Der AfD Parteitag: Wölfe im Schafspelz?

Frauke Petry auf dem AfD Parteitag in NRW, Foto: Ulrike Märkel
Frauke Petry auf dem AfD Parteitag in NRW, Foto: Ulrike Märkel

Der Parteitag der NRW-AfD in Werl machte vor allem durch den Vorstandsbeschluss, die Presse auszuschliessen, von sich reden. Nach einer längeren parteiinternen Diskussion wurden die vor der Tür stehenden Medienvertreter doch noch hineingelassen. Mit der anwesenden Presse tat man sich dennoch schwer. Journalisten wurden aufgefordert zu gehen, ein akkreditierter Blogger wurde des Saals verwiesen, ein junger YouTuber hinausgeschmissen. Die Parteispitze gab sich in ihren Reden moderat, die Mitglieder waren in ihren Äußerungen schon deutlicher. Das Thema mit Sprengkraft, die aktuelle Asylpolitik, wurde auf den hinteren Teil der Tagesordnung gesetzt. Mehr als 300 Gegendemonstranten des parteiübergreifenden „Bündnis gegen Rassismus“ demonstrierten friedlich hinter den weiträumigen Absperrungen – in der Stadthalle nahm man von den Protesten nichts wahr.

Der Parteitag startet mit der Verarbeitung der heftigen Kritik am Ausschluss der Presse und diskutierte über die noch immer außenstehenden Medienvetreter, die einem „in der Vergangenheit übel mitgespielt hätten“. Zwei Pressekonferenzen zur Information, statt Teilnahme am Parteitag, seien die richtige Lösung. Dies hatte der Deutsche Journalisten-Verband jedoch als “Nanny-Journalismus“ im Vorfeld abgelehnt. Die AFD Spitze lenkte ein, der Parteitag solle darüber abstimmen. Die Meinungen dazu, ob und wie Journalisten über den Parteitag berichten dürfen, gehen weit auseinander. NRW-Landeschef Marcus Pretzell war gegen den Ausschluss, konnte sich aber im Parteivorstand nicht durchsetzen.

„Wir als Partei haben das absolute Recht zu entscheiden, wen wir hereinlassen“, gibt sich einer der Redner selbstbewusst. Der Sprecher des Stadtverbandes Solingen hingegen spricht sich gegen den Ausschluss der Presse aus: „Dann tun wir das, was der Gegner will. Sie wollen uns einschüchtern, damit wir uns zurückziehen und einigeln und wir unsere Informationen nicht mehr nach außen kolportieren können.“ Die Teilhabe der Medien sei das eigene originäre Interesse, warnt ein anderer Redner: „Wir sind eine rechtsstaatliche Partei und kein Verschwörerzirkel!“ und macht einen Vorschlag zum Umgang mit der Presse: „Ich bin dafür, dass sie von einem Extra-Raum aus berichten dürfen.“ Mit diesem Vorschlag kann er sich nicht durchsetzen, die Türen werden nach der Diskussion geöffnet und die Presse darf hineinspazieren. Parteitag-Star Frauke Petry gibt erfreut vor den Fernsehkameras ihre Statements zum Wahlprogramm.

Die AfD und die Presse: Petrys Kommunikationsregeln und Extra-Räume für Journalisten

In ihrem Grußwort stimmt Parteichefin Petry die Delegierten des stärksten AFD-Landesverbandes auf die Wahlen im Mai 2017 ein. Man könne auf die aktuelle Entwicklung stolz sein, bauchpinselt Petry die Deligierten – im Gegensatz zur Niederlage bei der letzten NRW-Wahl, seien die Umfrageergebnisse im Moment hervorragend. Die Landtagswahlen seien für die AfD die wichtigste Wahl vor den Bundestagswahlen.

Beim Thema Presse findet sie schnell einen Schuldigen: Die Presse selbst. Man würde schliesslich immer wieder erleben, dass in der Presse der eine AfD-Vertreter gegen den anderen ausgespielt werde. Daher habe man nun einige verbindliche Kommunikationsregeln festgelegt, ein „Maulkorberlass“, wie kritisiert, sei dies aber nicht. „Die süsse Versuchung des hingehaltenen Mikrophons ist häufig stärker, als der Impuls einfach mal den Mund zu halten. Deswegen kommen häufig Presseberichte zustande, bei denen Sie sich zurecht ärgern und an den Kopf fassen.“

Bevor ein Kollege über den anderen in der Öffentlichkeit den Mund aufmache, solle er zum Telefon greifen. Das Reglement wird mit viel Applaus bedacht, hatte sich doch die AfD in der Vergangenheit mit öffentlich ausgetragenen Intrigen und gehässigen Statements übereinander in der Öffentlichkeit selbst zerlegt.

