Author: Olga Kapustina

Terrorisierter Priester verlässt Bochum

Foto aus dem Privatarchiv von Ribakovs

Alexejs Ribakovs (33) ist ein IT-Manager von Beruf und ein russisch-orthodoxer Priester von Berufung. Er wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in einem Mehrfamilienhaus im Bochumer Stadtviertel Querenburg. Nun will Ribakovs die Stadt an der Ruhr verlassen, weil er als Priester in seiner Nachbarschaft terrorisiert wird.

 Als er am Sonntagabend, den 18. Oktober, in seiner schwarzen Soutane vom Gottesdienst kam, wurde Ribakovs von drei jungen Männern bedrängt. Ein Jugendlicher spuckte ihm mitten ins Gesicht und schlug ihm mehrfach auf die Brust. Die Männer haben Ribakovs als einen "Scheiß-Priester" beschimpft. Als der Geistige sein Handy rausholte, um Polizei zu rufen, flüchteten die Angreifer.

Das war kein Einzelfall. Laut Ribakovs spürt er die Bedrohung von den jungen Nachbarn schon seit etwa vier-fünf Jahren. Unbekannte haben ihn mehrmals auf der Straße beschimpft. Sein Auto wurde mit Erbrochenem und Fäkalien beschmiert.

Das Moskauer Patriarchat hat die Angreifer gerügt. Die Bochumer Polizei hat am Donnerstag einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich um einen türkischstämmigen Jugendlichen (17), den Ribakovs auf der Polizeiwache auf einem Foto wieder erkannt hat.

Ruhrbarone haben mit dem russisch-orthodoxen Priester gesprochen.

Vater Alexejs, haben Sie sich fest entschieden, Bochum zu verlassen?

Ganz fest. Ich habe es mir schon früher einige Male überlegt, etwa als mein Auto beschädigt wurde. Der letzte Angriff brachte das Fass zum Überlaufen. Ich will so schnell wie möglich weg.

Sie wohnen seit zehn Jahren in Bochum…

Ja, und ich habe viele Freunde hier. Es ist schade, diese Stadt zu verlassen. Ich habe Bochum immer gemocht, weil es nicht so groß wie Köln oder Düsseldorf und weil es sehr grün ist. Ich wohne am Rande eines Waldes. Frische Luft ist gut für meine Kinder. Die hiesige Schule ist auch gut… Nun muss meine Tochter die Schule wechseln. Für den Sohn müssen wir auch noch einen Kindergartenplatz im neuen Wohnort finden. Das wird nicht einfach.

Erzbischof Longin von Klin, Vorsteher der Mariä-Obhut-Kirche in Düsseldorf, wo Sie regelmäßig Gottesdienste feiern, hat einen Brief an die Bochumer Stadtregierung geschickt, mit der Bitte, die Täter schnellst möglich zu finden. 

Der Erzbischof hat diese Tat sehr ernst wahrgenommen. Er hat mir gesagt, dass der Überfall nicht gegen mich als Person, sondern gegen mich als einen Vertreter der christlichen Religion gerichtet war. Die Jugendlichen haben sich nicht für mein Handy, das silberne Kreuz oder meine Sachen interessiert. Das war nur ein Zeichen im Sinne: „Das ist unser Territorium, geh weg von hier“.

Steinmeier macht Wahlkampf im russischen Online-Netzwerk

  Zumindest für seine Fotos bekommt der SPD-Kanzlerkandidat die besten Noten 5+, ein russischer Äquivalent von 1+. Bei den Kommentaren bezüglich seiner Politik sind sich die Nutzer des populären russischen Sozialnetzwerks odnoklassniki.ru nicht einig. Frank-Walter Steinmeier gehört seit Anfang September zu den „Klassenkameraden“, wie die Seite auf Deutsch heißt. Der Kontakt zur russischsprachigen Wählerschaft soll dadurch intensiviert werden.

