BVB-Boss Watzke lenkt mit starken Aussagen in Richtung Spieler von eigenen Versäumnissen ab

BVB-Boss ‘Aki’ Watzke. Foto: Robin Patzwaldt

Wochenlang war es vergleichsweise still um die Dortmunder Vereinsführung. Klub-Boss Aki Watzke und Sportdirektor Michael Zorc, beide in diesen Tagen im Mittelpunkt von zahlreicher, teilweise heftiger Fankritik, machten sich zuletzt rar in der Öffentlichkeit. Jetzt hat Watzke das auffällige Schweigen mit einem großen Interview mit der renommierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung durchbrochen. Und wie!

Nach dem Transfer-Hickhack um Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang machte der Vereinsboss der Dortmunder der Mannschaft demnach kürzlich auch eine sehr klare Ansage in der BVB-Kabine. Er verdeutlichte dabei: Einen neuerlichen Transferpoker a la Aubameyang und  Dembélé, wo Starspieler, trotz laufender Verträge beim Revierklub, mit aller Macht den BVB verlassen wollen, den will der Klub für die Zukunft offenbar mit aller Macht verhindern.

In dem Interview mit der FAZ kündigte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund zudem scheinbar selbstbewusst an: „Ich habe der Mannschaft klipp und klar gesagt: Der nächste Spieler, der so etwas macht, wird kläglich scheitern. Der bekommt ein riesengroßes Problem. Der nächste Spieler, der versucht, uns unter Druck zu setzen, indem er Leistung zurückhält oder gar streikt, wird damit nicht durchkommen und auf der Tribüne sitzen.“

Und Watzke legte gegenüber den Kollegen sogar noch weiter nach: „Das wissen jetzt alle. Das ist eine öffentliche Aussage, an der ich mich messen lasse! Es gibt jetzt nach Dembélé und Aubameyang ein übergeordnetes Interesse für den Klub: Wir müssen wieder eine bessere Struktur in den Kader bekommen.“

“Die Mannschaft, die 2011 und 2012 die Titel gewonnen hat, war fußballerisch definitiv nicht so gut wie die heutige Mannschaft. Aber sie hatte die beste Mentalität, die man sich vorstellen kann”, gab der Boss zu Protokoll. „Wir benötigen im Sommer eine Kader-Justierung, je nach Verlauf der Rückrunde auch eine deutlichere.“

Ein scheinbar wild entschlossener Chef also, der mal wieder kräftig mit der Faust auf den Tisch haut und zum Wohle des Vereins in Zukunft hart durchgreifen will. Das hören viele in Dortmund aktuell so sicherlich zunächst sehr gerne, streicheln diese Aussagen doch das aktuell angeschlagene Selbstbewusstsein aller Borussen.

Der Haken an der Sache: Es ist in erster Linie ein leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver!

Denn was Watzke dabei unterschlägt: Wer ist denn am Ende verantwortlich für die derzeitigen Strukturen und die Abläufe im Verein?

Wenn der Geschäftsführer jetzt ankündigt: „Wir müssen wieder eine bessere Struktur in den Kader bekommen“, dann ist es doch am Ende er selber, zusammen mit Zorc und den unterschiedlichen Zuarbeitern natürlich, der genau dafür verantwortlich ist. Und das schon seit Jahren.

Wie konnte er denn offensichtlich zulassen, dass die ohne Zweifel über erfolgreiche Jahre hinweg völlig intakten Strukturen beim BVB innerhalb weniger Jahre so sehr gefährdet werden? Warum reagiert er erst jetzt auf die Fehlentwicklungen seit dem Ende der Klopp-Ära? Warum hat man bei der Kaderzusammenstellung nicht längst schon stärker auf einwandfreien Charakter bei den Spielern geachtet? Warum ging die Hierarchie in der Mannschaft, welche in den Jahren 2011 bis 2013 ein absolutes Spitzenteam mit vielen Shootingstars war, nach und nach in die Binsen? Warum verfügt der aktuelle Kader scheinbar über keine wirklichen Führungsspieler mehr, die das Klima in der Mannschaft in Ordnung halten können, die auch einmal einem Spieler das Fehlverhalten teamintern austreiben könnten?

Dass Watzke in Zukunft jetzt erst wieder verstärkt darauf achten will, das bringt doch im Gegenzug sofort die Frage auf, warum er dies zuletzt denn offenbar nicht (mehr) in ausreichendem Maße tat…

Darüber hört und liest man in diesen Tagen leider noch immer sehr wenig. Selbstkritik ist offenbar nicht die Stärke der Dortmunder Verantwortlichen. Erst lange schweigen, dann geschickt ablenken. Nicht gerade das Verhalten, was sich ein Fan und Beobachter von einer starken und selbstbewussten Vereinsführung wirklich wünscht.

Schade, Chance verpasst, Herr Watzke!

 

46 Kommentare

Auf die Frage, ob ich mit dem Inhalt Deines Artikels @Robin voll und ganz übereinstimme, würde ich ein klares JEIN sagen.
Du hast im letzten Drittel Deines Artikels zu Recht auch auf Fehler der Bosse angesprochen und zu Recht auch mehrere Fragen dazu aufgeworfen. Aber sind Watzkes Interviewaussagen gegenüber der FAZ wirklich nur ein Ablenkungsmanöver? Sind sie in Wirklichkeit nicht auch das Eingeständnis von Fehlern? Zieht er nicht doch aus den wenig befriedigenden Abläufen zuletzt nocht doch die richtigen Konsequenzen?

Du hast Recht, dass der BVB künftig bei der Verpflichtung von Spielern auch noch mehr auf deren Charakter achten müsste. Und Spieler, die zuvor schon mal versuchten, sich von ihren Klubs wegzustreiken oder ähnliches sollte man nicht zum BVB holen.
Was bei den Fällen Dembele und Aubameyang aber auch übersehen wird, ist folgendes:

Dembele gilt als eines der größten Talente weltweit, er hatte Angebote der absoluten Topklubs in Europa, aber er war zunächst mal klug genug, zu sagen, dieser Schritt kommt für mioch zu früh, ich möchte zu einem Topklub, bei dem ich auch die Chance habe, regelmäßig zu spielen. Zorc betonte damals, dass man einen klaren Ablaufplan habe und wie der ausgesehen hat, konnte man zwischen den Zeilen lesen. Dembele sollte sich beim BVB zwei bis drei Jahre entwickeln, dem BVB in dieser Zeit möglichst schon helfen, bevor er dann den nächsten Schritt zu einer absoluten Topadresse macht und der BVB dann auch finanziell profitiert.
Dann passierten aber zwei überraschende Dinge. Dembele trumpfe gleich stärker auf als erwartet, hat sich als Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten erwiesen, der Spiele alleine entscheiden kann. Und dann passierte diese verrückte und auch von Barca nicht für möglich gehaltene Aktion, denn Paris SG war bereits, die festgeschriebene Mega-Ablöse für Neymar zu zahlen. Darauf hin baggerte Barca an Coutinho vom FC Liverpool (der auch streikte und mittlerweile bei Barca ist) und Dembele. Dembele sah plötzlich die Chance seines Fußballerlebens, nämlich zu seinem Traumklub wechseln und sogar spielen zu können, plus Mega-Gehalt versteht sich. Also setzte er alle Hebel in Bewegung, um das zu erreichen und Barca hat das offenbar sogar gut geheißen, was auch ein bezeichnendes Licht auf die Zustände im internationalen Profifußball wirft.

Auba wiederum spielte ja immerhin 4 Jahre sehr erfolgreich für den BVB, hat Tore am Fließband geschossen, an seiner professionellen Einstellung im sportlichen Bereich konnte man lange Zeit wenig Zweifel haben. Die Mannschaft war sogar sportlich von ihm abhängig.
Aber auch er schaute auf noch größere oder zumindest reichere Klubs, bei denen er seine letzten Jahre im Profifußball noch vergolden konnte. Angebote der absoltuen Topklubs in Europa blieben aber aus. Nach Ende letzter Saison hätte er mit Zustimmung der Bosse bereits wechseln dürfen, aber es fand sich kein Klub, der den Ansprüchen Aubas und den Forderungen des BVB genügt hätte.
Watzke bestätigte jetzt, dass man mit Auba dann so verblieben sei, dass er eine Gehaltserhöhung bekomme und noch eine Saison beim BVB bleibe, dann erneut die Möglichkeit habe, zu wechseln.
Aber auch hier kam es dann anders als geplant. Mitten in der Saison hat sich bei Arsenal die Notwendigkeit eines personellen Umbruches ergeben und nach dem deren Topstürmer zu ManU wechselte, baggerte Arsenal u. a. an Aubameyang, das zunächst im Hintergrund, zeigte ihm auf, welches Gehaltsverbesserung auf ihn wartet und welch hohes Beraterhonorar sein Vater kassieren könnte. Jetzt gab es für Auba entgegen der Absprache mit den Bossen kein Halten mehr, er machte durch sein Verhalten deutlich, dass er das Kapital BVB beenden und wechseln wolle, mit allen Mitteln.

Diese geschilderten Abläufe darf man nicht vergessen, wenn man das ganze beurteilt. Und wenn man jetzt nochmals auf die Abläufe blickt, die Unruhe, die Auswirkungen auf die Mannschaft, die Aussicht auf sehr hohe Ablösesummen und die Tatsache, das beide Spieler kaum mehr zufrieden gewesen wären beim BVB, kaum mehr gut integrierbar gewesen wären, dann war es richtig, beide am Ende zähneknirschend ziehen zu lassen.

Aber damit stand und steht der BVB vor der Frage, ob man sich jetzt auch künftig von abwanderungswilligen Stars vorführen lassen wolle bzw. wie man dem künftig einen Riegel vorschiebt, um sich nicht generell erpressbar zu machen.
Und da hat Watzke jetzt richtig gehandelt. Er hat gegenüber der Mannschaft eine deutliche Erklärung abgegeben und das öffentlich wiederholt. Der nächste, der versucht, durch indiskutablens Verhalten einen Wechsel zu erzwingen, den der BVB nicht haben möchte, blitzt ab, landet notfalls auf der Tribüne, auch wenn dem BVB dadurch auch Nachteile entstünden und man das nur mal im Ausnahmefall machen kann.
Wenn der BVB das nicht so macht, dann wird er endgültig erpressbar, dann weiß jeder Spieler, dass er sich im Zweifel wegstreiken könnte. Dieses Zeichen musste Watzke also jetzt setzen und er sagt auch, daran lasse er sich messen, muss er auch, anderenfalls wäre er so beschädigt, dass er sich laum noch auf seinem Posten halten könnte.

Was die Mittelstürmerposition betrifft, wäre es sicherlich besser gewesen, man hätte zu Beginn der Saison bereits einen Nachfolger für Auba verpflichtet, auch wenn man davon ausgegangen ist, dass er sich an die Vereinbarung hält und bis Ende der Saiso bleibt. Da ist man jetzt etwas in Zugzwang geraten, aber die Lösung mit Batshuayi könnte sich als Glücksgriff erweisen. Allerdings ist das nur eine Lösung für Monate, dann muss er wohl wieder zu Chelsea zurück oder die Ablöse für ihn wäre evtl. zu hoch für den BVB, vor allem, wenn er so weiterspielt wie in Köln zu sehen. Dann bräuchte man wieder einen neuen Mittelstürmer, denn ob Isak bis dahin soweit ist, Stamm-Mittelstürmer sein zu können, ist fraglich.

Generell ist die Situation für den BVB nicht einfach. Denn es gibt eben noch einige Klubs, die entweder noch deutlich mehr Anziehungskraft oder deutlich mehr Geld haben oder sogar beides. Und für diese Klubs sind die Topspieler des BVB interessant. Im Rahmen des Transfer- und Gehaltswahnsinns heutzutage ist es also nicht ganz einfach für einen Klub wie den BVB, der oben in der Nähe der absoluten Topklubs in Europa angekommen ist, der aber nicht zu dieser kleinen Elite gehört und der sich im Transfer- und Gehalts-Spitzenbereich nicht bewegen kann und darf.

Wenn Watzke zudem eingesteht, dass der Teamspirit der Mannschaft gelitten habe bzw. man damit nicht zufrieden sein könne, dann ist das ja indirekt auch das Eingeständnis, dass die Bosse in der Zusammenstellung des Kaders und in den Transferpolitik auch Fehler gemacht haben.
Spätestens seit Hummels wechselte, dessen Vertrag aber ausgelaufen wäre und der nicht aufzuhalten war, ist kein Führungsspieler dieses Kalibers mehr da. Schmelzer ist mit der Rolle des Führungsspielers und Kapitäns überfordert. Dass er überhaupt unter Tuchel Kapitän geworden ist, zeigt, dass es da ein Defizit im Team gibt. Andererseits wachsen Führungsspieler nicht einfach auf den Bäumen und kann man Führungsspieler nicht einfach bestimmen, sondern die müssen aus der Mannschaft als solche hervorgehen.

