Dieser AfD-Politiker war früher bei der German Defence League – und ist jetzt im Berliner Abgeordnetenhaus

nerstheimer

Kay Nerstheimer zog am Sonntag per Direktmandat für die AfD ins Berliner Abgeordnetenhaus ein. Dabei war er in seiner Vergangenheit bei einer rechtsradikalen Gruppe – und teilt heute zweifelhafte Videos. 

 

Die AfD hat es bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl auf 14, 2 Prozent gebracht. Insgesamt fünf Direktmandate konnte die AfD ergattern, eins davon hat Kay Nerstheimer mit 26 % im Wahlkreis Lichtenberg 1 geholt. Der ist kein Unbekannter – und einer, der keinen Hehl aus seiner rechten Gesinnung macht. Wie Publikative.org schon im Oktober 2012 schrieb, wollte Nerstheimer die rechtsradikale „German Defence League“ zu einer „Miliz“ ausbauen“ ausbauen. Das schrieb er nämlich in einem Kommentar unter einem Text eines rechten Blogs: „Die GDL wird als Miliz ausgebaut und trainiert und wir werden allen islamkritischen Parteien zur Seite stehen.“ Nerstheimer selbst war zu dem Zeitpunkt, so schreibt er selber in dem Kommentar, „Leader der Berliner Division der German Defence League“. Auch stand er 2011 auf der Landesliste zur Berliner Abgeordnetenhauswahl der rechten Splitterpartei „Die Freiheit“ 2011.

2012 aus der German Defence League ausgetreten

Wie AfD-Landeschef Georg Pazderski gegenüber Spiegel Online sagte, sei Nerstheimer nach eigener Aussage 2012 aus der German Defence League ausgetreten. Nerstheimer habe sich, so Pazderski weiter, glaubhaft von der früheren Mitgliedschaft distanziert.

Zweifel an der Änderung seiner Ansichten kommen, wenn man sich sein Facebook-Profil anschaut. So teilte er noch am 9.Juli dieses Jahres ein Youtube-Video mit dem Titel „Alles eine LÜGE! – die echten Kriegsursachen von 1939“, in dem Gerd Schultze-Rhondorf, der als Geschichtsrevisionist gilt und vor allem in rechten und rechtsradikalen Kreisen bekannt ist, einen Vortrag hält.

Wie Spiegel Online weiter berichtet, wird Nerstheimer vermutlich in der AfD bleiben. Trotz seiner einschlägigen Vergangenheit.

10 Kommentare

Leider ist es den sog. Protestwähler der AFD offenkundig vollkommen egal, daß sie sich mit ihrem Votum zu einer Partei bekennen und diese den anderen vorziehen, obwohl dieses Partei u.a. über "führendes Personal" verfügt, das immer wieder durch rassistische, fremdenfeindliche, faschistoide Äußerungen/Bekenntnisse/Forderungen von sich reden macht und in der Typen wie Nerstheimer reüssieren können.

Leider gilt Gleiches für die Proteswähler in den USA, die Trump wählen wollen und vermutlich wählen werden, obwohl -oder trotzdem oder gerade deshalb?- dessen Wahlkampf wie kein anderer in der Geschichte der USA geprägt ist von einer in Quantität und Qualität für mich unfaßbaren Lügerei, von Hetze gegen Minderheiten, von im übrigen auch von einer für mich bis dato für undenkbar gehaltenen moralischen-kulturellen Primititivät eines Präsidentschaftskandidaten .

