BVB: Wer gehen will, der soll gehen!

Neue Saison, neue Ziele beim BVB... Foto: Robin Patzwaldt
Neue Saison, neue Ziele beim BVB… Foto: Robin Patzwaldt

Das war ja mal eine wirklich intensive Woche für BVB-Fans. Selten hat man so schnelle radikale Stimmungsumschwünge innerhalb weniger Stunden miterleben müssen/dürfen.

Heute dann das Spiel in Düsseldorf. Fast könnte man es angesichts der vielen Highlight-Erlebnisse der letzten Tage ‚übersehen‘. Sollte man aber nicht, denn hier hätte der BVB noch etwas gutzumachen. Das enttäuschende 1:1-Unentschieden aus dem Hinspiel war im Rückblick wohl eines der Spiele, durch die der Vorsprung des FC Bayern so gigantisch groß wurde. Von daher würde ein Auswärtssieg des BVB in Düsseldorf heute ganz gut kommen. Allerdings steht zu befürchten, dass durch Rotation und leicht nachlassende Konzentration das Ergebnis nicht so schön ausfallen könnte wie zuletzt. Na ja, warten wir mal ab…

Eines möchte ich hier an dieser Stelle heute noch zu den diversen Wechseln und Wechselspekulationen der letzten Tage loswerden:

Natürlich macht es auch mich traurig, wenn liebgewonnene Spieler die Borussia verlassen wollen und werden. Allerdings bin ich, nachdem ich den ersten Schreck nun verdaut habe, mehr denn je der Meinung: Reisende soll man nicht aufhalten!

Wenn ein Mario Götze nach München gehen will, dann soll er gehen. Wenn ein Robert Lewandowski nicht länger in Dortmund bleiben mag, er soll bitte gehen. Und zwar noch im Sommer!

Und wer vielleicht sonst noch weg will von der Mannschaft, bitte sofort beim Management des Teams melden, damit die Dinge in die Wege geleitet werden können!

Dem Verein und auch den Fans ist nicht geholfen, wenn Spieler im Kader sind, welche sich nicht zu 100% mit dem Verein und der nächsten Saison identifizieren mögen, mit Spielern die eigentlich lieber woanders wären. Diese bringen uns in Dortmund nicht weiter hier. Also, bitte jetzt alle kurz aufzeigen (intern) und dann einen ‚Deal‘ aushandeln!

Ich bin mir zu 100% sicher, dass Michael Zorc und Co. diverse hochkarätige Talente finden werden, welche sich auf die neue Saison in Dortmund freuen werden und die den Kader des Teams so hochkarätig besetzt halten können, dass das Team auch im kommenden Jahr eine gute Rolle spielen kann und wird. Von daher bin ich, nach dem Götze-Schock, in diesen Dingen inzwischen gar nicht mehr übellaunig. Das Robert Lewandowski`s Berater die Rolle spielen, die sie derzeit leider spielen, das bringt mich eher zu der Erkenntnis, dass ich wirklich erleichtert sein werde wenn das Thema endlich vom Tisch ist. Wem hilft ein solches Verhalten? Dem Team, dem Club? Wohl kaum. Es geht hier einfach um finanzielle Interessen des Spielers und dessen Berater(n). Ob man mit dieser Taktik aber wirklich klug fährt, das möchte ich stark bezweifeln. Ich bin mir nicht einmal sicher, dass Robert Lewandowski selber mit diesen Beratern wirklich ‚gut beraten‘ ist.

Sicher bin ich mir hingegen, dass der BVB auch im kommenden Jahr eine junge, talentierte und erfolgshungrige Truppe aufbieten wird. So wie auch zuletzt. Und Jürgen Klopp hat sicher Recht wenn er bei der Pressekonferenz am Donnerstag sagte, man solle sich im Umfeld doch wieder beruhigen, andere Mütter hätten auch schöne Söhne.

Und eines muss man sich zudem dabei auch einmal klarmachen: Im Gegensatz zum SC Freiburg, zum Beispiel, der aktuell quasi Gefahr läuft seine halbe Erfolgself der Saison im Sommer zu verlieren, sogar Teammanager Dirk Duffner an Hannover 96 verlor, und kaum finanzielle Ersatzleistungen dafür erhalten wird, bekommt die Borussia, egal wer im Sommer am Ende alles gehen wird, im Gegenzug richtig viel Geld in die Kasse gespült, welche den Zugang zu neuen jungen Talenten wesentlich erleichtert. Der BVB ist ja inzwischen nicht mehr in der Situation welche noch vor einigen Jahren vorherrschte, als die Kasse leer war.

Mein Optimismus ist zurück, allerdings weniger für das Spiel heute in Düsseldorf…

Aber wie das ausgeht, das sehen wir zum Glück schon direkt am heutigen Abend. Auf den BVB-Kader der nächsten Saison werden wir noch etwas länger warten müssen.

Daher erst einmal volle Konzentration auf Düsseldorf. Und die wird auch nötig sein!

