Aufruf für ein demokratisches Syrien

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Unter anderem Hendryk M. Broder, Hamed Abdel-Samad und Thomas von der Osten-Sacken haben einen Aufruf zur Unterstützung der demokratischen Opposition in Syrien veröffentlicht, den wir hier gerne weitergeben. 

Die demokratische Opposition in Syrien braucht Ihre Unterstützung – gegen Baath-Regime und Djihadisten, Freiheit für Syrien!

Wenn man an die Grausamkeit, das Elend und die Sinnlosigkeit des Krieges denkt …, liegt die Versuchung nahe, zu sagen: ›Die eine Seite ist ebenso schlecht wie die andere. Ich bleibe neutral.‹ In Wirklichkeit jedoch kann man nicht neutral bleiben, und es gibt kaum einen Krieg, bei dem es keinen Unterschied macht, wer gewinnt. Fast immer steht die eine Seite mehr oder weniger für den Fortschritt, die andere Seite mehr oder weniger für die Reaktion. 

(George Orwell)

Seit 2011 dauert der Krieg in Syrien an. Friedlicher Protest gegen die Diktatur wurde vom ersten Tag an durch das Assad-Regime mit Folter und Massakern an Demonstranten in einen Bürgerkrieg verwan­delt – mit mehr als 120.000 Toten. Auf der Seite Assads kämpfen iranische Spezial­einheiten, die libanesisch-schiitische Hizbollah und Freiwillige aus Dutzen­den von Ländern. Andererseits wollen sunnitische Djihadisten, die seit Beginn des Konflikts großzügig von Saudi-Arabien, Katar, den Muslimbrüdern und al-Qaida unterstützt werden, in Syrien ein Kalifat errichten. Beide Seiten gehen mit unerhörter Grausamkeit gegen gegnerische und konkur­rierende Rebellen, aber auch Zivilisten vor. Syrien hat sich zum Schlachtfeld eines Heiligen Krieges entwickelt.

Wie einst im spanischen Bürgerkrieg, auf den George Orwell Bezug nimmt, gibt man auch heute gerne der Versuchung nach, allen Beteiligten gleichermaßen die Schuld an der Gewalt zu geben, statt Stellung auf Seiten jener zu beziehen, die immer noch mit großem Mut gegen die Unterdrückung kämpfen. Denn es gibt immer noch bewaff­nete demokra­tische Kräfte in Syrien.

Ausgerechnet diese demokratischen Rebellen­fraktionen im syrischen Krieg finden jedoch keine Unterstützung. Sie wurden seit dem Beginn der syri­schen Revolution vom Westen in beschämen­der Weise im Stich gelassen. Die Demokraten haben keine Unterstützer, sie haben alle ande­ren Konfliktbeteiligten zum erbitterten Feind. Heute stehen sie mit dem Rücken zur Wand.

Die spärliche humanitäre Hilfe und die Aufnah­me (viel zu geringer) Flüchtlingskontingente, die Europa verspricht, können der Not kaum Abhilfe verschaffen.

Die demokratischen Gruppen werden heute von Terror, Folter und Massenexekutionen bedroht. Europa muss endlich der logistischen und finanziellen Überlegenheit der schiiti­schen und sunnitischen Djihadisten militärische Hilfe für die demokratischen Allianzen entgegensetzen.

Unsere Unterstützung gilt jenen, die seit 2011 gegen die Diktatur und die islamis­tischen Grup­pen ihr Leben riskieren. Weil die europäischen Regierungen ihnen jede Hilfe vorent­halten, liegt es an uns, ausgewählte Rebellengruppen, die eine demokra­tische Zukunftsvision für Syrien haben, in ihrem Überlebens­kampf praktisch zu unter­stützen. Nötig sind Medikamente, Verbandszeug, Kleidung sowie technische Ge­räte zur Kommunikation. Jede Spende hilft den Gruppen, ihre Gebiete zu verteidigen und Orte zu schaffen, die ein Überleben jenseits der Barbarei ermöglichen und so die Ideen von Freiheit und individuellem Glück lebendig halten.

