Dortmund: Sebastian Rode kommt – Aber kann ein Bankdrücker von den Bayern den BVB verstärken?

Sebastian Rode. Quelle: Wikipedia, Foto: Niklas B., Lizenz: CC BY 2.0
Sebastian Rode. Quelle: Wikipedia, Foto: Niklas B., Lizenz: CC BY 2.0

Seit Tagen wurde schon darüber spekuliert, nun ist es seit wenigen Minuten dann auch offiziell: Sebastian Rode vom FC Bayern München, der dort eigentlich noch zwei weitere Jahre unter Vertrag stand, wird ab der kommenden Saison für den BVB auflaufen.

Als Ablösesumme sind bei diversen Medien 12-15 Millionen Euro im Gespräch. Beide Clubs äußerten sich dazu bisher jedoch noch nicht.

Der Mittelfeldspieler war seit zwei Jahren für die Bayern aktiv, zuvor u.a. für Eintracht Frankfurt im Einsatz.

Diskutiert werden darf nun wohl kräftig über die Frage, ob Rode wirklich das sportliche Kaliber hat, um den in der Vorwoche endgültig zu Manchester City abgewanderten Mittelfeldmotor Ilkay Gündogan (mindestens) gleichwertig ersetzen zu können, ob er, mit in der abgelaufenen Saison nicht einmal 500 Einsatzminuten für den Double-Sieger, nun tatsächlich eine willkommene Verstärkung sein kann, welche die Schwarzgelben wirklich in Schlagdistanz zu den Bayern halten/bringen kann.

Dass er mehr als ein Ergänzungsspieler der Dortmunder sein kann, das muss der 25-Jährige nun wohl erst einmal dauerhaft allen Skeptikern im Umfeld seines neuen Clubs beweisen.

Hier jedenfalls die offizielle Bestätigung des BVB, welche uns soeben erreichte:

“Borussia Dortmund verpflichtet Sebastian Rode

Borussia Dortmund hat einen weiteren Neuzugang für die kommende Saison verpflichtet: Vom FC Bayern München wechselt Sebastian Rode an die Strobelallee. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler unterschrieb heute nach dem obligatorischen Medizincheck einen Vierjahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2020.

„Sebastian Rode ist ein dynamischer, zweikampfstarker und charakterlich ungemein wertvoller Spieler. Wir sind froh, ihn für uns gewonnen zu haben”, sagt Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc.

Sebastian Rode absolvierte bisher für Eintracht Frankfurt (2010 bis 2014, 94 Erst- und Zweitliga-Spiele, 4 Tore) und Bayern München (2014–2016, 38 BL-Spiele/3) insgesamt 99 Bundesliga-Partien, in denen ihm fünf Treffer gelangen. Seine Karriere startete der Hesse als Jugendspieler bei Viktoria Griesheim, ehe er über Darmstadt 98 im Sommer 2008 zu den Kickers Offenbach gelangte, bei denen er zu seinen ersten Drittliga-Einsätzen kam. Rode durchlief als deutscher Junioren-Auswahlspieler die U18- bis U21-Nationalmannschaften (zwölf Einsätze, ein Tor) des DFB.

„Ich bin von Kindesbeinen an BVB-Fan und freue mich schon deshalb sehr, dass es mit dem Transfer zu meinem Lieblingsklub geklappt hat. Thomas Tuchel ist ein Klasse-Trainer, und einige meiner Mitspieler kenne ich auch schon als charakterlich top und sportlich extrem stark. Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung und mein erstes Heimspiel in Schwarzgelb im Signal Iduna Park”, betont Sebastian Rode.

Sebastian Rode gilt als robust sowie aggressiv in seiner Spielweise – und agiert dabei sehr fair: In 99 Bundesliga-Einsätzen wurde er nur 19 Mal verwarnt.

Über die Ablösemodalitäten vereinbarten beide Vereine Stillschweigen.”

Sebastian Rode in Dortmund. Foto: BVB
Sebastian Rode in Dortmund. Foto: BVB

 

12 Kommentare

Naja, Rode wird nicht deshalb seine Einsatzminuten in der ersten Elf gehabt haben, weil er der Neffe des Greenkeepers ist. Und blind werden Thomas, Aki und Susi auch nicht zugegriffen haben, also ist mindestens die Perspektive gut.

Das nenn' ich aber mal ein warmherziges Willkommen! Um Gündogan vollwertig zu ersetzen, müsste er ja eigentlich nun erstmal für ein halbes Jahr ausfallen, um dann mit seinen Beratern dämliche Spielchen um irgendwelche Wechselambitionen zu treiben 😉 Habt doch ein bisschen mehr Vertrauen in die Aussortieren vom FCB, sooo schlecht war Hummels jetzt auch nich, und jetzt gab es gut Geld… und ihr habt doch auch mal einen Reus nach Gladbach gegeben!

@B: Natürlich ist Rode grundsätzlich ein guter Kicker. Stellt sich aber doch die Frage, ob er mithelfen kann die Lücke zu den Bayern zukünftig zu schliessen, wenn er sich dort selber nicht durchsetzen konnte… (Marktwert ist übrigens 8 Mio. Euro, der BVB hat angeblich 15,5 Mio. gezahlt…. Ein ‘Schnäppchen’ ist das also wohl auch nicht.)

