Ausgerechnet Tuchel für Ancelotti? – Nur noch Marionettentheater in der Fußball-Bundesliga?

Thomas Tuchel vor dem BVB-Mannschaftsbus. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Meistertrainer Carlo Ancelotti wurde gestern beim FC Bayern München entlassen. Nach der überraschend klaren 0:3-Pleite des Rekordmeisters am Mittwoch in der UEFA Champions League in Paris war das sprichwörtliche Tischtuch zwischen dem Italienern und den Vereinsbossen in München dann offenbar endgültig zerschnitten.

Erste Risse hatten sich hier ja bereits seit Monaten angedeutet. Trotzdem kommt eine solche frühe Trennung im September natürlich überraschend. Mitleid muss man mit dem Trainer nicht haben, das ist klar. Er fällt nicht nur wirtschaftlich weich, er muss auch sportlich niemandem mehr etwas beweisen, kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere im Fußball zurückblicken.

Nun sucht man bei den Bayern also gerade einen Nachfolger für den Cheftrainer. Und spätestens hier wird das Thema dann auch für uns Ruhrbarone interessant. Denn der offensichtliche Top-Kandidat auf die Nachfolge von Carlo Ancelotti ist (auf dem derzeit nur mit mäßig vielen Kandidaten gefüllten Trainermarkt) offenbar der ehemalige Dortmunder Erfolgstrainer der letzten beiden Spielzeiten, Thomas Tuchel. Und nun wird es tatsächlich bizarr.

Erinnern wir uns doch einmal kurz an das Ende der Amtszeit von Tuchel in Dortmund. Der Coach hatte im Mai offenkundig wichtige Teile der Mannschaft verloren, wie man so schön sagt. Spieler wie Marcel Schmelzer und Nuri Sahin, welche vom BVB als Führungsspieler des aktuellen Kaders betrachtet werden, hatten sich mit dem Coach gar öffentlich angelegt. Eigentlich ein Unding.

Am Ende hatte Tuchel, der auch in den Monaten zuvor schon mit seinen Alleingängen (u.a. rund um den Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus) die Vereinsführung gegen sich aufgebracht hatte, das Vertrauen der Clubbosse endgültig verspielt, war intern in die Isolation geraten.

Die Solidarität vieler Fans auf der Tribüne und im Umfeld des Clubs nutzte dem sportlich erfolgreichen Übungsleiter da auch nichts mehr. Er musste nur wenige Tage nach seinem größten sportlichen Erfolg, dem 2:1-Sieg im DFB-Pokalendspiel in Berlin gegen Eintracht Frankfurt, seine Sache bei den Schwarzgelben packen, wurde wenige Tage später bereits durch den Niederländer Peter Bosz ersetzt, der von Ajax Amsterdam in Richtung Dortmund zog.

Und ausgerechnet dieser Thomas Tuchel, der Teile der Mannschaft und die Clubbosse in Dortmund durch seine Art zu sehr gegen sich aufgebracht hatte, soll nun der Nachfolger von Carlo Ancelotti in München werden, wo der Italiener jüngst ganz Vergleichbares erlebt hat?

Auch der gemütliche 58-Jährige hatte in letzter Zeit ja wichtige Spieler der Mannschaft gegen sich aufgebracht, konnte mit seiner Personalpolitik nicht mehr überzeugen. Immer mehr Spieler verweigerten ihm offenkundig die Gefolgschaft, trauten sich in Interviews öffentlich Kritik durchschimmern zu lassen, ohne dass sie dafür vom Club zurückgepfiffen wurden. Zudem wurde es auch um Ancelotti seitens der Vereinsverantwortlichen an der Isar immer einsamer. Die Parallelen zur Entwicklung rund um Tuchel beim BVB sind offenkundig. Beide Trainer mussten sich am Ende ihrer Tage gar für ihre gewählten Aufstellungen öffentlich rechtfertigen.

Streng genommen waren die Abläufe beim BVB im Sommer und beim FC Bayern im Herbst dieses Jahres sogar fast deckungsgleich. Beide Coaches waren nicht bereit entsprechende Zugeständnisse an Team und Vereinsbosse zu machen um ihr Standing im Club zu stärken, beide zogen ihren Weg unbeirrt durch und scheiterten daran.

