Die große Jagd nach dem ‘Gelben Trikot’: Am morgigen Samstag beginnt die 102. Tour de France

Die Tour 2005. Ein Bild aus 'besseren' Tagen der 'Tour'? Quelle: Wikipedia, Lizenz: Gemeinfrei
Die Tour de France im Jahre 2005. Ein Bild aus ‘besseren’ Tagen? Quelle: Wikipedia, Lizenz: Gemeinfrei

Vor Jahren noch ein sehr bedeutendes nationales TV-Ereignis, auch hier bei uns in Deutschland, fristet die traditionelle Frankreichrundfahrt, das wohl mit Abstand bedeutendste Radsportevent weltweit, hierzulande, nach schier unzähligen Negativberichten rund um das Thema ‚Doping‘ in den letzten Jahren, aktuell eher ein Schattendasein.
Längst vorbei die Zeiten, als Erik Zabel und Jan Ullrich die Nation zu Millionen vor die Bildschirme zog, ARD und ZDF stundelang mit eigen Teams vor Ort präsent waren und die Zuschauer von den einzelnen Etappen, zusammen mit ausgedehnten Sightseeing-Tipps zu den jeweiligen Etappen und kulinarischen Besonderheiten aus der jeweiligen Gegend live und ausführlichst unterhielten.
Dabei hat das Radrennen quer durch unser Nachbarland bzw. sogar einige Nachbarländer noch immer seinen ganz speziellen Reiz. Nicht nur sportlich, sondern eben auch kulturell und touristisch.
Wunderbar entspannend, wenn man als Zuschauer daheim die Schönheit der Landschaft durch technisch aufwändige Liveübertragungen bequem vom heimischen Sofa aus mit verfolgen kann, sich so auch über mögliche, zukünftige Urlaubsziele einen Eindruck machen kann.
Bereits am morgigen Samstag startet nun also schon die 102. Auflage der Tour de France. Die Strecke des größten Radsport-Ereignisses der Welt führt dieses Mal in 21 Etappen über 3360 Kilometer durch die Niederlande, Belgien und Frankreich.

 
Der deutsche Radprofi Tony Martin darf sich dabei in diesem Jahr Hoffnung auf einige Tage im Gelben Trikot machen, denn zum Auftakt im niederländischen Utrecht steht mit einem Zeitfahren dessen Spezialdisziplin auf dem Programm.
Er und die deutschen Top-Sprinter John Degenkolb und André Greipel hoffen auf ein ähnlich erfolgreiches Abschneiden wie im Vorjahr: 2014 konnten deutsche Fahrer sieben Etappensiege feiern. Die Entscheidung in der Gesamtwertung sollte erst auf der vorletzten Etappe fallen, die mit dem legendären Schlussanstieg nach L’Alpe d’Huez endet.

 
Als Favoriten auf den Gesamtsieg gelten Titelverteidiger Vincenzo Nibali, die ehemaligen Sieger Chris Froome und Alberto Contador sowie Nairo Quintana.
Ab Samstag, den 4. Juli 2015, bis zum großen Finale in Paris, am Sonntag, 26. Juli, berichtet in diesem Jahr Eurosport HD täglich live. Aber auch auf dem Sportnachrichtenkanal ‚Sky Sport News HD‘ wird der Zuschauer über das aktuelle Geschehen regelmäßig informiert. Auch in der ARD radelt der Zuschauer in diesem Jahr, nach einer dreijährigen Pause, wieder mit durch Frankreich. Allerdings nur mit einem im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich reduziertem Angebot. Die TV-Übertragungen der ARD sollen an den meisten Tagen 80 Minuten dauern, werden am Wochenende und bei Bergetappen allerdings entsprechend verlängert.

 
Nach einigen Jahren des ‚Boykotts‘ werde auch ich mir das Geschehen in diesem Jahr mal wieder intensiver ansehen, die Geschehnisse über die drei Wochen ausführlicher verfolgen. Über das Thema ‚Doping‘ mag man in diesem Zusammenhang dann aber natürlich (fast schon zwangsläufig) auch wieder heftig nachdenken und auch diskutieren. So schnelllebig sind die Zeiten dann eben doch nicht, dass man diese nachhaltige Rufschädigung einer Sportart so schnell schon wieder völlig vergessen könnte…

7 Kommentare

"…völlig vergessen könnte…" Ja, so ist es, @Robin. Die Übertragungsbilder sind natürlich große Klasse.

Also, aktuell tut mir der Tony Martin ja schon etwas leid. Reichlich Pech für die ersten beiden Etappen…

"Salz im Kaffee",@Robin, dass ist es, was uns an der tdf fasziniert, Tony Martin eingeschlossen.

Gerade ist es amtlich. 1 Sekunde Rückstand aufs Gelbe. Das hat schon was von Poulidor

Ja, habe ich gerade auch gehört. Das ist bitter! Leider habe ich die Live-Übertragung heute schlicht vergessen. 🙁 Bin offenkundig nach meiner Pause in den letzten Jahren noch nicht wieder im Tour-Trott 😉 😀

@Thomas: Na guck, hat ja dann doch endlich geklappt heute. Es sei ihm gegönnt! 🙂

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