AfD-Team Marcus Pretzell und Frauke Petry, Foto: Ulrike Märkel
AfD-Team Marcus Pretzell und Frauke Petry, Foto: Ulrike Märkel

Beim Thema Brexit ist der Parteichefin die Freude über den Austritt Großbritanniens deutlich anzusehen. Petry glaubt, dass die Wirtschaft auf der Insel vom Brexit profitiert: „Selbst die Börsen machen dieses Panikspiel nicht mit. Schon heute war der Aktienindex von Großbritannien über dem Wert!“ jubelt sie. Auch das Herzens-Thema der AfD lässt sie nicht aus. Bei all dem, was seit Jahrzehnten an den deutschen Genzen passieren würde, „handelt es sich um den Missbrauch des Asylrechts. So helfen wir weder Deutschland, noch Europa noch den Ländern aus denen diese Migranten kommen. Hiermit gilt es eindeutig Schluss zu machen!“ Es folgt lang anhaltender Applaus – Petry trifft die Stimmungslage der Partei. Ihr Lebensgefährte NRW-Chef Marcus Pretzell spricht in seinem Grußwort über die Familienpolitik als Kernkompetenz der AfD und und landet mit Schenkelklopfern wie „NRW kann vor Kraft kaum laufen“ bei den Delegierten immerhin viele Lacher.

Die AfD und die Zuwanderung: Zerstörung der Grundlagen

Nachdem die Wahlprogrammpunkte Arbeitsmarkt, Rente, Familie und Innere Sicherheit abgearbeitet sind, gibt es beim Thema Zuwanderung noch etwas mehr Diskussionsbedarf. Prof. Dr. Tropberger erläutert den Punkt des Wahlprogramms: „Migration und Integration müssen so gestaltet werden, dass die Interessen unseres Landes wieder im Vordergrund stehen, unser Wertesystem und die deutsche Leitkultur erhalten bleiben. Voraussetzung dafür ist die uneingeschränkte Akzeptanz der Wertefundamente unserer Gesellschaft, basierend auf dem Judentum, Christentum, Humanismus und Aufklärung und unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Nur ein Land, das selbstbewusst für seine Werte und Gesetze einsteht, wird in der Lage sein, seine nationale Identität effektiv zu integrieren.”

Dr. Quinten von der AfD Köln geht das zu weit. Er beantragte die Streichung des Satzes mit der Aufzählung der kulturellen Wurzeln Deutschlands. Ob er mit der demokratischen Grundordnung nicht zurecht kommt, wird in seinem Redebeitrag nicht ganz klar, aber „wenn man hier schon eine Aufzählung macht, dann soll auch die indo-germanische Kultur nicht vergessen werden, die war schliesslich früher als die jüdisch-christlichen da.“ Und überhaupt, „das Judentum ist nicht an erster Stelle zu nennen!“

AfD-Parteitag 2016 in NRW, Foto: Ulrike Märkel
AfD-Parteitag 2016 in NRW, Foto: Ulrike Märkel

Auch im nächsten Programmpunkt ist die Angstmache, mit der die AfD am rechten Rand Stimmen fischen will, deutlich: „Deutschland ist von einer Massenmigration und einer ziellosen Integrationspolitik betroffen, die unser Land aus dem Gleichgewicht bringt. Diese unkontrollierte Zuwanderung droht die politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Grundlagen Deutschlands und Europas zu zerstören.“

Pretzell sieht die Schwerpunkte der AfD woanders. Gegenüber den Ruhrbaronen meint er, dass bei der NRW-AfD die Familienpolitik ganz vorne stehe. Das Thema Innere Sicherheit sieht er seit den Vorkommnissen in Köln dennoch als „ein geborenes Wahlkampfthema“ für die AfD. Beim Dexit ist er zurückhaltend. Der Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union sei derzeit eine Phantom-Diskussion. Eine komplette Neufassung der EU Verträge sei dringend erforderlich. „Wir müssen zurück in die Zeit vor Maastricht und uns auf den gemeinsamen Binnenmarkt konzentrieren. Freier Handel im Schengenraum ist schliesslich wunderbar.“

Die AfD im Schafspelz?

