Die geheimen Ziele der AfD

Alice Weidel und Alexander Gauland auf dem AfD Bundesparteitag 2017 in Köln Foto: Olaf Kosinsky Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE


Das Buch „Inside AfD“ der ehemaligen AfD-Funktionärin Franziska Schreiber löste eine Regierungskrise aus. Doch nicht nur die Kontakte zwischen AfD-Spitze und Verfassungsschutz sind Grund zur Sorge. Die Partei verfolgt offenbar eine geheime Agenda und wartet auf den passenden Zeitpunkt, sie umzusetzen.

Sie war von Anfang an dabei: 2013, die Alternative für Deutschland (AfD) hatte sich gerade erst gegründet, trat Franziska Schreiber in die Partei ein und baute in Sachsen den Jugendverband „Junge Alternative“ mit auf und wurde deren Landesvorsitzende. Dann machte Schreiber richtig Karriere: An der Seite von Frauke Petry stieg sie in der Partei auf, wurde Mitglied des Bundesvorstandes und half Petry 2015 auf einem Parteitag in Essen den Gründer Bernd Lucke zu stürzen. 2017 kam dann das Aus: Wie zwei Jahre zuvor Lucke verweigerte nun die AfD Petry auf dem Bundesparteitag in Köln die Gefolgschaft. Schreiber verließ die Partei und schrieb mit „Inside AfD“ ein Buch über ihre Zeit in der Partei. Noch immer von Petry überzeugt, verklärt sie diese zur tapferen Kämpferin gegen die Rechten in der Partei, die Strömung, die sich „Der Flügel“ nennt und von dem thüringischen Fraktions- und Parteivorsitzenden Björn Höcke geführt wird.

Schreiber erklärt in ihrem Buch, wie mit gefakten Facebook-Accounts Stimmung gegen innerparteiliche Gegner gemacht wurde, wie die Öffentlichkeitsarbeit auf Effekte setzte, ohne sich weiter um Inhalte zu kümmern und wie sie selbst, eigentlich aus einer linken Familie stammend, immer weiter nach rechts abdriftete. Ihren Ausstieg beschreibt sie als Befreiung und Rückkehr zu sich selbst.

Die AfD schäumte und drohte mit Klagen, aber das Buch ist immer noch erhältlich. Ob Gaulands Depression, die rechtsradikal anmutenden Äußerungen des nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Sven Tritschler oder sexuelle Abenteuer hochrangiger Funktionäre – die Betroffenen scheuen bislang die Auseinandersetzung vor Gericht. Und mit der Offenlegung der Beratung der AfD-Spitze durch den mittlerweile zum Staatssekretär beförderten ehemaligen Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen löste Schreibers Buch eine Regierungskrise aus, deren Folgen mittelfristig nicht absehbar sind.

Weniger Beachtung fanden die Passagen des Buches, in denen Schreiber von einer „hidden Agenda“ der AfD berichtet, von Zielen, welche die Parteispitze noch nicht in der Öffentlichkeit diskutiert haben möchte, obwohl schon heute der Auftritt der Partei deutlich radikaler ist als das offizielle Programm.

Am Anfang, sagt Franziska Schreiber, sei der Satz „Wir müssen warten, bis die historische Stunde es zulässt.“ selten bis nie und gefallen. „Mit der Zeit ist es jedoch immer schlimmer geworden.“

Zum Beispiel beim Thema Ausländer würden viele sagen „Eigentlich müsste man alle Muslime rauswerfen“ „Das ist die mehrheitsfähige Meinung im Flügel. Sowas hat man immer wieder gehört,“ sagt Schreiber.

Auch die Möglichkeit, sich einbürgern zu lassen, wollen zahlreiche AfDler abschaffen. Ziel sei eine Staatsbürgerschaft nach Blutrecht. „Das fordern sehr viele in der Jugendorganisation und auch im Bismarckbund.“ Der Bismarckbund ist ein Zusammenschluss strammrechter junger AfD-Mitglieder und greift den Namen der Jugendorganisation der antisemitischen und völkischen Deutschnationale Volkspartei aus der Weimarer Republik wieder auf.