Und jetzt soll ausgerechnet der genau deshalb in Dortmund entmachtete Tuchel der Nachfolger des Italieners auf der Trainerbank in München werden, wo man sich gerade aus genau diesen Gründen vom Meistertrainer 2017 getrennt hat? Das ist schon etwas komisch, wenn man mal ein paar Minuten darüber nachdenkt.

Fußball erinnert inzwischen viel zu häufig an eine Art von Marionettenspiel. Man darf, wenn man das Treiben weiterhin mit Freude verfolgen will, wohl aktuell nicht allzu sehr darüber nachdenken, dass es im realen Leben tatsächlich Millionenschwere Unternehmen sind. Denn dann wird einem sehr rasch klar, dass es ja das Geld der Fans ist um das es hier geht, welches die Beteiligten in Windeseile umschichten und umverteilen.

Wirkliche Strategien zu erkennen wird jedenfalls immer schwieriger. Häufig sucht man professionell wirkende Pläne und nachvollziehbare, längerfristige  Überlegungen inzwischen sogar ganz vergeblich. Irre Zeiten!

19 Kommentare

", dass es ja das Geld der Fans ist um das es hier geht, welches die Beteiligten in Windeseile umschichten und umverteilen."
Naja, das ist angesichts der Komplexität der Mittelzuflüsse etwas sehr vereinfacht dargestellt.

Die Situation beim FCB ist schon anders als die beim BVB aus Sicht von Tuchel. Die "Stars" Schmelzer und
Sahin erreichen bei Weitem nicht die Klasse und Qualität der zuletzt bei Bayern auf die Bank bzw. Tribüne versetzten Kicker.

Die Aufstellung Ancelottis gegen Paris war so absurd, dass man den Eindruck gewinnen müsste, dass er seinen Abgang -eventuell einvernehmlich mit den Bayernbossen- provoziert hat,so offensichtlich wie das war- vielleicht werden wir ihn bald woanders sehen.

Der Unterschied zwischen Schnelzer/Sahin und einem Spieler wie Robben könnte größer nicht sein. Robben kommt mit seinem Naturell und seinem Ehrgeiz Tichel sehr nahe, so dass die beiden wahrscheinlich gut harmonieren würden, Für Tuchel, der eigentlich bisher immer eher Perspektivkader zu entwickeln hatte,wäre es sicherlich eine gute Gelegenheit, mit einem Kader dieses Formates zu arbeiten,

Und im Gegensatz zum jüngeren Nagelsmsnn verfügt er über einige Erfahrung mehr als sein junger Kollege- und ist ablösefrei.,

Aber- die ganzen Diskussionen sind eh verfrüht- es sind auch noch andere Trainer auf dem Markt,so der ExBarca- Trainer,,

Die Bayern werden sich schon was einfallen lassen,
Allerdings- allzu viele Missgriffe dürfen sie sich nicht mehr erlauben, Mit Klinsmann und van Gaal waren da schon zwei in den Jahren,

Andererseits- die Bayern müssen wohl auch anerkennen, dass man angesichts der finanziellen Möglichkeiten der europäischen Mitbewerber bald froh sein kann,wenn man noch zu den Top Ten in Europa gehört,

Derzeit sollte man eher kleine Brötchen backen und sich bemühen,zumindest unter die Top Drei dwr Bundesliga zu kommen,

Würde ich jenseits aller Schamgrenzen ein echter Fan des FCB sein, würde ich statt einer neuen Trainerdiskussion mit bei allen möglichen Personalien eher suboptimalen Erfolgsaussichten eine neue Diskussion über die Ausrichtung in der Führungsetage führen wollen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass entgegen der öffentlichen Dauergrins- und Durchhalte-Präsentation intern durchaus sehr kritische Stimmen zur Rückkehr des "Weiter so!"-Präsidenten existieren, die irgendwann – eher gestern als heute – die Macht im Verein übernehmen wollen, um ihm neue Ideen und Visionen einzuhauchen.

