Der BVB steht am Sonntag in Frankfurt schon wieder extrem unter Zugzwang

Hofft auf einen 'Dreier' in Frankfurt: BVB-Trainer Jürgen Klopp. Foto: Robin Patzwaldt
Hofft auf einen ‘Dreier’ in Frankfurt: BVB-Trainer Jürgen Klopp. Foto: Robin Patzwaldt

Fünf Spiele in der heimischen Fußball-Bundesliga sind es aktuell nur noch bis Weihnachten. Fünfzehn Punkte gibt es dabei für jedes Team also maximal noch zu holen. Dass der Deutsche Vizemeister aus Dortmund aktuell mit am Tabellenende rangiert, das hat inzwischen jeder Fan in Deutschland zur Kenntnis genommen, auf die ein oder andere Art kommentiert und analysiert. Wirklich schlau geworden ist aus der Vorrunde des BVB dabei aber wohl wirklich niemand, nicht einmal die Verantwortlichen des Vereins selber, wie einem jüngste Interviews immer wieder klar gemacht haben.
Was fängt man also an mit der Situation der Schwarzgelben vor den letzten Spielen des Jahres in der Liga? Klar ist wohl unbestritten, dass der Druck, will man nicht auf einem Abstiegsrang überwintern, in den nächsten Tagen so groß ist, wie schon seit Jahren nicht mehr. Ein Druck, welcher durch den relativ emotionslosen und enttäuschenden Auftritt in London in dieser Woche nicht kleiner geworden ist. Im Gegenteil!
Der ambitioniert gestartete Club steht am Sonntag, wenn es in Frankfurt gegen die wohl noch immer dem Mittelfeld der Liga zuzuordnende Eintracht geht, unter einem extremen Zugzwang. Wenn nicht bereits ein Sieg, dann muss aber zumindest ein sehr überzeugender, ein kämpferischer und überzeugender Auftritt her, der auch den erwarteten 6.000 mitreisenden Fans des Teams wieder ganz klar macht, dass man seitens der Kicker verstanden hat, über die erforderliche Einstellung verfügt. Ohne den verletzten Marco Reus wird das aktuell sicher zwar nicht gerade leichter, der Kader des BVB, in den vermutlich auch Mats Hummels wieder zurückkehren dürfte, sollte inzwischen längst keine ‚Ausrede‘ für die vielen schwachen Auftritte zuletzt in der Liga sein. Jetzt ist mehr mentale Stärke gefordert. Gegen Gladbach hat man das umsetzen können, gegen Paderborn nur über die halbe Spielzeit, in London zuletzt fast gar nicht mehr.
Wirkliche Fortschritte, die herbeigesehnte Trendwende, der Abschied von der Krise, sind also, trotz zuletzt vier Punkten in der Liga aus zwei Spielen leider noch immer nicht wirklich zu verzeichnen. Die Konkurrenz im Tabellenkeller punktet zudem halt auch.
Wenn also nach dem Spiel in Frankfurt dann nur noch die Heimspiele gegen Hoffenheim und Wolfsburg anstehen, dann kann man bei der aktuellen BVB-Serie wohl auch nicht unbedingt mit Heimsiegen planen.
Auswärts geht es dann noch nach Berlin und Bremen, sportlich zwar scheinbar machbarer, doch hat ja schon das Unentschieden zuletzt in Paderborn gezeigt, dass auch da Siege nur schwer zu erringen sein werden. Zumal, wenn man nicht über die komplette Spielzeit fightet.
Was bleibt also? Wohl am Ende doch nur die bittere Erkenntnis, dass an einem Sieg in Frankfurt, will man nicht mit extrem schlotternden Knien in den Dezember gehen, kein Weg vorbei gehen wird. Man darf gespannt sein, welches Gesicht der angeschlagene Champions League-Finalist von 2013 an diesem Wochenende zeigt.
Die vergangenen Wochen haben wiederholt gezeigt, dass man sich bei der ‚Wundertüte‘ namens BVB aktuell wohl auf nichts verlassen kann.
Erst am Sonntag um 19.20 Uhr werden wir also schlauer sein… Ich wage da inzwischen auch keinerlei Prognosen mehr! Buchstäblich alles scheint möglich…