Einwanderung findet er nicht ganz so wunderbar: „Dort wo tatsächlich ein Asylgrund vorliegt, müssen wir langfristig Schutz gewähren. Das heisst aber auch, dass wir diejenigen die Schutz brauchen von denjenigen, die sich unter fadenscheinigen Behauptungen Asyl erschleichen wollen, trennen.“ 90 % der Flüchtlinge hätten keinen Anspruch auf Asylrecht, denn das Grundgesetz sähe schliesslich vor, dass Flüchtlinge, die aus einem sicheren Drittland, vor allem aus Österreich kommen, dorthin zurückkehren müssen. „Punkt, Ende des Verfahrens.“ Wie Österreich damit zurecht kommen soll und was die FPÖ wohl zu diesem Verfahren sagt, führt Pretzell nicht aus.

Die AfD Mitglieder sprechen etwas weniger kontrolliert über ihre Probleme mit der Zuwanderung, sind aber mit ihren Äußerungen an den meisten deutschen Stammtischen durchaus konsensfähig. „Ich will in Deutschland kein Scharia-Recht haben“ … „straffällig gewordene Täter haben hier nichts zu suchen“ … „christliche Asylbewerber sind der Gewalt von Muslimen in den Heimen ausgesetzt“ … „nicht nur Flüchtlinge, sondern auch die deutsche Regierung betreibt Asylmissbrauch“ … „die Konzerne haben zu einer Vermischung der Gesellschaft beigetragen“.

Danach gehen die ersten Delegierten mit Blick auf das anstehende EM-Spiel Deutschland gegen Italien nach Hause. Ein ganz normaler Parteitag einer rechtspopulistischen Partei in Deutschland endet unspektakulär.

Resümee: Die AfD ist vor allem bei ihren Kernthemen Europa und Zuwanderung gespalten. Zwischen den schneidigen Vertretern des Rechten Flügels, zwischen Rechtskonservativen und gemässigten Kritikern der Zuwanderungspolitik und zwischen EU-Feinden und den Verfechtern eines gemeinsamen Binnenmarkt herrscht Uneinigkeit. Trotz des parteiinternen Maulkorberlass waren die rechtsorientierten Stimmen nicht zu überhören. Die Parteiführung übte sich im Spagat und versucht den Ton zwischen seriöser Politik und deftig-klaren Worten zu finden.

Das Bemühen der AfD um Normalität sollte einem Sorgen machen. Schafft die Parteiführung es, sich von ihren antisemitischen und offen rassistischen Spitzenleuten zu trennen und dennoch weiterhin die Ressentiments ihrer von Globalisierung und Zuwanderung überforderten Wählerklientel zu bedienen, wird die rechtspopulistische Partei bald als ernstzunehmende politische Kraft zur „normalen“ Realität in Deutschland gehören.

Das Versprechen von Frauke Petry, sich in Zukunft gegenüber den Medien professioneller als bisher zu verhalten, kann man in diesem Zusammenhang ruhig als Drohung verstehen. Man wird dann in Zukunft mehr zwischen den Zeilen lesen müssen.

19 Kommentare

Aus dem "Man wird doch mal sagen dürfen!" des braunen Bodensatzes wird also jetzt ein "Bloß nicht sagen, was man grad denkt!". Die von der NSDAP entlehnte Erkenntnis, dass man besser erst dann so richtig die Sau rauslässt, wenn man politische Mehrheiten errungen hat, greift in der AfD durch.

@Klaus Lohmann: Zumindest hatte ich den Eindruck, dass die parteiintern als Maulkorn bezeichnete Kommunikationsregeln sehr wohl gegriffen haben. Von 10 angesprochenen AfD Delegierten hat nur der familienpolitische Sprecher der NRW-AfD, Uwe Liesche, mit mir gesprochen. Andere Statements einzuholen war unmöglich, keiner wollte etwas zum Wahlprogramm sagen. "Nein, ich möchte lieber nichts sagen!" duckten sich die AfD Mitglieder ängstlich weg. Selbst NRW-Vorstandsmitglied Mara Müller lehnte ein Statement zum Wahlprogramm mir gegenüber ab und bat, ihre Absage vom Band zu löschen. Man kann wirklich nicht von einer offenen, transparenten Atmosphäre bei der AfD-Basis reden.