Wenn man die fast einhelligen Lobeshymnen der Presse über Ancelottis damalige "Wachablösung" von Pep beim FCB und seine angeblich fast übermenschlichen Fähigkeiten, ein Team zu großen Titeln zu führen, aus der jetzigen Situation betrachtet, ist Ancelotti entweder der größte Aufschneider aller Zeiten oder der FCB hat intern ein strukturelles, schon lange schwelendes Problem, was auch der beste Trainer der Welt nicht lösen kann, solange es die Vereinsspitze nicht anpackt.

@RobinS: "", dass es ja das Geld der Fans ist um das es hier geht, welches die Beteiligten in Windeseile umschichten und umverteilen."
Naja, das ist angesichts der Komplexität der Mittelzuflüsse etwas sehr vereinfacht dargestellt."

Vereinfacht sicherlich schon, aber letztendlich doch richtig. Denn ohne Interesse der Fans weder Sponsoren noch TV-Übertragungen usw..

Robin,
das Spekulieren, so scheint mit, ist eine Möglichkeit, Langeweile im Alltagsleben zu überwinden und sie befördert die Kommunikation; gut so.

Das gilt u.a. für "die" Politik -Wahlprognosen, neue Koalitionen, wer wird Minister-, aber eben auch für "unseren Fußball", u.a. -oder insbesondere- dann, wenn es um den FC Bayern geht, hier um den künftigen Trainer :"…Klopp, Tuchel -jemand aus Spanien, Frankreich…?

Ich habe keinerlei Hinweise, die ansatzweise ausreichen könnte, Spekulationen meinerseits begründen zu können.

Unabhängig davon, wer der Neue bei den Bayern sein wird, gibt es gute Gründe, um darüber zu spekulieren, ob und ggfls. wie die Entlassung von Ancelotti zum jetzigen Zeitpunkt die Leistung der Mannschaft beeinflussen wird -postiiv / negtiv?

Robin,

ja, "unterhaltsam" dürfte es mit Tuchel als FC Bayern – Trainer vor allem für uns
BVB-Fans ganz sicher werden.

Watzke und Co. könnte der Fakt "Tuchel neuer Bayern-Trainer "gelinde gesagt irritieren, vielleicht ärgern oder sie sogar anhalten, die von ihnen verfügte Entlassung von Tuchel kritisch zu hinterfragen.

Unterhaltsam ist es ja jetzt schon, wenn "Brazzo" Salihamidžić sein inhaltsloses Gestammel auf PKs ablädt;-)

Wie ist der bloß an diesen Sportdirektor-Job gekommen???? Glücksspiel? Er könnte aber einen klasse Pressesprecher für Trump geben;)

1.
Keine Schadenfreude über das Bayern- Chaos bei uns BVB-Fans? Finde ich sehr bemerkenswert. Wenn ähnliches Chaos beim BVB herrschen würde, dann…..???
2.
Es fällt jedem Fußball-Interessierten auf, daß die Medien- die meisten (?)- alles tun, die Entlassung von Ancelotti als alternativlose, als folglich kluge und richtige Entscheidung von Hoenes/Rummenige zu "verkaufen" und im Sinne von Hoenes jetzt in Richtung Ancelotti mehr oder weniger heftig nachtreten -bar jeden Anstandes-. Angesichts materieller und ideeller Abhängigkeiten der sog. Fußball-Journalisten in München und darüber hinaus vom FCBayern, konkret von Hoenes überrascht das allerdings nicht.

3.
Trotz allem bleibe ich dabei , daß die Bayern wieder Meister werden -mit oder ohne Tuchel.

Der FC Bayern bewegt sich erstmals seit langer Zeit mal wieder in einem sehr unruhigen Fahrwasser. Und seit langer Zeit hat man mal wieder den Eindruck, dass man beim FC Bayern etwas die Orientierung verloren hat oder nach Orientierung sucht. Der FC Bayern hat sich ja nicht nur deshalb von allen anderen abgesetzt, weil er von den Unternehmen Adidas, Audi und Allianz mehr als 300 Millionen Euro eingenommen hat (in diesem Umfang beteiligten sich die Unternehmen an der FC Bayern Aktiengesellschaft), sondern weil der FCB im Gegensatz zu anderen deutschen Klubs über Jahrzehnte keine wirklich große Krise erlebte, nie einen schweren Einbruch zu verkraften hatte.

