Der Ruhrpilot

Armin Laschet bei seiner ersten Rede als Ministerpräsident im NRW-Landtag.


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14 Kommentare

Dorstfeld, Wittener Str., leerstehendes Haus – kann eigentlich nur eins der beiden Häuser direkt an der Brücke neben der S-Bahn-Station sein. Hab mich schon länger gewundert, was da an Werten wieder langsam verrottet; soweit mir bekannt ist, stehen dort 2 Nachbarhäuser mind. schon über 10 Jahre leer und verfallen.

@#3 Bebbi: Direkt an der Bahn und einer Hauptverkehrsstraße ist nie schön, das ist richtig. Aber wenige hundert Meter weiter südlich warten hunderte Ex-Mieter des Hannibal auf bezahlbaren Wohnraum, möglichst in ihrem angestammten Vorort Dorstfeld (https://www.waz.de/staedte/dortmund/hannibal-hunderte-mieter-leben-weihnachten-in-notwohnungen-id212873101.html).

Und auch wenn der braune Ar…lochmob auf seinen dumpfen Märschen mit dem gleichen Argument aufwartet, sei die Frage gestattet, ob die Stadt nichts, garnichts aus ihren planerischen Kardinalfehlern gerade in Dorstfeld, die ein schleichendes Erstarken der dortigen Nazis erst ermöglicht haben, gelernt hat.

Die Frage ist, ob da bezahlbarer Wohnraum raus wird, wenn man die Häuser saniert. Die sehen ja schon etwas baufällig aus für den Laien. Ich habe mich auch schon öfters gefragt, warum diese – von der Fassade gar nicht so uninteressanten Häuser, da verfallen. Ich würde wohl eher alle 20 Minuten 4 S-Bahnen gegenüber dem B1-Rauschen bevorzugen.

Was sind für dich die planerischen Kardinalfehler in Dorstfeld?

@Bebbi: Felix Huesmann hat das z.B. hier kurz angerissen: https://www.vice.com/de/article/nnm4d7/dortmund-dorstfeld-vom-hausbesetzer-zum-nazi-kiez-885
Hier wird ebenfalls an die Plattmach-Orgien der Stadt ab den späten 50ern erinnert: http://nordstadtblogger.de/dorstfelder-geschichte-erst-rotes-arbeiterdorf-dann-linksalternativ-buntes-szeneviertel-und-jetzt-nazikiez/
Sehr detailliert wird der Dorstfelder Häuserkampf hier beschrieben: https://www.mao-projekt.de/BRD/NRW/ARN/Dortmund_Hausbesetzungen_03.shtml

Immer wurden alte Bestände brutal dem "Satelliten"-Neubauwahn geopfert und damit Lebensräume und Lebenslinien zerstört, neue, alternative Lebensformen im Keim erstickt. Das dadurch entstandene Vakuum nutzte einzig der braunen Brut.
Dorstfeld ist heute nicht größer, "besser" als der ehemalige Malocher-Vorort – sieht man mal vom allgemeinen Qualitätszuwachs durch Wegfall der Umweltgifte des Bergbaus und der Stahlindustrie ab – und planerisch hat die damalige Plattmach-Strategie demnach nichts gebracht, im Gegenteil.

Dorstfeld ist verkehrsgünstig gelegen, hat direkte Uni Nähe.
Es ist eigentlich erstaunlich, dass es dort nicht boomt.

Wer will ernsthaft in den Museumshäusern leben?
Wenn ich mir die Investitionen in Schrottimmobilien anschaue, frage ich mich, wie sich das lohnen soll. Abriss und Neubau ist aus meiner Sicht sinnvoller.

Schon im letzten Jahrhundert haben viele Studenten dort auch in Studentenwohnungen gelebt. Blöd ist nur, dass ein verdichteter Mietswohnunhsbau, der zu kostengünstigen und ökologisch sinnvollen Wohnstrukturen führt, meistens durch eine schnellen Niedergang der Qualität gekennzeichnet ist. Das ist in fast allen grösseren Siedlungen mit grösseren Häusern zu beobachten.