 

Und da der BVB ja erst am Sonntag spielt habe ich hier noch einen kleinen Tipp für die Fußball-Fans (aber natürlich auch nicht nur für diese), welche vielleicht auch mal einen etwas anderen Abend verbringen möchten 😉

9 Kommentare

Robin,
ich strenge mich gewaltig an, den BVB, konkret das Spiel am Sonntag, aus meinen Gedanken zu verbannen.
Klappt leider nur eingeschränkt.
Es läßt sich schon der Höflichkeit wegen nicht vermeidenden, über den BVB z.B. beim Einkauf zu sprechen: “Walter, was meinst Du zu unserem BVB? Was wird Sonntag?”
Allein das reden über den BVB fällt mir nicht leicht und schon gar nicht den Optimisten zu geben, was ich aber immer wieder versuche.
Was bleibt uns BVBern denn zur Zeit Anderes ?

Walter, Du kannst mir glauben, hier regelmässig über den BVB zu schreiben hat mir auch schon mal deutlich mehr Spaß gemacht! 😉 😀

Ich halte am Sonntag, wie geschrieben, echt alles für möglich. Klarer Eintrachtsieg, Unentschieden, klarer BVB-Erfolg. Wer weiß?
Die vielen kuriosen Erlebnisse in den Spielen mit BVB-Beteiligung zuletzt haben mir das Gefühl für eine einigermaßen fundierte Vorhersage inzwischen völlig genommen. Wäre das bei für mich ganz ‚neutralen‘ Spielen so, dann fände ich das klasse. Dass es aber ausgerechnet beim BVB aktuell so ist, das hätte ich zu Saisonstart noch für völlig ausgeschlossen gehalten…

Walter, Robin: Mut, der BVB ist ja Letzter. Die rote Laterne hat schon so mancher im Waldstadion ausmachen können, Mist, das hatte noch gar nicht registriert, dass der VfB am BVB vorbei ist. Ihr könnt die Klinikpackung Valium und den 10er Pack Tempos wieder wegpacken

Der Tabellenplatz selber ist für mich aktuell gar nicht so wichtig. Wichtig wäre es endlich eine Trendwende einzuleiten, dann wäre man mit 3-4 erfolgreichen Spielen ohnehin rasch wieder weg von da unten. Aber das gelingt dem BVB halt nicht. Und das Restprogramm ist nicht ohne. Die vermeintlich leichtesten Spiele am Anfang der Saison sind schon durch. Das ist das Bedrohliche seit Wochen. Und je länger diese merkwürdige Serie andauert, je schwerer wird es sie wirklich überzeugend zu beenden. Beispiele aus der Buli-Geschichte, wo es immer hiess dieses oder jenes Team ist viel zu gut für den Abstiegskampf gibt es ja schon viele. Wenn man wirklich in der Rückrunde noch immer da unten rumturnt, dann kann das richtig übel werden, auch wenn da jetzt noch niemand ernsthaft dran glauben mag. Alles schon mal dagewesen…

Thomas, -6-,
muß das sein ……Tabellenletzer………..?????

Robin,
wie lautet noch die Phrase? ” Die Tabelle lügt nicht”!!

Aber jetzt ist hier ersteinmal Schluß mit dem BVB -mich regt das auf; und was wird morgen mit mir los sein?
Ich könnte mich ja -sh.u.a.die hier bei den Ruhrbaronen laufende Diskussion- morgen am Spätnachmittag noch intensiver mit der Thematik “Gefährdung der parlamentarischen bzw. der parlamentarisch-präsidalen Demokratie” befassen, statt das Geschehen in Frankfurt zu verfolgen. Das klappt aber erfahrungsgemäß nicht!

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