Das müsst ihr über die Super League-Pläne wissen

Hat nicht erst seit der Enthüllung der Super League-Pläne viel zu tun: Bayerns Chef-Jurist Michael Gerlinger. Foto: YouTube Screenshot

Diese Enthüllung hat viel Staub aufgewirbelt: Wie der Spiegel berichtete, planen einige europäische Top-Klubs, darunter die Bayern, seit Jahren die Einführung eines europäischen Vereinswettbewerbs, der unabhängig von der UEFA sein soll.

Sogar den Ausstieg aus der Bundesliga sollen die Bayern-Bosse prüfen lassen haben. Das wurde nun vom Spiegel enthüllt, der sich dabei auf Daten der Plattform “Football Leaks” beruft. Zuvor hatten Vereinsbosse stets bestritten, dass es konkrete Pläne gebe, eine europäische Elite-Liga zu gründen. Doch was bedeutet das für die Bundesliga? Wird es tatsächlich einen “Fußball-Bayxit” geben? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den Super League-Plänen.

Wer sind die Klubs, die an den Plänen beteiligt sind?

Es soll 11 feste Starter und 5 Gastmannschaften geben. Aus Deutschland sollen Bayern München und Borussia Dortmund an dem Wettbewerb teilnehmen. Die spanischen Vertreter sind Real und Atlético sowie der FC Barcelona. Aus England gehen Arsenal, Chelsea, Liverpool, ManCity und ManUnited an den Start. Milan, Inter, Roma und Juve vertreten Italien. Die französischen Teams Olympique Marseille und Paris Saint-Germain komplettieren das Teilnehmerfeld.

In welchem Modus soll das Turnier ausgespielt werden?

Es soll eine Gruppenphase und eine K.O.-Phase geben. Als Unterbau ist eine Super League 2 geplant. Die fünf Gastmannschaften können absteigen, die 11 Gründungsmitglieder der Super League hingegen haben ihr Ticket für die nächsten 20 Jahre sicher.

Nehmen die Teilnehmer der Super League weiterhin an den nationalen Wettbewerben teil?

Ja. Bayern München hatte geprüft, ob es möglich ist, aus der Bundesliga auszusteigen, diesen Plan inzwischen aber wieder verworfen. Laut Karl-Heinz Rummenigge und dessen Dortmunder Kollegen Hans-Joachim Watzke ist ein Ausstieg der Bundesliga auch kein Thema. Wie glaubwürdig solche Aussagen sind, ist allerdings fraglich, da die Pläne zur Einführung der Super League von den Vereinsbossen nicht nur geheim gehalten, sondern auf Nachfrage auch dementiert worden sind.

Wie wirkt sich die Super League auf die anderen europäischen Vereinswettbewerbe aus?

Für die Champions League wäre es natürlich ein herber Verlust, wenn ihre besten Klubs nicht mehr dort antreten würden. Die ohnehin umstrittene Idee der UEFA, einen dritten europäischen Wettbewerb einzuführen, müsste unter diesen Umständen neu bewertet werden, da dieser Wettbewerb zusätzlich Attraktivität einbußen würde.

Wird das Leistungsgefälle zwischen großen und kleinen Klubs noch größer?

Davon muss man ausgehen. Geld schießt nun mal leider doch Tore, und der finanzielle Anreiz dürfte die größte Motivation für die europäischen Spitzenklubs sein, die Super League ins Leben zu rufen. Schon jetzt sind es fast immer dieselben Teams, die in der Champions League weit kommen. Durch die Elite-Liga würden sie ihren Status noch weiter festigen. Das ist auch der größte Kritikpunkt daran. Ein fairer Wettbewerb wäre nicht mehr gegeben, wenn die Gründungsmitglieder unabsteigbar wären. Dadurch, dass nur fünf Gastmannschaften erlaubt sind, hätten kleinere Teams so gut wie keine Chance, in diesen elitären Kreis aufzurücken.

5 Kommentare

Reisende soll man nicht aufhalten, wenn die Mir-san-Mir-Truppe die Bundesliga verlässt bzw. dort nur noch mit seiner B-Truppe spielt, dann halte ich dies nicht für einen Nachteil. Die Bundeslliga hätte die Chance wieder spannend zu werden. Meinetwegen können die sogenannten Top-Klubs in ihrer eigenen Plastikliga spielen.

Was sind eigentlich die Kriterien, nach denen die elf Platzhirsche ausgewählt wurden? Wirkt auf mich etwas willkürlich, wenn man zum Beispiel danach geht, wie „wertvoll“ die Vereine sind, welche Erfolge oder welche Platzierungen sie in den nationalen Ligen haben oder hatten. Was ist mit Sevilla, Napoli, Porto, Lyon oder Tottenham? Und was sagt Matteschitz dazu? Vom HSV ganz zu schweigen…

Andererseits ist es natürlich ehrlicher, wenn man den elf genannten Teams eine 20-jährige Garantie gibt. Da weiß jeder, dass es eh nur noch um Kohle geht.

Wenn es so kommt, dann riecht es nach klassischem Eigentor. Naja, vielleicht werden die nationalen Ligen dann wieder etwas spannender.

Was ich nicht versehe, wie Bayern und BVB davon ausgehen können, überhaupt noch an der Budesliga teilnehmen zu DÜRFEN,wenn sie parallel an einer solchen Operettenliga in Form einer geschlossenen Gesellschaft teilnehmen und sich dort Jahr für Jahr die Taschen in bislang unvollstellbarem Ausmaß vollmachen.
Meiner Meinung nach sollte die DFL und die anderen Vereine dann sie dann ausschließen, da dann endgültig keine Chancengleichheit mehr besteht, die ja jetzt noch zumindest theoretisch vorhanden ist.

Das ganze ist doch ein Schuss in den Ofen, weil die SGE sich NICHT beteiligen wird. Warum also sich aufregen und kostbare Lebenszeit mit dem Unsinn verschwenden?Kicher!

Kommentar verfassen