DFB-Sportgericht: Bundesligaspiel zwischen 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen muss nicht wiederholt werden



Am heutigen Montagmittag fällte das DFB-Sportgericht sein mit Spannung erwartetes Urteil in Sachen des sogenannten ‚Phantomtores‘ von Stefan Kießling vom vorletzten Freitag: Das Spiel bleibt so in der Wertung, das Spiel wird nicht wiederholt werden!

Damit folgte die DFB-Sportgerichtsbarkeit den Einschätzungen der FIFA, die sich für eine Tatsachenentscheidung stark gemacht hat. Zu kurz kommt mit diesem Urteil aus meiner Sicht das ‚Fair Play‘! Nicht nur das diese krasse Fehlentscheidung des Unparteiischengespanns somit zementiert wird, es entsteht auch eine Ungleichbehandlung im Vergleich zum ersten Phantomtor der Bundesligageschichte aus dem Jahre 1994 von Thomas Helmer, welches damals durch ein Wiederholungsspiel zwischen Bayern München und dem 1.FC Nürnberg aus der Tabellenberechnung getilgt wurde.

Wenn sich im Laufe der letzten 10 Tage auch die durchaus nachvollziehbaren Argumente für eine Tatsachenentscheidung und damit eines Bestandes der Spielwertung vermehrt haben, das Urteil fast abzusehen war, will mir diese Entscheidung noch immer nicht als gerecht einleuchten.

Ich bin auf die Reaktionen und Diskussionen dazu in den nächsten Tagen jetzt schon gespannt.

Und man stelle sich einmal vor, Bayer Leverkusen würde am Saisonende durch dieses Tor ein zählbarer Vorteil zuteil, oder aber der TSG Hoffenheim würde dadurch ein krasser Nachteil entstehen. Das Theater möchte ich dann nicht miterleben müssen. Oder Stefan Kießling wird mit einem ‚Tor‘ Vorsprung Torschützenkönig…

Klar, Fehlentscheidungen im Sport, auch im Fußball, gibt es häufig und treffen im Laufe einer langen Saison ja irgendwie auch jeden Mal. Aber ein Ball der gar nicht auf das, sondern neben das Tor ging, und dennoch dauerhaft als Treffer gewertet wird, das ist schon noch eine andere und zum Glück sehr seltene Diskussion.

Und ob uns diese Ereignisse nun näher an die Einführung der Torlinientechnologie heranführen, so wie sie ja z.B. aktuell schon in England zum Einsatz kommt, dass bleibt auch erst einmal noch zu beobachten. Ich bin da ja eher skeptisch. Im DFB scheint es da derzeit noch recht viele Vorbehalte zu geben. Warum eigentlich?

Aus meiner Sicht also keine gute Entscheidung und zudem ein unnötiges Verstecken des DFB und der DFL hinter der FIFA. Das vielgerühmte ‘Fai Play’ geht eigentlich anders… Schade! Chance vertan!

13 Kommentare

Und wenn am Ende der Saison 2013-2014 Bayer 04 mit 3 Punkten Vorsprung Meister vor Bayern München wird?
Ich denke, dann werden der FC Bayern und mit ihm und für ihn der DFB Mittel und Wege finden, das dann doch noch “irgendwie” zu verhindern.

Solange nicht zwei solche Tore verschieden gewertet in die selbe Saison fallen, macht es wenig Sinn, die einzelnen Entscheidungen miteinander über den Begriff “Fairness” in Zusammenhang zu bringen. Dem Club von vor 20 Jahren kann das mal herzlich egal sein, wie man so etwas heute entscheidet. Damals gab es Rahmenbedingungen und ein Saisonergebnis, heute gibt es andere und auch dazu ein Saisonergebnis. Dass immer alles am besten für immer gleich sein muss, ist zwar eine verbreitete Meinung, in Deutschland und besonders auch in Westfalen, aber kein Argument. Dem irgendein Pappschild mit einem anderen Namen anzuziehen gildet nicht 😉

@b: Das lässt sich aber auch nur so relativ locker und entspannt sehen, solange nicht der eigene Lieblingsclub davon negativ betroffen ist. Als Hoffenheim-Fan wäre ich jetzt richtig sauer…

Vielleicht steckt ja auch Gott hinter dem Phantomtor von Stefan Kießling, wie damals, bei der Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko, wo er bei einem Tor Diego Maradonas seine Hand mit im Spiel gehabt haben soll.