Das soziale Netzwerk zählt 37 Millionen Nutzer. Laut Google kam die Seite im Juli  auf 1,1 Millionen Besucher aus Deutschland. Allein in der Gruppe „Odnoklassniki in Deutschland“ gibt es mehr als 17,5 Tausend Mitglieder. Der Kanzlerkandidat hat inzwischen 86 bestätigte Freunde, 3 Fotoalben und ist bei 27 Gruppen angemeldet. Darunter sind „Freies Deutschland“, „Integration“, „NEIN den Nazis!“, „Mann und Frau“ und „Russische Banja“.

Als Status steht bei Steinmeier am 16. September in perfektem Russisch: „Diese Wahl ist nicht dafür da, um Schicksahl der Parteien zu entscheiden, sondern dafür, um das das Land aus der Krise raus zu kriegen!“ Auf seiner Pinnwand gibt es inzwischen mehr als 240 Anträge von den Gästen. Der User Alexander kritisiert die Partei: „Seit SPD an der Macht ist, machen sich bekannte mir Menschen mehr Sorgen um die Zukunft. Nicht zuletzt dank SPD.“ (Die Schreibweise erhalten – Red.). Die 29jährige Tatjana macht wie einst ihre Namensvetterin in Puschkins „Onegin“ ihr Brief-Geständnis: „Lieber Frank Steinmeier, ich wünsche Ihnen einen Sieg bei den Wahlen.“ Sie setzt ein Smiley in Form eines Herzes auf ihre Mitteilung darauf. Der Kanzlerkandidat antwortet 18 Minuten später auf Russisch: „Tatjana, vielen Dank für Ihre Unterstützung!“

Ein Mensch der Klanggeneration. Das Porträt eines Internetradiomachers

Was ist Radio für sie? Musik, Unterhaltung, schöner Hintergrund? Für Michael Kubica aus Essen ist Radio mehr als nur das. Es gibt dem Leben Sinn und macht sogar süchtig.

Die rote Lampe ist an, Kopfhörer auf, tief einatmen. Los geht’s! „Moin, moin! Micha ist hier. Ich habe heute viele spannende Themen für euch vorbereitet,“ so startet Michael seine Moderation beim Internetradio „Soundgeneration FM“. Er sitzt vorm Mischpult in seinem improvisierten Studio. An den Wänden hängen Fotocollagen und Ausschnitte aus den Zeitungen. Auf dem Tisch befindet sich ein Laptop mit dem Sendeprogramm und Blätter mit den vorbereiteten Nachrichten und Wetteraussichten. In der anderen Hälfte des Zimmers stehen ein Bett und ein Bücherregal mit den Harry Potter-Bänden und Karl May-Geschichten. In der Ecke ruht eine Gitarre.

Michael wohnt in Essen Kray. Seine Hörer sind in ganz Deutschland verteilt. Der junge Moderator wirft einen Blick auf seinen Rechner und stellt fest: „Wir haben momentan 310 Zuhörer. Die Zahl wird sicherlich noch steigen, wenn Leute hören, dass ich on air bin“.

Als erste meldet sich Anna. Sie wohnt ein paar Straßen entfernt und hört immer zu, wenn Michael moderiert. Sie hat einen Liedwunsch in der Wunsch- und Grußbox des Senders hinterlassen.

„Anna, wenn du diesen Wunsch hast, erfülle ich dir den sofort. Wenn ihr euren Freunden sagen wollt "Schatz ich liebe dich" oder "Mama du kochst lecker", dann meldet euch. Ich lese hier alles vor, “ Michas Stimme klingt freundlich. Der 17jährige freut sich, dass er den Menschen ihre Wünsche erfüllen kann.

Michael macht eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation. Sein Leben war nicht besonders aufregend bis er einmal auf eine Idee kam. „Ich wollte etwas anderes machen. Ich habe danach gesucht. Ich habe mich beim Webradio beworben. Es wurde schnell ein Mischpult gekauft. Dann ging es los“, erzählt der junge Moderator.

Michael kann sich heute noch ganz genau an seine erste Sendung erinnern.