Andere, sagt Schreiber, gingen noch weiter, wollen Muslimen ausbürgern und näherten sich der Rassentheorie an. „Viele der Älteren fordern, wenn so etwas gesagt wird, Zurückhaltung, aber nicht, weil sie inhaltlich dagegen sind, sondern weil es verfassungsfeindlich ist und in der aktuellen Situation nicht gut für die Partei wäre.“

Muslime sei, sagt Schreiber, allerdings ein Code, der nicht besonders viel mit der Zugehörigkeit zur islamischen Religion zu tun hätte: „Muslim steht für Türke, Araber und Nordafrikaner.“ Im Kern gehe aus darum, das Deutschland weiß bleiben soll. Allerdings seien in der AfD nicht alle generell gegen Ausländer: „Asiatinnen werden vom AfD Mann gerne gesehen.“

Auch in anderen Punkten klassischer rechtsradikaler Politik wartet die Partei auf den richtigen Moment, sie zu äußern. Die Forderung nach der Wiedereinführung der Todesstrafe, schreibt Schreiber, falle häufig. Auch hier ist es die Sorge vor dem Verfassungsschutz, dass sie noch nicht öffentlich ausgeprochen wird.

Und auch die deutschen Ostgrenzen mag so mancher in der AfD gerne ändern, wenn auch nicht, wie Schreiber sagt, durch Angriffskriege. Die von den Alliierten erteilte Lektion sitzt offenbar.

Aber die Städte, die einst Danzig, Stettin und Königsberg hießen, würde man schon gerne heim ins Reich hohlen. Das macht, führt Schreiber aus, der AfD-Spitze zur Zeit noch Sorgen: “Ein Programmparteitag, auf dem das Parteivolk Derartiges verlangt und durchsetzt, wäre ein Albtraum für die Parteiführung. Die Antwort von Sven Tritschler auf zu offensive Forderungen war immer: Es ist noch nicht die richtige Stunde. Wenn die Zeit reif ist und die Bürger bereit sind, ändern wird das.”

Aber wann ist das? “Darüber”, sagt Franziska Schreiber, “gibt es verschiedene Ansichten. Höcke sagt ja, “Wir machen so lange Fudamentalopposition, bis wir die Mehrheit haben.”

Aber es gäbe noch eine andere Taktik: “Für viel Chaos und Gewalt mit Muslimen und Linken. sorgen. In dieser Situation will man als letzter Garant dann als Ordnungsmacht auftreten und stärkste politische Kraft werden.” Aber machen denken auch an andere Wege zur Macht: Gauland, erinnert Schreiber, wolle ja nicht Politiker austauschen, sondern das System. Auch Höcke rede ja von einer Revolution. “Viele träumen davon, sich das Land in einem Staatsstreich anzueignen.”

Für Schreiber steht fest: Der Weg der AfD führt immer weiter nach Rechtsaußen. Konservativ oder gar liberal sei an der Partei nichts mehr. Der Flügel, der sich für eine solche Politik einsetzt, die Alternative Mitte, sei schwach und würde von Tag zu Tag mehr an Bedeutung verlieren. In Landesverbänden wie Thüringen gäbe es nicht einmal mehr eine nennenswerte Opposition gegen den rechtsextremen Kurs.

Nach ihrem Ausstieg aus der AfD und ihrem Aufruf, bei der Bundestag FDP zu wählen, wurde Schreiber bedroht. Ehemaligen Parteifreunde wünschten ihr, von einem Flüchtling vergewaltigt zu werden. Polizeischutz habe sie aber nicht. “Bei manchen Gelegenheiten”, sagt die 28jährige, “habe ich ein mulmiges Gefühl. Mit meinen Möglichkeiten schaue ich mich zu schützen, aber ich bin jung und habe keine Kinder und einer muss die Wahrheit über diese Partei aufschreiben.”

Der Artikel erschien in einer ähnlichen Version bereits in der Jungle World

Update 8.11.2018:

Herr Tritschler bestreitet die  im Buch von Frau Schreiber dargestellten Äußerungen. In Bezug auf diese Zitate aus dem Buch der Frau Schreiber hat nun der Verlag durch ein uns vorliegendes, anwaltliches Schreiben gegenüber Herrn Tritschler mitgeteilt, dass sein Name in der sechsten Auflage des Buches nicht mehr aufgeführt ist. Hiermit hat sich Herr Tritschler anwaltlich beraten offenbar zufrieden gegeben. Eine strafbewehrte Unterlassungserklärung wurde durch den Verlag nicht abgegeben. Herr Tritschler bestreitet die  im Buch von Frau Schreiber dargestellten Äußerungen.

