BVB: Würde eine Verpflichtung von Kevin De Bruyne oder Shinji Kagawa nun Sinn machen?

Was plant Jürgen Klopp beim BVB? Foto: Robin Patzwaldt
Was plant Jürgen Klopp beim BVB? Foto: Robin Patzwaldt

Das Jahr 2014 liegt nun vor uns. Auch für den BVB gibt das willkommenen Anlass zu einer herbeigesehnten Trendwende. Denn auch wenn das abgelaufene Jahr 2013 wahrlich kein schlechtes in der BVB-Historie war, der BVB befand sich, streng genommen, eigentlich fast das komplette Jahr irgendwie in der emotionalen Defensive, musste dabei etliche Nackenschläge und Personalabgänge verdauen.

Nach der Rückkehr von Nuri Sahin im letzten Januar wollte nicht mehr wirklich viel gelingen. Mario Götze gab kurz darauf seinen Abschied bekannt, das Champions League-Finale ging letztendlich an die Bayern, in der Liga trennten die Dortmunder am Ende stolze 25 Punkte von der Spitze, auch die zurückliegende Hinrunde war am Ende überwiegend geprägt von vielen Verletzungen und wurde `nur` auf Platz vier in der Liga beendet. Nun, vor wenigen Tagen, dann auch noch die offizielle Bekanntmachung des ohnehin bereits seit dem Sommer erwarteten Abgangs von Robert Lewandowski zum vermeintlich ärgsten sportlichen Rivalen.

Dieser Ansammlung von Negativnachrichten stehen an Erfolgen eigentlich nur der Gewinn des sportlich eher bedeutunglosen Supercups 2013 und das erfolgreiche Auftreten in der Champions League in gegenüber. Im DFB-Pokal ist man aktuell noch mit dabei, sportlichen Glanz musste man dabei allerdings noch nicht verbreiten, dafür waren die bisherigen Gegner doch zu schwach.

Auch wenn man in der Vereinsgeschichte natürlich schon von deutlich schlechteren Bilanzen gehört hat, und auch ich habe davon schon so einige mit dem BVB erlebt, wird es nun doch mal wieder Zeit für ein positives Signal, eine Trendwende die einen als Anhänger der Schwarzgelben so richtig mit Freude nach vorne schauen lässt.

Da die Meisterschaft aber in diesem Jahr wohl noch früher gelaufen zu sein scheint als im Vorjahr, die Bayern noch souveräner wirken als zuletzt schon, ein Champions League Sieg 2014 für die Borussia sicherlich nicht sehr wahrscheinlich ist, bleibt dafür eigentlich in den nächsten Wochen nur ein Transfercoup übrig, ähnlich wie er in den Vorjahren mit den Bekanntmachungen der Verpflichtungen von Marco Reus (Anfang 2012) und Nuri Sahin (Anfang 2013) gelungen ist.

Geld dürfte nach den jüngsten Erfolgsbilanzen ja genug in der Kasse sein, so dass man bei den Schwarzgelben vielleicht aktuell sogar schon an mehr denken könnte als an einen Ersatz für den im Sommer Richtung München ziehenden Robert Lewandowski.

Aktuell wird auf dem Transfermarkt immer wieder der Name Kevin de Bruyne gehandelt, welcher angeblich mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung stehen soll, nachdem er in Chelsea aktuell nicht so recht zum Zuge kommt.

De Bruyne war im vergangenen Sommer ja auch mit dem BVB in Verbindung gebracht worden. Wäre er also auch jetzt nicht vielleicht einen Gedanken an der Strobelallee wert?

Und was ist mit Shinji Kagawa? Immer wieder war im Herbst über eine Rückkehr des Japaners aus Manchester spekuliert worden? Wäre er nicht vielleicht gerade jetzt eine sinnvolle Verstärkung des Doublesiegers von 2012?

Über die sportliche Notwendigkeit einer solch namhaften Verstärkung mag man ja diskutieren, beide Spieler hätten jedoch das Potential, die Ausstrahlung,  um dem BVB einen ähnlich schwungvollen, mit Optimismus versehenen Start in die Rückrunde, und damit in das Jahr 2014 zu verleihen, wie es Reus und Sahin in den Vorjahren hatten.