Mich stört was ganz anderes. Nicht lange ist es her, da erklärte Lilienhero Schuster seine Treue zu den 98ern, er habe da was aufgebaut….. Letzte Woche lese ich von Meier(Bielefeld), dass er immer dort am glücklichsten ist,wo er gerade tätig…..
Inzwischen ist man bei Arminia sehr ungehalten über Meier, sein Abgang nach Darmstadt stehe unmittelbar bevor, liest und hört man.

Ja, Thomas, das mit der Vereinstreue der Profis ist tatsächlich ein weiterreichendes Thema. Die Frage stellt sich ja nun auch bei Rode, der angeblich zu seinem Lieblingsclub kommt. Was sagt er wohl in einigen Jahren, wenn es ihn mal weiterzieht zu den Fans seines neuen Arbeitgebers? 😉

Weißt Du, Robin, dass es mit der Vereinstreue meist nicht weit her ist, dass haben wir ja alle irgendwie schmerzhaft gelernt. Aber gerade jemand wie Schuster, der sich ja auch durchaus als Gegenstück zum Mainstream inszeniert hat… Und Meier hat ja zuletzt hier in der ostwestfälischen Provinz scheinbar ähnlich getickt….

Meier ist aus meiner Sicht eh ein 'komischer Vogel', Thomas. Die Bielefelder sind gerade wenig amüsiert, dass er offenbar mit Darmstadt einig ist, während er sich bei der Arminia bisher nicht einmal gemeldet hat. Hat der Club gerade noch einmal im Fernseh-Live-Interview bestätigt. Sowas ist schlicht 'keine Art'….. Und ob der Wechsel nach Darmstadt wirklich ein kluger Schachzug wäre? Auch da bin ich skeptisch….

@ 4, 5, 6: Fußball ist "..die Oper des kleinen Mannes…", das, was früher die Religion war: Opium fürs Volk. Und natürlich ein großes Geschäft. Die Spieler, Trainer, Präsidenten etc. sind doch nur mehr oder weniger gut besetzte Schauspieler in einer nichtendenwollenden live-Soap.
Alle wissen es, aber dennoch, die Träume der Kindheit enden nicht. Auch ich leide -wider besseres Wissen- mit meinem mittlerweile ruinierten Heimatverein noch ab & an mit.
Aber Eskapismus und Verdrängung sind die wichtigsten Überlebensstrategien, von daher: Bayern wird Meister, Schalke kämpft gegen den Abstieg und der BVB braucht noch mindestens fünf Jahre, um den strukturellen Rückstand auf den FCB aufzuholen. Schlagt mich…

@Davbub: Klar, Fußball ist Unterhaltung. Aber die Zeiten, wo man sagen konnte 'für den kleinen Mann', die sind meiner Meinung nach vorbei. Inzwischen ist es ein 'Event', wo (fast) jeder mitreden kann/will. Vor- und Nachteil zugleich….

@ Autor:
"Der kleine Mann" , den es so nicht mehr gibt, steht hier als Synonym für "die breite Masse", "das Volk",
"den Konsumenten"…
Leider ist für diese paternalistische Formel bislang kein Ersatz gefunden worden. Hat mir auch so nie gefallen, war aber Teil des Zitates, von dem ich vergessen habe, von wem es stammt.

@davbub: Soweit schon klar. Ich finde allerdings, dass das einen negativen 'Touch' hat, wenn man für den 'kleinen Mann' sagt/schreibt. Fußball ist Unterhaltung für (fast) alle Bevölkerungsschichten und -Kreise geworden. In den letzten Jahren mehr denn je. Im Zeitalter von sich ausbreitenden VIP-Logen und Eintrittspreisen teilweise weit jenseits der vom sog. 'kleinen Mann' zu zahlenden Preise….

"Komischer Vogel" trifft es dann wohl eher, Robin, ja. Die NEUE WESTFÄLISCHE hat ihn letzt noch gefragt, lieber ein Jahr BL oder drei Jahre 2.Liga? Die Antwort war eindeutig, aber wohl ein Muster ohne Wert.
Natürlich ist Fußball heutzutage EVENT, aber das muss ja nicht für alle Zeiten so bleiben, auch wenn zur Zeit wenig für ein "back to the roots" spricht. Wenn ich sehe, @Davbub, dass es in meiner alten Heimat den OFC schon wieder aus der Bahn zu tragen scheint, trotz Neuanfang und neuem Stadion, klein, aber fein, dann gefällt mir das nicht. Dieser Verein gehörte von den 20ern bis in die 80er zu den bekanntesten Hausnummern im deutschen Fußball, der Bieberer Berg war für viele eine schwer zu bezwingende Steilwand. Womit wir wieder beim Thema wären, denn Darmstadt blieb vor drei Jahren nur deshalb in der dritten Liga, weil der OFC keine Drittligalizenz erhielt.

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