Erstunterzeichner: ● Hamed Abdel-Samad, Politologe und Schriftsteller, Berlin ● Prof. Dr. Ursula Spuler-Stegemann, Philipps-Universität Marburg ● Henryk M. Broder, Publizist, Berlin ● Thomas von der Osten-Sacken, Publizist, Frankfurt ● Kacem El Ghazzali, politischer säkularer Aktivist, Zürich ● Dr. Tilman Tarach, Publizist, Berlin ● Dr. Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland ● Daniel Fallenstein, Journalist, Berlin ● Tjark Kunstreich, Publizist, Wien ● Remko Leemhuis, Politikwissenschaftler, Berlin ● Felix Riedel, Ethnologe, Marburg ● Alex Feuerherdt, Publizist, Köln ● Hans Branscheidt, Mesopotamische Gesellschaft, Oberursel ● Simone Dinah Hartmann, Founder of Stop the Bomb, New York ● Sonja Vogel, Journalistin & Verlegerin, Berlin ● Stephan Grigat, Politikwissenschaftler, Wien ● Jörg Rensmann, Vorstand Mideast Freedom Forum Berlin / Vorstand Scholars for Peace in the Middle East, Berlin ● Lars Stern, Die Linke, Offenburg ● Saba Farzan, Publizistin, Institute for Middle Eastern Democracy, Berlin

Weitere Informationen findet ihr hier.

7 Kommentare

Sogar der letzte Dumme dieser Gesellschaft weiß, wie schlecht und beschämend das demokratische System ist, ja seit Platon weiß man das. Wen wollt Ihr mit Eurem Scheinaufruf erreichen? Doch nicht etwa die Millionen armen Menschen und ausgebeuteten Arbeiter. Allah wird die Gerechtigkeit siegen lassen und früher oder später wird der letzte Dschungelmensch von euren hinterhältigen Plänen Bescheid wissen.

@EnginS: Komisch nur, dass die Menschen in den Industriestaaten am besten leben – und in den westlichen Staaten zumeist gut und ziemlich frei.

@#1 | EnginS: “Sogar der letzte Dumme dieser Gesellschaft”, der sich als potentieller Linken-Führer den Dienstwagen erträumt?

Es ist gut, dass Syrien wieder in den Medien erscheint und dass auf viele ungelöste Probleme hingewiesen wird.

Dass für die Flüchtlinge gespendet wird, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Die große Menge der Flüchlinge ist in den ohnehin mit großen Flüchlingsströmen belasteten Regionen untergebracht. Und auch im Nahen Osten schneit es im Winter!

Wenn man die Interessen der Großmächte, der Nachbarn etc. berücksichtigt, ist nicht zu erwarten, dass es schnell ein demokratisches System geben wird. Da mögen wir noch so sehr von dieser Staatsform und von den Errungenschaften einer freien Welt überzeugt sein. Natürlich ist sie nicht perfekt, aber ein gegenwärtiges Optimum.

Insgesamt ist die Rolle Deutschlands unbefriedigend.

Die Außenpolitik ist in den Medien fast nicht vorhanden.
Im Inneren gelingt es nicht, alle Brüger aus Deutschalnd von den Gedanken einer freiheitlichen Welt zu überzeugen. Zu viele ziehen nach Syrien, um dort zu kämpfen. Was tun die Behörden dagegen?

Ich bin der Meinung, dass Demokratie von Innen kommen muss. Hierbei können natürlich einheimische Menschen, die im Ausland lebten, helfen. Eine moralische Unterstützung anderer Demokraten hilft auch.

Das Ziel der Initiative ist mir nicht ganz klar. Wie will sie die Demokratie erreichen? Als Dritter großer Unterstützer einen Stellvertreterkrieg unterstützen? Wer soll gegen die anderen Geldgeber finanziell mithalten?