Und wie gesagt, der BVB muss aus den genannten Gründen immer wieder befürchten, dass ihm die besten Spieler von Klubs mit noch mehr Anziehungskraft und noch viel mehr Geld abgeworben werden.
Unabhängig davon muss künfitg noch mehr auf Persönlichkeit und Charakter der Neuzugänge und eine Struktur im Team geachtet werden, in der es möglichst mehrere Führungspersönlichkeiten und mehrere Spieler gibt, die sportlich überzeugen und zudem eine besondere Bindung zum BVB haben oder aufbauen können.
Bereits fertige Weltklassespieler kann der BVB in der Regel aber nicht holen, weil die zu teuer sind und auch das Gehaltsgefüge sprengen würden. U. a. auch auf Toptalente zu setzen und die zu entwickeln, auf ein sehr gutes Scouting und auch auf den eigenen Nachwuchs, bleiben also Bausteine der Klubpolitik. Hinzukommen müssen abe auch erfahrene und für den BVB bezahlbare Spieler, die sportlich und charakterlich passen, die mit ein Gerüst des Teams bilden können.

Für sehr wichtig halte ich es auch, dass der BVB endlich mal wieder einen Trainer hat, der rundum passt und mehrere Jahre da ist. Denn die Turbulenzen auf der Trainerposition, der Fehlgriff mit Bosz, die Trainerwechsel in kurzer Zeit, sind natürlich ein Teil des Problemes. Ob Stöger eine Lösung auch für die Zukunft sein kann, muss man abwarten. Er kommt gut an und ist auch menschlich-charakterlich in Ordnung, hat zudem einen trockenen Humor, hat das Team auch stabilisiert. Jetzt muss er beweisen, dass er die Mansnchaft auch noch offensiver ausrichten und attraktiven Offensivfußball spielen lassen kann. In Köln war schon mal eine Verbesserung erkennbar, auch wenn das nocht nicht das ist, was man sehen möchte.

Zusammenfassend halte ich fest, dass ich die Aussagen und Ankündigungen Watzkes nicht als reines Ablenkungsmanöver sehe, sondern das ist schon auch das Eingeständnis von Fehlern von Zorc und ihm selbst und die Einsicht, dass man aus den Abläufen Konsequenzen ziehen und das eine oder andere neu ausrichten muss.
Watzke will sich ja an seinen Aussagen messen lassen. Also messen wir ihn auch daran, denn den Worten muss er Taten folgen lassen.

Aus meiner Sicht ihat der BVB zwar einen sportlichen Qualitätsverlust erlitten, ist aber mit Blick auf die Konkurrenzsituation in der Liga nach wie vor in der Lage, einen CL-Platz zu belegen. Das muss auch nach wie vor trotz einiger Abstriche der Anspruch sein. Viel wird auch davon abhängen, ob Reus, der jetzt zurückkehrt, schnell zu guter Form kommt und endlich verletzungsfrei bleibt und ob der neue Stürmer, Batshuayi an das anknüpfen kann, was er in Köln zeigte. Und vielleicht blüht ja auch noch Schürrle auf, wenn er hoffentlich endlich mal verletzungsfrei bleibt, denn er braucht die totale Fitness für sein Spiel.

Auf jeden Fall bleibt es weiter spannend rund um den BVB.

Wenn man sich mal anschaut, welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen Akis Drohungen haben könnten (https://rsw.beck.de/rsw/upload/NZA/NZAOnlineAufsatz_2011_02%5B1%5D.pdf) und berücksichtigt, dass es anscheinend zumindest in den Verträgen von Dembele und Auba keine konkretisierten Vertragsstrafen-Paragraphen gab, die eine Suspendierung auch nur im Ansatz legal gestattet hätten (was per se schwer genug ist), dann ist Akis Getöse vielleicht für die Jugendteams noch als unangenehme Drohung zu werten – alle anderen Profis bzw. deren Berater und "Väter" werden gelangweilt gähnen und "Mach doch!" sagen.

Und die Aktionäre werden, sollte Aki wirklich Jemanden mit bestehenden Arbeitsverträgen auf die Tribüne setzen wollen, berechtigterweise die Frage stellen, wie die KGaA denn solche finanzielle Risiken von unsicheren Arbeitsrechts-Prozessen rechtfertigen möchte. Insofern – ganz dünnes Eis, wenn man in der GF nicht mal die Vertragsgestaltung in diese Richtung umkrempelt. Ob man dann aber trotz gefüllter Kasse noch die passenden Stars bekommt, wage ich zu bezweifeln.

Robin,
"Ablenkung von eigenen Versäumnissen….."
Ich hatte gestern an anderer Stelle hier bein den Ruhrbaronen zum Interview mit Watzke meine Verwunderung über dessen Inhalt und vor allem über den dafür gewählten Zeitpunkt geäußert. Das gilt zudem auch für das von Watzke gewählte Medium, die FAZ.
Es spricht Einiges dafür, daß Du mit Deiner Feststellung (Ablenkung von….) richtig liegen könntest.

Ob die Mitglieder und die Aktionäre (!!) und die Fans das mehrfachen (!!) Fehlverhalten von Watzke letztendlich "ausblenden" könnten, hängt nicht primär von diesem Interview ab, sondern von der Leistungsbilanz am Ende der Spielzeit 2o17/2o18. Wenn ich mich nicht irre, hat Watzke das erreichen des 4. Platzes (Qualifikation Champ.lig) stets als sein Minimalziel ausgegeben. Also wird er sich daran messen lassen müssen und nicht an Phrasen darüber, wie er zukünftig weitere "Dembeles" zu verhindern gedenkt und zur " Kader-Justierung" im Sommer 2018.

Robin,
insofern meine Zustimmung zum Inhalt der beiden letzten Sätze Deines Kommentars.

Lukas N.,
als BVB-Fans werden wir -selbstverständlich- nie die Hoffnung aufgeben, daß die Mannschaft, so wie sie jetzt ist und mit dem Trainer, den wir jetzt haben, sich doch noch zu einer Leistungseinheit findet, die es schaffen könnte, zumindest Platz 5 oder Platz 6 zu erreichen; träumen werden wir zudem weiterhin von Platz 4.
Alle anderen leistungsrelevanten Probleme bezogen auf Trainer und Mannschaft -Kaderzusammenstellung , Zugänge/Abgänge, Tuchel/Bosc/Stöger- haben wir hier schon x-mal diskutiert, und zwar sowohl bezogen auf die laufende Saison als auch mit Blick auf das, was der BVB mittelfristig in der Bundesliga bewirken könnte (und in Europa?), wohlwissend, daß es dabei nicht nur auf die Qualitäten der Vereinsführung des BVB ankommt, sondern primär darauf, was sich in Europa im Geschäftsfeld Profi-Fußball weiterhin tun wird, ohne daß der BVB darauf den geringsten Einfluß nehmen kann.

@ 2: Spieler im Kader belassen, aber nicht in der Startaufstellung; nicht einwechseln, aber ordentlich trainieren; welches Arbeitsgericht will da was bemäkeln?

@#4: Das Arbeitsgericht, welches sich in seiner eigenen Urteilsfähigkeit auf verfassungskonforme Berufsfreiheit und vertragsgemäßen Beschäftigungsanspruch stützt. Eine Suspendierung durch "Nichtbeachtung" ist durch keinen *normalen* Arbeitsvertrag legitimiert, deshalb schrieb ich von eigentlich notwendigem "Umkrempeln" der Standard-Vertragsgestaltung im Profikader.

@Klaus Lohmann zu #2
Da muss ich doch etwas widersprechen. Denn das ganze stellt sich bei genauer Betrachtung anders dar.
Zunächst mal hatten ja sowohl Dembele als auch Aubameyang noch Jahre laufende Verträge ohne Ausstiegsklausel. Das heißt, ohne Zustimmung des BVB können sie nicht wechseln, sondenr haben ihren Vertrag mit dem BVB zu erfüllen.
Dembele ist einfach unentschuldigt nicht mehr zum Training erschienen, hat also deutlich gemacht, dass er seine vertraglichen Pflichten nicht mehr erfüllen will. Und Aubameyang schwänzte u. a. eine wichtige Mannschaftssitzung und wurde aus disziplinarischen Gründen für ein Spiel suspendiert, was auch arbeitsrechtlich gedeckt ist. Dann trainierte er eher lustlos und wurde deshalb für das nächste Spiel aus dem Kader gestrichen. Der BVB betonte aus gutem Grund, dass dafür ausschließlich die Trainingsleistung ausschlaggebend war, es sich nicht um eine erneute Suspendierung handelt. Der BVB hat ja schließlich sehr gute Juristen an der Hand.

Aber um was geht es eigentlich genau, wenn Watzke ankündigt, der nächste Profi, der versucht durch sein Verhalten, durch Streik etc. seinen Wechsel zu erzwingen, werde damit scheitern, der BVB werde dann sozusagen unter keinen Umständen einem Wechsel zustimmen und evtl. müsse der Spieler sogar damit rechnen, auf der Tribüne zu landen?
Es geht ganz einfach darum, dass der BVB dann trotz des Verhaltens des Profis auf Vertragserfüllung bestehen, also einem Wechsel während des noch laufenden Vertrages nicht zustimmen würde. Dann könnte sich der Profi auf den Kopf stellen, er könnte nicht wechseln. Und sollte er dann streiken oder lustlos trainieren, würde ihn der BVB trotzdem nicht aus dem Vertrag lassen, sondern das hätte folgerichtig zur Konsequenz, dass der Spieler nicht im Kader stehen würde, auf dem Platz bei einem Pflichtspiel sowieso nicht. Denn ein Spieler hat arbeitsrechtlich nur das Recht, am Mannschaftstraining teilzunehmen, aber er kann rechtlich nicht durchsetzen, dass er auch im Kader für ein Spiel steht oder gar in der Anfangsformation auf dem Platz.

Nach den Fällen Aubameyang und Dembele ist Watzkes Ankündigung doch die einzig richtige Konsequenz jetzt. Denn die Spieler müssen wissen, dass man sich beim BVB nicht grundsätzlich zu einem neuen Verein streiken kann, sondern dass der BVB beim nächsten Fall ein Zeichen setzen, also auf Vertragserfüllung bestehen wird. Hätte das Watzke jetzt nicht so erklärt, wäre doch der BVB endgültig zum Spielball wechselwilliger Spieler geworden. Beim nächsten Fall muss der BVB ein Exempel statuieren und das ganze durchziehen, mit allen Nachteilen, die das natürlich auch hat, denn man hat Ärger, Unruhe, einen unzufriedenen Spieler usw.
Aber wichtiger ist, dass der BVB vermeidet, dass ihm die Spieler auf der Nase herumtanzen. Schlimm wäre, wenn die Bosse jetzt nicht reagieren und nichts dazulernen, keine Konsequenzen ziehen würden

Und mit den Aktionären gäbe es doch auch keine Probleme. Bei einer börsennotierten AG ist es natürlich etwas schwieirger als bei einer nicht börsennotierten AG, aber die Aktionäre haben doch kein Interesse daran, dass sich Profis vom BVB wegstreiken können, dass die besten Spieler abgegeben werden, weil sie diesen Wechsel durch indiskutables Verhalten erzwingen. Die Aktionäre sind am größtmöglichen sportlichen Erfolg interessiert, denn das wirkt sich positiv auf die Kurse aus und das zieht auch den wirtschaftlichen Erfolg nach sich. Wenn der BVB also bei einem Topspieler auf Vertragserfüllung besteht, dann handelt der BVB ja nicht nur rechtlich korrekt, sondern im Sinne der Aktionäre und wenn er damit verhindert, dass ein indiskutables Verhalten der Spieler einreißt und sich wiederholt, dann ist das auch im Sinne der Aktionäre.

In dieser Hinsicht hat Watzke das richtige Zeichen gesetzt. Wenn nicht jetzt, wann dann? Er hat das persönlich den Spielern in einer Mannschaftssitzung gesagt und öffentlich erklärt. Daran wird er also gemessen werden und sollte er in diesem Punkt umfallen, wäre er schwer beschädigt, das weiß er auch. Das könnte er sich nun wirklich nicht leisten und dann stünde er sogar als Geschäftsführer in Frage. Im Interesse des BVB muss der der Klub beim nächsten Fall so wie angekündigt handelt, alles andere würde aus dem BVB endgültig ein Spielball der Spieler machen.

@Walter Stach zu #3
Was Deine ersten beiden Absätze angeht, sind wir unterschiedliche Meinung. Ich schätze das etwas anders ein. Ein reines Ablenkungsmanöver sieht anders aus. Und auch dass Herr Horeni von der FAZ, einer der besten und kritischsten Sportjournalisten Deutschlands, das Interview mit Watzke führte, ein Journalist, der den BVB und speziell auch Watzke seit Jahren auch kritisch begleitet, sehe ich eher als positives Zeichen, auch als Zeichen an Kritiker und als Zeichen dafür, dass man bereit ist, den Kurs zu korrigieren, ihn anzupassen und auch notwendige Konsequenzen zu ziehen.

Der Zeitpunkt dafür war nach dem Wechsel Aubameyangs richtig gewählt, denn wenn Watzke jetzt nicht reagiert und Signale ausgesendet hätte, wann dann?
Sehr wichtig war die Erklärung sowohl gegenüber der Mannschaft als auch in diesem Interview, dass der nächste Profi, der versuchen sollte, durch indikutables Verhalten einen Wechsel zu erzwingen, scheitern, dass man ohne Wenn und Aber auf Vertragserfüllung bestehen werde, trotz der Nachteile, die ein solcher Schritt natürlich auch hat. Dieses Zeichen musste Watzke jetzt setzen, anderenfalls droht der BVB zum Spielball wechselwilliger Spieler zu werden. Jeder Profi des BVB weiß jetzt Bescheid, wie die Reaktion des BVB aussehen würde.

