Dortmund: Die mediale Unruhe rund um den BVB-Kader ist kein wirklicher Grund zur Sorge

Ilkay Gündogan. Foto: Robin Patzwaldt
Ilkay Gündogan. Foto: Robin Patzwaldt

Unruhige Tage beim BVB. Ilkay Gündogan angeblich vor dem Absprung in Richtung Manchester City, Mats Hummels wohl u.a. vom ruhmreichen FC Barcelona umworben. Ständig neue Gerüchte auch um andere Leistungsträger. Letzte Erfolgsmeldung in Sachen Vertragsverlängerung war für Manager Michael Zorc hingegen im Februar die Personalie Sven Bender. Viele Fans wünschen sich daher natürlich dringend, dass möglichst bald endlich mehr Klarheit in die Personalplanungen zur neuen Saison kommt.

Dabei muss einem, bei entsprechend besonnenem Vorgehen der Verantwortlichen, um die Zukunft des BVB doch gar nicht bange sein. Selbst wenn ein halbes Dutzend Stammkräfte den Verein in diesem Sommer verlassen sollten, die Zukunft der Borussia muss dadurch nicht trüber aussehen.

Denn es werden, selbst wenn das Team an dieser Stelle tatsächlich ‚auseinanderbrechen‘ sollte, diesmal ausreichend Transfererlöse an die Schwarzgelben fließen.

Und mit denen ließe sich ja auch entsprechend hochkarätiger Ersatz beschaffen. Ganz im Gegensatz zum Abgang von Robert Lewandowski vor knapp zwei Jahren, als man einen der weltbesten Stürmer ohne Gegenleistung an den schärfsten nationalen Konkurrenten verlor.

Ein Fehler, der dem Verein noch lange nachhing und der eben mit den ‚Ersatzleuten‘ Ciro Immobile und Adrian Ramos eben nicht gleichwertig ersetzt werden konnte.

Sicherlich eben auch, weil die möglichen Millionen für den Verlust des Stürmers damals eben nicht flossen, für den/die Nachfolger eben so auch nicht die vergleichbaren Werte für den  Transfermarkt zur Verfügung standen.

Offenbar hat der BVB verstanden, will von den derzeitigen Leistungsträgern keinen zum ‚Nulltarif‘ ziehen lassen. Und daher werden auslaufende Verträge des Sommers 2017 dann eben jetzt auch schon verlängert, oder aber der Spieler darf gegen entsprechend üppigen ‘Schadenersatz’ weiterziehen.

Und wenn es sich dabei auch noch um so auffällig pokernde Protagonisten wie Ilkay Gündogan handelt, dann fällt es dem Fanherzen eben erfahrungsgemäß auch nicht lange schwer sich von einem altbekannten ‚Liebling‘ wieder zu trennen.

Wirklich emotionale Bindung an die Organisation dürfte von den aktuellen ‚Wackelkandidaten‘ vermutlich ohnehin nur Mats Hummels unterstellt werden. Und wenn dieser im besten Fußballeralter ins Ausland wechseln würde, könnte man es ihm nach etlichen erfolgreichen Jahren wirklich verübeln. Ich denke nicht.

Nicht dass wir uns hier missverstehen. Auch ich möchte Hummels & Co. lieber auch weiterhin in Dortmund sehen. Doch wenn er letztendlich wirklich wechseln will? Kein Drama!

Die ca. 40 Millionen Ablöse die alleine für ihn derzeit zu erzielen sein dürften sollten ausreichen um einen Nachfolger mit entsprechender Perspektive zu bekommen.

Immerhin ist der BVB schon ein fixer Königsklassenteilnehmer im kommenden Jahr, ist somit also wohl erneut ein attraktives Ziel für viele Großtalente im Fußballbusiness.

Wichtig ist, egal welcher Spieler der bekannten Wechselkandidaten nun Dortmund verlässt und welcher vielleicht auch noch verlängert, dass der BVB sich rechtzeitig auf dem Transfermarkt nach guten Ersatzleuten umsieht. Und nicht, dass wie im Falle von Robert Lewandowski damals, trotz monatelanger Gelegenheit am Ende nur eine Art ‚Notlösung‘ als Ersatz im Auge hat. Damals allerdings eben wohl auch dem Fakt geschuldet, dass es für den Polen damals keine Transfererlöse gab. Und ein 50 Mio. Euro-Stürmer durch einen für ‚nur‘ 12 Mio. Euro Marktwert zu ersetzen, und einen höheren hatte Immobile damals eben lt. transfermarkt.de nicht, das ist eben schon ein erkennbares Risiko.

Und auch in der Tatsache, dass Thomas Tuchel, der im vergangenen Sommer ja selber noch frisch beim BVB war, dann etliche Manövriermasse in der Kasse hätte, den Kader so noch stärker seinen Vorstellungen und Wünschen anpassen könnte, läge sicherlich eine spannende Möglichkeit, welche viele positive Gestaltungsmöglichkeiten bieten würde. Mögliche hochkarätige Zugänge werden ja aktuell auch schon öffentlich diskutiert. Und wenn Kandidaten wie Romelu Lukaku, Mario Götze, Yunus Malli usw. demnächst dann tatsächlich in schwarzgelb auflaufen würden, man bekäme in Dortmund wohl auch weiterhin spektakulären Fußball geboten. Ganz bestimmt.

