Dortmunder Jecken – voll wie der Phoenix-See

karnevalsjugend_dortmundKöln, Mainz, Dortmund – für Jecken haben diese drei Städte einen besonders guten Klang. In der weltbekannten Karnevalshochburg Dortmund freuen sich alle Karnevalisten auf die neue Session.

„Wir geben uns in dieser Session einen besonders modernen Anstrich“, freut sich Karl-Heinz Brinckmann von der Karnevalsgesellschaft Blau-Rot-Gold, die sich dieses Jahr für das Motto „Dortmunder Jecken – voll wie der Phoenix-See“ entschieden hat. „Wir wollen damit zeigen, dass wir im neuen, hippen und jungen Dortmund angekommen sind“, so Brinckmann. Die Karnevalisten heben sich damit wohltuend von 2013 („Dortmunder Jecken – voll wie der Dortmund-Ems-Kanal“), 2012 („Dortmunder Jecken – voll wie das Stadion“) und 2011 („Dortmunder Jecken – voll wie der Westenhellweg als es noch lange Samstage gab“) ab.

Zum Start der Session gab es allerdings eine kleine Panne. Ex-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer war zur Verleihung der Ehrenplakette des Närrischen Rats im Pinocchio-Kostüm gekommen. Langemeyer soll etwas ungehalten auf einen Jecken reagiert haben, der ihn wie folgt begrüßte: „Sie sind ein richtiger Karnevalist, Herr Langemeyer, indem Sie heute sehr viel Selbstironie beweisen. Weil Sie sich als Haushaltslügner verkleidet haben“. Der Vorfall war nach einige Dutzend Bieren jedoch schnell vergessen.

Nun fiebert ganz Dortmund den drei tollen Tagen entgegen. Schon zu Weiberfastnacht soll die Stadt wieder außer Rand und Band sein. Gerüchten zufolge soll in diesem Jahr neben dem Stades erstmals auch eine zweite Kneipe eine Party zu Weiberfastnacht veranstalten. Sobald sich die Jecken von dieser Mega-Sause erholt haben, wollen sie mit dem Rosenmontagsumzug voll durchstarten.

Mit Spannung erwartet werden dabei auch in dieser Session die Prunkwagen. Dem Vernehmen nach soll es beim politischen Wagen um das brisante Thema Armutszuwanderung gehen. Karl-Heinz Brinckmann vom Karnevalsverein Blau-Rot-Gold deutet an: „Es gibt kaum ein aktuelleres Thema als die Zuwanderung von armen Menschen in Dortmund, da kommen wir natürlich auch im Karneval nicht dran vorbei“. Brinckmann erinnert an einen Fall, der unter den Vereinsmitgliedern zu heftigen Diskussionen geführt hat: „Da ist doch tatsächlich kürzlich eine alleinerziehende Mutter zu uns nach Lücklemberg gezogen. Die fährt einen Skoda. Solche Entwicklungen müssen dringend gestoppt werden.“

Die Besucher beim Rosenmontagszug können also gespannt sein wie die Jecken das Thema auf ihrem Wagen umgesetzt haben. Zum Umzug werden in diesem Jahr wieder tausende Jecken in sehr variantenreichen Kostümen erwartet: „Wir können uns auf unser Publikum verlassen“, so Brinckmann, „Einige haben schon angedeutet, dass sie ein BVB-Trikot aus den 90ern tragen, andere wollen das aktuelle Jersey anziehen und manche, ich hoffe, ich verrate nicht zuviel, wollen sich sogar mit dem Trikot von 2002 verkleiden“.

Zum Rosenmontagsumzug werden in diesem Jahr wieder weit über 100.000 Menschen erwartet. Hieß es jedenfalls bislang. Angesichts der jüngsten Enthüllungen beim ADAC will Brinckmann diese Zahl allerdings nicht mehr bestätigen: „Naja, vielleicht ist es an der Zeit mal zuzugeben, dass wir seit Jahren eine Null hinten dran gemogelt haben.“

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