Der Terror aus dem Himmel und sein fragwürdiger Nutzen

Die Maschinen sehen aus wie Modellflugzeuge. Nur größer. Vor allem die Reaper ist fett. Sie hat die Spannweite eines Tennisplatzes. Unter den Tragflächen: Panzerbrechende Hellfire-Geschosse, Sidewinder-Raketen und zwei Paveway II Laserbomben. Die Reaper ist eine Drohne. Sie tötet.

Der Rotor klingt wie ein Sportflugzeug. Unter dem Rumpf hängt eine Extrem-Optik, feinjustiert aus der Creech Air Force Base irgendwo in der Nähe von Las Vegas. Damit kann der Operator aus 3000 Meter Höhe ein Nummern-Schild lesen oder einen Zug Taliban aufklären. Selbst als Waffenleitstand kann die Technik herhalten. Nur 1,2 Sekunden braucht der Befehl aus Vegas nach Pakistan, um die Bomben auszuklinken.

2002 ließ eine Predator zum ersten Mal Blut fließen, als die CIA im Jemen ein Geländewagen vernichtete. Derzeit donnern die Reaper und ihre kleine Schwester Predator  in Schwarmesstärke über Afghanistan und das angrenzende Pakistan. Die Drohnen der Firma General Atomics seien saubere Waffen, heißt es.

Es sei denn, der Operator verwechselt im Nebel eine betende muslimische Männergruppe mit einer Horde Gotteskrieger. Das bringt dann politische Probleme.

Für die USA sind die Todesroboter der letzte Schrei im Hindukusch-Krieg. Sie müssen keine eigenen Soldaten riskieren. Die Technik kostet nur rund 10 Mio US-Dollar. Irgendwer meinte, er habe vor ein paar Jahren Osama bin Laden auf einem Predator-Bild gesehen. Er hätte am liebsten eine Sidewinder abgeschossen. Aber das durfte er damals nicht, hieß es.

Die Maschinen sehen aus wie Modellflugzeuge. Nur größer. Vor allem die Reaper ist fett. Sie hat die Spannweite eines Tennisplatzes. Unter den Tragflächen: Panzerbrechende Hellfire-Geschosse, Sidewinder-Raketen und zwei Paveway II Laserbomben. Die Reaper ist eine Drohne. Sie tötet.

Der Rotor klingt wie ein Sportflugzeug. Unter dem Rumpf hängt eine Extrem-Optik, feinjustiert aus der Creech Air Force Base irgendwo in der Nähe von Las Vegas. Damit kann der Operator aus 3000 Meter Höhe ein Nummern-Schild lesen oder einen Zug Taliban aufklären. Selbst als Waffenleitstand kann die Technik herhalten. Nur 1,2 Sekunden braucht der Befehl aus Vegas nach Pakistan, um die Bomben auszuklinken.

2002 ließ eine Predator zum ersten Mal Blut fließen, als die CIA im Jemen ein Geländewagen vernichtete. Derzeit donnern die Reaper und ihre kleine Schwester Predator  in Schwarmesstärke über Afghanistan und das angrenzende Pakistan. Die Drohnen der Firma General Atomics seien saubere Waffen, heißt es.

Es sei denn, der Operator verwechselt im Nebel eine betende muslimische Männergruppe mit einer Horde Gotteskrieger. Das bringt dann politische Probleme.

Für die USA sind die Todesroboter der letzte Schrei im Hindukusch-Krieg. Sie müssen keine eigenen Soldaten riskieren. Die Technik kostet nur rund 10 Mio US-Dollar. Irgendwer meinte, er habe vor ein paar Jahren Osama bin Laden auf einem Predator-Bild gesehen. Er hätte am liebsten eine Sidewinder abgeschossen. Aber das durfte er damals nicht, hieß es.