Etwas Weitsicht bei der Dortmunder Kaderplanung und natürlich auch etwas Glück bei der Auswahl eventueller Nachfolger im Kader mal vorausgesetzt.

Es muss einem um die Zukunft der Borussia aktuell also nicht wirklich bange sein, auch wenn die täglich wechselnden Transfergerüchte ja schon etwas nervig sind. Aber die grundsätzliche Lage rund um den BVB-Kader ist aktuell doch deutlich positiver als sie es in den letzten Jahren jemals war.

Kein Grund also sich nervös machen zu lassen. Auch wenn man aktuell vielfach den Eindruck vermittelt bekommt, der Verein stünde kurz vor der Selbstauflösung, wenn Gündogan, Hummels, ‚Micki‘ und Co. tatsächlich im Sommer wechseln würden…

11 Kommentare

Nervös und besorgt müsste ich momentan sein, wenn ich Schalker wäre und als Fan das durchs unfähige Management angerichtete Choas aushalten müsste.

Und Ramos? Hallo?? 74 Minuten pro Tor in der Meisterschaft (Auba hat nur 100, Lewandowski nur 88)!!;-))

Klaus Lohmann,
so sehe ich das auch!

Selbst wenn es keinen Pokalsieg gibt -vielleicht sogar ein Scheitern im Halbfinale-, selbst wenn Gündogan und Hummels gehen sollten bleibt ich bei meiner Meinung, daß unser BVB in der Bundesligasaison 2015/2016 "bestens plaziert ist" -Vizemeister und Champ.lig-Teilnehmr 2o16/2o17 -auf Beides hätte ich zu Saisonbeginn nicht gewettet-, und daß der BVB zudem m.E. auch 2o16/2o17 wieder "oben mitspielen" wird. Dabei kann es durchaus gelingen, dem FCB noch näher zu kommen. Daß der BVB neben dem FCB gleichwertiger Titelaspirant sein könnte, darauf baut beim BVB zurecht niemand ,unabhängig von Zu- und Abgängen.

Ich gehe davon aus, daß es die eine oder andere Kader-Ergänzung von Außen geben wird und baue dabei den hohen Sachverstand von Tiuchel, der weiß, wo Ergänzungen notwendig sind und wer dafür "auf dem Markt" zu Konditionen, die auch für den BVB verkraft wären, zur Verfügung steht.

Im übrigen ist es ja bedenkens- und lobenswert, daß Tuchel in der Tradition von Klopp zwei 17 Jährige(!!) nicht nur fest in den Kader integriert hat, sondern sie auch einsetzt. Es müssen also nicht unbedingt und nicht immer "gestandene Spieler von anderen Vereinen sein", die den hohen Ansprüchen des BVB zu genügen scheinen.

"Bayern-Bonus" bestätigt.
-sh. entsprechender Bericht bei T-online-.

Robin, Klaus,
danach war es also nicht -jedenfalls nicht nur- die Schwarz-Gelbe-Brille, die uns immer wieder veranlaßt, eine "Begünstigung des FCB" durch die Schiedsrichter "anzuprangern".

Da ich mich allerdings noch nicht im Detail mit der entsprechenden, jetzt veröffentlichten wissenschafltichen Untersuchung befaßt habe, steht das Ganze meinerseits noch unter "leichtem Vorbehalt".

Ih

Ich glaube nicht an einen 'Bayern'-Bonus, Walter. Es ist wohl eher ein Vorteil von namhaften, etablierten Teams und Spielern gegenüber den Nobodys und Underdogs. Solche Bevorzugen kann man nämlich durchaus auch in anderen Ländern und Sportarten beobachten. Schiedsrichter gestehen Nationalspielern und prominenteren Teams da offenbar häufiger mal gewisse Vorteile zu. Mit Bayern hat das, zumindest meiner Meinung nach, so aber nichts zu tun.

@Robin #5: Na dann wäre ja alles gesagt zu diesem Thema;-)))

@Walter, zum Thema "Bayern-Bonus" (http://www.t-online.de/sport/fussball/bundesliga/id_77592506/empirische-studie-wissenschaftler-bestaetigen-bayern-bonus-.html): Der Artikel ist imho missverständlich, weil er sich zunächst nur um die Bauern zu drehen scheint und dann spät offenbart, dass man Spiele *aller* Teams aus der oberen gegen die untere Tabellenhälfte verglichen hat, so dass es eher um einen "Underdog-Malus" geht – wenn ich das richtig kapiert habe.

Dass schwächere Teams durchaus benachteiligt werden, wenn deren Spieler sich mangels Liga1- (oder auch TV-)Erfahrung nicht "echt" genug fallen lassen oder auch einfach nur gegen viel clevere Abwehrspieler antreten müssen, wäre für mich keine Neuigkeit, die man aufwendig untersuchen müsste.

Robin, Klaus,
dann werde ich mich auch nicht weiter auf diese Meldung vom "Bayern-Bonus" einlassen.

Walter, man kann natürlich grade heute Abend gegen Bremen auch wieder schnell die These bestätigt finden. Obwohl ich das jetzt schon fast übertrieben bevorteilend für die Münchner fand, was die Schiris da verpfiffen haben:((

@Klaus: Ich bin echt gespannt ob man Vidal nun auch nachträglich sperren wird, so wie man das damals mit Andreas Möller gemacht hat. Die Schwalbe war vergleichbar. Die daraus resultierende Ungerechtigkeit auch. Also müsste auch die Bestrafung des DFB ähnlich ausfallen.

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