#BalonDor2014: Ronaldo gewinnt Titel verdient- Neuer beweist hingegen wahre Größe!

Weltfußballer Christiano Ronaldo. Quelle: Wikipedia, Foto: Fanny Schertzer, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Weltfußballer Christiano Ronaldo. Quelle: Wikipedia, Foto: Fanny Schertzer, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Während sich die Fußball-Bundesliga aktuell in aller Herren Länder auf die Ende Januar beginnende Rückrunde vorbereitet, beherrschten in den letzten Tagen vor allem zwei Themen die Gemüter der Fußballfans in Deutschland. Neben dem tragischen Unfalltod des 20-jährigen Wolfsburger Profis Junior Malanda, der bei einem Autounfall ums Leben kam, war und ist das in erster Linie die Verleihung des Titels zum Weltfußballer des Jahres 2014, welcher am gestrigen Montag ernannt wurde.
Der in Diensten von Real Madrid stehende Portugiese Cristiano Ronaldo ist dabei zum dritten Mal als Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet worden. Der Edelkicker mit der umstrittenen Persönlichkeit setzte sich in diesem Jahr gegen Lionel Messi und Manuel Neuer durch.
Der DFB-Keeper, dessen Chancen im Vorfeld der Entscheidung von vielen Fürsprechern der nationalen Fußballszene deutlich besser taxiert worden waren, landete am Ende auf Rang drei.
Mehr als einem Drittel aller Stimmen fielen schlussendlich auf Christiano Ronaldo. Messi und Neuer konnten je rund 15 Prozent der Stimmen von Spielführern der FIFA-Nationalteams, deren Trainern, sowie einem Medienvertreter des jeweiligen FIFA-Landes für sich gewinnen. Eine letztendlich klare Entscheidung also!
Im Rahmen der Veranstaltung wurde u.a. auch Bundestrainer Joachim Löw zum Trainer des Jahres 2014 gewählt. Der Weltmeister-Coach setzte sich bei der Fifa-Gala gegen Carlo Ancelotti und Diego Simeone durch.
Die Schlagzeilen am Tage nach der Gala bestimmt hierzulande allerdings die Wahl von Ronaldo. Viele Kommentatoren sehen Manuel Neuer, in der Vorwoche noch zum Welttorhüter gekürt, bei der gestrigen Wahl um den Titel betrogen.

 
Insgesamt schon erstaunlich, welche Bedeutung dieser Entscheidung inzwischen grundsätzlich zugeschrioeben wird. Ein Titel, welcher vor Jahren höchstens eine kurze Erwähnung in den Sportteilen der Gazetten der Welt wert gewesen ist, hat sich inzwischen zu einem Medialen Großereignis gewandelt. Wochenlange Vorberichterstattung, Analysen und Kommentare inbegriffen.
Ähnliche Abläufe, inkl. einer großen Entrüstung nach der Entscheidung, gab es hierzulande ja übrigens auch schon im Vorjahr, als zwar kein Deutscher in der Finalrunde der Top3 stand, mit Frank Ribery jedoch ein Spieler von Bayern München ein ähnliches Schicksal erleiden musste wie nun Manuel Neuer. Obwohl von vielen Sportjournalisten im Vorfeld der Wahl 2013 zum Favoriten ausgerufen, fiel die Wahr letztendlich nicht auf ihn.
So erging es in diesem Jahr nun auch Manuel Neuer. Angesichts der herausragenden fußballerischen Fähigkeiten eines Christiano Ronaldo, der in Madrid eine wirklich phantastische Saison spielte, jedoch wahrlich keine unerklärliche oder gar ungerechte Auszeichnung für den eitlen Schönling.

 
Im Gegensatz zu vielen Medien und Fans in diesem Lande ging Manuel Neuer mit seinem 3. Platz auch sehr würdevoll um, äußerte sich nach der Gala stolz und zufrieden, überhaupt unter die letzten Drei gekommen zu sein.
Das hatte Klasse und zeugte von Stil und guter Erziehung. Die sportlich völlig untadelige Leistung des Ex-Schalkers in den letzten Monaten spricht ohnehin sehr für ihn.
Neuer zählt für mich daher, auch und gerade durch Platz 3 bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres, zu den großen Gewinnern des letzten Fußball-Jahres!

 
Seine Art bescheiden mit großen Erfolgen und auch souverän mit kleineren Niederlagen (wie gestern) umzugehen zeugt von seiner herausragenden Klasse.
Und solche Dinge lassen sich abseits des Platzes von einem Christiano Ronaldo z.B., trotz der verdienten Auszeichnung zum Weltfußballer des Jahres gestern in Zürich, bekanntlich eben nicht immer behaupten.

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