22 Kommentare

Mehr Licht! Aufklärung wirkt. Merci vielmal. Gibt es eigentlich auch Infos und Recherchen über die Nähe von Volker Münz, dem religionspolitischen Sprecher und den "Christen in der AfD" zum Flügel und zur PP?

Passend dazu dieser Artikel:

http://www.dernewsticker.de/news.php?title=AfD-Organisation+%22Patriotische+Plattform%22+soll+aufgel%F6st+werden&id=360489&i=lkpbjn

Man beachte hierbei, dass es Tilschneider eben nicht darum geht, Verbindungen zu den Radikalen zu kappen – warum sollte er auch, er ist persönlich und finanziell sehr eng mit den lokalen Identitären vernetzt -, sondern er im Gegenteil die gleichen Ziele und Ideen von Identitären und AfD betont.

In Hamburg ist nun auch ein AfD-Stadtrat aus der Partei wegen Radikalisierung ausgestiegen. Die Partei bewegt sich immer mehr in Richtung NPD. Wer immer noch glaubt, dies seien Konservative oder Liberale, gibt sich entweder einer Illusion hin oder steckt selbst tief drin in der Scheiße.

Das war ja wohl ein Griff ins braune Wespennest, die Gauland und Co sind mehr als nur Westentaschenarier. Das sind keine Neonazis, das sind Nazis. Die sind richtig gefährlich und der Mob, der egal wo, durch die Straßen tobt, muss endlich die harte Kante des demokratischen Rechtsstaates spüren.
Man muss&darf auch nicht alles ausdiskutieren. Dieses "Erbe" der 68er ist fehl am Platze, das gilt auch für die Ruhrbarone. Nicht jeder Scheiß muss auch im Rahmen der Meinungsfreiheit hier zu lesen sein. Äußerungen von Bloggern, die immer wieder Nazis verharmlosen, umdeuten oder entschuldigen, wie man sie auch hier hin und wieder lesen kann, gehören hier nicht hin.
Du @ Stefan, hast vor einiger Zeit mal hier einem Blogger geschrieben, dass die Ruhrbarone über Leute wie ihn diskutieren, aber nicht MIT ihm/ihnen. Genau so wünsche ich mir das immer.

Im Moment sind die Parallelen zur Waffen-SS-Schönhubers Reps-Partei von vor 30 Jahren unverkennbar – gemäßigte Stimmen und Programme werden noch zur Fassade und Täuschung der Öffentlichkeit gebraucht, aber intern sitzen längst Neonazis an den Hebeln. Die Frage ist halt, ob und wie lange die Noch-Bürgerlichen CDU- und CSU-Verprellten in der Partei diese Metamorphose mitmachen und tragen.
Wahrscheinlich wird's wieder nur darum gehen, wann und wie die AfD-Mitglieder merken, dass sie von ihren neuen Nazi-Parteibonzen aus reiner Macht- und Geldgier hintenrum belogen, beklaut und betrogen werden.

In der Politik und in Parteien gibt es einige Menschen mit Ansichten, die massiv vom aktuellen System abweichen. Das können sehr liberale Gedanken sein, extrem linke Gedanken, extrem rechte Gedanken, totaler Fokus ein auf ökologisches Leben, natürlich nach der eigenen Definition von Ökologie, etc. sein.
In den meisten Fällen würde es zu großen Opfern führen, wenn sich diese Gedanken durchsetzen.
In der Historie Deutschlands gab es auch schon einige Zeiten, die dies zeigten.

In der AfD sieht es aktuell so aus, dass die extremen Flügel immer stärkeren Einfluss erhalten. Das ist in den anderen Bereichen nicht der Fall. Ebenso ist ihr Einfluss in der Politik zu gering. Bei der AfD ist das in einigen Ländern anders.
Deshalb hilft Aufklärung und Leistung der anderen Parteien. Nach der maßlosen Enttäuschung im Umgang mit dem Chef des Verfassungsschutzes zeigen die "Groß"Koalitionäre, dass sie auch im Bereich Diesel nichts geregelt bekommen. Diese Situation, in der die ehemals großen Parteien nahezu nichts hinbekommen, ist kritisch. Ich gehe dennoch davon aus, dass der Wähler wie in vielen Ländern auch, seine Stimme nicht den offensichtlich stark rechten Parteien gibt, die auch keine konstruktiven Lösungen erarbeiten.