Hier wie dort:
Gegen Dummheit, gegen Dumpfheit, gegen Primitivität ist bekanntlich "kein Kraut gewachsen". Das kann solange hingenommen , das kann solange ertragen werden, solange Dummheit, Dumpfheit, Primitivität nicht die diejenigen zur Macht in Gesellschaft und Staat zu verhelfen drohen, die im Besitz der Macht nichts übrig lassen werden von dem, was eine freiheitlich-pluralistische Gesellschaft und einen demokratischen Rechtstaat ausmachen. Und spätestens jetzt und hier -sh. die AFD in Deutschland, sh.Trump in den USA, sh. Le Pen in Frankreich, sh………- haben alle Menschen, die in einer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft leben wollen -unter Gläubigen -Christen/Juden/Moslems pp.-, unter Atheisten, unter Agnostikern, unter Heterogen, unter Schwulen und Lesben, unter "Alteingessenen" und Zugewanderten, unter Reichen und Armen, unter Gebildeten und Ungebildeten darüber zu befinden, ob und wie sich gemeinsam dagegen positionieren können, daß Lügerei, daß Hetze, daß Hass zu den bestimmenden Faktoren in demokratischen Willensbildungsprossen werden und daß letztendlich damit das zusammenbren würde, was spätestens seit der Aufklärung die sog. westliche Wertgemeinschaft in ihrem Innersten zusammenhält.
Es geht um mehr als um Nerstheimer u. Co.
Das müßte "eigentlich" von der LINKS-Partei bis zur FDP, von der TAZ bis zur WELT, von den Politik- bis zu den Kulturwissenschaftlern, von den Bloggern bei den Ruhrbaronen bis……zu einem Bündnis aller führen, die keine Gesellschaft wollen, die keine Demokratie wollen, in der Lügerei, in der Hetze, in der Hass den Alltag bestimmen und die Mächtigen leiten.

#3 @Walter Stach

Irgendwann verwandeln sich die "Wutbürger" in "Wutasis".
Donald Trump pöbelt sich sich durch den Wahlkampf in den USA.
Viele seiner Vorschläge sind schlicht verfassungswidrig wie der Vorschlag der Anwendung von Folter als Strafe und die Ermordeung von Familienangehörigen von Terroristen…

Donald Trump wird wohl zum nächsten US Präsidenten gew#hlt werden.
Die Leute bevorzugen wohl einen verhaltensgestörten Affen gegen+ber einer Vertreterin des Estabishments.
Vermutlich werden viele amerikanische Wutasis den Trump in der stillen Hoffnung auf eine verkürzte Amtszeit wählen.

Die gewählten Politiker können nicht wesentlich klüger als ihre Wähler sein. Der bisherige Tiefpunkt war da wohl die Vizepräsidentschaftskandidatib Sarah Palin mit einem familiären Sozialverhalten wie in deutschen Maumausiedlungen.

Noch schützt uns unser früher gar nicht so schlechtes Bildungssystem vor den schjlimmsten Fehlentscheidungen.

Die Welt wird Trump ausbaden müssen.

Wird er mit "Christbäume" den Himmel über saudischen Städten erleuchten, nur weil dort Weihnachtsbäume und Christentum und
Atheismus mit dem Tode bestraft werden?

Ein paar islamistische Terroranschläge mit saudischen Verbindungen können schon ausreichen, und er macht es.

Achim

Achim,
ich hoffe nach wie vor "inständig", daß Trump nicht US-Präsident wird! Und wenn doch…?
Dann baue ich darauf, daß sein Beraterstab, daß seine Minister -die Sekretäre für…- ,dass der Kongress fähig und willens sein werden zu verhindern, daß meine allerschlimmsten Befürchtungen nicht wahr werden -Befürchtungen, die sich primär auf den inneren Zustand der US-Gesellschaft beziehen, die eine zutiefst gespaltene ist, die sich aber auch darauf beziehen, wie Trump außenpolitisch agieren könnte angesichts "der Sprüche", die er bisher dazu bar jeden Sachverstandes losgelassen hat.
besteht weltweit noch mehr Anlaß zur Sorge als ohnehin naheliegend, daß es weitere Kriege geben wird, auch h sog. große oder gar den einen großen!
Ja, und dann besteht zudem noch mehr Anlaß als ohnehin naheliegend, daß mit Trump als US-Präsident ein Signal gesetzt wird für die ungehinderte, hemmungslose Dominanz von Lügerei, Pöbelei, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus im gesellschaftlichen Diskurs, und zwar über das Politische hinaus.

