Dortmund: Bye, bye Kevin G.! – Der BVB transferiert den ‚Ur-Dortmunder‘ mit ‘Hindernissen’

Wohin führt der Weg des Kevin Großkreutz? Foto: Robin Patzwaldt
Wohin führt der Weg von Kevin Großkreutz? Nun erst einmal nur zum ‘Training’ in die Türkei.  Foto: Robin Patzwaldt

Nun ist also auch der (zumindest wohl vorerst) letzte Teil des Dramas rund um den Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz beim BVB  geschrieben. Fast ist man ja als Beobachter inzwischen nur noch erleichtert. Nach etlichen Spekulationen und Tagen der Unsicherheit, bestätigten nun beide Vereine den Wechsel des Fußball-Weltmeisters. Allerdings darf Großkreutz nach Formfehlern beim Wechselvorgang erst im Winter für seinen neuen Club aktiv werden. Bis dahin darf er dort nur tainieren. Ein Ende, welches irgendwie in die letzten unglücklichen Wochen in seiner BVB-Karriere zu passen scheint.

Soeben erreichte uns nämlich folgende Info des BVB dazu:

Der Fußball-Weltverband FIFA hat den Transfer von Borussia Dortmunds Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz (27) zum türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul in der soeben zu Ende gegangen Wechselperiode abgelehnt. Ein hiergegen von Galatasaray Istanbul geführter Einspruch blieb erfolglos. Dies teilte Galatasaray dem BVB am heutigen späten Nachmittag mit.

Beide Klubs hatten sich am Montag auf einen Transfer des Spielers in die Türkei geeinigt. Offenbar kam die FIFA allerdings zu der Überzeugung, dass Galasaray nicht alle notwendigen Schritte zur Abwicklung dieses angedachten Transfers innerhalb des vorgeschriebenen Zeitfensters vollgezogen hat.

Galatasaray Istanbul und Kevin Großkreutz haben gegenüber Borussia Dortmund heute den Wunsch geäußert, den Wechsel gleichwohl sofort und zu den bereits vereinbarten Konditionen zu vollziehen. Der BVB hat diesem Wunsch am Abend entsprochen. Bis zu seiner Registrierung – voraussichtlich zum 1.1.2016 – wird Kevin Großkreutz daher mit sofortiger Wirkung als Spieler von Galatasaray Istanbul u.a. am Training und an Freundschaftsspielen seines neuen Clubs teilnehmen.”

Und der BVB erhält zudem offensichtlich auch nur eine Summe von nicht einmal zwei Millionen Euro. Klingt nach viel Geld, ist es in diesen Zeiten aber wahrlich eben auch nicht nicht.

Ein Profi mit einem Marktwert von kürzlich noch rund 10 Mio. Euro, aktuell noch immerhin rund 5 (lt. Transfermarkt.de), zu diesem Preis verpflichten zu können, das alleine zeigt schon die rasante Negativ-Entwicklung des 27-Jährigen, der zuletzt mehrfach in der zweiten Mannschaft der Dortmunder nach seiner Form suchte. Die genauen Umstände, welche nun erst endgültig geklärt werden konnten, ‘krönen’ das Ganze nun auch noch zusätzlich.

Großkreutz verdient nun in der Türkei im ersten Jahr kolportierte 1,85 Mio. Euro, im zweiten und dritten 1,5 Mio. Euro. Für jeden Einsatz gibt es weitere 20.000 Euro. Zumindest muss er sich um sein finanzielles Auskommen keine Sorgen machen. Seine sportliche Zukunft dürfte ihn, wenn er mal in sich geht, hingegen schon bedenklich stimmen.

Denn um den ehemals so hoch angesehen Sportler, einer der letzten echten ‚Fans‘ auf dem Platz, und seine Karriere darf man heute aber dann schon ein wenig trauern, wie ich finde. Wenn man dem Ex-BVB-Kicker diese Entwicklung noch vor einem Jahr vorhergesagt hätte, man wäre wohl schlicht ausgelacht worden.

Ein Wechsel in die international eher als zweitklassig angesehene Liga in der Türkei, zudem zu diesen mehr als ‘unglücklichen’ Umständen,  wäre für den damals frischgebackenen Weltmeister garantiert noch keine ernsthafte Option gewesen. Aber offenbar sah der Ex-Ahlener aktuell keine bessere Alternative für die Fortsetzung seiner Karriere mehr. Wechselangebote nach England, über die zuletzt auch noch spekuliert wurde, konnten offenkundig nicht realisiert werden. Ein Verbleib in Dortmund erschien ihm offenbar auch unmöglich.