Und wenn Watzke sagt, dass es dem aktuellen Team im Verlgeich zur Mannschaft aus 2011/2012 etwas an Teamspirit mangele, gibt er ja indirekt zu, dass man da seitens der Führung des BVB auch Fehler machte, evtl. nachjustieren müsse, die Kaderzusammenstellung und Transferpolitik anpassen müsse.
Vor allem aber ist das ja eine klare Ansage an die Mannschaft gewesen nach dem Motto, jeder hat bis Saisonende die Chance, sich zu beweisen und die Bosse sowie den Trainer zu überzeugen. Und jeder, der nicht überzeugen kann, muss damit rechnen, dass er für die Zukunft schlechte Karten hat. Die Bosse erwarten, dass jeder Spieler zumindest alles gibt, sich voll reinhängt. Auch dieses Signal an die Mannschaft war sehr wichtig und wird auch etwas positives bewirken.

Ansonsten verweise ich aber auf meine ausführlichen Beiträge zuvor.

Aus meiner Sicht ist nach wie vor mindestens Platz 4 Pflicht. Ich kann nicht erkennen, dass 4 oder gar 5 andere Teams der Liga besser sind als der BVB, trotz des sportlichen Qualitätsverlustes. Wichtig ist aber, dass Reus zeitnah zu seiner besten Form findet und dann verletzungsfrei bleibt und Batshuayi an das anknüpfen kann, was er in Köln zeigte. Gespannt bin ich auch auf den neuen Innenverteidiger Acanji.
Ein entscheidender Faktor für die nächsten Jahre ist es, wieder Kontinuität auf der Trainerposition herzustellen. Der BVB braucht endlich wiede einen Trainer, der rundum passt und der mindestens 3 bis 4 Jahre da ist. In der Trainerfrage ist der BVB in Turbulenzen geraten, es kam zu mehreren Wechseln in kurzer Zeit und die Bosse räumten selbst ein, dass man dann wohl kaum alles richtig gemacht haben könne, wenn sich das so darstellt. Das müssen sich die Bosse mit ankreiden. Ob Stöger zur Dauerlösung werden kann, zeigt sich in den nächsten Wochen.

Eines ist jedenfalls klar: Nur wenn die Bosse erkennen, dass auch Fehler gemacht wurden, dass man den Kurs etwas anpassen und korrigieren und dass man auch notwendige Konsequenzen ziehen muss, wird der BVB auch die nächsten Jahre in einem schwieriger gewordenen Umfeld sportlich auf Erfolgskurs bleiben können. Und die Bosse werdern wir natürlich auch weiterhin konstruktiv/kritisch begleiten.

@Lukas: "Der Zeitpunkt dafür war nach dem Wechsel Aubameyangs richtig gewählt, denn wenn Watzke jetzt nicht reagiert und Signale ausgesendet hätte, wann dann?"

Viel früher. Der Zeitpunkt ist längst verpasst. Warum hat er denn die Mannschaft nicht eher auf ihre charakterliche Eignung hin überprüft? Er ist doch schon ewig der unumstrittene Boss im Verein. Jetzt muss er den Schaden begrenzen. Das ist zu spät.

@#6: Wenn Du meinen S.Beck-Link verfolgst, liest Du, dass solche Sperenzchen wie einmal unentschuldigt gefehlt oder eine wichtige Mannschaftssitzung geschwänzt *bei konkreter Definition* solcher Vergehen im Vertrag eine *verhältnismäßige* Geldstrafe nach sich ziehen kann, die ein Monatsgehalt nicht übersteigen sollte. Das darf – wie übrigens bei jeder beruflichen Tätigkeit – den Arbeitgeber nicht automatisch und sofort in die Annahme versetzen, man würde seinen Arbeitsvertrag nicht erfüllen – dafür gibt es normale, mehrstufige Workflows mit Abmahnungen und Güteterminen etc. pp.

Die Palette an arbeitsrechtlich *korrekten* Disziplinarmaßnahmen ist nicht allzu groß und umfasst schon garnicht komplette Aussperrungen vom Spielbetrieb oder vom Training, denn diese verstoßen gegen den verfassungsseitig garantierten Persönlichkeitsschutz (siehe in meinem Link "Dem Arbeitnehmer darf nicht die Möglichkeit genommen werden, seine Persönlichkeit in der Arbeitsleistung zu entfalten"). Und Maßnahmen müssen im Vertrag *konkretisiert* sein – nicht nur als allgemeiner Hinweis auf irgendeinen Vereinskodex.

Drohungen jeweils mit einem Festhalten am Vertrag oder mit genau dem Gegenteil, also mit dem Abhauen im laufenden Vertrag, bewirken nichts außer dem kompletten Vertragsbruch mit einem anschließenden arbeitsrechtlichen Prozess. Und darin geht es dann nur um pekuniäre Vertragsstrafen in solch geringen Dimensionen, dass ein kaufender Verein, der 64 Mios ausgibt, darüber nur lächeln kann. Wie immer im Zivilrecht: entweder hält man sich an Verträge oder man hat sehr viel Geld zur freien Verfügung…

Wie gesagt: diejenigen Spieler, die einen hohen Marktwert und einigermaßen gewiefte Berater haben und dem Flaum-hinter-Ohr-Alter schon ein, zwei Jährchen entwachsen sind, werden über solche Drohungen ala Aki kurz schmunzeln, weil sie wissen, dass moderner Fußball die Sklavenhaltung mit z.B. Anketten an den Tribünen-Wellenbrechern schon seit ein paar Dekaden überwunden hat und außer etwas Stress innerhalb der Anwalts-Entourage ihnen real nichts Schlimmes passieren wird.

Einzig die Überarbeitung des Vertragswerks mit der Zielsetzung *konkreter* Vertragsstrafen für eine möglichst große Zahl an Vertrags-Zuwiderhandlungen könnte Akis Wutrede die nötige Grundlage geben, um auch wirklich etwas in der Hand zu haben. Eine Flucht von Stars, die *unbedingt* weg wollen, kann er aber so nicht verhindern. Würde es solch ein "gestrafftes" Vertragswerk schon geben, hätte Aki ja nur kurz darauf verweisen müssen.

Aber ich kann mich ja auch täuschen und es gibt schon ausreichend individuelle Klauseln für konkrete Verstöße – man hat sie bislang nur nicht konsequent angewandt. Das würde mich als Aktionär dann aber arg verstimmen.

Wo bitte hat sich Aubameyabg charakterlos verhalten? Er nahm an einer Teambesprechung nicht teil. Ansonsten hätte er in den letzten vier Jahren kaum ein Spiel verpasst und enorm viele Tore am abgeliefert.

Und-Dembele hätte einfach keinen Bock mehr auf das Städtle Dortmund und den BVB. Barcelona lockte- wer kann es dem Arbeitnehmer Dembele verdenken? Er wollte Wohnort und Arbeitsplatz wechseln.

Der BVB hat sich u.a. durch Aubameyabg und Dembele die Taschen durch sportliche Erfolge und exorbitante Ablösen vollgestopft und damit Logik
und Auftrag der Kommanditgesellschaft entsprochen. Charakterlos ist es von den Verantwortlichen, den Fans etwas von "echter Liebe" vorzugaukeln und diese von Fans und Spielern einzufordern, aber in Realitas auf der Klaviatur des Marktes zu spielen.

Der BVB kauft vielmehr – charakterlos?- junge Spieler deutlich unter 18 Jahren von anderen Clubs, um diese hinterher wieder gewinnbringend zu veräußern und unterscheidet sich dabei nicht vom FC Barcelona, dessen scheinheilige Maske mehr und mehr zerbröckelt.

Watzkes Motivlage könnte eine ganz andere sein- sportlich werden die für die Kommanditgesellschaft gewinnbringenden Verkäufe von Dembele und Aubameyang möglicherweise nicht zu kompensieren sein. Watzke baut hier schon mal vor und schiebt die Schuld den abgewanderten Spielern zu.

@Klaus Lohmann zu #9
Sorry, aber Dein Beitrag geht doch komplett an meinem Kommentar unter #6 vorbei. Es geht ja konkret um die Fälle Dembele und Aubameyang, sowie darum, wie der BVB künftig vorgeht. Disziplinar- und Strafmaßnahmen der Klubs gegenüber ihren Spielern, sind nur in sehr begrenztem Umfang möglich und arbeitsrechtlich nicht einfach umzusetzen, zumindest insoweit sind wir uns ja einig.
Dass aber z. B. Aubameyang für ein Spiel suspendiert wurde, weil er die Mannschaftssitzung schwänzte, war arbeitsrechtlich völlig korrekt. Und die Geschichte mit den Vertragsstrafen hilft Klubs in schweren Fällen ja nicht wirklich weiter.

Einige Klubs und auch Spieler praktizieren natürlich auch das eine oder andere, was arbeitsrechtlich nicht haltbar ist, aber weder Spieler noch die Klubs wollen ja einen Arbeitsprozess vor Gericht führen. Einem Spieler schadet ein solcher Prozess ohnehin nur.

Aber konzentrieren wir uns auf den wichtigsten Punkt, die Ansage Watzkes, dass der BVB den nächsten Profi, der sich wegstreiken wollte, auflaufen lassen werde. Denn das ist nicht nur möglich, das muss der BVB auch machen.
Kein Spieler des BVB hat eine Ausstiegsklausel, das heißt, ohne Zustimmung des BVB kann kein Spieler während eines noch laufenden Vertrages wechseln. Welche besonderen und so auch nicht vorhersehbaren Konstellationen sich in den Fällen Dembele und Aubameyang ergeben haben, habe ich oben schon unter #1 erläutert. Und am Ende war die Situation so, dass ein Wechsel jeweils besser war als ein bestehen auf Vertragserfüllung.
Aber damit ist auch eine Grenze erreicht und der BVB muss ja beim nächsten Fall ein Zeichen setzen, wenn er noch ernst genommen und nicht zum reinen Spielball wechselwilliger Spieler werden will. Also muss der BVB doch beim nächsten Fall hart bleiben, einen Wechsel ohne Wenn und Aber verbieten, auf Vertragserfüllung bestehen, egal wie der Spieler reagiert und egal welche negativen Begleiterscheinungen das hat. Und das kann der BVB so machen, weil kein Spieler über eine Ausstiegsklausel verfügt.
Geht der Spieler dann soweit und zeigt sich unmotiviert und lustlos, weil er bleiben muss, dann bietet ihm der BVB zwar weiterhin das Mannschaftstraining an, dazu ist er arbeitsvertragsrechtlich verpflichtet, aber der Spieler steht dann eben nicht mehr im Kader für Pflichtspiele und darauf hat er auch keinen Anspruch. Das aber kann wiederum nicht im Interesse eines Spielers sein, denn es sinkt nicht nur der Marktwert zum Nachteil des BVB, sondern es sinkt auch der generelle Marktwert und Werbewert des Spielers, einschließlich seiner Chancen bei Topklubs. Und trotz des vielen Geldes wollen die Spieler immer noch vor allem auf dem Platz stehen.
Der BVB hat rechtlich und tatsächlich alle Möglichkeiten, den Wechsel eines Spielers während der Vertragslaufzeit zu verbieten und zu verhindern und den Spieler bei schlechten Trainingsleistungen und manglender Motivation, lustlosem Verhalten, nicht mehr im Kader zu berücksichtigen.

Dieses Zeichen musste jetzt gesetzt werden und das muss der BVB beim nächsten Fall auch so durchziehen, wenn er nicht ein andauerndes und generelles Problem in dieser Frage haben will. An dieser Ankündigung wird Watzke auch gemessen und wenn er da umfallen würde, würde ich und nicht nur ich seinen Rücktritt für notwendig halten und auch fordern. Aber warten wir doch mal ab, was in Zukunft passiert.

@Robin zu #8
Da schreiben wir jetzt aber über zwei verschiedene Themenkomplexe. Natürlich hätten Zorc und Watzle bei der Transferpolitik und bei der Kaderzusammenstellung noch mehr auf das eine oder andere achten müssen und ist das eine oder andere Problem auch hausgemacht. Kritik daran ist berechtigt.

Die Bosse haben seit 2005 gute Arbeit geleistet, sonst wäre der BVB ja nicht sportlich und finanziell derart weit nach vorne gekommen. Aber vor allem in den letzten beiden Saisons hat es auch Fehler gegeben, teils selbst verschuldet, teils so schwer vermeidbar.
Fehler könenn passieren, aber dann muss man diese auch erkennen und sicherstellen, dass diese in Zukunft nicht mehr vorkommen, dass der Kurs angepasst wird, dass Konsequenzen gezogen werden usw.

Und deshalb war es jetzt an der Zeit, entsprechende Signale auszusenden, gerade unmittelbar nach dem Wechsel Aubameyangs.
Wie oben unter #1 schon geschildert, sind in den Fällen Dembele und Aubameyang Konstellationen entstanden, die man den Bossen nicht vorwerfen kann.
Denn dass Paris SG einen solchen Wahnsinn veranstaltet und die Megasumme der Ausstiegsklausel Neymars zieht und Barca dann Dembele auf dem Zettel hat, war nicht vorhersehbar.
Und das Aubameyang die Vereinbarung mit den Bossen brechen würde, zumindest noch bis Ende dieser Saison zu bleiben, weil Arsenal plötzlich zu einem personellen Umbruch mitten in der Saison gezwungen war und Auba auf dem Zettel hatte, war auch nicht vorhersehbar.