@Ulrike Maerkel: Und nicht nur wegen solcher Situationen muss in einer lebenden Demokratie die Presse die Öffentlichkeit wiederherstellen, damit möglichst *alle* Menschen, die mit der AfD als Wahloption liebäugeln, auch wissen können, dass sich da eine ehemals – zumindest zu Zeiten Luckes & Co. – diskussionsfreudige Neupartei in eine den Mitgliedern angstmachende und druckausübende Partei verwandelt hat. Es ist nämlich nicht nur die Angst vor "unbedachten" Äußerungen, sondern auch die Angst, dass solche Repressionen das öffentliche Bild der Partei prägen werden, was die Parteispitze nun treiben (und hoffentlich innerlich zerreißen) wird.

Nette Kolportage trotz chronischer "Linksschreibschwäche" der VerfasserIn 😉

Was stand noch im "Per Anhalter durch die Galaxis" über die Erde und ihre Bewohner? Mostly harmless.

Mit Jean Baudrillard etwas zynischer gesagt: Welcome to the desert or real 😉

Sehr geehrte Frau Maerkel,

zunächst einmal vielen Dank für den Bericht. Und vorab möchte ich offenlegen, dass ich Parteimitglied bin und vor Ort war.

Ich möchte nur auf einige Punkte erwidern.
1. Wer sollte mit der Presse reden? Einfache Delegierte wissen, dass sie nicht entsprechend geschult sind, um gute Interviews zu geben. Dementsprechend überlassen wir das Reden doch lieber denjenigen, die das wollen und dafür ausgesucht wurden. Sie sprachen davon, dass selbst Mara Müller als Vorstandsmitglied nicht zitiert werden wollte. Frau Müller ist halt auch weder als Sprecherin noch als stellvertretende Sprecherin im Vorstand, sondern als Beisitzerin. Wenn Sie aber mit Jemanden reden möchten, dann können Sie einfach bei der Geschäftsstelle in Düsseldorf anfragen. Auch die landespolitischen Sprecher können von Ihnen interviewt werden.
2. Über was sollte mit der Presse gesprochen werden: Naja, Statements zum Programm sollten erst dann gegeben werden, wenn das Programm beschlossen wurde. Sie waren (wenn ich ihre Ausführungen richtig interpretiere) wohl nur am ersten Tag da. Es wäre sicherlich schöner gewesen, wenn Sie am zweiten Tag abends gefragt hätten.
3. Ausschluß von extremistischen "Journalisten": Es ist wahr, dass ein "Youtuber"/"Blogger" nachträglich ausgeschlossen wurde. Man hätte diesen bei besserer Prüfung sicherlich gar nicht erst zulassen dürfen. Nun erhält man jedoch in Deutschland auf Recht einfachen Wegen einen Presseausweis. Jetzt könnte man grds. nur noch die Großen (ZDF, Zeitungen, …) reinlassen. Aber, wir wollten halt nicht jeden Blogger grds. ausschließen. Sie als Ruhrbarone wären sonst ja auch raus. Wir werden aber daran arbeiten, die Extremisten vorher auszusortieren. Extremisten sind u.a. diejenigen, die ausschließlich dafür da sind, Fotos von einfachen AfD-lern zu machen, um diese anschließend zur Stigmatisierung bei linksextremen Seiten hochzuladen. Das hat aber nichts mehr mit "Journalismus" zu tun. Da einige Mitglieder bereits "Hausbesuche" von Extremisten hatten, ist es sicherlich verständlich, dass man dieses nicht möchte.
4. Inhalt des Programms und Diskussionen: Natürlich muss man einige Themen heiß diskutieren. Es kommt aber darauf an, was die Mehrheit dazu am Ende sagt. Auch jede "laute Stimme" hat am Ende nur eine Stimme. Es ist aber natürlich ihr gutes Recht, die Inhalte der AfD anders zu bewerten. Manchmal kommt man sich aber wie beim Film "das Leben des Brian" vor, wo jemand als "Messias" gehalten wird. Sagt er, dass er nicht der Messias ist, so scheint er zu lügen. Sagt er es am Ende doch, so ist die Menge glücklich und er ist der Messias. Sie sehen in der AfD eine "rechtspopulistische" Partei und erhoffen sich eine Bestätigung, bekommen aber immer wieder ein Programm geliefert, dass keine Anhaltspunkte dafür liefert. Nun, Sie wollen es nicht glauben und meinen zwischen den Zeilen lesen zu müssen. Das sei Ihnen gestattet.

