BVB: Historischer 6:1-Auswärtssieg in Fürth am Ende einer außergewöhnlichen Woche

Robert Lewandowski (BVB), Foto: (c) Christopher Neundorf
Robert Lewandowski (BVB), Foto: (c) Christopher Neundorf

Als Borussen-Coach Jürgen Klopp am Donnerstag, auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei der Spielvereinigung Greuther Fürth, versuchte den Fokus, auch den der Journalisten, wieder auf die nächste Aufgabe in der Bundesliga zu richten, da fast alle Journalistenfragen sich noch immer auf das spektakuläre Champions League-Spiel gegen Malaga richteten, welches den BVB in das Traum-Halbfinale gegen Real Madrid führte, da dachte ich, dass es sich um das übliche ‚Gerede‘ handelte, welches man ja als Beobachter nur allzu häufig hört, wenn ein routinierter Trainer sagt ‚Es zählt für uns jetzt nur das nächste Spiel.‘.

Wirklich geglaubt habe ich den Worten diesmal eigentlich nicht, auch wenn Klopp lächelnd meinte, die Borussia hätte in der Bundesliga in dieser Saison noch viel vor.

Hey, mal ehrlich, was kann der Double-Sieger 2012 in der Liga denn schon noch groß bewegen? Meister werden kann man in 2013 nicht mehr, das ist längst klar. Die Champions League-Qualifikation für den Herbst dürfte aber bereits ebenso ziemlich klar sein.

Das Team hätte also jede denkbare Entschuldigung, um in Sachen Motivation und Konzentration mal kurzzeitig ein paar Prozent nachzulassen, gerade wenn es zum zu Hause noch immer sieglosen, abgeschlagenen Tabellenschlusslicht der Liga geht. Aber nach dem wirklich überzeigenden 6:1-Auswärtserfolg in Fürth, hat Jürgen Klopp tatsächlich den Worten auch entsprechende Taten seiner Truppe folgen lassen. Ein 6:1 auswärts, das ist für die Schwarzgelben historisch. Nie gewann man in der Bundesliga auswärts höher. Und das nach dieser Woche, wo man jede Entschuldigung gehabt hätte in Fürth mal ein paar Gänge zurückzuschalten. Das dies so gelang, das ist wirklich eine tolle Sache. Es zeugt vom Charakter des Teams und vom wirklich tollen Teamgeist, der innerhalb des Kaders herrschen muss.

Angenehme Randgeschichten gab es in Fürth auch zu Hauf. Real-Trainer Jose Mourinho gab sich tatsächlich die Ehre und schaute sich in der fränkischen Provinz das Spiel seines nächsten CL-Gegners gegen den Aufsteiger an. Was ein solcher Besuch dem hohen Gast allerdings praktisch einbringen sollte, das war am Samstag eine vieldiskutierte Frage. Nicht nur, dass der BVB gegen Real natürlich wieder in einer anderen Besetzung antreten dürfte, das Kräftemessen mit dem Tabellenletzten dürfte für den 50-jährigen wohl nur wenige Erkenntnisse gebracht haben, welche er unbedingt persönlich hätte in Augenschein nehmen müssen. So löste der Besuch eher Verwunderung bei Klopp, Hummels & Co aus.

Aus meiner Sicht ist zudem bemerkenswert, dass der Real-Trainer weit vor Spielende bereits, beim Stande von 0:5, wieder ging. Welchen Sinn macht eine solche Kurzreise, zumal wenn man das Spiel dann nicht einmal komplett anschaut? Lohnt da eine Anreise über tausende Kilometer, kurz vor dem Spiel der eigenen Mannschaft in der spanischen Liga? Möchte ich zumindest anzweifeln…

Gefreut habe ich mich am Samstag auch über die Fortsetzung der Serie von Robert Lewandowski, der den vereinsinternen Rekord für Bundesligaspiele mit eigenem Treffer nun schon auf unglaubliche 11 Spiele hochschrauben konnte. Gratulation an den Polen!

Setzt Lewandowski seine Tor-Serie so in den nächsten Wochen noch fort, dann wird er am 34. und letzten Saisonspieltag den ligaweiten Rekord von Gerd Müller, der einmal 16 Treffer in aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen für die Bayern erzielen konnte, eingestellt haben.

Und dann? Ja, was dann? Kann Robert Lewandowski dann am 1. Spieltag der neuen Saison mit einem 17. Treffer in Schwarzgelb einen neuen ligaweiten Rekord aufstellen, oder endet die Serie im Sommer durch einen Vereinswechsel?

Und schon sind wir thematisch wieder im Alltag angekommen.

Mehr dann nächste Woche, wenn es gegen den FSV Mainz 05 geht. Kloppo‘s ‚alte Liebe‘.

Auch nicht gerade ein Spiel in dem man den BVB dann gerne sportlich ein paar Gänge zurückschalten sehen möchte. 🙂

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