Den Sommer genießen

Parteien und Bürger haben gemeinsam beschlossen, den Sommer zu genießen, denn alle wissen: Der Herbst und der Winter werden unangenehm.

Eiegntlich mag ich Wahlkampfzeiten. Ich lese, rede und schreibe gerne über Politik, sauge jede Umfrage auf und habe schon ganze Nächte damit verbracht mit Freunden die Lage und den Ausgang der kommenden Wahlen zu diskutieren.
Diesmal ist alles anders: Statt dem „Duell“ Merkel vs. Steinmeier habe ich am vergangenen Sonntag den Simpsons Film geschaut und es nicht bereut.

Die noch weit entfernte Silvesterfeier bei Klaus und Simone wir ausgiebiger besprochen als die Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Habe ich ein Parteiprogramm gelesen? Nein…

Parteien und Bürger haben gemeinsam beschlossen, den Sommer zu genießen, denn alle wissen: Der Herbst und der Winter werden unangenehm.

Eiegntlich mag ich Wahlkampfzeiten. Ich lese, rede und schreibe gerne über Politik, sauge jede Umfrage auf und habe schon ganze Nächte damit verbracht mit Freunden die Lage und den Ausgang der kommenden Wahlen zu diskutieren.
Diesmal ist alles anders: Statt dem „Duell“ Merkel vs. Steinmeier habe ich am vergangenen Sonntag den Simpsons Film geschaut und es nicht bereut.

Die noch weit entfernte Silvesterfeier bei Klaus und Simone wir ausgiebiger besprochen als die Bundestagswahl am kommenden Sonntag. Habe ich ein Parteiprogramm gelesen? Nein. Habe ich in der Fußgängerzone an einem Parteistand diskutiert? Nein. Interessieren mich die Blogs der Parteien und ihr superhipper Internetwahlkampf? Ich finde das eher alles ein wenig peinlich.

Wir alle, die Parteien wie die Wähler, wissen, dass der Wahlkampf nichts anderes als ein Sommertheater ist und wir wollen es auch nicht anders. Wir genießen die letzten warmen Tage, denn wir wissen, dass der Herbst bitter und der Winter hart werden wird: Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Deutschland ist laut der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr von 63,4 Milliarden Euro auf 74,8 Milliarden gestiegen. Im kommenden Jahr sollen es dann 80,4 Milliarden sein. Gleichzeitig wird die Wirtschaft in diesem Jahr um fünf Prozent schrumpfen. Im nächsten Jahr wird sie stagnieren, denn die Prognostizierten 1,5 Prozent Wachstum, die im Augenblick  optimistischste Schätzung sind, tun nur so als wären sie ein Aufschwung: 1,5 Prozent beträgt in Deutschland das systemische Wachstum. Es kommt beispielsweise daher, dass Produkte komplexer werden, ab und an Innovationen auf den Markt kommen wie Navigationsgeräte, Dieselrussfilter oder es einen kleinen Boom bei Smartphones gibt. Ein Aufschwung fängt erst oberhalb von 1,5 Prozent an.

Für den Staat heißt das, dass in den kommenden Jahren die Steuereinnahmen auf einem niedrigen Niveau bleiben werden. Erst 2013 soll die Wirtschaft wieder das Volumen des vergangenen Jahres haben. Und gleichzeitig werden die Kosten für den Erhalt des Sozialsystems steigen. Und die Zahl der Arbeitslosen in die Höhe gehen. Und schon in normalen Zeiten mussten Schulden gemacht werden und stieg das Volumen der Haushalte.

Das Geld um das alles zu bezahlen muss irgendwo herkommen und es wird nicht nur über immer mehr Schulden kommen können. Wir werden es bezahlen. Keck fragt die Wirtschaftswoche in ihrer aktuellen Ausgabe, wie meine Brieftasche wählen würde. Ich habe sie gefragt: Sie würde gerne für ein paar Jahre unsichtbar werden, damit keiner sie ausplündern kann. Denn egal welche Koalition wir bekommen, es wird teuer für uns: Die Mehrwertsteuer wird steigen, es wird eine Vermögensabgabe geben, vielleicht kommt  ein Krisensoli, Verbrauchssteuern auf Tabak und Energie werden steigen. Gesundheit und Klima sind so gute Gründe uns unser Geld wegzunehmen, dass jeder Politiker sie gerne nutzen wird.

Unterschiede wer regiert? Sie werden gering sein. Es fehlt so viel Geld, es gibt so große Probleme, dass die Politik in den nächsten Jahren  durch die klammen Haushalte bestimmt wird. Gestaltungsspielräume? Wird es kaum geben.
Und da wir das alle wissen, die Parteien und wir Wähler, wahren wir die Form: Die einen plakatieren alberne Sprüche, wir werden zu Wahl gehen.

OK, man hätte auch über alles, was da auf uns zukommt, diskutieren können. Man hätte über Konzepte streiten können. Aber niemand wollte das. Wir wollten alle nur den Sommer genießen. Und wir wissen warum.

3 Kommentare

Stefan, vielleicht gibt es einfach wenig zu streiten, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und einem deswegen das Wasser bis zum Hals steht.Da warten dann alle darauf, dass Pappi nach Hause kommt und die Tracht Prügel nicht ganz so heftig ausfällt wie eigentlich verdient.Oder dass er vielleicht doch noch etwas länger in der Kneipe bleibt, bevor er die Peitsche schwingt. Oder dass das Märchen vom Sterntaler vielleicht doch wahr ist.

Ach ja, ich vergaß Mutti, die uns beim Warten über den Kopf streichelt und versichert, dass das alles halb so wild wird so lange sie Pappi in Zaum hält.

P.S. Und jetzt, wo Joschka RWE und BMW konsultarisch unterwandert und zusammen mit seinem ehemaligen Kanzler-Buddy unsere Energiezufuhr aus aller Herren Länder sichert wird es garantiert wieder besser….zumindest für die beiden. Als Fortführung des Rot-Grünen-Projektes mit anderen Mitteln, sozusagen. Und irgendwie haben sie´s auch verdient.Oder? Man kann nicht einerseits die private Altersversicherung fordern und andererseits selber dafür nichts tun (wollen). Gerhard und Joschka, die tun was! Nicht nur für sich sondern auch (noch) für uns alle……

Und jetzt nochmal politisch unkorrekt: Wer von u n s würde denn solche Angebote – sofern er sie überhaupt bekommt – verweigern?

Schade, schade, dass das, was Stefan beschreibt, zumindest in dem Teil richtig ist, dass ein spürbares Desinteresse eingetreten ist. Beim Straßenwahlkampf, und mit Vergleichsmöglichkeit, ist das nur allzu gut zu merken.
Parteiprogramme zu lesen, kann da aber Abhilfe schaffen.
Zum Thema eigenem Portemonnaie dürfte da der eine oder andere schon spürbare Unterschiede in der (Stefan, ganz richtig!) definitiv kommenden Steuererhöhung ausmachen.
Arnold: Schade zu wissen, dass Parolen wie ” Die Bonzen da oben machen sich die Taschen voll ” uns wiederholt nicht weiterhelfen.

Gut zu wissen hingegen, dass nicht nicht alle 60 Mio. Wahlberechtigten zu der Sylvesterfeier kommen werden – hoffentlich 🙂

Kommentar verfassen