Ich möchte nicht auf weitere Inhalte eingehen, aber möchte nur drei Beispiele geben, die zum großen Teil am zweiten Tag besprochen wurden: Finanzpolitik, Wirtschaftspolitik, Energiepolitik.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Loose
Bochum

Warum sollten die Mitglieder ein Statement abgeben? Stand das Ergebnis bei Euch nicht schon fest? Beim lesen des 'ach so neutralen Berichts und der Kommentare hier, beschleicht einem genau das Gefühl.
Um in einem sachlichen politischen Diskurs zu kommen, sollte auch die Bereitschaft auf allen Seiten vorhanden sein.

"Man könne auf die aktuelle Entwicklung stolz sein, bauchpinselt Petry die Deligierten – im Gegensatz zur Niederlage bei der letzten NRW-Wahl, seien die Umfrageergebnisse im Moment hervorragend. "

Welche NRW-Wahl meinen Sie? 2012 gab es die AfD doch noch gar nicht, und den Satz gab es so auch nicht. So etwas macht den Umgang mit den Ruhrbarenonen immer etwas schwierig, ich habe da ja auch so meine Erfahungen machen müssen, daher würde ich Ihnen wohl auch nicht für eine Interview zur Verfügung stehen.

@Gabriele Walger-Demolsky

Es ist vielleicht missverständlich formuliert. Gemeint sind die letzten Wahlen in NRW – die Kommunalwahlen – bei denen die AfD tatsächlich mit recht kläglichen 2,5 % abgeschnitten hat. Dass sie dennoch in einige Kommunalparlamente eingezogen sind, lag daran, dass es keine Sperrklausel gab.

Also schreiben Sie über Wahlen bei denen wir gar nicht Flächendeckend angetreten sind. Nun ja wenn das Argument die Sache besser machen soll?

Wir sind im Übrigen in den Kommunen, in denen wir in die Stadträte eingezogen sind, meist mit einer Gruppe oder ein Fraktion eingezogen also auch da deutlich über 2,5 % und einer fiktiven Sperrklausel.

Bitte besser recherchieren und dann erst schreiben und solche Aussagen nicht auch noch der Frau Petry quasi in den Mund legen! Aber was mach ich, Herr Pretell hatte ja gewarnt der Presse zu sagen wie sie Ihre Arbeit machen soll ich bitte das zu entschuldigen, da sind wohl die Pferde mit mir durch gegangen, bei so viel missverständlichen Formulierungen.

@Christian Loose # 11

ZU 3: Ausschluss von extremistischen "Journalisten": „Es ist wahr, dass ein "Youtuber"/"Blogger" nachträglich ausgeschlossen wurde.“

Es wurde nicht nur ein YouTuber sondern auch ein junger Journalist, der für Radio Hitwave berichten wollte und u.a. für den Westfälischen Anzeiger schreibt, mit Begleitung von Security-Männern hinausgeworfen. Er war jedoch sowohl bei der AFD-NRW im Vorfeld ordentlich akkreditiert, als auch auf den ausliegenden Listen verzeichnet. Ich habe mit ihm gesprochen – Begründung der AfD sei gewesen: Er trug ein „Refugee welcome“ – Bändchen am Arm. Finden Sie es nicht ein bisschen lächerlich, so jemanden in die extremistische Ecke zu schieben?

Anders als ihr Kreisverbandsprecher Wolfgang Demolksy meint, sind die Ruhrbarone kein linksextremer Blog. Es erscheint sinnvoll, dass die AfD erst einmal eine Debatte zur Begriffsdefinition von "Extremismus" und zur "Freien Presse" führt.

ZU: „Aber, wir wollten halt nicht jeden Blogger grds. ausschließen. Sie als Ruhrbarone wären sonst ja auch raus.“

Ich wurde von dem AfD-Parteitags Presseassistenten in Begleitung eines Ordners freundlich aber sehr nachdrücklich aufgefordert, zu gehen. Das Vorweisen meines Presseausweises, den der DJV ausstellt, hat ihn wenig beeindruckt. Er bestand weiterhin darauf, das ich gehe und war nicht bereit mich vor Ort zu akkreditieren. Erst der Hinweis auf meine Mitgliedschaft im DJV half.

