Dieter Frohloff über die TddZ-Demo am Samstag

Wir haben mit Dieter Frohloff von der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW über den “Tag der deutschen Zukunft”-Aufmarsch am Samstag in Dortmund gesprochen. 

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Ruhrbarone: Wie schätzen Sie die Wirkung der Gegendemo ein? Konnte den Rechten gezeigt werden, wie der Großteil der Gesellschaft zu ihnen steht?

Frohloff: Die Gegendemos waren vor allem sehr wichtig, um von Seiten der demokratischen Zivilgesellschaft klar zu machen, dass sie die Nazis nicht in der Stadt haben wollen. Außerdem ist das durch vielfältige und kreative Aktionen von einigen Gruppen und von Blockado geschehen.  Beeindruckend fand ich die Spiegelwürfel-Aktion auf dem Marktplatz von Huckarde gegenüber dem Zwischenkundgebung der Rechten auf dem Urbanus-Platz .  Es geht des weiteren darum, der Bevölkerung zu zeigen, dass die Nazis mit ihrer menschenverachtenden Ideologie nicht die Mehrheit haben. Die Demonstrierenden wurden überall daran gehindert, den Rechten in Hör- und Sichtweite zu zeigen, wie die demokratische Zivilgesellschaft zu ihnen steht. Es gab eine äußerst starke Polizeipräsenz in der ganzen Stadt. Mit Wasserwerfern und Polizeibullis wurde am Marktplatz Huckarde die Sicht zur Zwischenkundgebung versperrt. So kam die Spiegelwürfel-Aktion kaum zur Geltung.

Es ist von Seiten einiger Demonstranten von Polizeigewalt zu lesen. Haben Sie davon etwas mitgekriegt?

Von Polizeigewalt habe ich nur wenig gesehen, aber gehört. Es soll Pfefferspray-Einsätze besonders auf der Route und verschiedene kurzzeitige Einkesselungen von Gegendemonstrant_innen gegeben haben. Gesehen habe ich wie aus den Spiegelwürfeln Luft herausgelassen wurde, als diese über die Polizei- Barrikade herüber geworfen worden sind. Eine erhebliche und spürbare Einschränkung empfand ich selbst die Sperrung der U- Bahnlinie und die Abtrennung eines kompletten Stadtteils.

Kam es zu Gewalt von Neonazis gegenüber linken Aktivisten? Wenn ja, können Sie ein Beispiel nennen?

Ich habe keine  von Neonazis ausgehende Gewalt gesehen. Das wäre während der Demo auch wegen der hohen Polizeipräsenz nicht möglich gewesen. So konnten viele Pressevertreter und wir als Mobile Beratung ohne Probleme bei der Zwischenkundgebung ganz nah herangehen ohne attackiert zu werden. Möglich ist es, dass auf dem Nachhauseweg oder an Bahnhöfen Angriffe erfolgt sind. Das entzieht sich unseren Kenntnissen.

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