BVB in der Liga auf Rang 18 abgerutscht – Motivationsschub beim Team, oder folgt Verkrampfung?

Heute Abend ist wieder Flutlicht-Heimspiel in Dortmund. Foto: BVB
Heute Abend ist wieder ein Flutlicht-Heimspiel in Dortmund. Foto: BVB

Man mag es ja eigentlich noch immer nicht wirklich glauben, aber wenn der BVB heute Abend im aktuell anstehenden Heimspiel ab 17.30 Uhr auf Borussia Mönchengladbach trifft, dann geht er, nach den gestrigen Siegen von Bremen und Freiburg tatsächlich von Rang 18 aus, und mit bereits zwei Punkten Rückstand auf den VfB Stuttgart auf Rang 17, in das letzte Spiel des 11. Spieltags der Saison 2014/15.
Ein wahrlich verheerendes Bild, welches die Tabelle da aktuell abgibt. Die Frage die sich nun vor dem Spiel stellt: Motiviert oder verunsichert der ungewöhnliche Tabellenstand des aktuellen Champions League-Achtelfinalisten die Beine und vor allem auch die Köpfe der schwarzgelben Kicker zusätzlich?

 
Diverse Beispiele aus der Vergangenheit des Profifußballs zeigen, dass beides möglich ist, aber grundsätzlich wohl eher mit einer zusätzlichen Verkrampfung zu rechnen ist.
Fakt ist zudem, es gibt wahrlich leichtere Gegner als die aktuell stark auftretende Borussia vom Niederrhein. Einen Sieg kann man da natürlich ohnehin nicht automatisch einplanen, schon gar nicht in der aktuellen Situation des BVB.
Wenn der Druck heute Abend also auf dem Papier auch bereits gigantisch ist, die Dortmunder sollten sich mal klar machen, dass auch nach diesem Spieltag noch immer 23 Ligaspiele zu spielen sein werden.

 
Und eines ist auch Fakt, die aktuell miserable Situation in der Liga ‚verdankt‘ man nicht den Spielen in München, in Schalke, oder daheim gegen Leverkusen, die gegen in der Bundesliga oben erwartete Teams allesamt verlorengingen, und die auch einen Sieg gegen die starken Mönchengladbacher eher unwahrscheinlich erscheinen lassen. Die aktuell seit Wochen miserable Lage in der Bundesliga ist in erster Linie wohl eher den völlig unnötigen und unerwarteten Niederlagen in Mainz, in Köln, vor allem auch daheim gegen Hamburg und Hannover zu verdanken. Alles Gegner, gegen die man als Champions League Teilnehmer zumindest nicht hätte verlieren dürfen.

 
Dies heißt dann aber indirekt eben auch, dass man bei den Schwarzgelben das Spiel gegen Mönchengladbach heute vielleicht noch einmal eher als ein mögliches Bonusspiel verstehen sollte. Am Ende könnte auch ein Punkt, der den BVB allerdings kurzfristig noch nicht von Platz 18 klettern lassen würde, vielleicht auch ein Erfolg sein könnte.
Wirklich entscheidend für den weiteren Saisonverlauf erscheint mir hingegen dann erst das nächste Spiel, in Paderborn, zu sein. Spätestens dann, nach der erneuten 14-tägigen Länderspielpause, gibt es dann in der Bundesliga für den BVB keine Ausreden für Punkte und Siege mehr.

 
So gesehen kann man die Drucksituation heute vielleicht noch einmal etwas von der Mannschaft nehmen. Eine Tatsache, die dann vielleicht auch ein hoffentlich noch nicht allzu verkrampftes Spiel im Heimspiel gegen die seit etlichen Pflichtspielen ungeschlagenen Gladbacher ermöglichen sollte.

 
Und einen Dreier mit einer starken Leistung, gegen einen der aktuell zweifellos schwierigsten Bundesligagegner, den würden die BVB-Fans im Stadion sicher auch besonders dankbar aufnehmen… Das Spiel heute ist also vermutlich noch einmal mehr Chance als Risiko für den Vizemeister. Allerdings wohl zum definitiv letzten Mal mindestens bis zur Winterpause, wenn im Heimspiel heute tatsächlich wieder verloren wird…

11 Kommentare

Robin,
ich bin weiterhin ratlos, sprachlos -aber trotzdem nicht hoffnungslos-.

Wenn ich dann noch so eben per Mail aus England ironisch daran erinnert werden, wo der FC Köln und wo der BVB zur Zeit in der Tabelle stehen………..?????

Dramatisch?
Ja, kann man wohl sagen.
Emotional bewegend ?
Ja, kann man wohl auch so sagen ; und nicht so einfach zu verarbeiten!