Ob der BVB seinen Anhängern also auch in dieser Winterpause noch ein solch attraktives ‚Geschenk` macht und seine Fans dadurch optimistischer in das beginnende Fußballjahr schauen lässt? Zuletzt hatten sowohl Michael Zorc als auch Trainer Jürgen Klopp solche Erwartungen eher heruntergeschraubt. Aber auch das könnte natürlich reine Taktik sein, schließlich war das bei den Januar-Verpflichtungen in der Vorjahren jeweils auch so.

11 Kommentare

Robin,

der Weggang von Lewandowsky -vorher von Kagawa,von Götze-ist ein weiterer Beleg dafür, daß der BVB in Europa, wenn es um die Finanzen geht, nicht zu den ganz Großen gehört und vermutlich auch in absehbarer Zukunft nicht gehören wird.
Es kann also nur darum gehen, so auch immer wieder Watzke, aus den finanziellen Möglichkeitend das Beste zu machen. Und das ist dann etwas Anderes als ein Verfahren nach dem Motto “Wünsch Dir ‘was.”

Ich meine, letztlich weiß am besten der Trainer, wer unter den gegebenen finanziellen Bedingungen am besten in das Gefüge der Mannschaft paßt, und zwar nicht nur mit Blick auf die 2.Serie der Saison 2013/2o14. Und bis auf m.E. eine Ausnahme -Schieber-, hat Klopp “richtig” entschieden, wenn es um neue Spieler für den BVB ging. Insofern baue ich weiterhin auf Klopp und hoffe, daß es noch zum 3.Platz in der laufenden Saison reichen kann.

Ich muß allerdings auch registrieren, daß der Abgang von Lewandowsky, noch mehr der von Götze, mir mit soviel nachdrücklicher Deutlichkeit wie nie zuvor klar gemacht hat, daß es allen(!!)Spielern im bezahlten Fußball letztlich nur um das Geld geht;verständlicherweise. Bei mir führt das mehr und mehr dazu, mein bisheriges Selbstverständnis als Fan des BVB, also als Fan der Mannschaft, also auch als Fan der einzelnen Spieler kritisch zu hinterfragen.

“Ist das Fan-Dasein insofern nicht eigentlich irre?”.

Warum ärgere ich mich z.B. über eine Niederlage des BVB also über eine Niederlage von Spielern, die “morgen” ebenso gut beim Gegner spielen könnten und bei besserer Bezahlung spielen würden?

Als alter Mensch leide ich vermutlich unter der Prägung durch eine andere Fußballwelt und folglich unter einem anderen Verständnis vom (Fußball-) Sport als das bei der große Mehrheit der überwiegend jüngeren Fans, z.B.des BVB heutzutage der Fall ist bzw. der Fall sein kann -oder?

@Walter: Emotionale Verbundenheit ist keine Frage des Alters. Das kann ich Dir durch eigene Erfahrung bestätigen. Ich bin jetzt 42 und seit meinem 7. Lebensjahr BVB-fanatisch. Früher haben mich Niederlagen sogar davon abgehalten am Abend noch in die Disco zu gehen o.ä..
Dies änderte sich erst, als ich einmal Thomas Berthold nach einer 0:3-Niederlage der Bayern oder des VfB Stuttgart (weiss nicht mehr genau), bei der er sogar mit Rot vom Platz flog, in einem Interview gesehen habe. Auf die überraschte Nachfrage des damaligen Reporters, wie es denn komme, dass er (Berthold)trotz der jüngsten Erlebnisse auf dem Platz so auffällig gut gelaunt sei, entgegnete dieser damals zu meiner völligen Überraschung sinngemäß: warum auch nicht, er gehe heute Abend schließlich noch zu einer Geburtstagsfeier eines Mannschaftskameraden oder Freundes.
Danach habe ich dann beschlossen mich von den Fußballergebnissen des BVB nicht mehr so sehr beeinflussen zu lassen. Immer gelingt mir das aber nach wie vor noch nicht 😉

Robin,
ich wünsche mir ja, daß die meisten BVBer trotz allem ihrem BVB weiterhin unverbrüchlich und bedingungslos die Treue halten und nicht, wie wir,
dieses Treueverhältnis zunehmend kritisch hinterfragen.
Und dieser Wunsch zeugt wiederum davon, daß ich trotz allem dem BVB “irgendwie” verbunden bleibe;geht wohl nicht anders.

