Der traditionsreiche VfL Bochum taugt heute in Köln nur noch zum ‚Partycrasher‘

Peter Neururer. Quelle: Wikipedia, Foto: xtranews.de, Lizenz: CC
Peter Neururer. Quelle: Wikipedia, Foto: xtranews.de, Lizenz: CC-BY-2.0

Wenn heute Abend der VfL Bochum sein Gastspiel beim Tabellenführer der 2. Liga, dem 1. FC Köln absolviert, dann hat es der Gastgeber selber in der Hand, mit einem Sieg, seine Rückkehr ins Oberhaus des deutschen Fußballs perfekt zu machen. Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten laufen seit Tagen auf Hochtouren. Ein schöner Abed für die Anhängerschaft der Kölner deutet sich an.

Die Gäste aus dem Revier spielen an diesem Abend, zumindest wenn es nach dem Willen der Massen im Stadion und nach der Wahrscheinlichkeit geht, wohl nur eine unbedeutende Statistenrolle.

Aus Sicht weiter Teile der Bochumer Anhängerschaft ist das eigentlich eine Art Tiefschlag, sieht man sich an der Castroper Straße doch eigentlich selber seit Jahren schon in der Rolle eines nur kurzfristig verhinderten Fußball-Erstligisten.

Doch auch in diesem Jahr muss man wohl schon froh sein, wenn der VfL zumindest den Status als Zweitligist erhalten kann. Bis vor wenigen Tagen musste man selbst darum noch ernsthaft zittern. Nun, drei Spieltage vor Schluss der Meisterschaftsrunde, ist man bei sechs Punkten Vorsprung auf Rang 16 zumindest vermeintlich aus dem Gröbsten raus.

Doch der seit Jahren angestrebte Aufschwung zu einem ernsthaften Aufstiegsaspiranten blieb beim VfL auch in dieser Saison aus. Im Gegenteil: Sportliche Fortschritte sind nach wie vor kaum auszumachen, so dass die Bochumer auch in diesem Jahr ungewollt die Negativschlagzeilen des Bundesligaunterhauses bestimmten.

Und die Perspektive? Aktuell scheint kaum erkennbar wie der jahrelange Erstligist wieder in den Kreis der besten 18 Fußballmannschaften des Landes vorstoßen könnte.

Während die Kölner mit hoher Wahrscheinlichkeit heute Abend nach dem Schlusspfiff gegen 22.00 Uhr ausgelassen feiern können, bleibt das so sehnlichst erhoffte Ziel der ehemals ‚Unabsteigbaren‘ aus dem Pott in schier unerreichbarer Ferne. Einige wehmütige Blicke aus dem Bochumer Fanblock auf die Feierlichkeiten auf dem Rasen sind dann wohl zu erwarten.

Die bestmögliche Rolle der Bochumer heute Abend ist die des ungeliebten ‚Partycrashers‘ für den FC.  Zu mehr langt es beim VfL auch im Jahre 2014 leider noch immer nicht.

9 Kommentare

Unvorstellbar, dass der heutige Zweitligist in ein Pokalfinale wie der damalige Zweitligist 1968 vorstößt. Dabei u.a. BMG und B.M.(!!!!!) schlägt. Leider reichte es damals nicht zur Rolle des Partycrashers gegen den heutigen Gegner.

selten so einen kaese gelesen… unser peter hat sicher en echtes ass im schnaeuzer und naechstes jahr greifen wir an. europapokal….

@Bochumer: Diese ‘Durchhalteparolen’ und die folgende Vertröstung auf das nächste Jahr hört man aus Bochum aber auch nicht gerade zum ersten Mal 😉

@Bochumer: Nein, das hatte ich wirklich nicht. Aber ‘Danke’ für den aufklärenden Hinweis! 🙂

ohne ironie ist der vfl nicht mehr zu ertragen. aber spass macht es trotzdem… dortmund oder schlacke kann doch jeder. gewinnen ist nur was fuer verlierer.

@Bochumer: Das verstehe ich! Aber glaub`mir, auch der BVB hatte mal schlechtere Zeiten. Als ich in den 70er-Jahren BVB-Fan wurde, da war er z.B. in Liga 2, und auch in den 80ern, bei der Relegation gegen Fortuna Köln war es kein `Zuckerschlecken’ 😉 😀 Von den Finanzkrisen in den 80ern und Anfang der 2000er Jahre mal ganz zu schweigen….

@ Robin Ich erinnere einen nasskalten Freitagabend im Februar/März 75 als der BVB gegen B.U., ich glaube 4:0, gewann. Selbst mit mir waren es wohl nur so um die 20.000 Zuschauer. Wobei das für Zweitligaverhältnisse damals und auch heute eine ganze Menge war. Die Entscheidungsspiele gegen den Club 76 waren auch kein Zuckerschlecken, obwohl beide Spiele gewonnen wurden. Beim Rückspiel fielen die BVB-Fans um mich herum von einer Aufregung in die andere. Ich habe als neutraler Beobachter die Spiele im Westfalenstadion immer genossen, auch wegen der netten Sprüche auf der Tribüne.
In Bochum, wo ich auch hin und wieder mal im Stadion war, waren die Sprüche aber viel, viel besser als in Dortmund.

@Thomas: Mein erstes Spiel vor Ort im Westfalenstadion war erst 1978. Davor habe ich immer nur WDR-Hörfunk gehört.

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