Ruhrgebiet, Nahverkehr und Regen

Ich liebe das Ruhrgebiet. Hier ist immer was los. Am Freitagabend muss ich mich zwischen einer Oper in Essen, einem Festival in Bochum und einem Filmmusikkonzert in Dortmund entscheiden. Die Freunde überreden mich, das Jubiläumskonzert des Studentenorchesters in Dortmund zu besuchen.

Ich liebe das Ruhrgebiet. Es dauert nur eine halbe Stunde, von Essen zur Dortmunder Uni mit der S-Bahn zu fahren. Als ich am Bahnhof die Treppe zum Gleis hochlaufe, merke ich: Etwas stimmt nicht. Auf der Anzeige steht nicht wie erwartet „S1“, sondern „S3“. Alle Leute steigen aus der Bahn aus. Der Zug fährt nicht weiter. Wegen des Unwetters gab es einen Stromausfall, die Strecke ist gesperrt, erfahre ich vom Zugbegleiter. Wann fährt die S-Bahn nach Dortmund? „Im ganzen Ruhrgebiet kommt es zu Verspätungen“, klärt die Durchsage auf.

Ich liebe das Ruhrgebiet. Ich sehe, wie eine Regionalbahn nach Minden, die über Dortmund Hauptbahnhof fährt, auf dem Nachbargleis eintrifft. Ich laufe schnell hin und erwische den Zug. Ich freue mich aufs Konzert. Ich muss jetzt nur noch einmal am Hauptbahnhof umsteigen; dann bin ich am Ziel. Doch irgendwas stimmt ncht. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich, dass keine Züge in Gegenrichtung fahren. Sie stehen still auf den Gleisen. Was wird, wenn jetzt die S1 Richtung Universität gar nicht fährt?

Das gute Tschernobyl

Foto: Flickr.com / phlammert

Der 26. April 1986 war ein sonniger Tag. Meine Mutter, die damals so alt war, wie ich heute, ging mit mir spazieren. Wir lebten in einem kleinen Ort in Weißrussland. Nach dem Regen gab es überall Pfützen. Es blühte Löwenzahn. Ich war gerade ein Jahr alt und genoss meinen ersten Frühling. Ich wusch meine Hände in den glänzenden Pfützen und platschte mit meinen Beinen drin herum. Die Pfützen hatten einen gelben Rand, erinnert sich meine Mutter heute. Damals dachte sie, es sei Blütenstaub vom Löwenzahn. Sie wusste noch nicht, dass seit diesem Tag unser Löwenzahn, unser Wasser und unser Boden vergiftet sind.

Ein paar Tage später gab es eine kurze Information in den sowjetischen Medien: In der Nacht auf den 26. April ist der vierte Block des Atomkraftwerks in Tschernobyl explodiert. Es gebe keinen Grund zur Panik, hieß es, niemand sei betroffen, alles in Ordnung. Es wurde allerdings empfohlen, die Fenster in den Wohnungen zu schließen. Am Tag der Arbeit versammelten sich Menschen in unserer kleinen Stadt Tschausy im Osten Weißrusslands auf dem Lenin-Platz. Es waren die üblichen Feiern. Die Leute waren aufgeregt wegen der Nachricht und wegen des Frühlingsfiebers.

Weißrussland: Geopolitisches Spiel als Mittel gegen die Finanzkrise

Ein Autoladen in einem belarussischen Dorf

Weißrussland, der östliche Nachbar der EU, ist von der Wirtschaftskrise mit am schwersten betroffen. Der Export in die Nachbarländer – nach Russland und Polen – sank auf die Hälfte. Die Lager sind mit unverkaufter Ware überfüllt. Der belarussische Rubel wurde im Januar auf einmal um 20 Prozent abgewertet. Der Durchschnittslohn der Weißrussen sank ebenso um 20 Prozent. Während das Volk sich den Gürtel enger schnallt, knickst Präsident Alexander Lukaschenko in verschiedene Richtungen – mal in den Westen, mal in den Osten. Dabei verspricht er liberale Reformen oder Anerkennung von Ossetien und Abchasien und hofft auf finanzielle Hilfe. Nicht ohne Erfolg.