Natürlich hätte man das eine oder andere besser vermeiden sollen, aber wenn Fehler passiert sind, ist doch das wichtigste, dass die Bosse das erkennen und gegensteuern, ihre Strategie anpassen, Konsequenzen ziehen. Schlimm ist es, wenn auf Fehler keine Reaktion kommt. Klar ist aber auch, dass den Worten Taten folgen müssen und das werden wir ja dann beobachten.

@Lukas: "sind in den Fällen Dembele und Aubameyang Konstellationen entstanden, die man den Bossen nicht vorwerfen kann."

Da bin ich mir gar nicht so sicher. Beide Spieler haben von angeblichen Versprechen berichtet, die ihnen gegenüber abgegeben wurden. Aber das führt uns zu weit weg jetzt, denke ich.

Ich wäre jedenfalls sehr viel positiver gestimmt in Bezug auf Watzke, wenn er sich kleinlauter gegenüber der FAZ gegeben hätte und die Fehler auch mehr bei sich selber gesucht hätte. Aber das ist nicht so sehr seine Art, schätze ich 😉 Ich sage nur 'Tuchel'. Denn auch da war das Vorgehen von Watzke ja alles andere als elegant und demütig.

Lukas N.,
unterstellt die Gründe für die Aussagen von Watzke in dem FAZ-Interview könnte man nachvollziehen, bleibt die Antwort auf die für mich entscheidende Frage offen, nämlich auf die Frage nach dem Zeitpunkt.
Wir haben es als Fans mit einer Mannschaft zu tun, die nach wie vor außerordentlich verunsichert zu sein scheint, der es an Selbstbewußtsein, an Selbstvertrauen, an Geschlossenheit zu fehlen scheint.
Wenn Watzke an diese Mannschaft adressiert eine Warnung ausspricht, dann setzt das voraus, daß er von weiteren "Dembeles" in der Mannschaft ausgeht. Er signalisiert der Mannschaft seinerseits Misstrauen ,und in der Mannschaft selbst wird gegenseitiges Mißtrauen geschürt. Wenn er das dann ergänzt mit der Feststellung, es werde eine "Kader-Justierung" geben, dann heißt das für jeden in der Mannschaft, daß er davon zu seinen Ungunsten betroffen sein könnte. Oder einige nicht? Das werden sich jedenfalls diejenigen fragen, die nicht zu den Watzke-Zuträgern in der Mannschaft gehören, die z.B. seinerzeit nach dem Bombenanschlag auf Seiten Tuchels und nicht auf der Seite Watzkes gestanden und die in der Folge bei Watzke nicht gegen Tuchel agiert und die anscheinend seitdem Watzke nicht zu "den Seinen" zu zählen scheint.

Als Chef eines Unternehmes droht man nicht öffentlich Mitarbeiter mit "harten Konsequenzen", wenn sie sich so verhalten sollen wie durch einen von ihnen praktiziert.
Man zieht die Konsequenzen, wenn………
Als Chef eines Unternehmens, das sich in einer sehr schwierigen Lage befindet mit verunsicherten Mitarbeitern droht man nicht öffentlich mit einer Neu-Justierung des wichtigsten Teams des Unternehmens, sondern man beginnt im aller kleinsten Kreise , nicht öffentlich und streng vertraulich ,mit dem Nachdenken darüber, ob , wie, wann und vor allem mit welchem langfristigen strategischen Unternehmensziel eine "Neu-Justierung" anzugehen wäre.

(An meiner Kritik ändert sich nichts, weil Watzke vor dem Interview vorgeblich dasselbe den Spielern erklärt hat.)

Ich weiß nicht, warum Watzke jetzt! und warum Watzke diesen (!) Weg gewählt hat, sich so wie geschehen öffentlich per Interview in der FAZ zu äußern. Ich habe keinen Grund, Robin Patzwald zu widersprechen, wenn er in seinem Kommentar mutmaßt, Watzke wolle damit von eigenen Versäumnissen ablenken, und zwar mit Blick auf Aktionäre, Mitglieder und Fans. Ich bin mir zudem-selbstverständlich- in keiner Weise sicher, welche Wirkung das Interview auf die Leistung der Mannschaft bis zum Saisonende haben wird. Und wenn ich erklärt habe, was ich als "Unternehmenschef" gemacht oder eben nicht gemacht hätte, dann ist das -selbstverständlich- ausschließlich meinen Verständnis von "richtiger Unternehmensführung" geschuldet und nicht "das objektiv Richtige".

Lukas N.,
bilanziert wird am Ende der Spielzeit 2o17/2o18. Und für das Ergebnis muß sich Watzke verantworten.
Als BVB-Fan hoffe ich sehr, daß die Bilanz so ausfällt, daß sie für Watzke nicht das Ende als Geschäftsführer bedeuten könnte. Ich wünsche ihm dazu viel, viel Glück -im Interesse unsres BVB – und das nicht trotz, sondern gerade wegen meiner Kritik an der Führung seiner Geschäfte in "jüngster" Zeit (Tuchel, Bosz, Dembele …., sein jetziges FAZ-Interview………..).

Nachtrag:
Mir scheint, dass diese kontrovers und sehr emotionale Debatte, geführt unter BVB-Fans, bei allen Meinungsverschiedenheiten in der Sache, doch sehr, sehr deutlich macht, daß das Watzke Interview zum jetzigen Zeitpunkt ganz und gar ungeeignet ist, Verunsicherungen in der Mannschaft, Besorgnisse unter den Fans und gravierende Meinugsverschiedenheiten abzubauen und durch Selbstvertrauen, durch Zuversicht, auch durch ein gehöriges Maß an demonstrativer Geschlossenheit -Geschäftsführer, Trainer, Mannschaft, Fans- zu ersetzen.
Also…
Es bleibt bei meiner Fage nach dem Warum dieses Interviews zu jetzigen Zeitpunkt.

Ist nicht nur das Interview bei der FAZ jetzt, Walter. Watzke wird am kommenden Sonntag auch zu Gast bei Wontorra sein. 10.45 Uhr auf Sky Sport News HD im Free TV. Bin gespannt, ob er sich da dann auch etwas selbstkritischer gibt.

@#11: Richtig: Auba wurde arbeitsrechtlich korrekt für ein Spiel suspendiert (wenn es so vertraglich vereinbart wurde). Aber hat ihn das von irgendwas abgehalten?

Richtig: Viel Spielraum haben die Vereine bei solchen Sanktionen im Arbeitsrecht nicht, das hatte ich ja schon ausgeführt, ohne auf Deinen Kommentar noch groß eingehen zu müssen, denn wir kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Richtig: Verbieten kann man in einem Vertrag natürlich alles mögliche – entscheidend ist nur, wie man dies sanktioniert. Womit wir wieder bei Absatz 2 wären.

Die Redewendungen "auflaufen lassen", "Zeichen setzen" oder "hart bleiben" haben keine zivilrechtliche Bedeutung. Man kann sie zwar publikumswirksam in den Medien verwenden, an der rechtlichen Seite ändern sie solange nichts, solange sie nicht konkretisiert wurden. Das fällt ohne Konkretisierung in die Schublade "große Klappe".

Solange ein Spieler beim BvB bleiben will, aber schlechte Leistung zeigt, kann man ihn aus dem Kader streichen – solange das im Vertrag unmissverständlich geregelt ist und – wie geschrieben – die Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers gewahrt bleiben. Bietet er sich z.B. wie ein normal trainierender, normal leistender Auba im Spielbetrieb an, ist er selbstverständlich auch dann zu berücksichtigen, wenn er Wechselgedanken hegt. Steht alles im verlinkten PDF.

@Robin zu #13
Dass in den Fällen Dembele und Auba Konstellationen entstanden sind, die man den Bossen nicht vorwerfen kann, ist Fakt.
Dembele war ja erst eine Saison da und laut Zorc gab es eine klare Vereinbarung mit ihm. Er hatte sich gegen die absoluten Topklubs entschieden, um beim BVB den nächsten Schritt zu machen, auch möglichst regelmäßig spielen zu können. Es war klar, dass er maximal ca. 3 Jahre bleiben und dann weiterziehen wird. Aber dann kam nach nur einer Saison diese Wahnsinnsaktion mit Paris SG und Neymar und nur deshalb ist Dembele bei Barca Thema geworden und wegen des Abganges Neymars hat Demeble tatsächlich eine Einsatzchancen bei Barca gesehen.
Auba hatte von den Bossen die Erlaubnis, bereits Ende letzer Saison wechseln zu dürfen, wenn ein Klub sowohl ihn interessiert als auch bereit ist, die gefordete Ablöse zu zahlen. Das kam dann bekanntlich nicht zustande. Übereinstimmend sagen alle Beteiligten, dass dann Aubas Gehalt erhöht und vereinbart wurde, dass er diese Saison noch bleibt und dann erneut wechseln dürfte.
Aber dann wurde Arsenal plötzlich mitten in der Saison zu einem personellen Umbruch gezwungen und hatte dafür dann Auba auf dem Zettel, lockte ihn mit einem Mega-Gehalt, der darauf hin entgegen der Verinbarung mit den Bossen mitten in der Saison bereits weg wollte.

Dafür, dass sich diese Konstellationen ergeben haben, können die Bosse nichts.

Sich kleinlaut zu geben und zu deutlich Fehler einzuräumen, ist in der Tat nicht Akis Art 🙂

@Walter Stach zu #14 und #15
Ich kann Deine Argumentation sehr gut nachvollziehen, komme aber in dieser Sache zu einem anderen Ergebnis.
Du hast Recht, Watzkes Ansagen lasssen den Schluss zu, dass er mit weiteren Fällen nach dem "Vorbild" Dembeles rechnet, sie zumindest nicht ausschließt. Ich denke, dass er daran auch gut tut, denn heutzutage ist im Profifußball ja fast alles möglich und man weiß nicht, was passiert, wenn der nächste Star des BVB von einem der ganz großen Klubs mit einem Mega-Gehalt gelockt wird und der BVB einen Wechsel ablehnt, auf Erfüllung des Vertrages besteht. Nicht jeder Profi wird dann so reagieren wie Dembele und bisher ist ein solches Verhalten noch die Ausnahme, aber einen weiteren Fall auszuschließen wäre blauäugig.

Mit einer weiteren Verunsicherung der Mannschaft durch die Ansagen Watzkes rechne ich nicht. Offenbar ist man bei den Bossen mit mehreren Spielern und vor allem deren Einstellung und Einsatzbereitschaft, deren Mentalität nicht zufrieden. Damit gesteht man aber auch indirekt evtl. Fehler in der Kaderzusammenstellung und Transferpolitik ein. Ich denke, in der Führungsspitze ist man zum Ergebnis gekommen, dass ein Kuschelkurs und die Profis weiter in Watte packen, nichts bringt, dass jetzt klare Ansagen kommen müssen und jeder Profi wissen muss, dass er bis Ende der Saison auf dem Prüfstand steht.

Den Zeitpunkt für Watzkes Ansagen halte ich für genau richtig bzw. für überfällig. Denn den Auba-Wechsel mitten in der Saison wollten die Bosse ja nicht und es war der zweite Fall in kurzer Zeit, wo sich ein Profi nicht korrekt verhalten hat, ein Wechsel unbedingt erzwingen wollte. Da musste jetzt ein Zeichen gesetzt werden. Des Weiteren befindet sich der BVB jetzt in einer wegweisenden Phase. In Köln war eine Verbesserung erkennbar, aber es war noch nicht so, wie man sich das vorstellt. Zudem ist jetzt die Unruhe rund um Auba weg. Also setzt Watzke gerade jetzt ein Zeichen und nimmt die Mannschaft in die Pflicht. Denn über allem steht das erneute erreichen eines CL-Platzes und dazu muss die Mannschaft jetzt konstant besser spielen.
Aus meiner Sicht sind nicht 4 oder gar 5 Teams der Liga besser als der BVB, mindestens Platz 4 ist nach wie vor Pflicht.

@Lukas: Ich sehe nach wie vor nur die Bayern besser besetzt. Platz 2 ist daher die logische Platzierung. Alles dahinter wäre eine Enttäuschung. Zumal ja aktuell alle Teams nicht so wirklich ins Laufen kommen im Verfolgerfeld. Es war noch nie so leicht Zweiter zu werden. Das ist die Aufgabe des BVB, aus meiner Sicht zumindest. Der Klub hat doch großes Glück, dass auch die anderen so schwächeln aktuell…

@Klaus Lohmann zu #17
Einen Spieler aus dem Kader zu streichen bzw. ihn schon gar nicht erst in den Kader zu berufen, ist alleine die Entscheidung des Trainers. Und wenn ein Spieler sich lustlos gibt, schlecht trainiert usw. steht er eben nicht im Kader, sitzt auf der Tribüne. Aber ein Trainer kann sich auch generell dagegen entscheiden, einen Spieler im Kader zu berücksichtigen. Das hat mit arbeitsvertraglichen Regelungen gar nichts zu tun. Arbeitsvertraglich ist ein Klub nur verpflichtet, einen Spieler am Mannschaftstraining teilnehmen zu lassen, aber es besteht keine Verpflichtung, ihn im Kader für ein Pflichtspiel zu berücksichitgen.