@ Klaus Lohmann @ thomas weigle

Gauland war von 1973 bis 2013 Mitglied der CDU. Und da ist er nicht der einzige in der AFD, der von den "Bürgerlichen" kommt: mögen Sie den Lesern erklären, was denn da den Unterschied ausmachen soll?

Noch so ein "Bürgerlicher": neulich habe ich in der Zeitung eine Werbung für eine Veranstaltung mit Sarrazin gesehen, da stand:

"Sarrazin, SPD …"

Die Bürgerlichen _sind_ das Problem.

@Christoph: Dass es in den Ex-Volksparteien zu jeder Zeit Nasen gab, die permanent "auf der Kippe standen" und bei der nächsten Gelegenheit auf die Bäume zu den Nazis oder zu den Linken wechselten, ist wohl nicht großartig erklärenswürdig. Allein der damalige Dauerdisput über die Reps zwischen Heiner Geißler und Alfred Dregger ist da Anschauung genug.

Dass ein Sarrazin überhaupt noch formell in der SPD verortet werden kann, verursacht allerdings auch mir übelsten Kotzreiz.

"Die Bürgerlichen _sind_ das Problem."

Gesprochen wie ein echter linker Radikaler. Nur fällt das außerhalb linker Echokammern mehr und mehr auf taube Ohren.

Herr S ist nicht die SPD, gleichwohl trägt er nicht unerheblich zum schlechten Image der SPD bei. Herr Gauland hat einst als Büroleiter des Frankfurter OB Wallmann höchstpersönlich vietnamesische Boatpeople in Hongkong abgeholt.
Richtig ist, dass auch ein Teil der Bürgerlichen Teil des Problems afd ist. Das war vor und in den 1000 Jahren auch schon so. Das Bürgertum, dass den Nazis anhing, tobte eher nicht durch die Straßen und prügelte sich eher nicht mit Kommis oder überfiel Sozialdemokraten. Die Führungsränge bei den Nazis standen allerdings den NS-Lumpenproletariat eher nicht zur Verfügung, dass waren in der Regel Juristen und andere Studierte, oft mit einem Doktor vor dem Namen.
Und, Gott sei`s geklagt, nur in der NSDAP gab es mehr Nazis als in der Lehrerschaft, etwa 80% dieses Berufsstandes tummelte sich in den Naziorganisationen. Was auch erklärt, warum so viele Jugendliche oder gar Kinder in der Endphase des Krieges völlig sinnlos glaubten die Heimat verteidigen zu müssen.

@ thomas weigle @ Klaus Lohmann

„Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat.“

Konrad Adenauer, 19.10.1953: Bundeskanzler Konrad Adenauer beruft den Juristen Hans Globke zum Staatssekretär. Globke war unter Hitler an der Ausarbeitung der Nürnberger Rassegesetze beteiligt. Globke bleibt bis 1963 im Amt.

Bürgerlich.

"Die Bürgerlichen _sind_ das Problem."
Kann mir als stillem Mitleser mal jemand erklären, wie "bürgerlich" hier gemeint ist?
Nicht das ich mich noch beleidigt fühlen muss.