Nach zwei erfolgreichen Weltmeistertiteln hat es Argentinien mittlerweile auch zum Papst geschafft. Da muss man derzeit mit allem rechnen, auch bei uns in Deutschland.

Deutlicher kann der Spitzen-Fußball nicht zeigen, dass Begriffe wie Fairness etc. keinen Wert haben.

– Die Spieler korrigieren nicht.
– Die Verantwortlichen korrigieren nicht.
– Die vielen Schiedsrichter sehen nichts.

Vermutlich muss jetzt wieder eine “Fair Play”-Kampagne für ein gutes Image sorgen.

@der, der: Dann wäre es ja ein umso größerer Fehler von Löw den Kießling nicht mit zur WM nach Brasilien zu nehmen. 😉

@#5 | der, der auszog: Wir waren doch schon Papst, aber das scheint beim Oberboss dann wohl nicht richtig gewürdigt zu werden…

Ich freu mich schon auf die ach-so-dolle Videobeweis-Saison, wenn die Schiris alle drei Minuten wg. angeblichem Abseits oder falschem Einwurf zum Beweisgucken an die Monitorbox bitten und jede Menge Werbung eingeblendet werden kann. Das wird dann so richtig “fair” und “gerecht”, wenn die Kameras mal wieder den falschen Winkel haben oder grad ein Betreuerdepp vor die Linse quantert.

gute Entscheidung.
Sonst würde ne Saison 10 jahre dauern, wenn bei jeder Fehlentscheidung ein Wiederholungsspiel abgehalten würde.

Ich hoffe nur, dass solche Vorfälle mal dazu führen, dass der DFB sich technikfreundlicher gibt und wir schneller technische Hilfsmittel wie Chip im Ball, Kameras etc einsetzen dürfen.

Bei Hoffenheim gings nur um ein Tor.
Meinem Team wurden am WE wieder 2 Tore verwehrt, weil zweimal zu Unrecht auf Abseits entschieden wurde als ein Spieler alleine auf dem Torwart zu lief…
mit sowas muss man ohne Technik halt leben.

@8

Sehen Sie sich doch mal American Football auf NFL-Level an.
Der Trainer hat einmal pro Spiel die Möglichkeit den Schiedsrichter zum Ansehen des Videos aufzufordern und eben genau das sorgt dafür das der Schiri nicht alle 3 Minuten jeden Sche** nachschauen muss.
Ein gewisses Maß an Fehlentscheidungen gehört zum Mensch sein halt mal dazu,
allerdings ist mir unverständlich wieso bei technischer Möglichkeit das abzustellen, trotzdem ohne weiter gemacht werden soll, gerade dann wenn es um so unwesentliche Sachen geht wie Tor oder nicht.

@TuxDerPinguin:
Ihr Team hat gottseidank trotzdem 4:1 gewonnen. (Zumindest ist dies die einzige Partie, aus der mir zwei falsche Abseitsentscheidungen gegen eine Mannschaft bekannt sind).

@#10 | Jonny Bottrop: Sie glauben doch wohl nicht ernsthaft, dass es im hiesigen Ligafußball bei einer “Challenge”-Regelung bleiben würde? Den Zorn der einfältigen Fußballfanatiker hätten Sie schon sicher und damit auch den medialen Shitstorm.

Technische Lösungen, die angeblich alle Probleme beheben, sind Wunschträume für Technokraten (und Marketing-Fuzzis).

Der,Der -5- und mein Beitrag -1-:
Zusammengefaßt:

Da “der Fußballgott” bekanntlich ein Münchner Bayer ist, wird er es im Laufe der Saison schon schon so zu richten wissen, daß seine Bayern nicht wegen “des Nichtores” der Bayer-Elf aus Leverkusen auf der Strecke bleiben und deswegen die Meisterschaft verpassen.

Aber vielleicht befreit der BVB ja den “Fußballgott” davor, zwischen den Bayern und der Bayer-Elf “gerecht” zu entscheiden, indem der BVB es schafft, ohne die Hilfe des “Fußballgottes” Meister zu werden.

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