Vor diesem Hintergrund sind die Ansagen Watzkes eben kein leeres Gerede, sondern es war nach den Fällen Dembele und Auba wichtig, dass jetzt ein Zeichen gesetzt wurde.
Wie gesagt, kein Spieler des BVB hat eine Ausstiegsklausel und wenn der BVB einen Wechsel ablehnt, dann kommt er nicht zustande, da kann sich der Spieler auf den Kopf stellen. Und wenn der Spieler dann meint, er müsse weiter Ärger machen, sich lustlos zeigen oder schlecht trainieren, dann steht er eben für längere Zeit nicht im Kader für Pflichtspiele und sitzt auf der Tribüne.
Der BVB hat also diese Möglichkeiten und muss sie beim nächsten Fall, trotz aller Nachteile, die das auch hat, einsetzen. Nur so kann der BVB verhindern, dass er in Zukunft zum Spielball der Spieler wird und Spieler meinen, man könne sich beim BVB wegstreiken, wenn man das nur wolle. Jetzt musste dieser Pflock eingerammt werden, für alle sichtbar, vor allem für die Spieler.

@Robin zu #20
Ja, so sehe ich das auch. Allerdings muss man berücksichtigen, dass mehrere Teams, die jetzt oben stehen, keine Belastung durch internationale Spiele haben, der BVB dagegen sehr wohl. Und nach deem Abganfg des Toptorjägers Auba wäre wichtig, dass Reus verletzungsfrei bleibt und Batshuayi so wweitermacht wie in Köln. Mindestens Platz 4 muss der BVB erreichen, auch Platz 2 halte ich für möglich, aber das wird schwer. Alles andere als ein CL-Platz wäre auf jeden Fall eine Enttäuschung.

Lustig, dass aktuell bei Sky90 Ewald Lienen, Ralf Rangnick und der SGE-Präsi Peter Fischer unisono betont haben, dass Spieler, die sich dem Verein entfremdet haben und (wie als genanntes Beispiel halt Auba) weg *wollen*, nicht mit Drohungen, Suspendierungen und Tribünen-Verbannungen zu halten sind. Da würde schon viel früher in der Betreuung zuviel falsch gemacht, die Erfolgserwartung solcher Maßnahmen tendiert allgemein gegen Null.

Nur soviel noch zur unsinnigen Drohgebärde von Aki.

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, den Arbeitsplatz zu wechseln und gff.auch einen laufenden Vertrag aufzulösen.

Dass der "verlassene" Arbeitgeber dafür eine Ablöse kassiert, ist im normalen Arbeitsleben eher unüblich.

Fussball ist ein knallhartes Gedchäft-om übrigen schon in den jüngsten Jugendbereichen locken sich die NLZs gegenseitig die Spieler weg.

Das Gejammere und Geofeifr von Fans und Vereinsbossen kann man getrost als aus der Zeit gekommene ritualisierte und dem Wunsch nsch Aufregung geschuldete Folklore abtun.

Weder Aubameyang noch Dembele haben sich falsch verhalten- die wollen doch nur spielen.?

Im Endeffekt sind das emanzipierte junge Männer, die ihren Teil zum Spektakel liefern und ihren eigenen Weg im internationalen Fussballbusiness gehen.

Mal ehrlich-wer von denjenigen, die sich nun echauffieren,würde sich anders verhalten, wenn er einigermaßen geschickt wie die beiden mit dem Rundleder umgehen könnte?

@Klaus Lohmann zu #23
Dann nehmen wir das ganze doch nochmals genau unter die Lupe, denn was da im Sky90-Talk gesagt wurde, widerspricht den Ansagen Watzkes keineswegs. Vielmehr muss man die verschiedenen Fallgestaltungen auseinanderhalten.
Natürlich muss die "Betreuung" der Spieler stimmen und da dürfen von Anfang an und während der Vertragslaufzeit keine Fehler gemacht werden oder Nachlässigkeiten auftreten.
Und was heißt denn "entfremdet haben"? Die Wirklichkeit sieht doch so aus, dass die Spieler von ganz großen Klubs mit Mega-Gehältern gelockt werden und dann plötzlich trotz noch Jahre laufenden Vertrages weg wollen.
Das bezeichnete Lienen ja in der Sendung als Unding, also dass dann Verträge für solche Spieler plötzlich nichts mehr zählen.

Wenn ein Spieler unbedingt weg will, sich indiskutabel verhält und das Tischtuch zwischen ihm auf der einen Seite und den Bossen und / oder der Mannschaft auf der anderen Seite zerschnitten ist, dann helfen Drohungen, Suspendierungen und Tribünen-Verbannungen grundsätzlich sicherlich nicht viel.
Ein Klub wie der BVB bekommt doch aber auf Dauer ein Riesenproblem und wird zum Spielball abwanderungswilliger Spieler, wenn der Eindruck entsteht, dass sich jeder Spieler, der das will, aus seinem Vertrag streiken kann, durch indiskutables Verhalten aus dem Vertrag herauskommt und zu anderem Klub wechseln kann, bei dem er noch viel mehr verdient. Dadurch macht sich der BVB erpressbar.
Also muss doch der BVB beim nächsten Fall, also beim nächsten Spieler, der so etwas versucht, Härte zeigen, damit jeder Spieler des BVB weiß, ich komme da nicht automatisch mit solchen Mätzchen durch.
Und diese Härte ist auch möglich. Denn kein Spieler des BVB hat eine Ausstiegsklausel, ohne Zustimmung des BVB kommt ein Spieler nicht vorzeitig aus seinem Vertrag. Falls der Spieler dann bleiben muss und sich als Folge schlecht gelaunt, ohne Motivation oder wenig engagiert im Training zeigen oder es generell an Disziplin mangeln lassen sollte, dann steht er für die Pflichtspiele eben nicht mehr im Kader, sondenr sitzt auf der Tribüne. Denn ein Spieler hat arbeitsrechtlich nur das Recht, am Mannschaftstraining teilnehmen zu können, aber der BVB ist arbeitsrechtlich nicht verpflichtet, ihn auch für Pflichtspiele in den Kader zu nehmen oder ihn sogar aufzustellen.

Wenn der BVB diese Härte zeigt, hat das natürliche auch Nachteile, aber nach dem mehrere Fälle passiert sind, muss der BVB beim nächsten solchen Fall mal ein Exempel statuieren, Härte zeigen, sonst tanzen ihm die Spieler dauerhaft auf der Nase herum und er bekommt das Problem nicht mehr in den Griff.

Ansonsten darf der BVB natürlich generell einzelnen Spielern nicht zu viele Freiheiten und Sonderrechte einräumen, darf das nicht aus dem Ruder laufen lassen. Und bei Neuverpflichtungen muss der BVB noch mehr auf die Persönlichkeit und den Charakter achten.
Trotz allem hat man als Klub nie die Sicherheit, dass sich ein Spieler bei einem Mega-Angebot eines der ganz großen Klubs wirklich korrekt verhalten und eine Ablehnung des BVB akzeptieren wird. Die Ansage Watzkes ist aus meiner Sicht richtig, war jetzt überfällig und ist auch durchsetzbar. Daran muss er sich messen lassen und seinen Worten müssen dann auch Taten folgen.

@Klaus W. zu #24
Das ist doch Quatsch. Im Profifußball sind die Verträge bekanntlich befristet und beim BVB haben die Spieler – wie auch beim FC Bayern – keine Ausstiegsklausel. Wenn ein Spieler also einen Vertrag über z. B. 4 Jahre hat, ist er ohne Wenn und Aber an diesen Vertrag gebunden, kann ohne Zustimmung seines Klubs, also seines Arbeitgebers, nicht vorher aus dem Vertrag herauskommen.
Ein Vertrag ist bindend, jeder hat sich daran zu halten und wenn ein Spieler sich bewusst dafür entscheidet, für z. B. 4 Jahre bei einem bestimmten Klub zu unterschreiben, dann hat er seinen Vertrag auch zu erfüllen, es sei denn, der Arbeitgeber ist bereit, ihn vorzeitig aus diesem Vertrag herauszulassen.
Und nur dann, wenn ein Spieler vor Vertragsende wechseln will und sein Klub zustimmt, ist dafür eine Ablöse durch den aufnehmenden Klub zu zahlen, die vom Marktwert des Spielers abhängt.

Dembele und Aubameyang haben sich völlig indiskutabel verhalten und vor allem haben beide ja auch ihre Mannschaftskollegen, haben die Mannschaft im Stich gelassen. Dembele ist einfach unentschuldigt nicht mehr zum Training erschienen, war auch für niemanden erreichbar.
Und Aubameyang hat die wichtige Mannschaftssitzung vor Rückrundenbeginn als man nochmals grundlegendes besprochen hat und sich aufeinander einschwören wollte, einfach geschwänzt. Danach zeigte er sich lustlos und wenig motiviert. Ins Mannschaftshotel während des Trainingslagers quartierte er einfach seine Familie ein. Ein Unding!
Zum Rückrundenstart stand Auba dann folgerichtig nicht im Kader, seine Mannschaftskollegen waren erkennbar stinksauer auf ihn, waren längst auch genervt. Der BVB spielte ohne seinen Topstürmer nur Unentschieden. Mit Auba wäre vermutlich ein Sieg gelungen und das hätte sofort Rückenwind gegeben.
Einfach die Mannschaft hängen zu lassen, praktisch zu zeigen, dass einem die Mannschaftskollegen und der Erfolg der Mannschaft egal sind, sobald es um reines Eigeninteresse und das erzwingen eines Wechsels geht, ist unterste Schublade, geht gar nicht.
Dass das auch ein Affront gegenüber der Klubführung und nicht zuletzt auch gegenüber den Fans ist, die diesen Spielern vorher zujubelten und evtl. auch Trikots mit ihrem Namenszug kauften, ist auch klar.

Lukas N. Wir reden hier von internstionalem Profifussball und nicht über Thekenmannschaften. .Wer wie der BVB für den Verkauf eines zwanzigjöhrigen Spielers wie bei Dembele über 100 Mio Euro aufruft und einstreicht, hat kein Recht, sich moralisch zu echauffieren.

Lukas N:
Sie müssen auch nicht alles glauben, was in diesem Showgeschäft so alles erzählt wird. Ich verrate Ihnen zwei Geheimnisse, ab Sie dürfen es nicht weitersagen. Wenn im Fernsehkrimi einer totgschossen wird, ist der gar nicht in echt rot und die zersägten Jungfrauen im Zirkus sind gar keine Jungfrauen.

Der BVB konnte jetzt im relativ dürftigen Wintertransferfenster nich eine satte Summe einstreichen, die er in Sommer ggf. nicht mehr hötte erzielen können. Und-fußball um die Verletzungsgefahr zu minimieren, setzt man die Kapitalanlage besser rin oder zwei Spiele auf die Bank.
Ubs- nachdem der BVB auch in der CL u a. nach den glorreichen Schlachten gegen Nikosia, als man dieser Übermannschaft zwei Unentschieden abgerungen hatte, leider diesen Wettbewerb quittieren musste, fehlt auch schlicht und ergreifend ein wenig (oder besser: sehr viel) Geld, um die exorbitanten Gehälter von Aubameyabang sowie den Bankdrückern wie Schürrle, Götze oder auch Sahin zu bezahlen, ohne die Bilanz zu verhageln.

Der Verkauf von Aubameyang war wirtschaftlich auch perspektivisch geboten, denn ob im nächsten Jahr die CO erreicht wird, ist nicht zwingend ersichtlich.

Bezeichnend für das derzeitige Niveau der BL ist aber schon, dass ein auf der Insel zum Bankdrücker mutierter Stürmer nun in Dortmund und der BL nach nur einem Spiel zum Hoffnungsträger des BVB und des Bulu-Spektalulums werden kann, was ja eigentlich fußballerisch schon länger keines mehr ist.

@#25: "Denn ein Spieler hat arbeitsrechtlich nur das Recht, am Mannschaftstraining teilnehmen zu können, aber der BVB ist arbeitsrechtlich nicht verpflichtet, ihn auch für Pflichtspiele in den Kader zu nehmen oder ihn sogar aufzustellen."

Natürlich hat der BvB auch die vertragliche Pflicht, einen Berufsspieler für die Leistung einzusetzen, für die er ihn eingekauft hat. Und ich kenne keinen Vertrag, mit dem ein Lizenzspieler *ausschließlich* für die Trainingsteilnahme verpflichtet wurde – obwohl das rein theoretisch sehr wohl möglich wäre.

Die Entscheidung für den einzelnen Spieleinsatz obliegt sicherlich dem amtierenden Trainer, aber Niemand kann *gezwungen* werden, einen Arbeitsvertrag in einem Vereinsumfeld zu erfüllen, welches ihm diese Erfüllung generell – und das wird durch eine *dauerhafte* Sperrung für den echten Spielbetrieb aus disziplinarischen Gründen impliziert – unmöglich macht. Genau das wird im Arbeitsrecht grundsätzlich für *jeden* Arbeitnehmer und damit auch für Vertragsspieler im Profifußball durch die Grundrechte auf Berufsfreiheit und freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie die arbeitsrechtlichen Freizügigkeitsregelungen in der EU garantiert. Da sollten sich manche Vereine und auch der BvB keinen autoritären Illusionen hingeben, auch wenn sie lieber mit einer "Ware Mensch" umgehen wollen statt mit Persönlichkeiten.

