Demo in Duisburg wegen des Anschlages in Suruc

Foto: Richard Diesing
Foto: Richard Diesing

Gestern fand in Duisburg eine Demo mit bis zu 400 Teilnehmern statt. Grund dafür war ein Selbstmordanschlag am gleichen Tag. In der türkischen Grenzstadt Suruc waren rund 300 Jugendliche in einem Kulturzentrum zusammengekommen. Sie wollten nach Kobane reisen und dort Hilfe leisten. Man vermutet den IS hinter dem Anschlag. Bei dem Anschlag starben laut Medieninformationen  mindestens 30 Personen, rund hundert weitere wurden verletzt.

Die Demo startete etwas verzögert, Grund dafür wäre die Polizei, die die Sicherheit der Demo garantieren wolle, so jedenfalls eine Rednerin. Die Polizei war jedoch vor allem anfangs, als man sich in Reichweite der zeitgleich stattfindenden Duigida-Demo befand, mit Helm und Schlagstöcken ausgestattet.

Die Demoroute führte vom Sammelpunkt vor dem Duisburger Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zum “livesaver”-Brunnen.

In den Redebeiträgen wurde neben dem Terror des IS’ vor allem die türkische Behörden angeprangert. Laut einer Rednerin habe die türkische Polizei den Abtransport der mehr als hundert Verletzten nach dem Anschlag mit Wasserwerfern behindert. “IS massakriert, Türkei finanziert!”, war die wohl beliebteste Parole der Demonstranten.

Rund 400 demonstrierten gestern wegen des Anschlages in Suruc. Foto: Richard Diesing
Rund 400 demonstrierten gestern wegen des Anschlages in Suruc. Foto: Richard Diesing

“Wir wollen bei der Demo auf den heutigen Anschlag hinweisen und darauf, dass die türkische Regierung mit allen Mitteln den IS unterstützt!”, so eine Teilnehmerin der Demo und Duisburger Aktivistin bei der Neuen Demokratischen Jugend (YDG).

Viele Flaggen zeigten Gesichtern von Kämpfern, die im Kampf gegen den IS starben. Darunter auch Ivana Hoffmann. Auch ihre Mutter soll auf der Demonstration gewesen sein. Hoffmann wurde im März in Syrien in einem Gefecht mit dem IS getötet. Sie gilt als erste Deutsche und erste ausländische Frau, die im Kampf gegen den IS starb. Für die meisten der Demo-Teilnehmer sind die Getöteten Helden. „Sehid Namirin“ – auf deutsch „Märtyrer sind unsterblich“, rufen sie.

Auch in der Türkei gab es Proteste wegen des Anschlags. Dort soll die Polizei allerdings mit Gummigeschossen und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vorgegangen sein. Heute fand die Beerdigung der Opfer des Anschlages statt. Außerdem startet um 18 Uhr auf dem Willy-Brandt Platz in Essen eine Demo wegen des gestrigen Anschlages statt. Bei der Facebook-Veranstaltung haben bisher rund 200 Personen zugesagt.

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