Vieles hat mit der Rückkehr des von mir bekanntlich wenig geschätzten Uli Hoeneß nicht nur aus dem Gefängnis, sondern auch auf die Positionen des Präsidenten und des Aufsichtsratsvorsitzenden zu tun, wobei gerade letzteres zumindest fragwürdig und ein für deutsche Aktiengesellschaften einmaliger Vorgang ist.
Vorstandsboss Rummenigge hatte sich bereits als Alleinherrscher an der Spitze des FCB eingerichtet
und steuerte den FCB in eine Richtung, die Hoeneß nicht gefallen konnte. Hatte Hoeneß zunächst so getan als wolle er zwar in die Ämter zurückkehren aber sich künftig doch etwas zurücknehmen und auch nur stundenweise für den FCB aktiv sein, ist er mittlerweile – wie man erwarten musste – frei von Schuldbewussstsein oder gar Demut wieder voll im Geschäft und gibt sich so als wäre er Präsident, Aufsichtsratsvorsitzender, Vorstandsboss und Sportdirektor in Person. Er macht öffentlich die Ansagen und macht deutlich, dass er die Nr. 1 beim FCB ist.

Hoeneß und Rummenigge waren nie enge Freunde, dazu sind sie auch zu unterschiedlich, aber jetzt wird offensichtlich, dass sich diese beiden Bosse des FCB mehr denn je uneinig sind, dass sie sich nicht mal auf den Kurs der Zukunft des FCB einigen können.
Besonders deutlich wurde der interne Machtkampf bei der Besetzung des Sportvorstandes / Sportdirektors. Rummenigge hatte öffentlich bereits erklärt, dass Lahm die Position besetzen werde, aber Hoeneß hebelte das sofort nach seiner Rückkehr aus. Am Ende einigte man sich auf einen wenig überzeugenden Kompromisskandidaten, Salihamidzic, der eher ein Hoeneß-Mann ist. Vor allem aber ist er eine Fehlbesetzung im Amt des Sportdirektors und damit sichtbar überfordert. Seine öffentlichen Auftritte sind bisher eher blamabel. Zu sagen oder gar zu entscheiden hat er intern bestimmt nichts, ganz im Sinne des Uli Hoeneß, der einen starken Sportdirektor etwa noch mit weitreichenden Kompetenzen gar nicht haben will.

Ancelotti war eine Rummenigge-Verpflichtung. Als der FCB Ancelotti holte, der dreimal die Champions League gewinnen konnte, klopfte man sich nicht nur beim FCB auf die Schulter, sondern auch die versammelte deutsche Presse jubelte. Die Mannschaft sei von der nervenden Zwangsjacke des Pep Guardiola befreit, hieß es, jetzt mit mehr Freiheiten und besserer Laune ausgestattet werde der FCB erst richtig durchstarten, da waren sich Deutschlands Sportjournalisten einig. Noch vor Wochen sind alle davon ausgegangen, dass Ancelotti das schon richten werde.

Aber nun wurde Ancelotti so früh vom Hof gejagt wie noch kein Bayern-Trainer vor ihm. Und Hoeneß rief ihm öffentlich noch einige unschöne Worte hinterher, formulierte etwas von dem "Feind im eigenen Bett" und meinte, Ancelotti habe sich zuletzt mit weiteren fünf wichtigen Spielern überworfen. So kennt man das ja von Hoeneß. Der allein Schuldige darf natürlich nur Ancelotti sein.