Ihr Hinweis auf das Bildungsniveau, auf den Bildungsstand nehme ich aus aktuellem Anlass auf, und zwar ausgehend von der Prämisse, daß das Bildungsniveau, daß der Bildungsstand in der Gesellschaft insgesamt, vor allem in der sog. politischen Elite, die politische Kultur prägen und tragen. Ich lese so eben -sh. u.a.Spiegel online-, daß die Beauftragte der Bundesregierung für die sog. neuen Bundesländern in ihrem neuesten "Lagebericht" eine gravierend anwachsende Fremdenfeindlchkeit im Osten Deutschlands feststellt, die sich nicht mehr nur in Protesten und Demonstrationen äußert, sondern immer mehr in Hass und Gewalt gegen jeden Fremden. Und diesem Mob, diesem Pöbel gilt auch der "Einheimische" als fremd, wenn er anders gesinnt zu sein scheint.. Ist diese Auffälligkeit eines immer offener, eines immer ungehemmter, eines immer gewaltbereiten Pöbels in den ostdeutschen Bundesländern möglicherweise auch eine Folge -eine späte- des sozialistischen Bildungssystems in der ehemaligen DDR, das bis heute durch- bzw. nachwirkt?

Wir werden sehen, wen die US Bürger wählen.
Danach zählt, was realisiert wird. Das ist ein anderes Paar Schuhe. Wann gab es bspw die regelmässig versprochenen Steuererhöhungen?

Der aktuelle smarte Friedensnobelpreisträger Präsident hat ja eine eher bescheidene Bilanz. Nahezu alle Krisen sind eskaliert. Der kalte Krieg ist wieder da.
In D war er ein Popstar. Er konnte so schön "Wir schaffen das" sagen. Das reichte.

In der alten Bundesrepublik wurde im Gegensatz zur DDR recht schnell über die Rolle der "Gastarbeiter" offen diskutiert, spätestens dann, als die hier tätigen "Fremden" entweder Beziehungen zu deutschen Frauen aufnahmen oder ihre Frauen und Kinder nachholten. Diese Diskussion lief oft unschön, aber sie wurde offen geführt und sie hatte zur Folge, dass sich Situationen wie in der DDR/Neufünfland nicht abspielten, gleichwohl es auch bei uns tödliche Fremdenfeindlich gab. Szenen wie Hoyerswerda 91 oder Lichtenhagen 92 blieben im Westen bis heute aus.
Dass es zu DDR-Zeiten rund 200 pogromartige Vorfälle gab, habe ich an anderer Stelle schon erwähnt.
In der DDR dagegen priesen die Medien und die sie kontrollierende SED zwar unablässig den proletarischen Internationalismus, die Solidarität mit wem auch immer und die "unverbrüchlichen Bande zur SU und den anderen Brudervölkern, aber die Begegnungen mit Angehörigen der Brudervölker waren dem DDR_Bürger eher schwergemacht, wie ein Blick in die Kursbücher zeigt, so musste der Bahnreisende 1970 bspw bei der Fahrt von Berlin nach Krakau an der "Freundschaftsgrenze" zu Polen insgesamt 1 3/4 Stunden Aufenthalt zu Kontrollzwecken über sich ergehen lassen. Ein Visum brauchte damals auch noch, nur von 72 bis 81 war eine solche Reise visafrei. Eine Einzelreise in das "große Bruderland SU" war für den DDR-Normalbürger so gut wie unmöglich.
Die "Vertragsarbeiter" aus "Bruderländern" oder der 3.Welt wurden in der Regel in "Heimen" untergebracht und Begegnungen mit der einheimischen Bevölkerung, Beziehungen oder gar Heiraten wurden ungern gesehen und oftmals auch verhindert.
Als an 76 eine Hoechsttochter in der DDR eine PVC-Fabrik errichtete, wurden die rund 2500 bundesdeutschen Arbeiter sorgsam von der DDR-Bevölkerung abgeschottet und vier Jahre lang von 100 Stasiagent-und Informanten überwacht. Von wegen proletarischen Internationalismus.
Insofern ist die aggressive Fremdenfeindlichkeit des ostdeutschen Pöbels sicher u.a. eine Folge der SED-Politik, die sich v.a. in den 90ern auch gegen westdeutsche Jugendgruppen richtete, gerade dann auch, wenn zu den Teilnehmern Menschen mit Behinderungen zählten.

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