Wenn DO Investitionen und gut bezahlte Jobs anlocken kann, wird Dorstfeld boomen. Insgesamt ist der Bereich auch sehr heterogen.

@Ke: "Wer will ernsthaft in den Museumshäusern leben?"
Die Zechensiedlung Oberdorstfeld ist gerade bei jüngeren Bürgern/Familien sehr beliebt und begehrt. Die günstigen Altbau-Studentenbuden wurden ja weitgehend während der Hausbesetzer-Jahre Mitte/Ende der Siebziger platt gemacht, die Studenten sind heute eher weiter westlich, im Süden, in der Nordstadt oder in den Studentenwerk-Heimen auf der Suche.

Durch die planerischen Kahlschläge im Altbestand – der, mit Verstand saniert, woanders gehegt und gepflegt wird – wurde halt ein gewachsener Ortskern komplett zerissen, was zusammen mit den Umweltskandalen um Dorstfeld-Süd und der Ausweitung des Union-Geländes im Osten sowie der Nord-Südtangente NS IX entlang des "Negerdorfs" zu einer Zersiedelung und Zerschlagung von gewachsenen Strukturen führte, die bis heute nicht kompensiert wurden.

Günstige Altbauwohnung <-> Umweltschutz ist für mich ein Widerspruch.

Die Ns ix ist an der renaturierten Emscher und parallel zu Industriebauten/Grünflächen. Sie entlastet Dorstfeld und die A45 /Innenstadt. Ferner hat sie eine attraktiven Radweg. Wo soll ein Problem sein?
Die Anbindung der Tremonia Siedlung ist doch noch via Rad möglich, oder? Dort orientiert man sich docn sowieso eher in Richtung Innenstadt West.

Früher war die Kortentalverlängerung nach Do West doch auch eher einer Nebenstrasse. Aber vielleicht war das vor vielen Jahren (<1980) anders.

Was soll es dort an besondere gewachsenen Strukturen geben. Jeder Vorort in Do ist nur noch eine Schlafversion im Vergleich zum Treiben von früher.

@#11: "Dort orientiert man sich docn sowieso eher in Richtung Innenstadt West. " – Notgedrungen erst, seit die Straßenanbindung Richtung Dorstfeld durch die NS IX gekappt wurde. Ein weiterer "Meilenstein" Dortmunder Stadtplanung, über den viele "Negerdörfer" absolut entzückt sind.

Wenn Vororte durch verspielte Beamtenkasper ala Onkel Sierau in der Planungsbehörde mittels Betonirrsinn und Silo-Behausungen quasi entkernt und entmenschlicht werden, verschwindet als erstes der Einzelhandel, die Anrainer müssen auf die Grüne-Wiese-Einkaufszentren ausweichen, der Vorort stirbt langsam. Ziemlich einfach nachzuvollziehen.

Viel Energie steckt in den Mauern von Gebäuden – ebenso viele Rohstoffe. Daher verstehe ich nicht, wieso der Abriss besser sein soll. Der einzige Vorteil: Ist nicht so arbeitsplatzintensiv wie Modernisierung.

<i>Die Ns ix ist an der renaturierten Emscher und parallel zu Industriebauten/Grünflächen. Sie entlastet Dorstfeld und die A45 /Innenstadt. Ferner hat sie eine attraktiven Radweg. Wo soll ein Problem sein?</i>

Sie geht mitten durch eine vorher zusammenhänge Grünfläche. Und jede neue Straße erzeugt neuen Verkehr, genauso wie der Straßenrückbau auch bei Untersuchung von Ausweichstrecken zu einer Verkehrsreduktion führt. Aus Sicht der Mobilitätsforschung sehr schlüssig zu erklären, denn es gibt eine Konstante: Das täglich verfügbare Reisezeitbudget von etwa einer Stunde im Durchschitt. Komme ich aufgrund neuer Straßen schneller wo hin, passen die Leute sich an und fahren weiter. Und wo soll der attraktive Radweg sein?

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