Nun zusammen mit seinem Kumpel Lukas Podolski dort spielen (bzw. erst einmal überwiegend nur trainieren) zu können mag Großkreutz persönlich ja vielleicht trösten. Als Außenstehender tut einem der Niedergang einer großen BVB-Karriere in dieser Form einfach nur leid. Und dies verbindet Großkreutz und Podolski ja dann auch irgendwie. Zwei Kicker die noch für echte Emotionen stehen, deren Karrieren aber allzu früh in den Sinkflug übergingen, wie es aktuell scheint…

Die Umstände seines wechsel passen da nur zu gut in die Ereignisse der letzten Monate. Kevin G. ist heute endgültig zu einem der wohl ganz großen Verlierer des letzten Jahres im Profifußball geworden… Bitter!

9 Kommentare

Ein Drama ist das was momentan mit tausenden Flüchlingen passiert, wenn Kevin von a nach b wechselt um wieder seinen Job auszuüben ist das kein Drama. Man man man, schreibt doch mal bitte etwas vernünftiger dann hättet ihr auch 12 Leser mehr. Das wäre dann immerhin eine Steigerung von knapp 75%.

@Werner Hildebrandt:

1) Es gibt durchaus unterschiedliche Formen von Dramen. Aus langjähriger Beobachtung kann ich beispielsweise versichern, dass es durchaus auch sportliche und persönliche Dramen gibt. Nicht jedes Drama betrifft immer gleich die ganze Nation oder tausende von Menschen.

2) Andere Leser haben, wie ich beim Freischalten von Kommentaren sehen musste/durfte, übrigens jüngst bereits kritisiert, dass wir uns aktuell schon deutlich zu sehr mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigen. Man sieht, da gibt es durchaus unterschiedliche Interessen, Einschätzungen und Vorlieben bei der Leserschaft. So ist das eben. Man kann es nicht immer allen recht machen.

3) Artikel über Sport bzw. Fußball erfreuen sich bei unseren Lesern zuletzt übrigens einer durchaus großen Beachtung, wenn ich mir die jüngsten Zahlen da mal so anschaue. Auch dieser Beitrag über Kevin Großkreutz hier lief bzw. läuft übrigens recht gut. Und das trotz seiner für unsere Verhältnisse im Tagesverlauf recht späten Veröffentlichung, erst gegen 20 Uhr am gestrigen Abend.

4) Unser Ziel ist es grundsätzlich ein möglichst großes, breit gestreutes Angebot auf Ruhrbarone.de anzubieten. Natürlich im Rahmen unserer Möglichkeiten. So, dass auch möglichst viele Leser etwas Lesenswertes für sich finden. Dies scheint uns insgesamt auch durchaus zu gelingen. Seit Jahren schon wächst das Blog im Ganzen kontinuierlich.

5) Dass einzelne Themen und Artikel dabei nicht immer jedem gefallen oder interessieren liegt dabei übrigens in der Natur der Sache. Das geht mir persönlich ja auch so. Auch mich interessiert hier natürlich nicht jeder Beitrag auch persönlich. Den Kollegen dürfte das nicht anders gehen. Und das finde ich letztendlich sogar gut und richtig so. Die Mischung macht es eben am Ende aus.

Aber das Alles hier und heute nur am Rande mal wieder kurz gesagt und auch erklärt…

@Werner Hildebrandt: Haben Sie denn Ihrem Arbeitgeber schon gesagt, dass Sie heute und den Rest der Woche krank feiern müssen, weil tausende Flüchtlinge in Europa umherirren?

Kevin Großkreutz geht es so wie vielen Profis weltweit, auch solchen, die im Gegensatz zu Kevin zur internationalen Sptize zählen bzw. zählten.
Wenn ein neuer Trainer kommt und versucht, eine Mannschaft zusammenzustellen, in der jeder Spieler die Eigenschaften besitzen muß, die dieser Trainer für unabdingbar hält, damit seine Vorstellungen von gutem, von erfolgreichem Fußball verwirklticht werden können, dann "paßt" eben nicht jeder Spieler in dieses System, dann genügt eben nicht jeder Spieler diesen Anforderungen.Das scheint auch für Kevin Großkreutz zu gelten.

