Die städtische Fernleihe – eine Ankedote

Neubau des Duisburger Stadtfensters (der Stadbibliothek) – Foto: Reinhard Matern

Die Universitätsbibliothek war ein verlässlicher Partner im Studium gewesen; dies änderte sich jedoch im Laufe der formellen Abschlussprüfungen. Relativ viel der inzwischen erforderlichen Literatur war nicht vorrätig. Und eine Fernleihe konnte nicht bewältigt werden, nicht in der Zeit, die mir jeweils vorgegeben war. Allein bis zur Bearbeitung eines konkreten Antrages hätte es mindestens drei Wochen gedauert.
Universitätsbibliotheken, die in der Nähe lagen, konnten mit Nahverkehrsmitteln erreicht werden, zum Beispiel in Bochum und in Düsseldorf. Einmal fuhr ich mit der Bundesbahn sogar bis nach Kiel, um im Institut für Weltwirtschaft eine Kopie anzufertigen. Die Bahn verlangte dafür DM 240,-.
Verrückt! Und es war nicht einmal sicher, dass mit der auf Umwegen ergatterten Literatur etwas anzufangen war. Fragen könnten offen bleiben, die eventuell weitere Spezial-Literatur erforderlich machte.

In meiner Not fragte ich in der Duisburger Stadtbibliothek nach, ob dort eine Fernleihe bestünde, die vielleicht schneller als in der Uni arbeiten könnte. Mir war bekannt, dass Stadtbibliotheken eher der einfachen Bevölkerung dienten als Studierenden, die vergleichsweise basalen Sammlungen gaben darüber Auskunft, aber die Sammlungen interessierten mich nicht, sondern die Fernleihe.
Mein außergewöhnliches Anliegen begeisterte eine ältere Mitarbeiterin in Duisburg; dass ihre Empfänglichkeit für Fragen relevant war, erfuhr ich erst viel später, als sie nicht mehr in der Stadtbibliothek arbeitete. Sie gab die Titel und Autoren der Bücher und Artikel, die ich suchte, direkt in eine Maske ihres Rechners ein und bestellte sofort. Ohne ihr Engagement hätte ich das Studium vielleicht sogar abgebrochen, abbrechen müssen.

6 Kommentare

Entschuldigung,

ist Ihnen Ihr Studium ein wenig zu Kopfe gestiegen oder was wollen Sie damit sagen?

"Mir war bekannt, dass Stadtbibliotheken eher der einfachen Bevölkerung dienten als Studierenden,"

@ #1 Was ich sagen will, ist völlig uninteressant, entscheidend ist, was ich sagte. Es tut mir leid, dass sie "Mir war bekannt, dass Stadtbibliotheken eher der einfachen Bevölkerung dienten als Studierenden," nicht verstehen.

Die Sammlungen von Stadtbibliotheken sind an einem anderen Publikum ausgerichtet, als die Sammlungen von Uni-Bibliotheken. Das reicht soweit, dass Literatur, die in Uni-Bibliotheken zu finden ist, von Stadtbibliotheken nicht angeschafft wird.

Ich bin ausgiebiger Nutzer sowohl der UB BI als auch der hiesigen Haller Stadtbibliothek. Dass die Bestände beider Einrichtung unterschiedlich sind, ist für mich selbstverständlich, da die Bedütfnisse der Nutzer dieser Einrichtungen eben unterschiedlich sind. Über die Fernleihe in Halle habe ich bisher noch jedes gewünschte Buch bekommen, egal welchem Genre es zuzuordnen war.

Ach, hören Sie doch auf- Sie hätten schreiben können, dass Stadtbibliotheken in der Regel -und auch logischerweise- in der Regel über weniger wissenschaftliche oder spezielle fachspezifische Literatur als Universitätsbibliotheken verfügen. Aber auch das hätten Sie nicht schreiben müssen, da das so klar wie etwa die Tatsache ist, dass sie im Katasteramt Karten- aber eben keine Postkarten- bekommen.

Aber- Sie haben etwas anderes geschrieben, aus dem sich erahnen lässt, dass Sie Studierende gesellschaftlich und intellektuell irgendwie und wie auch immer über der "einfachen Bevölkerung" , die Sie als Hauptnutzer der städtischen öffentlichen Büchereien ausmachen, sehen.

Im übrigen nehmen öffentliche Bibliotheken heutzutage auch noch zahlreiche andere , gesellschaftlich wichtige Aufgaben wahr, als "nur " Bücher zu verleihen.

Richtig ist aber, dass Bibliotheken der gesamten Bevölkerung – ob klug, ob doof, ob alt, ob jung, ob arm ob reich- offen stehen.

Aber vielleicht schauen Sie mal – wenn Sie das nächste Mal ihren universitären Elfenbeinturm verlassen -in der Dortmunder Stadt-und Landesbibliothek vorbei.

Da ist wohl einer mit dem falschen Fuß aufgestanden und dann wohl noch über einen Bücherstapel gestolpert. An manchen Tagen bleibt man halt besser mit einem guten Buch im Bett liegen.

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