BVB: Der ‚Fall‘ Ilkay Gündogan könnte am Ende nur Verlierer hinterlassen

Ilkay Gündogan. Foto: BVB
Ilkay Gündogan. Foto: BVB

Drei Wochen noch läuft für Borussia Dortmund die aktuelle Spielzeit, welche dann am 30. Mai mit dem Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg in Berlin enden wird. Und obwohl bis dahin aktuell noch vier Spiele für die Klopp-Truppe zu absolvieren sind, gewinnen die Spekulationen um die personelle Neuausrichtung des BVB inzwischen schon mehr und mehr die Oberhand, wenn es um die laufende Berichterstattung rund um den Verein geht.
Besonders die Personalie Ilkay Gündogan beschäftigt aktuell Fans und Berichterstatter. Dass der Nationalspieler sich entschieden hat seinen im Sommer 2016 auslaufenden Vertrag beim BVB nicht weiter verlängern zu wollen, ist dabei grundsätzlich Tagesgeschäft und sollte nicht weiter aufregen. Dass Gündogan dabei privat wohl nicht wirklich in schwarzgelber Bettwäsche schläft, sollte jedem realistisch denkenden Fan dabei auch klar sein.
Schon beim Abgang bei seinem vorherigen Club, dem 1. FC Nürnberg, sorgte er im Jahr 2011 für einigen Verdruss bei dessen Fans, welche ihm damals vorwarfen nur dem Geld zu folgen, bzw. seine Karriereplanung im Blick zu haben, als er seinen Wechsel zum BVB bekanntgab. Doch das darf man einem Profi, bei professionellem Verhalten während der Zeit bei einem Club, natürlich nicht ernsthaft vorwerfen. Wir reden hier schließlich über Profifußball. Niemand kann von den Spielern letztendlich wirklich erwarten, dass sie den Verein für den sie aktuell spielen, tatsächlich so sehr ‚lieben‘ wie die Fans. Von den Profis in dieser Beziehung im Regelfall etwas Anderes zu erwarten wäre nicht nur unrealistisch, es wäre sogar recht dumm.
Wenn Gündogan nun also endgültig beschlossen hat seine berufliche Zukunft demnächst bei einem anderen Verein zu verbringen, dann kann man ihm das nicht im Ansatz vorwerfen.
Was aber durchaus ‚unglücklich‘ wirkt in seinem Falle, dass ist die Tatsache, dass der 24-jährige aktuell eine Art ‚Spielchen‘ mit dem BVB eröffnet zu haben scheint, an dessen Ende beide Seiten leicht zu Verlierern werden könnten…

 

Dass Ilkay Gündogan zunächst einmal verlautbaren lässt, dass er den Verein am liebsten schon im Sommer 2015 verlassen möchte, das erscheint ehrlich und auch sinnvoll. Nur so bekommt der BVB auch noch eine angemessene Entschädigung in Form einer Ablösesumme.
Und auch Sportdirektor Michael Zorc hat ja eingeräumt, dass der Verein bereit sei Gündogan schon in wenigen Monaten, nach dem Ende der Spielzeit, abzugeben. Natürlich nur, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dabei auch passen, sprich die Ablösesumme hoch genug ist.

 
Wenn nun aber plötzlich, ein paar Tage später, gesagt wird, dass Gündogan sich aber auch vorstellen könne durchaus noch das restliche Jahr seiner Vertragslaufzeit für Dortmund aufzulaufen, dann ist das wohl nicht, so wie es zunächst klingt, in erster Linie eine nette Geste, eine Art Entgegenkommen in Richtung des Clubs. Streng genommen ist das wohl eher eine indirekte ‚Bedrohung‘. Denn einen zweiten Fall Lewandowski, wo am Ende ein rund 20 Mio. Euro ‚teurer‘ Spieler den Verein ohne Ablöse verlässt, das kann und darf es für den BVB ja nicht geben, wenn man nicht einer massiven Wertevernichtung tatenlos zusehen will.

