebenso erbärmlich.
Sich außerdem über Fans eines Viertligisten lustig zu machen, zeugt davon, dass der Autor wohl wenig bis garnix mit Fußball am Hut hat. Denn Fußball ist Vorallem LEIDENschaft. Ich zolle jedem Einzelnen, der sein "local club" unterstützt und unterklassig spielt, meinen größten Respekt.
Achja: Der WSV spielt eine gute Saison und ich könnt mir vorstellen, dass man innden kommenden Jahren um den Aufstieg in Liga 3 mitspielt. Zudem möchte ich drei Euro ins Phrasenschwein einzahlen, denn der Pokal hat seine eigenen Gesetze und ich wette, dass der WSV die erste DFB Pokalrunde übersteht. Nimmt der Autor die Wette an oder braucht er sein Geld für Club Mate ?

Das war keine Beleidigung, sondern eine Frage. Ich will mich ja nicht auf dein Niveau herablassen. Aber deine Antwort bzw. eher Nicht-Antwort (was den wesentlichen Inhalt angeht)zeigt mir, dass ich mit meiner Vermutung, dass dich Fußball nicht interessiert, wohl richtig liege. Verstehe nicht, was einen dann bewegt sich darüber zu äußern. Außer du machst es Dienstag von Angesicht zu Angesicht, das wäre ehrenwert. Zumal die Frage an UW "Was sollte der Bums" berechtigt wäre. Schließlich gehören Pöbeleien auf den Rängen ausgetauscht und nicht im World Wide Web. Aber du hast auch damit sicher ein Problem, oder ? Wahnsinn, dass mittlerweile auch solche Sachen in Frage gestellt werden.. Zum Glück nur von Leuten die selber an einem Dienstagabend bei einem Duell von Viertligisten wohl niemals ein Stadion aufsuchen würden, weil sie die Magie des Spiels nicht begreifen und frustriert sind darüber, dass so etwas banales wie Fußball für andere Menschen soviel bedeutet. Dann macht man sich halt darüber lustig und fühlt sich erhaben, während man eigentlich ziemlich jämmerlich ist. In diesem Sinne : Sport frei.

Hätte ich Zeit, wäre ich tatsächlich hingegangen. Würdest Du dieses Blog aufmerksam verfolgen, wüsstest Du, dass ich durchaus eine Affinität zu unterklassigem Sport auf hohem Niveau habe.
Jedoch habe ich ne Aversion gegen Rumgeprolle, Mackertum und Gewalt auf der Tribüne. Eben jenes lässt sich auch nicht mit "brennen für einen Viertligisten" rechtfertigen.

Wuppertal hat ja noch einige Spiele, wirst sicher Zeit finden hinzugehen und dich mal persönlich mit UW Leuten auszutauschen. Mich würde ja interessieren, was die zu ihrem Aufruf zu sagen zu haben. Also halt mich auf dem Laufenden.
Eine Affinität zu unterklassigem Sport und Aversion gegen Blabla zu haben, ist doch ein Widerspruch in sich. Solche komischen Leute wie dich, gibt es auch nur in Deutschland. Bezogen auf deine Vorstellungen von einem gelungenen Fußballtag :
Bloß kein Gepose, aber auch keine Gewalt. Geile Stimmung aber bitte ohne Beleidigungen. Gelebte Leidenschaft, aber insgeheim macht man sich darüber lustig, weil man ja so intellektuell ist und weiß was im Leben wirklich zählt.
Sorry, aber ich sehe keine Grund diesen Blog zu verfolgen. Stattdessen rate ich dir mal die nächste Ausgabe Erlebnis Fußball zu bestellen und mal paar Minuten nachzudenken, bevor man sich so über eine komplett heterogene Jugendkultur äußert. Wobei, es ist sinnlos, denn an deinen Beiträgen merkt man, dass du kein Fußballfan bist.

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