10 Kommentare

Wohin das führt, “wenn Spieler im Kader sind, welche sich nicht zu 100% mit dem Verein” identifizieren, haben wir ja gegen Real gesehen. Götze und Lewandowski waren ja glatte Ausfälle.

@Ulf: Es geht hierbei doch nicht um die laufende Spielzeit, sondern um die nächste Saison. Weder Götze noch Lewandowski wollten/wollen vor dem kommenden Sommer wechseln. Warum sollte also derzeit ihre Laune darunter leiden? Beide werden zudem ja wohl auch ihren Willen bekommen. Grund zur Unzufriedenheit hätten diese beiden daher derzeit ohnehin nicht. Aber wenn die Borussia z.B. Lewandowski nun mit aller Macht zum Bleiben bis Sommer 2014 zwingen würde, dann wäre ich mir da nicht so sicher 😉 Wäre Lewandowski dann wohl noch immer so stark im kommenden Herbst wie derzeit? Hätte er dann noch große ‚Lust‘ auf den BVB? Frag mal bei einem Thomas Berthold nach, der sich 1992/93 quasi ein ‚Tribünenjahr‘ bei den Bayern nahm. Unzufriedene Spieler helfen einem auf Dauer eben nicht wirklich weiter. Von daher: Reisende nicht aufhalten! Das bringt nichts, wenn es um ‚Künstler‘ geht. Schon im Büro sind unmotivierte Kollegen eher hinderlich. Im Fußballteam, wenn er nur noch Dienst nach Vorschrift abliefert, eher noch störender.

Robin: “Dem Verein und auch den Fans ist nicht geholfen, wenn Spieler im Kader sind, welche sich nicht zu 100% mit dem Verein und der nächsten Saison identifizieren mögen, mit Spielern die eigentlich lieber woanders wären.”

Der Verein sollte sich fragen, “warum diese Spieler nicht in Dortmund bleiben wollen”. Oder …. wissen wir das schon?

@Berry: Im Fall Götze hat Klopp bei der Pressekonferenz jüngst gesagt, dieser wolle des neuen Trainers wegen nach München im kommenden Sommer. Dies habe Götze ihm gegenüber so gesagt. Ob das aber die volle Wahrheit ist, das weiss ich nicht…

Robin, das kann ich mir vorstellen. Sehr gut selbst.

Du weisst, ich leite hier das Modern Dance Center in Dortmund. Einer der grösseren Schulen für Bühnentanz in Europa. Meine Erfahrung ist, dass viele Dozenten, die ich hier gerne zum unterrichten hätte, nicht in Dortmund leben wollen.

Wenn sie am Bahnhof ankommen sehe ich es schon am Blick “wird nichts.” Sie sind oft entsetzt von der kulturellen Leere im Ruhrgebiet.

@Berry: Das glaube ich sofort. Klopp hat am Anfang seiner BVB-Zeit 2008 übrigens auch mal erzählt, er sei nach einigen Monaten vor Ort von Dortmund doch positiv überrascht. Es sei so viel grüner und schöner als er zunächst erwartet hatte. Das Image der Stadt ist also ohne Zweifel ein Grund für Leute hier nicht zu leben. Ich kenne auch keinen der hierher kommt um hier seinen Ruhestand zu verbringen. Da gehen die Leute dann lieber weg von hier.

@Robin Ja, das war eine intensive Woche. Medial war es eine perfide Woche und ich gehe davon aus, dass der FC Bayern dahinter steckt. Es ist perfide: Je erfolgreicher der BvB agiert, desto hysterischer werden Wechselgerüchte gestreut. Als sei es der Zweck aller anderen Vereine, einen Schönheitswettbewerb für die Manager des FC Bayern zu veranstalten.
Es scheint Münchner Stil zu sein, dass der ertappte Steuerhinterzieher auf dicke Hose macht und mit den Millionen wedelt. So eine Fratze hat der Fussball nicht verdient.

Wer am Mittwoch vor Ort war, konnte den Unterschied zu Vereinen mit einer echten “Söldner-Kultur” ala Bauern, Hamburg oder Wolfsburg klar erkennen. Götze wurde nicht ausgepfiffen, die Mannschaft spielte mit ihm weiter wie aus einem Guss. Etwas Ähnliches passierte gestern nach dem Supertor von Sahin, als sich die gesamte A-Riege auf der Ersatzbank tierisch mit dem und über den “Heimkehrer” freute.

Ich bin mir auch nach den letzten Auftritten von Hofmann, Leitner, Bittencourt und Co. plus den avisierten Verstärkungen ziemlich sicher, dass hier trotz der Abgänge und gerade *weil* wir Klopp haben, kein Bruch passiert.

Ein Verein mit der jetzigen europäischen Bedeutung und Perspektive wie der BvB ist auch ein permanenter “Durchlauferhitzer” für Talente. Das ist der Umsatz, der zählt. Und selbst die Börse rechnet nun mit dem Wert und nicht mehr mit dem “Spielzeug” Borussia.

Kommentar verfassen