 
Wenn Ilkay Gündogan nun also sagt, er könne sich vorstellen noch bis Sommer 2016 in schwarzgelb zu kicken, dann ist das eine Aussage, die dem Manager seines aktuellen Vereins nicht wirklich schmecken dürfte. Denn das heißt im Klartext natürlich auch irgendwie: ‚Gegen meinen Willen transferiert ihr mich hier nicht einfach an den Meistbietenden.‘
Wer also einmal etwas zwischen den Zeilen der diversen Äußerungen der letzten Tage liest, der kann darin durchaus eine ganz deutlich sichtbare Konfliktlinie erkennen, welche sich noch unangenehm auftun könnte, wenn sie das nicht hinter den Kulissen nicht schon längst hat.
Und da dem BVB aktuell, nach Auskunft von Michael Zorc, noch immer gar kein Angebot für den Spieler vorliegt, könnte sich hier rasch eine Situation ergeben, bei der beide Seiten am Ende zu Verlierern werden.

 
Ilkay Gündogan droht zu verlieren, weil er bei den Fans demnächst recht ‚ungelitten‘ wäre, wenn er trotz seines bereits verkündeten Endes beim BVB noch weiter für den Verein auflaufen sollte, wenn Thomas Tuchel seinen Dienst angetreten hat. Und der BVB droht schlecht dabei wegzukommen, weil ihm nach dem Abgang von Robert Lewandowski im Vorjahr bald eventuell eine zweite erhebliche Millionenablöse ‚durch die Lappen‘ gehen könnte.
Es wäre also sehr im Sinne aller Beteiligten, wenn im Ablösepoker rund um den Nationalspieler nun schon möglichst bald Klarheit herrschen würde, Gündogan den BVB im Sommer, wohin auch immer, gegen eine faire Ablösesumme verlassen würde.

 
Der Umbruch beim BVB kommt ohnehin. Und einen wechselwilligen Spieler wie Ilkay Gündogan da noch ein Jahr quasi ‚mitzuschleifen‘ kann so garantiert nicht im Sinne der Beteiligten sein. Übrigens auch so gar nicht im Sinne von Thomas Tuchel der seine neue Mannschaft garantiert nicht um einen Mittelfeldstrategen herum aufbauen wird, der schon 12 Monate später nicht mehr da ist… Hoffen wir im Interesse des BVB, dass auch Ilkay Gündogan und sein Berater sich dieser Situation wirklich so vollumfänglich bewusst sind.

4 Kommentare

Es gibt eine klare vertragliche Regelung. Hier müssen die jeweiligen Parteien sehen, wie das optimale Ergebnis aus ihrer Sicht herausholen können. Es mag noch ein paar Spieler geben, die sich mit ihrem Verein identifizieren. Aber selbst Vereinsikonen verweisen schnell auf einen zweitliebsten, dritt…. Club, damit sie notfalls Alternativen für Verhandlungen haben.

Ich betrachte die Verhandlungsposition des Arbeitgebers als sehr komfortabel.
Wenn es kein Angebot gibt oder die Ablösesumme zu niedrig ist, kann nächste Saison mit einem Mittelfeldspieler geplant werden, der sich auch zeigen muss,, wenn er einen attraktiven Anschlussvertrag bekommen will.

Die Sache ist doch ganz einfach: Wenn er sich entschließen sollte, seinen Vertrag zu erfüllen, aber nicht um mindestens ein Jahr verlängert, hilft er halt ein Jahr lang in der zweiten Mannschaft aus.

Robin, wenn Du jetzt irgendein festangestellter Sportredakteur eines größeren Verlages im Ruhrgebiet mit stark regional geprägter Berichterstattung wärst, würde ich schreiben:

Hömma, ihr Würste seid mit eurer voll panne Lügenschreibe vonn irgendwelche Angebote aus Manchester oder so doch selbst schuld an die Lage, ihr Starkverstromten!!! Abba gezz einen auf Heulsuse machen, boah glaubze…

😉

@Klaus: 😉 Inzwischen würde ich mich ja wünschen, die Meldung von damals mit der Ablöse von 30 Mio. Euro und dem Wechsel nach Manchester wäre längst amtlich! 😉 😀

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