BVB: Teile der Dortmunder Fanszene boykottieren Auswärtsfahrt nach Stuttgart aufgrund der hohen Eintrittspreise

Kein ZwanniWenn am kommenden Wochenende einige Fans weniger die Schwarzgelben Kicker unterstützen als sonst, dann liegt das höchstwahrscheinlich an einem Boykottaufruf, der im Vorfeld der Partie beim VfB Stuttgart im Netz kursiert.

Hintergrund: Einigen Fans ist der Eintrittspreis bei den Schwaben zu teuer. Der geforderte Beitrag liegt für einen Stehplatz über der 20-Euro-Grenze. Eine Zahl bei der viele Anhänger die Grenze zur ‚Abzocke‘ überschritten sehen. So lässt unter anderem auch die Initiative ‘ballspiel.vereint!’ unter www.ballspielvereint.org aktuell verbreiten:

„Fußball muss bezahlbar sein. Nächstes Wochenende ist es wieder so weit: Der Ballspielverein Borussia von 1909 gastiert beim VFB Stuttgart in Bad Cannstatt zum 28. Spiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft 2014.

Zu diesem Anlass werden am Samstag tausende Schlachtenbummler_innen den Weg zum Neckarstadion in Angriff nehmen, um ihren jeweiligen Verein nach Kräften zu unterstützen. Die im weiten Rund Anwesenden werden ihr Möglichstes dafür geben, dass die Vertreter ihrer Farben auf dem Grün mindestens einmal mehr als die Anderen das Runde im Eckigen unterbringen.

So weit die Theorie, in der Praxis sieht das allerdings anders aus!

Wieder einmal sieht sich die Dortmunder Fanszene mit Eintrittspreisen jenseits des guten Geschmacks konfrontiert. Bereits im letzten Jahr mussten wir für den Besuch des Spiels zwischen dem VFB Stuttgart und dem Ballspielverein tiefer in die Tasche greifen, als es uns lieb war. Unter Protest taten es die meisten, wenn sie denn eine Wahl hatten, trotzdem.

Dieses Jahr nicht. Wiederholt kostet das Tagesticket für 90 Minuten Abstiegskampf des VFB für uns Fans aus Westfalen inklusive Vorverkaufsgebühren über 20 Euro. Diesen Umstand nehmen die Dortmunder Ultras rund um die Gruppe The Unity in dieser Spielzeit zum Anlass, auf den Besuch des Spiels der ersten Mannschaft des BVB beim VFB zu verzichten.

Stattdessen schlägt The Unity allen Schwarz-Gelben vor, mit ihnen das Spiel der Zweitvertretung des Ballspielvereins in der Roten Erde gegen Preußen Münster zu besuchen: Borussia Dortmund 2 -Preußen Münster (14Uhr Stadion Rote Erde)…. ballspiel.vereint! Unterstützt den Aufruf der Gruppe THE UNITY das Spiel unserer Profis beim VFB nicht zu besuchen und sich stattdessen lieber mit Freund_innen auf ein Bier in der Roten Erde zu treffen, um unsere Amateure gegen Preußen Münster siegen zu sehen.

Die Vereine werden erst aufhören an der Preisschraube zu drehen, wenn sie merken, dass durch ihre Preispolitik genau die Menschen aus ihrem Stadion ausgeschlossen wurden, die vorher Anreiz für viele andere waren das Stadion zu besuchen.

Love Borussia – Don’t be a cow!“

Es könnten also durchaus ein paar Lücken im BVB-Fanblock in Stuttgart bleiben.

11 Kommentare

Jeder muss selber entscheiden, welche Kosten er zu zahlen bereit ist.
Es bleibt ja nicht bei den Eintrittspreisen. Ähnliches gilt ja auch für Konzerte etc.

Für 90 Minuten Fußball sind Preise auch über 20 EUR für mich keine “Abzocke”.
Es ist auch zu bedenken, dass man im Schwabenland meistens etwas mehr verdient als hier. Langfristig könnte also das fehlende Geld in Dortmund auch hier zum Problem werden.

20 Euro find ich noch “okay”, wenn bedenkt, dass allein die Fahrt dahin schon um einiges teurer ist.

Den Boykott find ich aber gut und werd dann auch mal zur Roten Erde gehen.

Auf der BVB-PK haben sie heute übrigens gesagt, dass der BVB trotzdem 4.800 Karten für das Spiel in Stuttgart an seine Fans verkauft hat.

@#3 | Robin Patzwaldt: Das sind dann vermutlich die BVB-Fans, die bei jedem Fehlpass stöhnen.

😉

Der VfB Stuttgart meldet soeben ein ausverkauftes Stadion in Stuttgart für Samstag im Spiel gegen den BVB. Der Protest einiger BVB-Fans geht somit offenbar ins Leere. Die Stuttgarter trifft es zumindest nicht finanziell.

Gentrifizierung beim Fußball. Das ist die nächste Stufe der Entsportlichung dieses Sports. Und wenn Zuschauer wirklich am Ergebnis ihrer Mannschaft einen Anteil haben, dann gewinnen in Zukunft die Mannschaften, deren Fans über genügend Kleingeld verfügen, noch häufiger.

Ok, 20 Euro für den Eintritt ins Neckarstadion sind eindeutig zu viel. Wenn ihr allerdings in die Mercedes Benz Arena wollt, dann kommt ihr um das Geld wohl nicht herum. Die Schwaben können sich sowas leisten!

@VfBler: Ist es dann aber nicht umso erstaunlicher, dass der BVB heute, trotz Boykottaufruf, vermutlich deutlich mehr Fans mit nach Schwaben bringen wird als der VfB im Normalfall Anhänger mit hierhin ins Westfalenstadion bringt? 😉

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