In Wirklichkeit steckt der FCB mitten in einem Umbruch und in einem Konflikt um die künftige Ausrichtung des Klubs. Mit vor allem Lahm, aber auch Alonso hat der FCB zum Ende der letzten Saison wichtige Eckpfeiler verloren. Robben und Ribery kommen langsam in ein Alter, dass deren Nachfolge geregelt werden muss. Und zuletzt ist auch noch der aktuelle Kapitän und beste Torwart der Welt, Neuer, für Monate ausgefallen. An diesem erneuten Ausfall trägt die medizinische Abteilung des FCB auf jeden Fall eine Mitschuld.
Mit Neuer hätte der FCB in Paris nicht 3 : 0 verloren. Und ich glaube auch nicht, dass Ancelotti den FCB absichtlich provozieren wollte als er für Außenstehende unverständlich Hummels, Ribery und Robben auf der Bank gelassen hat und Boateng sogar auf die Tribüne setzte. Was sich da zuvor intern an Prozessen abspielte, wissen wir alle nicht. Unter normalen Umständen, in Normalform und in Bestbesetzung bewegt sich der FCB sportlich auf jeden Fall weiter mindestens auf Augenhöhe mit Paris, trotz der mit Katar-Eigentümer-Millionen verpflichteten Stars.

Allerdings hat der FCB künftig das Problem, dass man nicht mehr automatsich zu den Top 3-Teams in Europa zählt und nicht mehr automatisch zu den ersten Anwärtern auf den CL-Titel. Es sind weitere von Scheich-Milionen usw. aufgepeppte Klubs unterwegs, die in die absolute europäische Spitze aufrücken können.

Der FCB hat Ancelotti überraschend sofort entlassen, weil man das Fass mit der Niederlage in Paris und der Begleitumstände dort als übergelaufen angesehen hat. Eine Nachfolgelösung hatte man folglich nicht parat. Und der Zeitpunkt für eine Trainerentlassung bei einem europäischen Spitzenklub könnte ungünstiger nicht sein, denn die Auswahl an geeigneten und deutsch sprechenden Nachfolgekandidaten ist sehr überschaubar. Klopp und Nagelsmann scheiden ohnehin aus. Klopp geht nicht mitten in der Saison aus Liverpool weg und würde derzeit auch gar nicht weg wollen, ist ja jemand, der seine Verträge erfüllt und sich in Liverpool wohlfühlt. Auch Nagelsmann hat noch einen laufenden Vertrag und kann kaum mitten in der Saison wechseln. Außerdem fehlt es ihm noch an der nötigen vor allem internationalen Erfahrung. Der FCB käme zu früh für ihn.

Aus all diesen Gründen ist es nicht überraschend, dass der Ex-BVB-Trainer Tuchel einer der ersten Anwärter auf den Job ist. Er hat Erfahrung bei einem europäischen Topklub, hat sogar einen Titel gewonnen, ist was fachliche und taktische Fähigkeiten angeht, unumstritten (selbst bei den BVB-Bossen) und kann auch Talente entwickeln. Und vor allem, er ist im Gegensatz zu anderen Toptrainern frei, könnte sofort einsteigen.
Allerdings hat sich mittlerweile der Ruf Tuchels verfestigt, schwierig und nervend zu sein. Der BVB hat sich von ihm ja nicht wegen eines sportlichen Misserfolges getrennt und die BVB-Bosse haben seine großen fachlichen Qualitäten ausdrücklich anerkannt. Vielmehr erfolgte die Trennung offensichtlich wegen interner Probleme, wegen zwischenmenschlicher Schwiergkeiten und wegen mangenden Vertrauens.
Deshalb stellt sich schon die Frage, ob das mit Tuchel und den unter sich schon uneinigen FCB-Bossen und den teils alternden Stars und ihren Eitelkeiten beim FCB funktionieren könnte. Man darf auch nicht vergessen, dass sich Mats Hummels mittlerweile zu einem der Wortführer des FCB aufgeschwungen hat. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass Tuchel und Hummels gar nicht miteinander klargekommen sind. Wir alle erinnern uns ja noch an die fragwürdigen Aussagen Tuchels über Hummels nach dem verlorenen Pokalfinale 2016.
Bisher ist alles noch Spekulation, aber Tuchel ist aus den genannten Gründen sicherlich ein ernsthafter Anwärter auf den Job beim FCB. Der FCB steht unter Druck, will bis zum Ende der Länderspielpause einen neuen Trainer präsentieren, aber da gibt der Markt derzeit nicht viel her. Deshalb könnte durchaus die Stunde des Thomas Tuchel schlagen. Man wird das in Gesprächen mit ihm sicherlich ausloten und dann entscheiden, ob man dieses Experiment, das durchaus auch funktionieren könnte, wagt. Tuchel hat sicherlich auch aus den Erfahrungen beim BVB dazugelernt.
So uberechenbar und uneinig die Bayern derzeit sind, muss man aber jederzeit auch mit sonstigen Überraschungen rechnen. Warten wir es mal ab, was beim FCB so passiert.