Wenn man vom Bürgerlichen zum Nazi werden kann, kann es auch umgekehrt funktionieren. Zumindest hat sich KA so gelegentlich ausgedrückt. Letztlich konnte man nicht alle rauswerfen, eine Erkenntnis, der sich zumindest der "Genius der Menschheit" ebenfalls nicht verschließen konnte und ließ extra eine Partei noch in der SBZ für bürgerliche EX-Nazis gründen und in der SED tummelten sich 53 ca 300.000 ehemalige Nazis, während die VVN der DDR aufgelöst wurde, weil sie den antifaschistischen Alleinvertretungsanspruch der SED-Kommis in Frage stellte. Ach ja, die jüdische Gemeinde riet im selben Jahr ihren Mitgliedern die DDR zu verlassen. Was verständlich war, hatte doch der erwähnte Genius bereits 44 eine heftige antisemitische Kampagne in seinem Machtbereich los getreten, die dann auch bis in die DDR schwappte.
Was bei uns in den ersten 15-18 Jahren in Sachen NS-Aufarbeitung ablief, war ein Skandal, v.a. dass kein einziger NS-Jurist verurteilt wurde. Immerhin setzte aber der Eichmann-Prozess dann doch eine halbwegs gelungene Aufarbeitung in Gang, die mit dem ersten Auschwitzprozess 63 in FFM Fahrt aufnahm. Trotz aller Bemühungen des hessischen Generalstaatsanwaltes Bauer ist es zumindest fraglich, ob es ohne den Jerusalemer Prozess gegen Eichmann zu den Auschwitz-, Treblinka- und Sobiborprozessen hierzulande gekommen wäre. Ganz unschuldig an der Aufspürung von Eichmann war Bauer nicht, er hat dem Mossad immer wieder Informationen zu Eichmanns Aufenthaltsort gesteckt. Gott sei Dank!!!

@langsamdenker: Ich vermute mal, das ist eher im Seehofer-Style als "Mutter-Problem" gemeint gewesen;)

@ Klaus Lohmann

keine Ahnung, was Sie damit meinen: "Ich vermute mal, das ist eher im Seehofer-Style als "Mutter-Problem" gemeint gewesen;)"

Ich sage Ihnen noch mal, was ich meine: Sie werden es nicht schaffen, eine saubere Trennlinie zwischen der AFD und den den sogenannten "bürgerlichen Parteien" CDU, SPD, FDP zu ziehen. Hat auch eine lange Tradition, wie _der_ Deutsche Demokrat Konrad Adenauer beweist. Siehe oben (die AFD-"Aussteigerin" empfiehlt FDP …)

@Christoph: Die saubere Trennlinie verläuft aktuell zwischen rechtsradikalen und -extremen Parteien wie NPD, AfD, Die Rechte und weiteren aktuellen und ehemaligen Sammelbecken von Nazis sowie auf der anderen Seite den bürgerlichen Parteien CDU, SPD, FDP, Grüne und anderen Parteien, die auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, unserer Verfassung und der Menschenrechte bleiben und diese Werte bürgerlich-konservativ bewahren.

Wenn ich höre, daß der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag in Sachsen eine Koalitionsregierung von CDU und AFD "demnächst" für denkbar hält, wenn ich höre, mit welchen Lobeshymnen führende CSUler Orban begegnen, wenn ich…., dann führt das alles bei mir dazu, über die Nähe politischer Führungskräfte "rechts der sog. politischen Mitte" zu Parteien, zu politischen Bewegungen nachzudenken, denen faschistisches, nationalistisches, rassistisches, antisemitisches Gedankengut keineswegs fremd ist, einem Gedankengut, das von Mitgliedern der Führungsgremien und von von vielen Anhänger und Wählern ausdrücklich zugestimmt wird -sh.AFD, sh. NPD.
Und wer die Geschichte der Weimarer Republik kennt, wer sich z.B. bewußt ist, wer maßgeblich die "Machtübernahme " Hitlers ermöglich hat, kommt nicht darum herum, sich heutzutage
über die politische Nähe, zumindest über eine politische Annäherung "rechts-bürgerlicher Kreise" an die AFD Gedanken zu machen nebst wachsender Besorgnis über deren denkbaren Folgen angesichts der politischen Konstellationen in der Weimarer-Republik, angesichts der sog. Machtübernahme Hitlers und angesichts der schrecklichen Folgen für Millionen Menschen .

Dass ich so denke, bedeutet weder, dass ich vorgebe, "recht zu haben", schon gar nicht "recht haben zu wollen". Ich bin lediglich so frei, meine Gedanken, meine Besorgnis öffentlich zu äußern; u.a. jetzt und hier bei den Ruhrbaronen.