Die Weltwirtschaftkrise hat auch die entlegensten Ecken Weißrusslands erreicht. Am Rande des Dorfes Galusy im Osten von Weißrussland versammeln sich die betagten Bewohner der Siedlung. Es ist Dienstag, 16 Uhr. Wie immer um diese Zeit soll ein Mercedes-Minibus vorbeikommen. Er bringt in das aussterbende Dorf ein Stück vom Luxus: frische Milch und Brot, gegrilltes Hähnchen, Schokolade und Bonbons, deren Etikette mit nicht-kyrillischen Buchstaben beschrieben sind. Der Bus kommt wie immer pünktlich. Doch abgesehen davon ist nichts mehr, wie es war.

Eine 60-Jährige fragt nach Obst.

Wie Narzissen über die Geschichte wachsen

Eine bescheidene, etwas verkratzte Info-Tafel aus Metall steht hinter einem Jägerzaun auf dem Essener Gerlingplatz. Daneben wächst Gras und es blühen Narzissen. Eine vernachlässigte Currywurst- oder Dönerbude wartet auf bessere Zeiten, die Sonnenschirme sind zugeklappt. Kaum ein Passant wird seinen Blick auf die Tafel lenken – wenn er sie überhaupt bemerkt. Dabei lohnt dieser Ort ein wenig Aufmerksamkeit. Denn hier wurden am 21. Juni 1933 die Bücher unerwünschter Autoren wie Bertolt Brecht, Heinrich Heine, Thomas Mann, Albert Einstein, Erich Kästner, Sigmund Freud, Anna Seghers und Arnold Zweig verbrannt.

Der bayerische Künstler Wolfram P. Kastner lässt kein Gras über die Geschichte wachsen. In München hat er angefangen. Dort markiert er seit Jahren den Königsplatz mit einem Brandmal, genau an dem Ort, an dem 1933 die Bücher brannten. Und auch im Ruhrgebiet will Kastner ein Zeichen setzen. Genau auf dem Gerlingplatz. Doch sein Vorschlag wurde von der Kulturhauptstadt abgelehnt. Über den Grund dafür und das, was er nun plant, sprach der Künstler mit den Ruhrbaronen.

Ruhrbarone?: Herr Kastner, wie soll Ihrer Meinung der Gerlingplatz aussehen?

Kastner!: Ungefähr an der Feuerstelle von 1933 sollte eine nicht exakt kreisförmige schwarze Steinplatte in den Platz eingelassen werden. Die Platte sollte eine rauhe Oberfläche aufweisen und einen Durchmesser von etwa 2,5 Meter haben. In die Platte sollten acht bis zehn Umschlagseiten von verbrannten Büchern in Originalgröße farbig eingelassen werden. Täglich ab Einbruch der Dunkelheit würde ein Lichtkreis auf den schwarzen Fleck eine Minute lang projiziert. Nach einer kurzen Pause würde dann der Text mittels eines Gobo-Projektors für etwa zehn Minuten auf die Stelle der Bücherverbrennung langsam kreisend belichtet. Im Text sollen dann wichtige Informationen auf Deutsch und auf Englisch stehen.

?: Warum wollen Sie die jetzt dort installierte Tafel durch ein Lichtobjekt ersetzen?

!: Diese Tafeln sind Tafeln der Unsichtbarkeit.

Finanzkrise als Anlaß für Optimismus

Zettel-Motivation auf Russisch: "Pfeiff auf die Krise"

Die Finanzkrise hat Russland stark getroffen. Der russische Rubel verlor ein Drittel seines Wertes gegenüber dem US-Dollar. Viele ambitionierte Bauprojekte wurden auf Eis gelegt. Die Arbeitslosigkeit steigt. Doch die Bevölkerung der russischen Kulturhauptstadt Sankt Petersburg ist nicht verzweifelt. Viele bemerken positive Folgen der Rezession und wollen die Krisenzeit als eine Chance nutzen: um eigene Firma zu gründen, ein neues Auto günstig zu kaufen, eine Ausbildung zu beginnen oder ein Baby zu bekommen.

