Bananen-Bild mit Erdogan: Gut, dass Duisburg nicht einknickt

Auf seiner Webseite präsentiert Baumgärtel auch seine politischen Arbeiten – zum Beispiel die Erdogan-Banane

Drohungen, Proteste und eine Mini-Demonstration türkischer Rechtsradikaler. Das alles wegen eines Bildes des Künstlers Thomas Baumgärtel,  das den türkischen Präsidenten Erdogan mit einer Banana im Po zeigt. Man muss Baumgärtel, der seinen Bekanntheit gesprühten Bananen verdankt, die arg an die Banane Andy Wahrhols auf dem Cover der ersten  Velvet Underground LP erinnern, als Künstler nicht schätzen, um gut zu finden, dass das Bild aus der bis zum 25 November laufenden Ausstellung in der Cubus-Kunsthalle in  Duisburg nicht verschwindet.

Selbstverständlich ist das nicht: Auf eine Kunstmesse in  Karlsruhe wurde das Erdogan-Bild zu Beginn des Jahres nach Drohungen entfernt. Duisburg knickt nicht ein und bricht eine Lanze für die Kunst. In einer Zeit, in der das Bauhaus in Dessau sich nicht traut, Feine Sahne Fischfilet auftreten zu lassen, um die zarten Seelen von Rechtsradikalen nicht zu belasten, ist das einen gute Nachricht. Rechtsradikale, ob türkische oder deutsche, haben nicht zu bestimmen, was an Kunst öffentlich gezeigt werden kann und was nicht.

5 Kommentare

Es ist Kunst, ja, es ist schlechte Kunst, ja, auch schlechte Kunst ist frei, ja doch. Schon Baumgärtels erste Warhol-Banane – die er an Hunderte Kultureinrichtungen gesprayt hat, als sei das ein Gütesiegel – war wenig mehr als photobombing, warum sonst hat er an die Besuchereingänge gesprayt. Und das auch nur nach förmlicher Anfrage und betrieblicher Gestattung: die Bahnsteigkarte vor der Revolution, der gesprayten.

Welches ästhetische Kalkül soll also jetzt dahinter stecken, eben diese Banane denen in den Arsch zu stecken, von denen er sicher sein kann, dass niemand im hiesigen Kunst- und Kulturbetrieb sie mag. Das alles ist Charlie Hebdo in baumgärtelbrav.

Wenn man Nethsnjshu mit Banane im Arsch zeigen würde, wäre der Fall für die ruhrbarone auch klar-Antisemitismus. Muß weg.
Aber Erdogan -kein Problem.
Im Endeffekt -pubertärer analgixierter Schriß

@Robert: Wenn es einen israelischen Diktator gäbe, der die Demokratie abschaffen, Oppositionelle zu zehntausenden in den Knast stecken, Richter absetzen und die freie Presse unterdrücken würde und dann seine Anhänger hier für ein Verbot eines Bildes auf die Straße gingen, würden wir auch dagegen halten.

Große Kunst! Plakatkunst in der Tradition der 80er Jahre und von der Klasse eines Klaus Staeck!

Es gilt die Freiheit der Kunst und die Freiheit des Wortes! Die das nicht akzeptieren und sagen, Erdogan sei "ihr" Präsident und dürfe icht beleidigt werden, der lebt im falschen Land, der soll da hin gehen, wo Erdogan Präsident ist. Basta!

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