PS
a.)
Sarrazin…….?
Von ihm auf die politische Verfaßtheit der SPD schließen zu können.Na, ja, wer meint, zu diesem Schluß kommen zu können, dem steht das frei. Für mich ist das Unsinn.

b.)
Thomas Weigle -12-

sh. Hinweis auf den Generalstaatsanwalt Bauer

Ohne dem Sozialdemokraten Fritz Bauer wäre es nicht zur Entführung Eichmanns aus Argentinien durch den Mossad und damit nicht -jedenfalls nicht zum damaligen Zeitpunkt- zum sog. Eichmann-Prozess in Israel gekommen und auch nicht zum sog. Ausschwitz-Prozess. Formal hat Bauer sich seinerzeit durch seinen Kontakt zum Mossad in Deutschland des Landesverrates
zumindest verdächtig gemacht. Er hat diese Zusammenarbeit mit dem Mossad eigenständig, eigenverantwortlich gesucht und gefunden, um Eichmann zu Verantwortung ziehen zu können,
weil er -m.E. zurecht- angesichts der von führenden Nazis durchsetzenden Organe der Judikative und Exekutive in der damals noch jungen Bundesrepublik davon auszugehen hatte, , dass diese Organe bzw. die in ihnen bestimmenden Akteure alles tun würden, um Eichmann vor einem Zugriff durch den Staat Israel zu bewahren. Im übrigen ist die Causa Fritz Bauer/Eichmann ja nur ein Beispiel dafür, in welchen heute unvorstellbarem Maße -in Quantität und Qualität- auf allen staatlichen Ebenen -in den Kommunen, den Kreisen, den Regionen, in den Ländern, im Bund- ,und zwar in allen Organen von Legislative, Exekutive und Judikative Nazis, und zwar nach wie vor von Hitler und der nationalsozialistischen Idee überzeugte, Macht und Einfluss hatten. Nachwirkungen bis heute?
Fritz Bauer, ein in Israel bis heute hochverehrter deutscher Sozialdemokrat; und in Deutschland……?
Für mich jedenfalls gehört Bauer zu den von mir hochverehrten Sozialdemokraten, nicht nur, aber eben auch dann, wenn es um Deutsche geht, die sich verdient gemacht haben, wenn es um das Aufzeigen ,das Verfolgen und die Erinnerung an Verbrechen "der" Deutscher an Juden geht. Insofern, meine ich, ist es auch jetzt und hier naheliegend, an den Sozialdemokraten Bauer und an seinen bedingungslosen (!) Kampf gegen die Verbrecher und Verbrechen "der" Deutschen an Juden zu erinnern; wehret den Anfängen!
Bis vor einiger Zeit war es für mich unvorstellbar, nicht nur an Fritz Bauer als bedeutsame sozialdemokratische Persönlichkeit im Nachkriegsdeutschland dann und wann zu erinnern, u.a. im Zusammenhang mit Eichmann und den sog. Auschwitzprozessen, sondern begründeten Anlass zu haben, über Ursachen und Folgen eines sich immer ungehemmter öffentlich äußernden Judenhasses in Deutschland äußern und insofern an Fritz Bauern erinnern zu müssen.
Thomas Weigle,
ich finde es folglich gut so, erfreulich für mich, wenn Du unter -12- an den Sozialdemokraten Fritz Bauer erinnerst, einem Vorbild im bedingungslosen Kampf gegen die Nazi-Verbrechen an Juden, Verbrechen, ja laut Gauland zu subsumieren unter dem Begriff "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte.

Robin,
danke für das freundliche Willkommen.
-Ich muß derzeit regelmäßig die Felder -Name/E-Mail- ausfüllen. Warum?-

Bin gespannt, ob , wann und wie wir hier 'mal wieder über "unseren BVB" diskutieren können -ausgehend von einem Beitrag durch Dich-.
Momentan gibt es ja dieserhalb viel zu berichten, zu kommentieren, zu diskutieren .und das alles aus " bester Lage" und mit "guten Aussichten".
Heute war ja das 4:3 gegen Augsburg ganz besonders angetan für viel Aufregung, für viel Freude und folglich auch für eine rege Diskussion.

Zwei Monate "ohne Ruhrbarone". Geht doch.
Aber……!
Ich freue mich, dass ich wieder dabei sein kann.

Ein aktueller Beitrag zum BVB ist seit einer Stunde online, Walter. Das beschriebene Computerproblem scheint mit der Nichakzeptanz eines Cookies durch deinen Rechner zu tun zu haben. Aber ich bin in Computerfragen kein Fachmann….

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