Walter, gut, dass ich aktuell kein Spieler beim BVB bin. Mir würden die Knie vermutlich ohne Ende schlottern. Mag aber auch daran liegen, dass ich grundsätzlich ein eher pessimistischer Mensch bin. 😉

Robin,
schlackernde Knie?
Ja,kann man haben;menschlich verständlich.

Man kann aber auch mit besonderer Entschlossenheit, mit Wut im Bauch, hochkonzentriet, mi dem Willen, den Gegner bis an die Grenzen des Erlaubten attakieren zu wollen, ins Spiel gehen. Das garantiert zwar nicht den Sieg, diese Einstellung aller(!!) Spieler muß aber über 9o Minuten ununterbrochen festzustellen sein.
Dann werden die Fans über 9o Minuten hinter ihrer Mannschaft stehen -und darüberhinaus, selbst dann, wenn es wieder schiefgehen sollte.

Der erst 3. Saisonsieg am 11. Spieltag durch ein Eigentor des Gegners und das ausverkaufte Stadion tobt. 🙂 Das ist der BVB. 🙂

Robin,
aber der bis dahin Tabellenletzte hat den bis dahin ungescchlagenen(!!) Tabellendritten in der ersten Halbzeit ausgespielt!! Ein sehr guter Torwart bei den Gladbachern und Pfosten-bzw.Lattentreffer …..

Auch in der 2.Halbzeit war der BVB zweifelsfrei besser als der bis dahin ungeschlagene Tabellendritte .

Insofern war nciht nur der Sieg hoch-(!!(verdient, sondern die gezieigte Leistung wird ganz sicher das Selbstvertrauen der Mannschaft stärken. Schade, daß Sokrates die 5.gelbe Karte gesehen hat, was angesichts der Verletzung von Hummels Probleme bereiten kann.
Robin, natürlicch hätte das auch heute wieder in die Hose gehen können, denn bekanntlich ………..
Aber jetzt gilt es doch, daß sich alle BVBer mit Mannschaft und Trainer freuen!

Wenn man Jürgen Klopp gerade nach dem Spiel gesehen hat, wie erleichtert der war, dann sprach das auch Bände….

Ein aufrichtiger Glückwunsch an den BvB – da war sie wieder, die alte Klasse. Großartiges Spiel. Das Tor von Kramer wird das Tor des Jahrzehnts werden…

Das Schlimme war heute, dass wir alle nach der ersten Halbzeit gegen die Bauern *wussten*, dass der BvB gegen starke Gegner zumindest teilweise wieder die alten Tugenden wiedergefunden hat, aber ebenso *wussten*, dass ein Fehler das ganze Spiel mit dem Ar… wieder umreißen kann. Und so war dieses 1:0 bis zum Ende Nervenkrise pur… ich hab zwar den Fernseher tonseitig laufen lassen, bin aber immer weggerannt, hab geputzt, Rechnungen sortiert, meine Compi virengescannt etc. pp., bloß um nicht diesen *einen* Fehler wieder sehen und dann kotzen zu müssen. Hat geklappt und deswegen waren ich, Klopp und lt. Zeigler auch Watzke superhappy:-)))

Klaus,
ich habe die Spielzeit -vor dem Fernseher, nicht im Stadion- so verbracht wie Du.
Manchmal frage ich mich bei solchen Gelegenheiten, wie bekloppt man eingentlich als alter Sack wohl ist, wenn man sich vom Spiel seines Vereines, hier des BVB, derart emotional mitnehmen läßt, vermutlich sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen riskiert.

Anstrengngen, die Emotionen mit Mitteln der Vernunft einzudämmen , waren gestern in besonderem Maße geboten, aber wenn es um den BVB geht -und gestern vom letzten Tabellenplatz aus – ist die Vernunft im …………..!

Meine Frau hat mir jedenfalls angemerkt, daß ich am Sonntagabend deutlich entspannter, gelassener war als an den Wochenenden zuvor!

Nachtrag:
Nur so nebenbei
Die Freude über den Sieg konnte bei mir nicht verhindern, ‘mal wieder Dr.Brych als Schiedsrichter heftig zu kritisieren. In wenigsten zwei Spielszenen waren -zumindest-gelbe Karten gegen Gladbacher-Spieler fällig, und zwar unbestreitbar!!
Was ist mit Dr.Brych? Sh. eklatante Fehleistungen in der Vergangenheit. Menschen leiden ja leider gelegentlch an psychisch oder physich bedingten Störungen ihre Wahrnehmungsvermögens.
Mir fehlt jedenfalls jegliches Verständnis für diese und ähnlich eklatante, weil offensichtliche Fehleistungen von Dr.Brych. “Kann ja ‘mal passieren”! Ja, ‘mal kann das passieren. Aber wenn solche eklatanten Fehlleistungen zum “Markenzeichnen ” werden? Im übrigen wird ene eklatante Fehleistungen nicht deshalb zu einer Banalität, weil sie nicht, jedenfalls nciht unmittelbar spielentscheidend war.

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