Also alles in allem ein "normaler Vorgang".
Zudem ist zu bedenken, daß Großkreutz schon unter Klopp zuletzt nur noch "zweite Wahl" war bzw. gar nciht mehr zum sog.Kader gehörte, also unter einem Trainer, der ihn "groß gemacht hatte." Ich weiß letztendlich nicht, womit das leistungsbezogen begründet wurde.

Daß sich Kevin Großkreutz jetzt emotional besonders schwertun könnte mit dem, was rational selbstverständlich ist, kann ich nachvollziehen, denn er war ja nicht irgendein eingekaufter Borusse, sondern BVBer "von Geburt und mit ganzem Herzen".

Aber vergleichbare Situationen erleben alle Menschen mehrfach in ihrem Leben und diese haben sie zu bewältigen, jetzt Kevn Großkreutz.

Fianziell wird es ihm weiterhin gutgehen.

Ob es fubßallerisch so klappt wie er sich das wünscht?
Abwarten.

Ich wünsche ihm jedenfalls eine gute, eine erfolgreiche Zeit in Istanbul -und vor allem in Istanbul und darüberhnaus einen guten Berater in allen Lebenslagen!

Hoffentlich ist das jetzige Chaos um seinen Wechsel kein böses Omen für ihn.

PS
Ich schreibe das alles, obwohl ich Kevin Großkreutz fußballerisch, gemesssen an den Anforderungen eiiner Bundesliga-Spitzemannschaft, stets /!) bestenfalls der Kategorie " Durchschnitt" zugeordnet habe. Umsomehr habe ich seine z.T. überragenden Leistungen in einigen internationalen Begegnungen bewundert.

Persönlichkeitsprofil, Charakter des Menschen Großkreutz?
Dazu kann ich letztendlich ncihts sagen, denn das, was mir von ihm "außerhalb des Platzes" beklannt geworden ist, kann m.E.keineswegs reichen, den Menschen Großkreutz als Person und bezogen auf seinen Charakater in eine bestimmte, nämlcih negativeiEcke zu stellen .

Ich habe heute schon mehrfach die Einschätzung gehört, dass der Fußballer Kevin Großkreutz nun vermutlich endgültig von der Bildfläche des großen Weltfußballs verschwinden dürfte. Nicht wenige Leute halten ihn offenbar ausserhalb Dortmunds auch für nicht (mehr) durchsetzungsfähig. Auch ich persönlich habe diesbezüglich durchaus Bedenken.

Ausserdem dürfte ihm die nun anstehende Zwangspause zusätzlich auch sportlich sehr ungelegen kommen. Im Januar ist er dann letztendlich faktisch ein Jahr aus dem Ligafußball auf Top-Niveau verschwunden. Und wie ihm der Wechsel ins Ausland grundsätzlich bekommt bleibt auch erst einmal noch abzuwarten. Vermutlich wirklich nicht unwahrscheinlich, dass er den Sinkflug seiner Karriere weiter fortsetzen wird. Ich bin gespannt, ob er die Skeptiker wird eines Besseren belehren können.

Kevins Problem war und ist, dass er sich spielerisch beim BvB seit mind. 2 Jahren einfach nicht mehr groß weiterentwickelt hatte. Da kann auch der Nati-Spielerstatus nicht drüber hinwegtäuschen und eine Rolle als (wenn auch manchmal recht erfolgreicher) Lückenbüßer und Ausputzer auf fast allen Positionen ist nicht das, was ein Trainer als zukünftige Entwicklung braucht.

Ich kenne jetzt Galatasarays Ansprüche und Notwendigkeiten nicht so gut und schätze, dass die eher seine "Kampfschwein"-Qualitäten benötigen, wenn es um die Liga geht, aber evt. haut Kevin ja auch ein paar gute CL-Spiele raus. Aber insgesamt sehe ich auch nicht die Riesenchance für ihn, mit 27 im Ausland zu einem auch in DE später nachgefragten Spieler zu werden. Soll er mit seinem Poldi den Wahnsinn türkischer Meisterfeiern genießen und zu Hause in Kemminghausen während des Urlaubs weiter lecker Kuchen von die Mamma bekommen;-)

Der Vertrag hat eine hohe Summe.
Der Spieler ist in einem Alter, wo man Auslandserfahrungen sammeln kann.

Insgesamt war dies sicherlich ein für ihn attraktives Paket.
Dass jetzt eine sehr hohe Summe ohne Pflicht-Spiele gezahlt wird, ist natürlich unglücklich.

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