Das mit den verlängerten Verträgen ist doch, wenn man ehrlich ist, ein Pokerspiel von beiden Seiten. Der Spieler erhält eine Jobgarantie obwohl er in keiner weise garantieren kann, dass er in 2, 3 oder gar 5 Jahren noch genauso gut spielen kann wie bei Vertragsschluss, und der Verein bekommt eine Sicherheit, dass bei einer positiven Entwicklung des Spielers und eines von diesem gewollten Wechsels vor Vertragsablauf, dem Verein eine gewisse Entschädigung zufließt, mit der der Verein einen Ersatzspieler anstellen kann. Wer glaubt, die Verträge würden geschlossen, um eingehalten zu werden, der soll sich mal anschauen, wie man in der letzten Zeit (aus meiner Sicht zurecht) höhnisch auf die Schalker geblickt hat, die anscheinend zu blöd waren, ihre Top-Spieler mit neuen Verträgen auszustatten. Mir fallen da aktuell die Fälle Matip und Goretzka ein, die ja anscheinend ablösefrei gehen konnten.

Ob es jetzt eine Ausstiegsklausel gibt oder nicht, das Geschäft ist derzeit so, dass kein Spieler in einem Verein gehalten werden kann, wenn er nicht will. Da ich kein Dortmund Fan bin, frage ich mal in die Runde: Hat der BVB noch nie einen Spieler von einem Verein eingekauft, der gar keine Ausstiegsklausel hatte? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Wie man damit umgeht, wenn einer nicht mehr will, darüber sollte man sich tatsächlich Gedanken machen. Der Weg, den Watzke gehen will, erscheint mir aber nicht sehr erfolgsversprechend. In den Fällen Dembele und Aubameyang wäre der Erfolg wohl der selbe gewesen. Ich bin mir sicher, dass Aubameyang zumindest noch bis zum Ende der Saison geblieben wäre, wenn Watzke und Zorc nicht diese Fehlgriffe mit den neuen Trainern gemacht hätten und der BVB z. B. noch in der Champions-League mitspielen würde. Denn trotz der beeindruckenden Mitgliederzahl, der in der Vergangenheit errungenen Titel und der einzigartigen Südtribüne ist der BVB derzeit ein Top-Mittelklasseverein in einer Gegend, die für den Ruhri vielleicht einen besonderen Charme ausstrahlt, für junge Spieler, die nach Madrid, Barcelona oder London umziehen könnten, aber wohl eher nur zweite Wahl sein dürfte.

@Klaus W. zu #27 und 28
Wenn Sie uns hier nicht das Profigeschäft erklären würden, wüssten wir ja gar nicht um was es geht oder wüssten nicht mal, dass wir vom Profigeschäft reden und nicht von irgendwelchen Thekenmannschaften 🙂
Aber Scherz beiseite, was Sie da schreiben ist schon amüsant bis lächerlich.
Der BVB ist seit einigen Jahren wirtschaftlich so stark aufgestellt, dass er keinen Spieler mehr aus finanziellen Gründen verkaufen muss. Im Gegenteil, der BVB will ja seine besten Spieler auf jeden Fall halten, weil man nur so den größtmöglichen sportlichen Erfolg erreichen kann und mit dem sportlichen Erfolg verbessert sich auch die wirtschaftliche/finanzielle Seite weiter.

Der BVB hatte nicht das geringste Interesse, ein Megatalent wie Dembele, der Spiele ganz alleine entscheiden kann, schon nach nur einer Saison wieder zu verkaufen. Da sich das aber wegen der Wahnsinnsaktion von Paris SG bezüglich Neymar und dem folgenden Interesse Barcas an Demeble nicht hat vermeiden lassen, hat man einen Marktpreis aufgerufen, der zu diesem Zeitpunkt und da der Spieler noch jung ist und noch Jahre Vertrag hatte, gerechtfertigt war, so dass der BVB bis zu rund 150 Millionen Euro bekommen kann. Aber es war nicht das Ziel des BVB, Demeble nach nur einer Saison wieder zu verkaufen, im Gegenteil. Wenn sich das nicht vermeiden lässt, dann muss man wenigstens finanziell das Optimum herausschlagen und das ist gelungen.

Noch weniger Interesse hatte der BVB daran, seinen besten Stürmer und sportlichen Erfolgsgaranten, Aubameyang, mitten in der Saison abzugeben. Das war so weder sportlich, noch wirtschaftlich, noch perspektivisch geboten.
Vielmehr war es doch so, dass ein Wechsel Aubameyangs nach Ende letzter Saison möglich gewesen wäre und dann hätten die Bosse einen hochkarätigen Ersatz verpflichtet. Aber dieser Wechsel kam nicht zustande. Also hat man das Gehalt Aubameyangs erhöht und hat mit ihm vereinbart, dass er bis Ende dieser Saison weiter beim BVB spielt. Aber dann kam Arsenal im Wintertransferfenster, winkte mit einem Mega-Gehalt und Auba wollte doch schon jetzt weg.
Das hätte der BVB lieber vermieden, denn man gibt nicht einen seiner besten Spieler mitten in der Saison ab, weil das auch die sportlichen Ziele gefährden kann und folglich auch wirtschaftliche Einbußen nach sich ziehen würde.
Mit dem neuen Stürmer hat man aber evtl. einen Glücksgriff gelandet, was man erhoffen, aber nicht erwarten konnte.

Nochmals, der BVB ist wirtschaftlich sehr stark aufgestellt, hat den Umsatz in den letzten 10 Jahren vervielfacht, hat keine Schulden mehr, verfügt sogar noch über eine hohe Rücklage.
Der BVB muss aus wirtschaftlichen Gründen keinen Spieler mehr verkaufen und hat grundsätzlich immer das Ziel, seine besten Spieler möglichst zu halten.
Das Gehaltsbudget stemmt der BVB problemlos und der BVB käme nicht mal in Schwierigkeiten, wenn er eine Saison mal ohne internationalen Wettbewerb spielen müsste.

Nur zur Info: Die veröffentlichten Bilanzen des BVB sehe ich mir jedes Jahr an und verstehe sie auch, denn u. a. auf diesem Gebiet bin ich fit 🙂

@Klaus Lohmann zu #29
Da machst Du doch nach wie vor einen grundsätzlichen Denkfehler. Ein Fußballprofiklub ist eindeutig arbeitsrechtlich nur verpflichtet, einen Spieler am Mannschaftstraining teilnehmen zu lassen. Es besteht aber keinerlei rechtliche Verpflichtung, einen Spieler auch in den Spielerkader für Pflichtspiele aufzunehmen. Das ist Fakt!

Dass das so ist, siehst Du doch bereits an einem einfachen Beispiel. Es gab in den letzten Jahren, auch in der aktuellen Saison Spieler, z. B. des BVB, die immer gut trainiert haben und sich korrekt verhalten haben, aber wochen- oder monatelang zu kleinem Spieleinsatz kamen, weil der Trainer eben andere Spieler vor ihnen gesehen hat. Solche Spieler werden dann irgenwann an einen Wechsel denken und diesen Spielern wird der BVB dann auch keine Steine in den Weg legen.

Sollte sich ein Spieler, dem ein Wechsel verboten wird, hängen lassen, sich lustlos zeigen, sollte er schlecht trainieren, dann steht er eben so lange nicht im Kader für Pflichtspiele. Trainiert er aber wieder fleißig und zeigt sich willig, trotz Wechselverbot weiter alles für den BVB zu geben, wird ihn der Trainer natürlich auch aufstellen.

Nochmals: Was Watzke angedroht hat, kann der BVB auch durchsetzen, denn kein Spieler hat eine Ausstiegsklausel und der BVB ist rechtlich nicht verpflichtet, einen Spieler in den Kader für Pflichtspiele aufzunehmen.

Robin
und
Lukas N.,

ich bin ein "klein wenig" verwundert über Euren Optimismus bezüglich der Leistungsfähigkeit der aktuellen Mannschaft "unseres BVB".

Wenn ich z.B jeden einzelnen Spieler des BVB positionsgetreu mit dem betr. Spieler von Bayer Leverkusen, von RB Leipzig, von S04 (!) vergleiche, dann stelle ich im Gegensatz zu Euch eben nicht die "überragende Klasse" des jeweiligen BVB Spielers fest. Den stellt ich nur dann fest, wenn ich einen solchen Vergleich zu den Spielern des FC Bayern anstellen würde, denn die sind allemal -und nicht nur die der sog. ersten Elf- eine Klasse besser als die unseren.
Zudem bitte ich mit Blick auf Euren Optimismus zu bedenken, daß es bekanntlich nicht reicht, über gute Einzelspieler zu verfügen, sondern daß es einer Mannschaft bedarf, um…….! Und die haben wir derzeit nicht. Und dieserhalb -sh. meine kritischen Einwendungen gegenüber Watzke- befürchte ich , daß die medialen Kampagne von Watzke die Leistungsbereitschaft einer Mannschaft, die diese Bezeichnung verdient, nicht stärken, sondern ehe noch schwächen könnte.

Robin,
Platz 2 zu erwarten, von "dieser Truppe"?
Allerdings könnte die Unbeständigkeit der Konkurrenz -bis Platz 8?- dazu führen, daß "wir" sozusagen als "Einäugiger unter Blinden" doch noch da landen, wo wir aufgrund unseres derzeitigen Leistungsvermögens nicht hingehören.

Lukas N.,
Platz 4 als Minimalziel von Watzke?
Diesen Platz hatte ich mir zu Beginn der Spielzeit 2917/2o18 gewünscht -optimistisch gestimmt!.
Derzeit halte ich diese Platzierung trotz der eklatanten Schwächen der Mannschaft, die auch im Spiel in Köln trotz des Erfolges unübersehbar waren, für weiterhin möglich -mit viel, viel Glück.

PS
Finanzen des BVB?
Ich meine, daß es dieserhalb aktuell keinerlei Probleme gibt und sich auch für die absehbare Zukunft solche nicht erkennen lassen und insofern auch für Neueinkäufe Geld verfügbar ist, aber das Alles auf niedrigerem Niveau im Vergleich zum FC Bayern, zu den 5/6 Spitzenclubs in England, im Vergleich mit Barca, Real, Paris, Juve und….? D.h., wenn die wollen ,kaufen die jeden Spieler, an dem auch der BVB interessiert sein könnte bzw. sie würden auch vom BVB jeden kaufen können, den sie haben wollen -Ausstiegsklauseln hin oder her und bekanntlich unbeschränkt, wenn es um die Höhe der sog. Ablösesummen geht oder um die Höhe der Gehaltsverbesserungen. D a s ist die Realität im europäischen Spitzenfußball, und in dieser Realität spielt der BVB -leider- nicht mehr ganz vorne -unter den ersten 1o ? -mit und wird das auch in "absehbarer Zukunft" nicht mehr tun.
Also…..
In der Bundesliga sich Jahr für Jahr anstrengen, hintern den Bayern mindestens Platz 4 zu erreichen , um in der Vorrunde der Champ.lig dabei sein zu können, und sich bemühen, im Pokal positiv zu überraschen, sogar im direkten Duell mit den Bayern, und im übrigen sich international in der sog. Europa-Liga zu präsentieren.

Wenn ich diese Meinung hier erneut vertrete, dann auch deshalb, weil ich immer noch den Eindruck habe, daß sehr viele Fans des BVB die Realitäten auszublenden versuchen, eben auch dann, wenn sie sich aktuell mit der Leistung der Mannschaft, mit ihrem Leistungsvermögen, mit Leistungszielen befassen und mit dem, was Watzke sagt und macht.

@#32: Danke für Dein Beispiel, denn es demonstriert, dass kein Verein in diesem Fall eine *arbeitsrechtliche* Handhabe hätte, den Spieler trotz einer länger andauernden Nichtberücksichtigung zur Erfüllung seiner Vertragsleistung zu *zwingen*. Oder kannst *Du* mir einen Fall nennen, in dem so ein Spieler per Beschluss der Vereinsführung *unfreiwillig*, also z.B. mit Wechselangeboten, mit Wechselwunsch und ohne rechtlichen Mittel versauern *musste*?

Neven z.B. wäre ja schon viel früher weg gewesen, wenn es mit den Angeboten geklappt hätte und er damals auf jeden Fall hätte wechseln *wollen*. Bei Lewandowski steht dessen Behauptung, man hätte ihm mehr Gehalt versprochen, als er damals noch die halbe Saison blieb, einem angeblichen "Vertragszwang" durch Aki und Susi entgegen.

Und was wohl unbestreitbar bleibt: rein wirtschaftlich ist das Beharren auf solchen Verträgen Unsinn und Geldverschwendung, solange man für den Spieler mit einem Transfer noch mehr Geld bekäme, als er als Angestellter bis zum offiziellen Vertragsende zu leisten bereit ist. Das gilt natürlich besonders für eine börsennotierte KGaA.
Arbeitnehmer bzw. Profispieler kann und muss man anders zum Bleiben motivieren als mit Zwang und haltlosen Drohungen. Wir befinden uns wie gesagt schon im 21. Jahrhundert und die Sklaverei ist längst abgeschafft.