"Die Finanzkrise ist wie ein Regen. Sie ist unangenehm, wird aber bald vorbei sein“, sagt Michail Rybasow und lächelt. Der Wirtschaftsredakteur der Online-Zeitung mergers.ru gibt zu, dass er sich über die Wirtschaftskrise freut. „Das Leben ist interessanter und der Nachrichtenticker ist reicher an wirklich wichtigen Themen geworden. Ich merke, dass viele meiner Freunde jetzt schneller und kreativer denken. Die Krise hat die Routine abgelöst“, sagt der 29-Jährige. Dass wegen der Finanzkrise die geplante Lohnerhöhung verschoben wurde und die Redaktion in das kleinere Büro umziehen musste, nehme er dafür gern in Kauf.

Wer derzeit über den Newskij Prospekt, die Hauptstraße der russische Kulturhauptstadt Sankt Petersburg, geht, sieht eine weitere positive Folge der Finanzkrise: Jedes dritte Geschäft hat die Preise reduziert, jedes zweite Café bietet Rabatte an. „50 Prozent Rabatt auf alle Torten“, „Zwei Portionen Sushi für den Preis von einer“ – steht auf den Schildchen in vielen Schaufenstern.

Ein Gespräch mit Wladimir Kaminer, dem russischsten aller deutschen Schriftsteller

Wladimir Kaminer (41), sieht sich selbst gern “privat als Russe und beruflich als deutscher Schriftsteller“. Die seltsame Beschreibung hat ihren Ursprung in der Geschichte des gebürtigen Sowjetmenschen. 1990 kam Kaminer nach Berlin und erhielt „humanitäres Asyl“ in der damals noch bestehenden DDR. Seinen Durchbruch erlebte er als Schriftsteller mit den Bestsellern Russendisko, Militärmusik und Schönhauser Allee. Gerade ist er mit seinem aktuellen Buch Salve Papaauf Lesereise. Daneben veröffentlicht Kaminer weiter Kolumen in verschiedenen Zeitungen und tritt hier und da als DJ auf. Im Berliner Kaffee Burger ist er zudem als Veranstalter grandioser Parties in bleibender Erinnerung. Olga Kapustina sprach mit ihm über Kinder und Sprache, Studium und Bücher, Russland und Ruhrgebiet.

 

Über die deutsche Sprache

 

Ruhrbarone ?: In welcher Sprache führen wir das Interview – in deutscher oder in russischer?

Kaminer!: Wird das hier auf Deutsch veröffentlicht? Dann auf Deutsch.

?:   In welcher Sprache reden Sie beim Frühstück?

!: Zuhause sprechen wir grundsätzlich Russisch. Meine Kinder versuchen mich auf Deutsch umzustellen. Ich versuche immer etwas dagegen zu unternehmen. Aber manchmal schaffen es die Kinder, dass wir mit ihnen Deutsch reden.

?: Können Ihre Kinder besser Deutsch als Russisch?

!: Meine Kinder sind beide in Deutschland auf die Welt gekommen. Sie sind in deutscher Sprache sozialisiert. Wenn wir nach Russland fahren, sprechen sie dort Russisch und machen das relativ korrekt. Aber ihre erste Sprache ist Deutsch, klar.

?: Die Namen Ihrer Kindern sind auch eher Deutsch…

!: Sie sind international. Sebastian und Nicole sind Namen, die für russische und deutsche Ohren gleichermaßen zugänglich sind.

?: Als Sie 1990 nach Deutschland kamen, sprachen sie kein Wort Deutsch. Wie haben Sie es geschafft, die Sprache so gut zu beherrschen?

!: Das ist überhaupt keine Heldentat. Man kann jedem Kaninchen eine Fremdsprache beibringen, wenn man ihn jeden Tag auf den Kopf schlägt.