Heute dürfte er. Seit Januar haben die US-Streitkräfte ihre tödlichen Drohneneinsätze im Pakistanisch-Afghanischen Grenzgebiet hochgeschraubt, berichtet das Time Magazine. Duzende Angriffe. Tägliche Einsätze. Der Klang der Rotoren ist dort in Waziristan mittlerweile vertraut. Die Menschen hören die Killer aus der Höhe kommen. Sie sehen die Todesmaschinen. In ihren Dörfern, die an Mittelalter erinnern. Es müssen Szenen wie aus der Apokalypse sein. Ein Licht zuckt über die Häuser, bleibt hängen. Ein roter Punkt. Der Laser. Dann der Einschlag der Raketen. Das Stöhnen der Verletzten, das Blut der Toten.

Die USA behaupten bei den Drohneneinsätzen rund zwanzig „high-value al-Qaeda targets“ vernichtet zu haben. Pakistanische Medien sprechen von 687 Zivilisten. Von Kindern. Von Frauen. Von unbeteiligten Männern, die den Bomben aus dem Himmel zum Opfer fielen.

Regierungsvertreter der USA sagten dem Time Magazine, sie würden auf die Todesmaschinen setzen, weil sie einen Deal mit der pakistanischen Regierung hätten. Keine Fußsoldaten auf den Territorien der so genannten Stammesgebiete im Grenzland. Dafür dürfen sie Drohen schicken. Mehr als öffentliche Kritik haben sie angeblich nicht zu fürchten.

Ich glaube nicht, dass diese Taktik irgendeinen Nutzen hat. Sie ist Terror. Und Terror funktioniert nie. Jeder Tote wird einen ihm nahen Menschen motivieren, die Angriffe zu rächen.

Die Rächer werden zunächst in Pakistan kämpfen, sie werden gegen ihre eigene verlogene Regierung kämpfen. Sie werden heimlich kämpfen, verbissen und mit dem was sie haben. Sie werden in Afghanistan kämpfen. Sie werden da kämpfen, wo sie Nato-Soldaten und Menschen aus Nato-Staaten treffen können. Ihre Ohnmacht gegen den Terror wird zu einem immer heißeren Hass.

Vielleicht gelingt es, einen Taliban-Führer zu töten. Vielleicht aber wird dieser kurzfristige taktische Erfolg zu einem übertriebenem politischen Kurs erkauft. Denn die Terrorflüge mobilisieren gegen den Westen. Gegen seine Feigheit.

Warum sie ihren US-Freund verlassen hat, wird eine Pakistanische Frau in einem populären Witz gefragt. Weil er seine Rakete aus 10.000 Meter Höhe abfeuert, sagt sie.

Ohne einen politischen Erfolg in Afghanistan, wird es nie ein erfolgreiches Ende des Einsatzes geben. Die Patschtunen aus den Grenzgebieten in Afghanistan und Pakistan können nirgendwo hin. Sie müssen den Terror aushalten, bis die USA und der Westen abziehen. Irgendwann. Danach aber werden die, die an ihre Rache glauben, den Abzug als ihren Sieg feiern und alles wird schlimmer als zuvor.

Schon jetzt ist fast die gesamte vom Westen installierte Ordnung desavouiert. Die Politik gilt als heuchlerisch. Vielleicht sogar zu recht. Das US-Militär verdächtigt beispielsweise in internen Dokumenten den Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai der Zusammenarbeit mit Drogen-Baronen. Es heißt der Mann sei korrupt und nehme Bestechungen an, um den Handel mit Stoff unter seinem Bruder straffrei zu stellen.

Trotzdem kooperieren die USA und ihre Verbündeten mit den Karzais.

Warum und wozu? Zu wessen Nutzen?

Für die Freiheit?

Für uns?

Können wir diesen Krieg mit diesen Partnern gewinnen?

Die Reaper fliegen weiter. Sie töten Menschen. Täglich. Auch das bessert unsere Lage nicht wirklich.

Im vergangenen August bat das deutsche Bundesverteidigungsministerium in den USA darum, fünf Reaper für rund 200 Mio US-Dollar kaufen zu dürfen, samt vier Bodenkontrollstationen und dem dazu gehörenden Schnick-Schnack.

1 Kommentar

Ob die wärmesuchende Luft-Luft-Rakete Sidewinder überhaupt einen am boden stehenden Bin Laden getroffen hätte, halte ich für fraglich ? Insofern scheint das eine lustige Anekdote zu sein.

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