@Walter Stach zu #33
Grundsätzlich finde ich es ja richtig, dass Du die Erwartungen dämpfst und Du hast auch Recht, dass ein Teil der Fans die Lage insgesamt für den BVB zu optimistisch einschätzt. Vor allem hat es der BVB immer schwerer, sich weiter unter den Top 10-Klubs Europas zu halten. Man hat zuletzt auch immer wieder sportliche Qualität verloren, jetzt auch noch den besten Torjäger, der den BVB mit im sportlichen Rennen gehalten hatte.
Und nach der Bosz-Zeit war die Mannschaft total verunsichert und ohne Struktur. Die Wintervorbereitung war wegen der WM sehr kurz und dann hatte man noch das Auba-Theater als Begleiterscheinung. Das war und ist alles nicht einfach für Stöger. Es ist ihm gelungen, die Mannschaft wieder zu stabilisieren, aber es fehlt noch etwas das Zutrauen zu einem wieder attraktiveren Offensivspiel. Das funktioniert auch nicht auf Knopfdruck. Das Team muss wieder schneller und mutiger nach vorne spielen, Ansätze dazu hat man in Köln gesehen und im nächsten Spiel muss möglichst mal wieder ein richtig gutes und erfolgreiches Spiel her.

Wenn ich jetzt mal die Spielerkader der Klubs vergleiche, die oben stehen, dann hat außer dem FCB kein anderes Team einen stärkeren Kader als der BVB, Schalke schon gar nicht. Die Schalker spielten lange über ihrem Leistungsvermögen, hatten in mehreren Spielen auch Glück, kehren jetzt langsam auf ihr tatsächliches Leistungsniveau zurück und das ist zwar gut, aber schwächer als das des BVB.
Leipzig spielt diese Saison auch nicht überzeugend, hatte Probleme mit der erstmaligen Dreifachbelastung.
Leverkusen muss man sehr ernst nehmen, aber richtig konstant gut spielen auch sie nicht.
Und Teams wie Gladbach oder Frankfurt können im Bereich der EL-PLätze mithalten, aber für die CL-Plätze wird es eng. Beide Teams sind eindeutig schwächer besetzt als der BVB.

Wenn ich mir also die Konkurrenz außer dem FCB ansehe, dann ist ein CL-Platz für den BVB Pflicht. Im Optimalfall ist Platz 2 erreichbar, aber das wird schwierig.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass Reus, der ja jetzt zurückkehrt, endlich mal länger verletzungsfrei bleibt und dass der neue Stürmer Batshuayi an das anknüpfen kann, was er in Köln zeigte.

Der BVB steht jetzt vor einer entscheidenden Weichenstellung für diese Saison und deshalb kommen auch der Wechruf und die Ansagen Watzkes zur rechten Zeit. Die Bosse wollen sehen, dass sich jeder reinhängt und werden genau schauen, auf welche Spieler man für die nächsten Jahre noch bauen kann und inwieweit nachgebessert werden muss. Ausreden gibt es jetzt für die Spieler nicht mehr.
Die Ankündigungen Watzkes sind ja auch eine gewisse Kurskorrektur, er zieht Konsequenzen aus bestimmten Abläufen, Erfahrungen und auch aus Fehlern. Das ist sehr wichtig, um den BVB in einem schwieirger werdenden Umfeld sportlich in der Erfolgsspur zu halten.

Natürlich wird der BVB weiter und verstärkt, was seine Spieler angeht, den Abwerbeversuchen der größten und / oder reichsten Klubs in Europa ausgesetzt sein.
Wichtig war aber, dass Watzke jetzt ein klares Zeichen setzte Richtung Spielern, die durch ihr Verhalten gegen den Willen des BVB einen Wechsel erzwingen wollen. Und wie oben geschildert, kann der BVB Watzkes Ansagen auch durchsetzen.

Wenn ich weiter optimistisch bin, was einen CL-Platz angeht, dann liegt das auch am Vergleich mit der "Stärke" der Konkurrenz um die CL-Plätze, aber auch daran, dass ich von einer weiteren Steigerung des BVB in den nächsten Wochen ausgehe.

Wirtschaftlich/finanziell ist der BVB natürlich bestens aufgestellt. Aus finanziellen Gründen muss der BVB keinen Spieler abgeben und das Gehaltsbudget kann der BVB problemlos stemmen, könnte auch eine Saison ganz ohne internationalen Wettbewerb ohne Einschnitte verkraften. Auch für weitere Neuverpflichtungen zur kommenden Saison wäre Geld da, aber die Wahnsinnssummen, die da teilweise bei Transfers bewegt werden, kann und will der BVB natürlich nicht zahlen, wird sich weiter in einem "normalen" Bereich bewegen.

@Klaus Lohmann zu #34
Du stellst jetzt praktisch die Dinge auf den Kopf.
Nochmals: Es geht doch um die Frage, ob die Ansagen / Drohungen Watzkes gegenüber Spielern, die durch indiskutables Verhalten ihren Wechsel erzwingen wollten, durchsetzbar sind. Und da muss man ohne Wenn und Aber festhalten, ja, das sind sie.
Denn kein Spieler hat eine Ausstiegsklausel, ohne Zustimmung des BVB ist ein Wechsel nicht möglich.

Und arbeitsrechtlich hat ein Spieler nur Anspruch darauf, am Mannschaftstraining teilnehmen zu dürfen. Kein Spieler kann rechtlich durchsetzen, in den Spielerkader für ein Pflichtspiel aufgenommen zu werden, schon garn icht durchsetzen, aufgestellt zu werden. Dem wirst Du ja hoffentlich nicht widersprechen, dann das ist zu 100 % Fakt.

Damit ist doch klar, dass Watzkes Drohungen durchgesetzt wewrden können. Der BVB kann einen Wechsel während der Vertragslaufzeit verbieten und dann muss der Spieler bleiben. Zeigt er dann nicht das entsprechende Engagement, wirkt kustlos, trainiert schlecht usw., dann steht er eben nicht im Spielerkader für Pfichtspiele, notfalls Wochen oder Monate, sitzt also dann tatsächlich auf der Tribüne.

Dass das nicht gerade die Ideallösung ist, ist ja klar, das ganze hat auch Nachteile für den BVB, aber auch für den betroffenen Spieler und seine Zukunft. Aber es geht doch darum, dass der BVB beim nächsten Fall ein Zeichen setzen will und auch muss, um zu verhindern, dass der BVB dauerhaft erpressbar und zum Spielball wechselwilliger Spieler wird. Die Spieler müssen wissen, dass sie nicht automatisch durchkommen, sondern dass der BVB die Tür nicht nur nicht aufmacht, sondern komplett zulässt.

Ich kann also nur zum wiederholten Male feststellen, dass der BVB Watzkes Ansagen auch durchsetzen kann. Es geht ja nicht um den umgekehrten Fall, einen Spieler zur Erbringung seiner Vertragsleistung zwingen zu wollen. Es geht darum, dass man einen Wechsel verhindern kann und dass ein Spieler, der dann nicht mehr mitzieht, eben auf der Tribüne landet und das auch rechtmäßig ist.

@Lukas N.: Ein letztes Mal, weil es in dieser Teil-Diskussion ziemlich unfruchtbar wird: "Kein Spieler kann rechtlich durchsetzen, in den Spielerkader für ein Pflichtspiel aufgenommen zu werden, schon garn icht durchsetzen, aufgestellt zu werden. " "Damit ist doch klar, dass Watzkes Drohungen durchgesetzt wewrden können."

Das ist *Dein* Denkfehler. *Keine* Seite der Vertragsparteien kann *einseitig* etwas durchsetzen, wenn die andere Seite das nicht will und wenn das im Vertrag selbst nicht eindeutig und nicht nur zum Nachteil einer Partei geregelt ist. Das ist nun mal bei *allen* Verträgen dieser Welt so (solange sie auf bewährtem Recht basieren).
Watzke droht für die Zukunft, also hat er *bislang* keine eindeutigen Regelungen in den Spielerverträgen verankert – sonst bräuchte er nicht zu drohen, sondern hätte bei Dembele und Auba direkt handeln können.

Wenn er bei neuen Verträgen oder bei neu ausgehandelten Altverträgen entsprechende Klauseln integriert, die eine andauernde Suspendierung vom Spielbetrieb als Sanktion bei Abwanderungsgelüsten oder Leistungsversagung seitens des Spielers vorsehen, dann ist das rechtlich zunächst ok. Ob er dann die richtigen Spieler findet, die solche Verträge auch unterschreiben, steht auf einem noch ganz anderen Blatt.

@ Lukas N.

Das hat alles keinen Sinn, was Herr Watzke da macht. Das ist ein "dicke Eier Problem", das den BVB gerade in die Krise reitet. Ich glaube, und das muss man Thomas Tuchel vorwerfen, dass er das unterschätzt hat, Herr Watzke und Herr Zorc fühlten sich von Herrn Tuchel nicht wirklich ernst genommen. Tuchel hat versucht, sein Ding durchzuziehen und hat dabei zu wenig auf die Eitelkeiten der beiden Herren geachtet, die ja wirklich in den letzen 15 Jahren beachtliche Erfolge vorzuweisen haben. Dabei haben die beiden Herren auch immer viel aus dem Bauch entschieden und auf die Gefühle des Umfelds geachtet. Um sich aber in der Geldelite des Fussballs durchzusetzen, ist es schwierig mit diesem Konzept weiter zu machen. Unter einem Jürgen Klopp hätten wir dieses Kasperletheater so nicht erlebt. Die Wahrscheinlichkeit wider einen Typen wie Klopp zu bekommen, der zum einen ein sehr professioneller Trainer ist und zum anderen die emotionalen Ansprüche des BVB-Umfelds bedient, ist äußerst gering. Top-Trainer sind heute eher bedachte Typen mit einer gedämpften Grundemotionalität. Leute wie Guardiola, Tuchel oder Wenger sind oft in den Pressekonferenzen, in denen inkompetente "Sportjournalisten" dämlich fragen stellen, weitaus emotionaler als an der Seitenlinie.

Um an die vergangenen Erfolge anknüpfen zu können, müsste sich der BVB entweder mit einem weniger emotionalen aber dafür kompetenten Trainer arrangieren oder aber einen Trainer finden, der absolut ins Umfeld passt und gleichzeitig einen in der Defensive abgesicherten modernen Angriffsfussball spielt. Ein Typ wie Sammer z. B., aber der wird sich das nicht mehr antun. Sammer stärkt Watzke gerade ja auch, aber ich glaube, unter Sammer hätten sich Dembele und Aubameyang auch nicht so aufgeführt.

Was auch unbedingt notwendig wäre, in der Mannschaft eine intelligente Binnenstruktur zu schaffen. Ich wiederhole mich zwar, aber eine Mannschaft um die "Leitwölfe" Sahin, Weidenfeller und Schmelzer aufzubauen, ist sowas von anno dunnemal. Ich kenne die drei zwar nur aus Interviews, aber die machen mir nicht den reflektiertesten Eindruck. Früher mag das ja normal gewesen sein, dass man den verdientesten Spieler zum Kapitän gemacht hat, aber in einer KGaA sollte man schon darauf achten, dass der Mannschaftskapitän persönlich in der Lage ist, die offensichtlich nicht einfache Aufgabe auch auszufüllen.

Lukas N Ich sehe beim BVB aktuell nicht sonderlich viele Spieler, die von Watzkes Ankündigung betroffen wären- es wird such kaum ein Verein finden, der für die verbliebenen BVB-Spieler bereit wäre, ein höheres Gehalt als der Zeit der BVB zu zählen.

Wer soll denn bitte aus dem verbliebenen Kader des BVB von welchem Club mit einem lukrativeren Angebot abgeworben werden?

Das Interesse an den verbliebenen BVB-Spieler dürfte auf internationaler Bühne doch eher gering ausfallen. Allerdings- im Jugendbereich schlummern durchaus noch Hochkaräter….

Gibt es eigentlich einen "Die-Bosse-vom BVB"-Fanclub? Hängen die sich Starschnitte von Watzke ins Zimmer? Kann man "Watzke-ist-der-beste-Boss-seit-2005"-Shirts kaufen? Schals und Caps mit "Echte-Liebe:Zorc-for-ever".

Lukas N.,
ich gehe davon aus, daß es keinen BVB-Fan gibt, der traurig wäre, wenn aus Deinem Optimismus Realität werden und er zu registrieren hätte, daß er sich -ich z.B.- in seiner pessimistischen Einschätzung der Lage -für die laufende Spielzeit und mittelfristig mit Blick auf internationale Optionen-geirrt hat.
Mir fehlt dieserhalb allerdings nach wie vor nicht nur "der Glaube". Ich erkenne auch in der Realität -leider- nach wie vor -auch nach Deinen Beiträgen – keine Anzeichen, um optimistisch sein zu können.
"Drei Siege hintereinander in der Liga und ein Weiterkommen in der Euro-Lig…..; dann würde meine BVB -Welt wesentlich freundlicher aussehen."
Lukas N., Du siehst, daß ich das Träumen von BVB-Erfolgen noch nicht gänzlich verloren habe.