ZU 4: „Sie sehen in der AfD eine "rechtspopulistische" Partei und erhoffen sich eine Bestätigung, bekommen aber immer wieder ein Programm geliefert, dass keine Anhaltspunkte dafür liefert. "

Die AfD selbst hat in ihren Äußerungen (die dazu befugten Spitzenpolitiker und Sprecher sind gemeint) und in ihren Programmpunkten zur Zuwanderung (siehe Text) ausreichend Anhaltspunkte dafür gegeben, eine rechtspopulistische Partei zu sein. Und die Diskussion auf dem Parteitag darüber, dass eine Kopftuch tragende Frau die betriebliche Abläufe stört und Kunden sich gestört fühlen und andere Diskussionsbeiträge (siehe Text) … soweit in die Tiefe muss man nicht gehen.

Gauland-Zitate wie "Sache der Polen ist, zu entscheiden, wie viele Flüchtlinge sie in ihrem Volkskörper haben wollen" docken an rechtsextremistischen Sprachgebrauch an und Gaulands Idee, dass es einen "Versuch, das deutsche Volk allmählich zu ersetzen durch eine aus allen Teilen dieser Erde herbeigekommene Bevölkerung" gäbe, ist nicht nur rechts, sondern auch noch hochgradig verschwörungstheoretisch. Für mehr (etliche) Beispiel fehlt leider Platz und Zeit. Aber es reicht ja auch, wenn Sie ihren Parteifreunden zuhören.

Klaus Lohmann#3 Die LTF in BaWü zerlegt sich, es wird von 10 Abgängern gesprochen

"Begründung der AfD sei gewesen: Er trug ein „Refugee welcome“ – Bändchen am Arm. "

"Sei" gewesen? War das die Begründung oder war sie es nicht? Wenn man sich seiner Fakten derart unsicher ist, dass man im Konjunktiv schreibt, sollte man dann besser garnichts dazu schreiben, statt eine unbelegte und möglicherweise falsche Behauptung zu verbreiten?

@Gerd: Im Artikel steht "ich habe mit ihm gesprochen." Das ist eindeutig. Die Zitate des Artikels habe ich auf Band, mit dem rausgeworfenen Nachwuchs-Journalisten habe ich gesprochen und mitnotiert. Er sagte, er sei wegen des Bändchens hinaus geworfen worden. Kurz gesagt, meine Sorgfaltspflicht endet bestimmt nicht bei der AfD- Berichterstattung.

Sehr geehrte Frau Maekel,

wir bitte einfach um bessere Recherche, wir erwarten die nicht, wir bitten darum. Ob Herr Demolsky nun von einem linken Block oder linksextremen Blog sprach, lassen wir jetzt einfach so stehen, Sprecher ist er nicht, Bochum hat seit seiner Gründung 2013 eine Spercherin.
Das jemand vom WA wegen eines Bändchens gehen musste und der WA dann im Anschluss einen so sachlichen Bericht schreibt erstaunt uns dann schon, aber ich bedanke mich dafür das Sie sich der Diskussion stellen, sicher könnten Sie es sich auch leichter machen.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Walger-Demolsky

@Gabriele Walger-Demolsky

Wie es in der Antwort auf @Christian Loose bereits steht, war der junge Journalist für den Radiosender Hitwave da: Es heisst: "der für Radio Hitwave berichten wollte". Er schreibt sonst "u.a. für den Westfälischen Anzeiger" (siehe AW).

Sie haben Recht, Herr Demolsky ist nicht Sprecher des Kreisverbandes der AfD Bochum, sondern nur der Stellv. Sprecher.

[…] Folgenden Beitrag gibt es bei „ruhrbarone“ – Journalisten bloggen das Revier, am 4. Juli 2016, von Ulrike Maerkel: Der Parteitag der NRW-AfD in Werl machte vor allem durch den Vorstandsbeschluss, die Presse auszuschliessen, von sich reden. Nach einer längeren parteiinternen Diskussion wurden die vor der Tür stehenden Medienvertreter doch noch hineingelassen. Mit der anwesenden Presse tat man sich dennoch schwer. Journalisten wurden aufgefordert zu gehen, ein akkreditierter Blogger wurde des Saals verwiesen, ein junger YouTuber hinausgeschmissen. Die Parteispitze gab sich in ihren Reden moderat, die Mitglieder waren in ihren Äußerungen schon deutlicher. Weiter […]

Kommentar verfassen