Cowen, schick die Banken in die Pleite

Europa steckt in einer tiefen Krise. Nach Griechenland und Irland müssen nun wohl Portugal und vielleicht auch Spanien und Italien vor dem Staatsbankrott gerettet werden. Damit ist eines klar, die Eurozone wird sich massiv verändern.

Doch wie konnte es so weit kommen? Während in Griechenland schlichtweg der Umbau zu einem modernen Wirtschaften verpasst wurde, sieht die Lage in Irland gänzlich anders aus. Der „Keltische Tiger“ ist ein Produkt der EU-Wirtschaftsförderung. Mit dem Geld aus Brüssel wurde die Infrastruktur der Insel aufgebaut, vom Agrarland wandelte sich Irland zum Hightech-Standort mit vielen Bauernhöfen. Dass war so gewünscht und es hat auch geklappt.

Klar ist, dass Firmen wie Google, Dell oder Microsoft das Land nicht wegen seiner grünen Wiesen als Standort gewählt haben. Entscheidend war für sie die im Vergleich zu den EU-Flächenstaaten geringe Körperschaftssteuer. Aber auch die Sprache Englisch sowie die Tatsache, dass die Flugzeit nach Dublin von den USA aus kürzer ist als nach London, Frankfurt oder Paris, waren ausschlaggebend.

Mit seiner gut ausgebildeten Bevölkerung ist Irland für Investoren ein attraktiver Standort – und er bleibt es. Einige Bereiche wie der Pharmasektor weisen in dem Land Zuwächse aus.

Einer der Hauptvorwürfe gegen die irische Regierung zielt auf die laxe Regulierung des Bankensektors. Das ist in der Tat das Kernproblem. Wie die Briten hat Dublin den Finanzsektor nicht ausreichend im Auge behalten. Die Quittung kommt nun mit der Schieflage des Sektors mit den hervorstehenden Spielern Allied Irish Banks und Bank of Ireland.

Weil Irland Milliarden in die Finanzbranche pumpt, um die Banken vor der Pleite zu retten, muss das Land nun unter den Rettungsschirm von EU und IWF flüchten. Aber muss das sein? Warum die Banken nicht einfach in die Insolvenz schicken? Warum müssen die Verluste vom Staat getragen werden?

Sicherlich wären viele Spareinlagen verloren und auch die Verluste der Aktionäre wären bedauerlich. Aber eine Bank ist nun einmal ein stinknormales Unternehmen. Und als solches müssen sie bei Missmanagement auch pleite gehen dürfen. Ganz offensichtlich haben die irischen Banker einen verdammt schlechten Job gemacht, sonst würde es ihren Firmen auch besser gehen.

Ein solcher Insolvenz-Tsunami im irischen Finanzsektor würde zwar das Vertrauen in das Land belasten, aber er ließe Platz für eine schnelle Erholung. Die nun kommenden Finanzspritzen werden künftig bei der Bildung und dem Sozialsystem eingespart. Die von EU und dem Internationalen Währungsfonds geforderten Einsparungen werden dem Land zusätzlich die Luft nehmen.

Also, bitte lieber Premierminister Brian Cowen: „Let the banks go bankrupt!”

Und noch etwas zum Vorwurf der laxen Regulierung, wie in viele Kommentatoren aus Deutschland geäußert haben. Schaut euch bitte den eigenen Finanzsektor an. Die Milliardenverluste bei der WestLB, der HSH und der SachsenLB sind kein Beleg einer guten deutschen Regulierung. Für eine funktionierende Aufsicht spricht auch nicht, dass die Commerzbank mit Staatskohle gerettet werden musste.

3 Kommentare

Die Schulden der westlichen Staaten kann zu Lebzeiten niemand mehr zurückzahlen. Die USA haben seit zig Jahren eine negative Handelsbilanz, d.h. sie kaufen mehr im Ausland ein, als wie sie verkaufen.

Unsere Oma Emma hier vor Ort, sie verkauft Käse und Eier, wenn sie das so machen würde, wäre sie nach 6 Monaten pleite, wenn sie ihre bescheidenen Rücklagen verbraucht hätte.

Sie hat keine Gelddruckpresse wie die USA, noch nicht mal einen Farbkopierer.

Der Euro?

Die Skeptiker werden Recht behalten, er wird zusammenbrechen.

Man kann nicht völlig unterschiedliche Volkswirtschaften mit unterschiedlichen Inflationsraten unter einem Dach zusammenpferchen, ohne dass es zum Crash kommt.

Um es bildlich zu machen: Das, was hier in Europa durch vollkommen verblödete Politiker gemacht wurde, war in etwa so, als wenn die USA den Dollar auch mit Mexiko und Brasilien geteilt hätten.

Hätte das irgendjemand für sinnvoll gehalten?

Als nächstes werden Spanien, Portugal und Italien pleite gehen, wie in dem Artikel zu recht angedeutet wird. – Und dann?

Die Banken- und Finanzkrise sei überwunden, sagt die Politik.

Wer das glaubt, glaubt auch an die unbefleckte Empfägnis …

Unsere Renten sind verzockt zu “Traumrenditen” (auf dem Papier), deshalb dürfen die Banken nicht Pleite gehen!!!

Wer sein Geld einer Bank gibt, der muss wissen, dass es auch verloren gehen kann. Hört sich böse an, aber so ist es nun einmal.

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