Dortmunder Bundestagsabgeordneter Marco Bülow ist aus der SPD ausgetreten

Marco Bülow Foto: Willi Weber Lizenz: Copyright

Der Dortmund Bundestagsabgeordnete Marco Bülow ist aus der SPD ausgetreten. Nach einer Meldung des Berliner Tagesspiegel-Korrespondenten Matthias Meissner will Bülow die Gründe seines Parteiaustritts morgen bekannt geben.


Bülow vertrat seit 2002 den Wahlkreis Dortmund I, den er immer direkt gewann. In seiner Partei galt Bülow als isoliert, Schlagzeilen machte er immer wieder durch Kritik an der Arbeit des Bundestages, seiner Partei und der Bundesregierung. Zuletzt erhielt Bülow  Aufmerksamkeit, als er sich als einer von wenigen prominenten SPD-Mitgliedern Sahra Wagenknechts Bewegung “Aufstehen” anschloss.

6 Kommentare

Interessant, ich habe seit Jahren sowieso nicht verstanden warum er überhaupt noch in der SPD geblieben ist. Möchte da jemand noch mit Würde aussteigen, bevor ein Wrack namens SPD komplett in den Wellen des Wählerunwillens absäuft …?

Er erhielt auch viel Aufmerksamkeit, als er in der folgenden Liste auftauchte:
https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/sie-fehlten-am-haeufigsten-die-abstimmungs-schwaenzer-im-bundestag-57801292.bild.html

Ich hatte dann auch auf seine Homepage, die mit Stichworten wie "Transparenz" etc. wirbt, keine Angaben gefunden. Selbst bei Krankheit etc. könnten zumindest Mitarbeiter eine Stellungnahme abgeben.

Insgesamt habe ich nie verstanden, wieso man sich wählen lässt, obwohl man immer wieder massive Kritik am System übt.

Ich bin neugierig bzgl. der Motive. Dabei ist zu hoffen, dass sie nicht im persönlichen Bereich liegen.

Wenn es politische Differenzen mit der Partei sind, sollte man auch eine klare Kante zeigen und das System SPD mit allen Goodies verlassen. Dazu gehört auch der warme Platz im Parlament.

Wie gesagt, ich bin neugierig.

Werte Leute, hier wird ja über den Herrn Bülow geschrieben, als sei er Sympathisant von irgendwelchen umstürzlerischen Bestrebungen. Der Herr befindet sich vielleicht derzeit am linken Rand der SPD, aber vor 30-40 Jahren hätte der in der SPD zur Mitte gezählt. Nur weil die SPD versucht hat CDU und FPD auf der neoliberalen Überholspur rechts zu überholen, kann man Herrn Bülow wirklich keinen Vorwurf machen. Und wer den parlamentatischen Betrieb nur ein ganz klein wenig kennt, wird wissen, dass die Häufigkeit der Anwesenheit bei Plenardebatten keinerlei Aussagekraft darüber hat, wie gut ein Abgeordneter arbeitet.

Wieso Herr Bülow sein Bundestagsmandat abgeben soll, ist mir auch nicht ganz klar. Im Zweifel wird er dafür bezahlt haben:

https://www.sueddeutsche.de/politik/bundestagswahl-wenn-der-wahlkampf-eine-frage-des-geldes-ist-1.3624810

Aus meiner Sicht würde es von politischer Naivität zeugen, wenn er sein Bundestagsmandat aufgeben würde. Er ist als Direktkandidat gewählt worden mit dem Versprechen, keine neue große Koalition zu machen. Davon ist die SPD abgewichen. Herr Bülow kann diese Politik, für die ihn seine Wähler gewählt haben, ausserhalb der SPD ja eigentlich viel besser durchsetzen. Vielleicht folgen ihm ja auch einige, und dann kann das Ende der großen Koalition schneller kommen als man glaubt. Den Sitz und die Stimme einfach aufzugeben und an irgendeinen Nachrücker zu überlassen, würde dagegen die GroKo wieder stärken. Das macht doch keinen Sinn.

Bla. Echt, zu soviel erwartbarem Müll fällt einem nichts mehr ein. Bülow, du Promi-Loser, geh endlich mal auf Leben in echt steil!

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