Author: Daniel Drepper

Die SPD will eine Staatspresse für NRW

Die SPD will staatlich finanzierte Zeitungen. Kein Witz. Marc-Jan Eumann, SPD-Medienstaatssekretär, träumt für 2014 von einer “Stiftung Vielfalt und Partizipation”. Die Stiftung soll “Recherche-Stipendien vergeben, aber auch Redaktionen unterstützen”, wie der Spiegel berichtete. Das darf nicht sein.

Sogar DIE aktuelle ZEIT fragt sich: Gibt es eine Zukunft für Journalismus, wenigstens für den mit Qualität? Jemand muss die Produzenten bezahlen, über Modelle wird nachgedacht und immer häufiger über Stiftungen. Das große Vorbild ist ProPublica, eine durch private Spenden finanzierte, investigative Redaktion in New York. Jetzt will ein Politiker die Schwäche des Journalismus nutzen, um staatlich finanzierten Printjournalismus einzuführen.

Wie ich beim Ahlener Tageblatt rausgeschmissen wurde …

Ein kleiner Ausflug in die Parallelwelt des bezahlten Journalismus: Ich arbeite als freier Journalist für verschiedene überregionale und regionale Medien. Manches mal verzweifle ich an den niedrigen Honoraren. Beim Ahlener Tageblatt habe ich jetzt versucht, die von Zeitungsverlegern und Gewerkschaften festgesetzten Vergütungsregeln zu bekommen. Und bin rausgeschmissen worden.

“Herr Drepper, die Summe ist für die Abrechnung Dezember angewiesen, die Zusammenarbeit mit der Glocke damit dann beendet.”

[caption id="attachment_20853" align="aligncenter" width="300" caption="Die finale Mail der Glocke"]Die finale Mail der Glocke[/caption]

Das ist das Ende meiner Arbeit für das Ahlener Tageblatt – auch “Die Glocke” genannt. Ich komme aus der Nähe von Ahlen, starte bei Lauf-Wettkämpfen noch für einen Ahlener Verein und habe als Schüler und Student jahrelang immer wieder für die Glocke geschrieben. Anfang November habe ich versucht, für einen Text die offiziellen „Vergütungsregeln für Tageszeitungen“ zu bekommen, die vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und den Gewerkschaften DJV und dju unterschrieben wurden. Jetzt bin ich, wie man sieht, in ziemlich knappen Worten rausgeschmissen worden.

Heute: Im Angesicht der Quote

Heute Abend um 21.45 Uhr geht in der ARD die beste Serie zu Ende, die ich jemals im Fernsehen gesehen habe. Ok, ich bin erst 24 und auch kein übergroßer Fernsehmensch. Und ein Fan von Serien bin ich allein aus dem Grund nicht, weil ich eh jedes zweite Mal doch keine Zeit habe, sie zu gucken. Für “Im Angesicht des Verbrechens” habe ich mich aber sogar bemüht, den Videorecorder zu programmieren (was sonst fast nie geschieht). Und bin unglaublich begeistert. So ziemlich jedes große Medium dieses Landes sieht das genauso. Trotzdem verkürzt die ARD die Ausstrahlung der Serie um eine Woche. Alte Tatort-Folgen bringen mehr Quote.

Wem gehört der Fußball?

Ich habe selbst mal Fußball gespielt. Ein paar Jahre ist das mittlerweile her. Lange genug, dass ich noch nichts gehört hatte von Flip-Cams, You Tube und Überall-Und-Immer-Internet. Hätte es das damals schon gegeben, ich hätte mich gefreut, hätte einer meiner Freunde eines meiner Tore – selten genug waren sie – mit dem Handy gefilmt. Und ins Internet gestellt. Ich hätte es allen gezeigt, den You Tube-Link über Facebook, Twitter, Studivz, Mail oder SMS verteilt. Eine Sensation wie diese hätte definitiv gefeiert werden müssen. Der Württembergische Fußballverband will nun verbieten, dass Hobbykicker ihre geilsten Szenen frei ins Internet stellen. Er verklagt die Hartplatzhelden, morgen beginnt der Prozess vor dem Bundesgerichtshof.

Paralympics X: Sind die Paralympics die moralischeren Spiele?

Die Paralympics sind Geschichte und schon jetzt, vier Tage nach der Schlussfeier, ist kaum noch etwas von Ihnen zu hören. Die Sportler sind wieder zu Hause und die meisten tagesaktuellen Medien haben sich – wer will es Ihnen verdenken – neuen Themen zugewandt. Aber weil wir hier bei den Ruhrbaronen unabhängiger arbeiten könnnen und ich nach drei Mal zwölf Stunden Schlaf auch langsam wieder auf dem Damm bin, gibt es noch einmal ein abschließendes, exklusives Interview mit dem Sportpädagogen Professor Jürgen Funke-Wieneke von der Uni Hamburg. Und natürlich musste ich diesen Eintrag auch noch nachliefern, um das Maskottchen-Foto zu bringen.