@Klaus Lohmann zu #37
Sorry, aber langsam bin ich wirklich sprachlos und auch überrascht. Kann es wirklich sein, dass Du diesen Sachverhalt nicht durchdringen oder korrekt erfassen kannst? Ich weiß jetzt wirklich nicht mehr, was ich noch schreiben soll, deutlicher kann man es doch nicht mehr erklären.

Ein letzter Versuch und dann lasse ich es aber auch:
Die Spieler des BVB haben keine Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen. Also brauchen sie, wenn sie während der Vertragslaufzeit wechseln wollen, die Zustimmung des BVB. Wenn der BVB das ablehnt und auf Vertragserfüllung pocht, dann können die Spieler auch nicht wechseln. Der BVB kann diese Haltung durchsetzen, denn der Spieler ist ja an seinen gültigen Vertrag gebunden.

Arbeitsrechtlich hat ein Spieler nur Anspruch darauf, am Mannschaftstraining teilnehmen zu können.
Aber kein Spieler hat Anspruch darauf, im Spielerkader für Pflichtspiele zu stehen oder gar für ein Spiel aufgestellt zu werden. Du gehst ja hoffentlich nicht davon aus, dass ein Spieler vor Gericht klagen könnte, wenn er nicht im Kader für Pflichtspiele steht oder ihn der Trainer nicht aufstellt.

Damit ist doch zu 100 % klar, dass die Drohungen und Ansagen Watzkes auch durchgesetzt werden können.

Der BVB hätte also auch die Wechsel von Dembele und Aubameyang verhindern, untersagen können und dann wäre ein Wechsel auch geplatzt, die Spieler hätten beim BVB bleiben müssen.
Welche besonderen Konstellationen es in diesen beiden Fällen gegeben hat, habe ich oben bereits erläutert.
Dembele holte der BVB für 15 Mio. Euro und wegen des Wahnsinns, den Paris SG in Sachen "Neymar" veranstaltete, stand plötzlich Dembele bei Barca auf dem Zettel und dann gab es für ihn kein Halten mehr, er kam nicht mehr zum Training, streikte usw. Außerdem winkten dem BVB plötzlich bis zu 150 Mio. Euro Ablöse, also über 130 Mio. Euro mehr als er selbst zahlte.
Mit Auba hatten die Bosse klar besprochen und er hatte auch zugesagt, dass er bis Ende dieser Saison bleibt, dann wieder wechseln dürfte. Aber dann hatte plötzlich Arsenal einen personellen Umbruch mitten in der Saison und wedelte mit einem Mega-Gehalt für Auba. Darauf hin wollte auch er sich nicht mehr halten lassen, Versprechen hin oder her.

In den beiden Fällen hat der BVB eine Abwägung getroffen, was passiert, wenn wir einen Wechsel verbieten und was passiert, wenn wir einem Wechsel zustimmen. Wie sieht es sportlich und finanziell in diesen Fällen aus, was würde an Unruhe und negativen Dingen drohen usw.

Am Ende hat man sich aus insgesamt nachvollziehbaren Gründen dafür entschieden, den Weg für diese Spieler freizumachen.
Aber zwei solcher Fälle in so kurzer Zeit sind zuviel und könnten andere Spieler zur Nachahmung anregen. Deshalb hat ja Watzke im Interview auch gesagt, dass es jetzt um das Gesamtinteresse des BVB gehe und die Spieler wissen müssten, dass der BVB so was nicht weiter mit sich machen lasse.
Deshalb stellte Watzke klar, der nächste Spieler, der versuche, durch sein Verhalten, durch Streik usw. einen Wechsel zu erzwingen, der den BVB also praktisch erpressen wolle, werde scheitern. Beim nächsten Fall werde der BVB NEIN sagen und notfalls sitze der Spieler eben auf der Tribüne.

Dieses Signal musste Watzke jetzt auch setzen, um zu verhindern, dass der BVB zum Spielball der Spieler wird. Es ist die richtige Konsequenz aus den Abläufen rund um Demeble und Aubameyang. Er hat das den Spielern in einer Mannschaftsssitzung gesagt und das gegenüber der Öffentlichkeit erklärt, hat sich also selbst gebunden und gesagt, daran werde er sich messen lassen.

Und nochmals: Durchsetzbar ist diese Ansage! Denn die Spieler haben keine Ausstiegsklausel, der BVB kann auf Vertragserfüllung bestehen, den Wechsel untersagen. dann platzt er. Und wenn ein Spieler, dessen Wechsel untersagt wird, dann Ärger macht, lustlos wirkt, nicht mehr gut trainiert, dann sitzt er eben auf der Tribüne. Denn kein Spieler hat rechtlich einen durchsetzbaren Anspruch, im Spielerkader für ein Pflichtspiel zu stehen oder gar aufgestellt zu werden.

Diese Maßnahme hätte dann sowohl für den BVB als auch für den Spieler Nachteile, aber für den BVB für die Zukunft nur Vorteile, weil man deutlich gemacht hätte, dass der Klub nicht erpressbar ist und immer noch der BVB entscheidet, ob ein Spieler vorzeitig aus dem Vertrag komme oder nicht. Damit hätte der BVB dann seine Position gegenüber den Spielern wieder gestärkt und jeder Spieler weiß, dass es da keinen Automatismus gibt, dass man nicht automatisch davon ausgehen kann, dass ein Erpressungsversuch über Streik oder ähnliches erfolgreich ist.

Wenn das jetzt immer noch nicht klar ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr, dann kann ich auch nichts mehr machen.

@Werntreu Golmeran zu #38
Ich sehe Boss Watzke auch durchaus kritisch und habe hier im Forum auch schon das eine oder andere an Kritik im Zusammenhang mit Watzke geübt.
Aber für mich sind zwei Dinge wichtig:
1. Der BVB ist seit 2005 sowohl sportlich als auch finanziell weit nach vorne gekommen, die Bosse, auch Watzke, haben also einen guten Job gemacht. Der BVB hat sich viel besser entwickelt als mehrere andere Klubs, die gegenüber Dortmund sogar Standortvorteile haben. Klubs wie der HSV, Stuttgart, Frankfurt hätten noch besser Möglichkeiten gehabt als der BVB, nutzten sie aber nicht.
2. Fehler können passieren, auch mal eine Schwächephase. Aber dann ist es wichtig, dass die Bosse das erkennen, gegensteuern, den Kurs anpassen, Konsequenzen ziehen. Und wenn man Watzkes Interview in der FAZ komplett liest, wird deutlich, dass das der Fall ist. Schlimm wäre, wenn die Bosse nicht reagieren würden.

Ganz klar braucht der BVB wieder Kontinuität auf der Trainerposition. Das ist sogar mit das wichtigste. Aber gute Trainer, die rundum passen, sind sehr dünn gesäht. Und man sieht ja auch, welche Probleme die Bayern haben, einen neuen Trainer zu finden, sie beknien Heynckes, doch weiterzumachen.
Stöger kommt gut an, ist menschlich/charakterlich in Ordnung, hat einen trockenen Humor. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob er auch sportlich erfolgreich und in der Lage ist, einen attraktiven Offensivfußball spielen zu lassen.

Was die Struktur der Mannschaft angeht, hat Watzke doch jetzt selbst eingeräumt, dass ihm da etwas der Teamspirit und bestimmte Typen von Spielern fehlten, dass man da nach Ende der Saison nachjustieren müsse, je nach dem, wie die Saison jetzt noch verlaufe. Damit hat er ja eingeräumt, dass Sportdirektor Zorc und auch er selbst in der Kaderzusammenstellung nicht alles richtig gemacht haben und bereit sind, das zu korrigieren. Der BVB hat aber in den letzten 10 Jahren oft mehr richtig gemacht als die meisten anderen Klubs und dass man immer alles richtig macht, ist ja unmöglich.

@Klaus W. zu #39
Wenn Du fragst, wer denn aus dem aktuellen Kader noch für größere und reichere Klubs interessant sein könnte, dann hast Du nicht so genau hingeschaut.
Der Vertrag von Marco Reus läuft aus. Wird er nochmals verlängern oder doch noch eine neue Herausforderung suchen?
Pulisic, eines der größten Talente auch international gesehen, wird heftig von mehreren Klubs umworben. Wird er verlängern oder schwach werden?
Weigl wird ebenfalls von mehreren europäischen Topklubs umworben, aber er soll einer der Ankerpunkte des BVB werden. Wird er bleiben?
Wird Sancho noch Jahre beim BVB bleiben oder will er weg, wenn mal ein ganz großer Klub anklopft?

Das sind jetzt aber nur wenige Beispiele, wobei man zumindest bei Reus, Pulisic und Weigl nicht davon ausgehen kann, dass sie sich wegstreiken wollten.
Aber dass solch ein Fall wie bei Demebel und Aubameyang auch in Zukunft vorkommen könnte, ist nicht auszuschließen. Deshalb waren die Ansagen jetzt richtig und notwendig.

@ Lukas. N.

Sie verstehen die Welt tatsächlich nicht. Watzke kämpft gegen eine Un-/Sitte, bei der er, wenn es ihm passt auch mitspielt. Man würde ihm das glauben, wenn er Aubameyang nicht frei gegeben hätte. Aber wenn beim nächsten Kasperletheater PSG, ManCity oder Barcelona 100 Millionen auf den Tisch legen, darf der begehrte Spieler Aki Watzke auch ins Gesicht spucken. Er läuft dann höchstens Gefahr, für eine Woche auf der Tribüne zu landen darf dann, wie Dembele oder Aubameyang dahin gehen wo er will. Und wenn es wieder ein Wechsel in der Winterpause wäre, könnte der Spieler sich auch eine halber Saison einmal richtig auf Kosten des BVB auskurieren und dann ablösefrei wechseln. Die ersparte Ablösesumme kann er dann bei einem guten Manager/Spielerberater noch selber einstreichen. Die ganzen Vertragsklauseln sind die Tinte und das Papier nicht wert, mit denen sie erstellt werden.

Wenn etwas helfen würde, dann eine Regelung der UEFA die für klar definierte Vertragsverstöße Spielsperren für alle Ligen definieren würde. Im Fall Dembele hätten die Verantwortlichen von Barca dann ganz gewiss darauf hingewirkt, dass sich der Spieler ordentlich benimmt, denn einen gesperrten Dembele können die auch nicht gebrauchen. Grundsätzlich gibt es so etwas ja, wie der Fall Calhanoglu zeigt, man könnte das aus meiner Sicht durchaus ausweiten.

@Werntreu Golmeran zu #45
Es geht doch um die Grundsatzfrage, ob ein Klub wie der BVB etwas dagegen tun könnte, wenn ein Spieler durch indiskutbales Verhalten einen Wechsel erzwingen möchte. Und da muss man, wie geschildert sagen, ja, das kann er.
Und es geht um die Frage, ob die Ansagen Watzkes in diese Richtung auch durchsetzbar wären. Auch da muss man sagen, ja, das sind sie.
Warum das so ist, wiederhole ich an dieser Stelle aber nicht mehr, habe ich ja ausführlich erläutert.

Natürlich spielt Watzke auf der Klaviatur des Profigeschäftes mit, muss er auch, wenn er die Interessen des BVB bestmöglich vertreten will.

Aber was die Fälle Demebele und Aubameyang angeht, sind Knstellationen eingetreten, für die die Bosse nichts können.
Niemand, nicht mal Barca, rechnete je damit, dass ein Klub, hier Paris SG, die Megasumme der Ausstiegsklausel (im spanischen Arbeitsrecht sind Ausstiegsklauseln vorgeschrieben) für Neymar zahlen könnte. Aber dann ist es passiert und das löste eine Kettenreaktion aus, in die auch Demebele und der BVB hineingeraten sind. Es war ja nicht der Plan des BVB, Dembele schon nach einer Saison wieder abzugeben.
Und mit Auba bestand eine klare Absprache, dass er diese Saison noch bleibt und dann wieder eine Wechselmöglichkeit hat. Dem stimmt er zu. Aber dann wurde Arsenal mitten in der Saison zu einem personellen Umbruch gezwungen und in die folgende Kettenreaktion sind dann auch Auba und der BVB geraten.

Solche Situationen kann es natürlich auch in Zukunft geben und dann muss der BVB in jedem Fall abwägen, was im Klubinteresse das beste ist.
Nur darf es eben nicht soweit kommen, dass der BVB als generell erpressbar gilt und Spieler generell davon ausgehen können, dass sie sich nur indisktuabel verhalten müssen und dann lässt sie der BVB aus dem Vertrag.
Um das zu verhindern, ist es richtig, wenn der BVB dazu eine klare Ansage macht, die auch durchsetzbar ist, ein Zeichen setzt.
Dabei kann es nur um Fälle gehen, in denen der BVB nicht will, dass der Spieler vorzeitig abgegeben wird. Sind sich Spieler und BVB einig, ist das ja kein Thema.

Du hast Recht, dass die internationalen Verbände wie UEFA prüfen müssten, ob sie da allgemeingültige Regeln schaffen und Strafen einführen könnten. Rechtlich ist das allerdings sehr schwierig.
Leider kann man auf mehr Solidarität unter den europäischen Klubs nicht hoffen. Ehemals so angesehene Klubs wie Barca und Arsenal heißen es sogar gut oder untersatützen es im Hintergurnd, wenn sich Spieler zu ihnen streiken wollen. Die Sitten verrohen im Profifußball immer mehr.

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