Wirtschaftsweiser Schmidt: “Auch der Staat hätte die Arcandor-Arbeitsplätze nicht retten können!”

Die Arcandor-Spitze hat einen Insolvenz-Antrag beim das Amtsgericht Essen gesstellt. Die endgültige Entscheidung ist gerade im Konzernvorstand gefallen. Die Besitzer waren wohl nicht bereit, sich stärker an der Rettung des Konzerns zu beteiligen.  Betroffen sind gut 43.000 Mitarbeiter. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat sich für die 5000 Mitarbeiter von Opel in die Bresche geworfen – bei Arcondor in Essen war von ihm nichts zu sehen. Für Christoph M. Schmidt, dem Präsidenten des RWI-Essen, ein Schritt in die richtige Richtung.

Für Christoph M. Schmidt vom RWI, der sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage, den  sogenannten Wirtschaftsweisen, erst heute in der FAZ angesichts der Arcandor-Misere gegen einen zweiten Fall Opel ausgesprochen hat, gab es gute Gründe, warum sich der Staat bei Arcandor zurückgehalten hat: "Der Staat kann Unternehmen retten, aber keine Arbeitsplätze. Hätte er Arcandor gerettet, wären Jobs bei Konkurrenten wie Kaufhof, die ja erfolgreich am Markt agieren, gefährdet worden." Der Grund: Im seit Jahrzehnten schrumpfenden Markt der Kaufhäuser hätte das Überleben eines  gescheiterten Markteilnehmers den Wettbewerb verzerrt und die erfolgreichen Unternehmen unter Druck gesetzt. Dass der

Die Arcandor-Spitze hat einen Insolvenz-Antrag beim das Amtsgericht Essen gesstellt. Die endgültige Entscheidung ist gerade im Konzernvorstand gefallen. Die Besitzer waren wohl nicht bereit, sich stärker an der Rettung des Konzerns zu beteiligen.  Betroffen sind gut 43.000 Mitarbeiter. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat sich für die 5000 Mitarbeiter von Opel in die Bresche geworfen – bei Arcondor in Essen war von ihm nichts zu sehen. Für Christoph M. Schmidt, dem Präsidenten des RWI-Essen, ein Schritt in die richtige Richtung.

Für Christoph M. Schmidt vom RWI, der sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage, den  sogenannten Wirtschaftsweisen, erst heute in der FAZ angesichts der Arcandor-Misere gegen einen zweiten Fall Opel ausgesprochen hat, gab es gute Gründe, warum sich der Staat bei Arcandor zurückgehalten hat: "Der Staat kann Unternehmen retten, aber keine Arbeitsplätze. Hätte er Arcandor gerettet, wären Jobs bei Konkurrenten wie Kaufhof, die ja erfolgreich am Markt agieren, gefährdet worden." Der Grund: Im seit Jahrzehnten schrumpfenden Markt der Kaufhäuser hätte das Überleben eines  gescheiterten Markteilnehmers den Wettbewerb verzerrt und die erfolgreichen Unternehmen unter Druck gesetzt. Dass der Arcandor-Vorstand, der sich wohl Aufgrund der Weigerung der Anteilseigner, sich an der Sanierung stärker als bislang zu beteiligen,  sein Sanierungskonzept nicht nachbesserte kommentierte der Wirtschaftsweise knapp: "Die Anteilseigner werden gute Gründe haben, ihr Geld nicht in die Arcandor-Sanierung zu investieren."  

In den Karstadt Filialen wird nach eine Mitteilung des Konzerns der Verkauf erst einmal weiter gehen. Nicht von der Insolvenz der Arcandor AG betroffen sind die börsennotierte Thomas Cook Group, an der Arcandor nur über Aktienbesitz beteiligt ist sowie Spezialversender der Primondo-Gruppe und der TV-Händler HSE 24. Auch die Karstadt Warenhaus GmbH, die Primondo GmbH und die Quelle GmbH haben Insolvenz beantragt.

 

5 Kommentare

Und in der Autobranche gibt es doch auch Überkapazitäten. Oder nicht?
Ich möchte gern wissen, was die Beschäftigten bei Ford und VW über die Opel-Hilfe denken. Immerhin wird ein Konkurrent unterstützt.

Opel-Hilfe machte sich aber gut in Wahlkampfzeiten. Und bei Opel gibt es viele gut bezahlte (Männer-)Arbeitsplätze …

In Kaufhäusern arbeiten viele Teilzeitkräfte, auch die Ganztagskräfte verdienen im Verkauf (bis auf leitende Positionen) wenig und es sind meistens FRAUEN.

Hab ich die falsche Brille auf?
Sehe ich es vollkommen falsch?

Wieso haben die Wirtschaftsweisen eigentlich nicht gegen “Subventionen für den Standort Deutschland” getrommelt? Die haben auch kein gutes Euro/Arbeitsplatz-Verhältnis, wenn ich mich nicht täusche.

Ich kenne Christoph M. Schmidt nur als sehr engagierten Subventionsgegner. Er hat immer dagegen “getrommelt”.

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