Aus BVB-Sicht ist jetzt vor allem wichtig, ob der FCB aus den aktuellen Turbulenzen in verschiedenen Bereichen gestärkt hervorgeht und auch die Mannschaft plötzlich wieder durchgängig Topniveau abruft oder ob tatsächlich mal eine anhaltende Schwächephase eintritt.
Aus der Vergangenheit wissen wir, dass der FCB jederzeit in der Lage ist, sich zu befreien und zurückzuschlagen. Denken wir nur an die beiden letzten BVB-Meisterschaften. Danach hat der FCB personell aufgerüstet, auch den BVB geschwächt und zu einer jahrelangen bis heute anhaltenden Erfolgsserie angesetzt, eine Meisterschaft nach der anderen geholt. Und dass der FCB nach wie vor die am besten besetzte Mannschaft Deutschlands ist, steht ja außer Frage.
Wie alle anderen BVB-Fans hoffe ich auf eine endlich mal etwas schwächere Saison des FCB 🙂

Lukas N.,
ich muß mich im Moment erst einmal erholen vom Spiel in Augsburg.
Bevor ich kritisiere, herummeckere, formuliere ich Fragen:

Wie ist die desolate Leistung der gesamten Mannschaft -mit wenigen Ausnahme (Sokratis) in der II. Halbzeit, die ja das groteske Gegenteil der I.Halbeit war, zu erklären?

Was ist mit "Auba" los?
-Von mir hat der die Note 6 erhalten-.

Lässt sich die Nominierung von Toljan in der Startelf begründen und ggfls. womit ?

Ich meine, der FCA hätte ein Unentschieden "verdient gehabt".
Was mich allerdings wütend gemacht hat, war das extrem unfairer Spiel mehrer Augsburger-Spieler. Sympathisch ist mir die Mannschaft ab heute nicht mehr.Da hätte es von Anfang an gelbe Karten geben müssen und später war ein Platzverweis fällig!

Und zusammengefasst:
So ganz wirkt momentan bei mir die nach solchen Spielen übliche "Beruhigungspille" nicht:
Nach 7 Spielen ungeschlagener Tabellenführer und weiter Abstand zu S04.

Der BVB war heute in Halbzeit 2 schlicht platt, denke ich. Sowohl körperlich als auch im Kopf. Nach den englischen Wochen zuletzt verständlich. Bin extrem froh, dass das heute noch einmal so gut gegangen ist am Ende. Jetzt frische Kräfte tanken für Leipzig in 2 Wochen. Hoffentlich diesmal dann auch ohne Theater auf den Rängen das Heimspiel….

@Walter Stach zu #11
Ja, das war wirklich nichts für schwache Nerven und auch ich habe dem Schlusspfiff entgegengezittert und Daumen gedrückt.
Von desolater Leistung würde ich aber nicht sprechen. Die erste Halbzeit war der BVB überlegen und sie war spielerisch auch überwiegend gut. In der zweiten Halbzeit ist dann nicht mehr viel gelungen, das war überwiegend Stückwerk.
Ich denke, man muss zwei wichtige Aspekte berücksichtigen. Zum einen hatte der BVB zwischen dem 09.09. und jetzt dem 30.09. sage und schreibe 7 Spiele !!! in mehreren Wettbewerben zu bewältigen und musste unter der Woche ja in einem schwierigen und kräftezehrenden Spiel gegen den CL-Titelverteidiger Real Madrid antreten. Augsburg hatte unter der Wochen Pause, war frisch.
Zum anderen sind die Augsburger bisher in der Saison stark, stehen oben in der Tabelle dabei und sind generell schwierig zu bespielen, haben nauch 90 Minuten alles reingeworfen.