@Walter: Keine Sorge, was mich betrifft. Ich versuche ja nur die ganze Sache persönlich für mich nicht mehr ganz so ernst zu nehmen. Ist halt am Ende doch immer `nur Fußball´. Das darf man dabei nie vergessen. Es gibt wirklich wichtigeres im Leben. Aber viel Schöneres gibt es eben auch nicht. 😉 Man sollte im Laufe der Zeit irgendwie ein gesundes Verhältnis dazu entwickeln, erkennen, dass es eben heutzutage häufig auch ein reines Geschäft ist. Das geht einem als ´Fußballromantiker` manchmal gehörig auf den Keks, ändert daran aber nichts. Also muss man sich wohl oder übel damit arrangieren. Geht anderen in meinem Alter ähnlich, wie ich höre. Als 20-Jähriger war ich da noch deutlich `fanatischer‘. Inzwischen, wo man im Laufe der Jahre so viele Spielerwechsel miterleben musste, kann ich den Spielern das nachsehen. Die Spieler die den Club so lieben wie ein Kevin Großkreutz sind eben die Ausnahme. Lewandowski sieht sich und seine Karriere. Er kam damals mehr oder weniger zufällig nach Dortmund. Und genau so wenig emotional wechselt er jetzt eben auch weiter. Ist schon ok. So ist das Geschäft eben.

@Bochumer. Der würde möglicherweise in Bochum eine neue Euphorie entfachen, aber sicher nicht in Dortmund 😉

@Walter: 11 Borussen tragen unser Trikot, nicht umgekehrt…
Wer da aufm Rasen steht ist Schnuppe. Also klar, ein Großkreutz ist da die krasse Ausnahme, ein Dede zum Beispiel auch. Das sind Spieler die man auf jeden Fall feiert. Die Sache bei ihnen ist aber auch wiederrum das sie sich der Ehre (Aus der Sicht eines Fans) bewusst sind für diesen Verein zu spielen. Ansonsten gilt. Ich Liebe Borussia und nicht die überbezahlten Spieler die meinen Verein auf der Brust tragen!

Shinjis Rükkehr würde mich zwar sehr freuen, die Frage ist nur ob er denn der Manschaft derzeit wirklich weiterhelfen könnte. Shinji braucht platz um sein kreatives Konterspiel aufzuziehen, ebenso wie z.B: Sahin seine Laserpässe 2011 halt aufziehen konnte weil die Gegner sich da noch nicht alle hinten reingestellt hatten, wie derzeit. Beide sind nicht meiner Meinung nicht schlechter geworden, aber die Gegner haben sich halt drauf eingestellt….

@ShinjiFan: Möglicherweise haben sich die Gegner darauf eingestellt, jedoch haben sie dies bereits spätestens nach dem 2. Meisterjahr.
Das ist sicherlich nicht der Grund, auf den Bayern-Fußball kann man sich auch sehr gut einstellen. Ich denke es liegt eher daran, dass die Spieler durch die Medien einen viel zu hohen Druck zu spüren bekommen und in vielen Situationen nicht klar in den Köpfen sind und die letzte Konsequenz und die Verbissenheit aus den Vorjahren fehlt. Leider. Der Kader ist leider in der Breite zu schwach um auf allen drei Hochzeiten dauerhaft gute Ergebnisse zu erziehlen und die Verletzungssorgen tragen natürlich auch nicht zum Erfolg bei. Ich hoffe, dass Shinji wieder zurück kommt, denn mit ihm wird einiges an Kreativität wiederkommen die spätestens mit dem Abgang von Mario Götze verloren ging.

-8-Radius:

Eine für mich ganz einfach schöne Sicht eines Fans auf seinen BVB: ”

“11 Borussen tragen u n s e r Trikot,nicht umgekehrt”.

Eine Sicht, die dazu dienen kann, meine wachsende Distanz zu den hochbezahlten fußballspielenden Legionärer nicht auf den BVB zu übertragen.

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