#1 Wenn Allah, der in ihren Kreisen u.a. den Ruf besitzt besonders barmherzig zu sein, die Gerechtigkeit siegen lässt, stellt sich mir die Frage: warum lässt er sich so viel Zeit mit dem Sieg der Gerechtigkeit?
Und abgesehen von uns Ungläubigen sind doch wesentliche Teile der Konfliktparteien Muslime, die sich auch anderswo gerne in und vor Moscheen gegenseitig in die Luft sprengen. Wie und vor allem wird Allah hier eingreifen? Wer gehört zu den Gerechten? Wer nicht?
Da kann man zum Schwerdenker werden.

Wenn Eure Teufel Euch solchen Mist erzählen, wie ich sie so oben und wie sonst zu hören bekomme, so sollen sie doch einen gleichartigen Koran Euch von den Himmeln einflüstern.

Allah will das Beste für die Menschen. Und das Beste wird erst einmal siegreich sein, möge auch der Plan der Teufel Berge versetzen, Allah ist der beste Planer.

Was die Ungläubigen niemals verstehen können, ist, dass solche Kriege, die wirklich Einem jede Geduld nimmt, im Endeffekt doch weniger schlimm sind als Allahs Strafe von oben oder von unten.

Ihr werdet es aber nur dann verstehen, wenn ihr den Zeichen in Euch und um Euch Acht gebt und so Allah will, dem nachfolgen könnt, dass die ganze Schöpfung einen Schöpfer braucht.

Und keinen Partner neben sich haben kann, weil ansonsten die Waage nicht einzuhalten wäre und nicht geboren wurde und nicht gebiert. Und dieser Lenker des Universums will natürlich die Menschen nach Gutdünken regieren lassen…

Der Lenker will natürlich eine homosexuelle Gesellschaft, eine Natursekt-Sado-Maso- Gesellschaft ist ja natürlich in seinem Sinne und dass die Raubtiere Milliarden stehlen, und Unzucht getrieben wird bis alle Familien zerstört werden und nur noch Bastarde auf der Welt leben.

Allah, der Barmherzigste will dann natürlich schuldig sein, weil Er, der Erhabene, uns ja auf die Welt gesetzt hat. Dass wir existieren, ist ja seine Schuld. Wenn Ihr so denkt, dann habt Ihr die Hölle soweit verdient, dass der letzte gute Mensch auf dieser Welt Euch darin von oben verfluchen muss.

Kommt zum Besinnen. Reiche Menschen sollen reich und Arme sollen von dem Reichtum auch etwas bekommen, weil die Reichen ja wegen der Armen reich sind. Aber so etwas versteht Ihr, Ungläubigen, nicht. Ihr bekommt ein grausames Gesicht, wenn man Euch sagt, “Kehrt zurück zu Eurem Schöpfer und fleht Ihn, den Erhabenen, für Eure eigene Seele um Vergebung an.”

Ihr hasst Gott und wollt, dass Er seine Strafe zurückhält? Wenn die Ungläubigen auf dieser Welt Ihre Versorgung kriegen, reicht es Ihnen gerade mal für Ihre Sehnsucht in der Hölle.

Für diese Welt würde ich sagen, Christen und Muslime tuen sich zusammen und machen diesem schwachsinnigen idiotistischen Unglauben, auf welchen hässliche Frauen und kleine Kinder und Schwache und Heuchler hereinfallen, ein für allemal ein Ende.

Dann kann Aussicht auf Frieden bestehen. Wer keinen Glauben an Gott hat, ist zu jeder Missetat fähig, egal, wie er vorgibt, gut zu sein, wenn das Problem ihn selbst betrifft, kann man seine Finsternisse verfluchen. Syrien muss ein Gottesstaat werden, damit die Ungerechten Schiss bekommen und vielleicht die Muslime und Ihre eigenen Leute nicht missbrauchen sollen. Wovor hat man denn Schiss? Ich habe einen Gottesstaat, aufgebaut auf die heiligen Schriften der Propheten viel, viel, viel lieber als eine aus eigener Neugung entstandene krüppelige, neidische, scheinheilige, ausbeuterische demokakistische Diktatur.

Grüße

Ich werde hier nicht wieder schreiben, weil ich jedes Mal auf die selben Argumente stürze, deren dummen Inhalte auch einen abgeschottet lebenden Aboriginie aus der Fassung bringen würde.

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