Wir konnten ja auch in den letzten Jahren beobachten, wie schwer sich der BVB jeweils in CL-Wochen getan hat und dass dabei der eine oder andere unnötige Punktverlust zu beklagen war. Das ist jetzt zum Glück nicht passiert, der BVB hat sich durchgebissen und wichtige 3 Punkte mitgenommen.

Auba war ja in den letzten Tagen erkältet, hat nicht trainiert und ihm muss man einfach auch mal einen schwachen Tag zugestehen. Er gehört ja zu denjenigen, die fast die komplette Saison über regelmäßig Topleistungen bringen. Auba erzielt Tore am Fließband und gehört zu denjenigen, die am meisten zum sportlichen Erfolg beitragen.
Deshalb kann man auch mal darüber hinwegsehen, dass er zweimal sicher das 3. Tor hätte erzielen und für die Beruhigung der Nerven aller hätte sorgen können.

Erfreulich ist die erneut starke Leistung Yarmolenkos, wirklich eine tolle Verpflichtung des BVB. Das
1 : 0 war ein Hackentrick-Schlitzohr-Tor von ihm und das Traumtor Kagawas hat er vorbereitet.

Was am Ende zählt: Sieg, 3 Punkte, Tabellenführung mit Abstand zu allen anderen + tolles Torverhältnis 🙂
Ich hätte nichts dagegen, wenn der BVB in dieser Form so weiterpunkten würde 🙂

Jetzt ist ja Länderspielpause und wir können mal durchatmen. Danach geht es übrigens gegen Leipzig. Alle, die gedacht haben, RB Leipzig werde auch diese Saison so richtig durchstarten und sogar die CL aufmischen, sehen sich eines bessern belehrt. Die Leipziger spielen erstmals international und müssen jetzt erfahren, wie schwierig es ist, über Wochen alle 3 Tage spielen zu müssen und Punkte zu holen.

Lukas N.,
ich kann die genannten Gründe für die m.E. "unterirdsiche" Leistung des BVB in der II.Halbzeit nachvollziehen , das gilt auch für die Erklärung der schwachen Leistung von "Auba" -gekrönt durch seinen Elfmeter, der sich einer Erklärung durch mich entzieht.

Ja, wir können jetzt durchatmen und das als Tabellenführer mit einer Gesamtleistung in der Liga, die ich so positiv gar nicht erwartet habe.

Eine gute erste Halbzeit und danach war die Leere spürbar.

Hartes Spiel? Ja.
Es ist erstaunlich, wie oft immer wieder auf die Füße/Wade getreten wurde. Zufall?

Wenn Sokratis weiterhin so viel mit den Armen arbeitet, muss demnächst mit Videobeweisen eingegriffen werden. Das ist sehr grenzwertig und noch überflüssiger.

Was hätte der Video-Schiri nur gemacht, wenn Augsburg im Gegenzu ein Tor geschossen hätte? Zurückgenommen und Elfer für den BvB?

In der Wochenendausgabe der Lokalzeitung das beliebte Spiel FINDE DIE 5 FEHLER anhand zweier Bilder aus dem Spiel BVB-Real. Nicht zu lösen heuer: sind nur zwei, nicht fünf Dortmunder zusehen.

-17-
Zustimmung, Robin.

Ob der Jupp aus Mönchen-Gladbach………und danach der……?
Als BVBer interessiert mich das zwar, aber ohne irgend welche Präferenzen.

Ich will dem Jupp ja nix schlechtes wünschen, aber mit seinem Ableben irgendwann in ferner Zukunft (?) wird wohl auch die Herrlichkeit des FCB endgültig vorbei sein. Schon erstaunlich, wie wenig Talent und Weitsicht Rummelfliege und Wurst-Uli in den vielen letzten Jahren – außer beim Jupp – bei der Trainersuche bewiesen haben – fast schon auf Schalke-Niveau. Und der in Frage kommende Nachwuchs will anscheinend auch nicht mehr ohne jede Bedingung zu den Bauern;-)

Kommentar verfassen