Datteln: Ein Kraftwerk legt die Hüllen ab

Kraftwerk Datteln 1-3 5 (600x400)Passend zum aktuell hochsommerlichen Wetter, legen auch die Kühltürme des Altkraftwerks ‚Datteln 1-3‘ aktuell so manche Hülle ab, könnte man beim Anblick der Anlage im Kreis Recklinghausen meinen.
Ein Anblick, welcher das Herz manch eines Industrieromantikers tief berühren dürfte. Aber auch die ehemals dort beschäftigten Mitarbeiter sehen die Veränderungen an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz natürlich mit durchaus ‚gemischten‘ Gefühlen. Während die Inbetriebnahme des benachbarten Neubaus ‚Datteln 4‘ aktuell noch nicht abzusehen ist, verschwindet der bzw. die Vorgänger Stück für Stück aus der Landschaft. Nicht ohne optischen Reiz, wie man sieht.

 
Andreas Kahle, von E.On, betreut die Vorgänge rund um das Altkraftwerk dort. Er sieht die Arbeiten dabei voll im Plan: „Die Arbeiten schreiten voran, läuft alles gut und ohne Probleme. Es tut natürlich weh, wenn man sein einstiges berufliches Zuhause verschwinden sieht…“

 
Franziska Krasnici, ebenfalls seit Jahren rund um die Vorgänge am Ort für E.On aktiv, erläutert für die Ruhrbarone kurz noch einmal die aktuell laufenden Abläufe: „In der ersten Phase sollen nur Anlagenteile zurückgebaut werden, die für den Betrieb der provisorischen Fernwärmeversorgung nicht erforderlich sind und deren Rückbau keine Gefährdung des für den Restbetrieb erforderlichen Personals darstellt. Daher werden vorab nur separat stehende Gebäude oder Gebäudegruppen rückgebaut. Im Wesentlichen sind das die Holzkühltürme 1-4, die Gipslagerhalle, die Ammoniakanlage sowie die Förderanlagen der Bekohlungseinrichtungen. Die Umsetzung des Rückbaus ist innerhalb von 18 Monaten vorgesehen. Das Altkraftwerk Datteln 1-3 soll unter Berücksichtigung der bis zur Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4 erforderlichen Anlagen zur provisorischen Fernwärmeversorgung in 3 Phasen rückgebaut werden. Die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung der Stadt Datteln soll durch die beiden vorhandenen Hilfskessel 6 und 7 des Altkraftwerks gewährleistet werden. Für die provisorische Fernwärmeversorgung sind neben dem Betrieb der Hilfskessel weitere technische Nebenanlagen erforderlich (Wasseraufbereitung, Wärmetauscher, Pumpen, Rohrleitungssysteme und elektrische Schaltanlagen), die erst nach der Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4 zurückgebaut werden können.“

 
• Phase 1: Rückbau von Anlagenteilen innerhalb von 18 Monaten nach Erteilung der Genehmigung zum Rückbau der Phase 1 und damit während des Betriebes der provisorischen Hilfskesselanlage
• Phase 2: Rückbau aller verbliebenen Gebäude und technischen Anlagen nach gesicherter Inbetriebnahme des Kraftwerks Datteln 4 innerhalb von 36 Monaten nach Erteilung der Genehmigung zum Rückbau der Phase 2 und damit nach Betrieb der provisorischen Hilfskesselanlage
• Phase 3: Vorbereitung der Fläche für eine eventuelle Nachnutzung innerhalb von 12 Monaten nach Erteilung der Genehmigung zum Rückbau der Phase 3

 
Klingt so Alles erst einmal recht sachlich und nüchtern. Aktuell bietet das Geschehen in Datteln jedoch auch, abseits der rein sachlichen Vorgänge in der Kanalstadt, ein optisch höchst attraktives Schauspiel für Technikinteressierte und natürlich auch für Kraftwerks-Fans und –Kritiker.
Und wenn jetzt jemand das Ganze auch mal mit eigenen Augen verfolgen möchte, dann hat Andreas Kahle auch noch einen Tipp für die Ruhrbarone-Leser: „Vom Dach des TED (Anm. d. Red.: Treffpunkt Energie Datteln (TED), Zur Seilscheibe 8, 45711 Datteln) hat man eine gute Sicht auf die Arbeiten in der ehemaligen Bekohlung. Geöffnet MI und jeden ersten SA im Monat von 10 -17 Uhr…“

(Fotos mit freundlicher Genehmigung von Andreas Kahle und Franziska Krasnici.)

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3 Kommentare

das zweite Foto von unten WAR KUNST …

aber Du hast geschrieben, was es ist, und schon ist es keine Kunst mehr …

( oh, die Millionen, wo sind sie geblieben … )

Zitat aus Bericht:

….. Die Sicherstellung der Fernwärmeversorgung der Stadt Datteln soll durch die beiden vorhandenen Hilfskessel 6 und 7 des Altkraftwerks gewährleistet werden. -…..

Dies beiden Hilfskessel sollten offiziell als Kunstwerke der Energietechnik deklariert werden.
Als Künstler wären die "Grünen" mit ihren Hilfstruuppen DUH und Grün-Ortsgruppierungen zu nennen.
Einmalige Kunst ist das, was durch Stillegung eines der modernsten Kraftwerke in der EU kreiert wurde.

Robin, ist allen klar, daß es sich um die "ur-"alten Kraftwerke Datteln I-III handelt, nicht um das benachbarte neue "größte Monoblock-Kohlekraftwerk Europas" E.ON-Datteln IV, das weiterhin mit dem 18om hohen Kühlturm die Landschaft ziert und von dem weiterhin niemand weiß, ob es und ggfls. wann es in Betrieb gehen wiird?
(Die Klammer-anmerkung von Andreas Lichte läßt sich mich das fragen)..

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